Warum haben US-amerikanische PKW/Muscle-Cars viel Hubraum aber wenig Leistung?

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9 Antworten

Was du da ansprichst, ist nach der Muscle Car Ära passiert und Cadillac hat mit Muscle Cars nichts zu tun. Die Muscle Cars Ende der 60er, Anfang der 70er hatten eine Nennleistung, die mit den damaligen Formel 1 Wagen vergleichbar war und weit über der Nennleistung von damaligen Straßensportwagen (Ferrari, Lamborghini, Maserati, Jaguar, Lotus etc.) lag. 

Im Verlauf der 70er Jahre nahm es eine umgekehrte Entwicklung. 

a) verbleiter (hochoktaniger) Kraftstoff wurde in den USA bereits 1974 aus dem Verkauf genommen, im Vergleich dazu in Deutschland erst 1996. Der Trend in den USA ging in den 70er Jahren zu niedrig verdichteten Motoren, die mit Normalbenzin auskommen. Das resultiert in abgesenkten, maximalen Nennleistungswerten. 

b) anders als in Deutschland kamen in den USA Katalysatoren in vielen PKWS bereits in den 70er Jahren vor. Man konnte also auch privat keine Bleizusätze beimische , denn davon gehen die Katalysatoren kaputt.

 c) das US Fahrzeugversicherungssystem der damaligen Zeit hatte die maximale Nennleistungsangabe der Hersteller als Grundlage. So kam es auch in der Muscle Car Ära immer wieder dazu, dass Hersteller die PS-Zahl klein rechneten, um mehr Fahrzeuge verkaufen zu können. Bei weiter steigenden Versicherungsprämien während der 70er Jahre wurde ein niedrigerer Nennleistungswert für immer mehr Menschen ein Kaufargument. 

Das Prinzip der amerikanischen Industrie der 70er wurde u.a. auch von BMW Jahre später in den ETA Motoren verwendet. 

Mehr Hubraub, weniger Nennleistung, langsamere Drehzahl, mehr Drehmoment gerade im niedrigen Drehzahlbereich = Beschleunigung bleibt gleich, Kraftstoffverbrauch sinkt, niedrigere Höchstgeschwindigkeit, Motoren halten deutlich länger. 

Frage dich lieber, weshalb ein 8,2L Caddy V8 mit 190PS nicht mehr verbraucht als ein gleich alter 2,5L Mercedes 6Zylinder mit 120PS und selbst ein 1,3L VW Käfer 4 Zylinder mit 34PS nicht weit davon entfernt ist! Und der Caddy braucht sogar nur Normal, der Mercedes Superblei\\Superplus, der Käfer Super. 

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So simpel ist es dann doch nicht. Du nennst da ein schlechtes Beispiel. Anfang der 70er Jahre wurde aufgrund der sogenannten Ölkrise u.a. die Verdichtung der US-Cars drastisch runtergenommen. Spritsparen war angesagt. Cadillac's der 60er bis Anfang 70er Jahre hatten ganz erheblich viel mehr PS als bloss 190. Als Beispiel hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Cadillac_Sixty_Special

Kommen noch die Muscle-Cars ab Mitte 60er Jahre dazu, wie z.B. Buick GS, Dodge Charger, Dodge Challenger, Plymouth Barracuda (und 'Cuda), Pontiac GTO, Plymouth Roadrunner, Oldsmobile 442 etc. etc. etc. Nebst den sattsam bekannten wie Mustang, Camaro, Firebird usw. Und jetzt geh mal hin und vergleiche die PS-Zahlen all dieser Autos mit jenen der Fahrzeuge, die damals in Europa produziert wurden. "Wenig Leistung" ist (war) anders. Mit solch einem US-Car hat man damals in der Regel dem Rest des Verkehrs die Rücklichter gezeigt.

Ich wundere mich daher auch immer, wenn ich z.B., auf AMS TV eine Doku sehe, wo sich ein "Fan" einen US-Veteranen hochpäppelt und dann ausgerechnet eine Version von 1975 bis 1980 wählt. Da waren die US-Cars nun wirklich lahm. Selbst eine Corvette dieser Jahrgänge ist nicht in die Hufe gekommen.

 

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Kommentar von AnyBody345
14.11.2016, 11:23

zu deinem letzten Absatz. Ich denke das hat mit den Modellreihen zutun . Sie wählen diese Baujahre weil sie ihnen gefallen. Wenn ich mir den Charger ansehe, der sieht in jedem Baujahr einfach anders aus weil jedes Jahr kleine Details geändert wurden. zum Beispiel: Der 69er gefällt mir , den 68er und den 70er finde ich schon wieder nicht so schön.

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Kommentar von AnyBody345
14.11.2016, 17:32

Es war nur ein Beispiel warum ich mich nur genau für den 69er entscheiden würde. Weil es einfach der einzige ist , welcher mir gefällt .

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Naja so ganz stimmt das ja nicht, wenn du du dir heutige Musclecars anguckst, die haben schon ganz gut Leistung.

Die Sache ist die, dass du auf die Zeit achten musst. Damals gab es noch nicht die Technologie von heute, aber dafür waren die Spritpreise extrem günstig, da hat es niemanden gejuckt, wieviel man tanken muss.

Also hat man versucht, so viel Hubraum wie möglich in nem Motor zubekommen, aus dem ja die Leistung resultiert. Und 190PS waren zu der Zeit ja nciht gerade wenig.

Mit heutiger Technologie geht da natürlcih viel mehr, aber gut, leigt halt ne lange Zeit zwischen.

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Weil sie durch den langen Hub keine hohen Drehzahlen drehen können und ansonsten technisch ziemlich primitiv aufgebaut sind.

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Kommentar von nurromanus
14.11.2016, 12:05

Dafür aber Drehmoment haben wie blöd. Bist Du schon mal einen Buick GS 455, einen Pontiac GTO (400cuinch) oder einen 'Cuda 383 gefahren? Ich habe die (unter anderem) damals gehabt, die gingen für diese Zeit wirklich aussergewöhnlich ab. Ich bin mir sogar sicher, dass Du heute noch staunen würdest, solltest Du mal in solch einer Karre sitzen.

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Das ist vergleichbar mit Bodybuildern, die dicksten Bizepts heben nicht die größen Gewichte. A ist Hubraum billig aber Leistung teuer und B hat Spritverbrauch lange überhaupt keine Rolle gespielt. Leistung, das kennst Du ja sicher von der Formel 1 bedeutet immer auch, so wenig Gewicht wie möglich.

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Möchtest du jetzt wissen wie es technisch zusammenhängt?

Oder die Philosophie dahinter?

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Moin.

Kurz und Prägnant: Drehmoment.

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ASRvw de André

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Der große Hubraum kommt auf jeden Fall schonmal wegen dem typischen V8 zustande. Ich weiß allerdings auch nicht genau warum ein paar wenig Ps haben. Vlt. wegen einer schlechten Kraftübertragung wegen der Ingenieure

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Kommentar von AnyBody345
14.11.2016, 01:13

Sie haben auch Sechszylinder mit großem Hubraum.

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Kommentar von luro1209
14.11.2016, 01:14

Ok, hast recht. Aber dann auch mindestens 6

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Kommentar von ASRvw
14.11.2016, 01:38

Moin.

Vlt. wegen einer schlechten Kraftübertragung wegen der Ingenieure

Wie kommst Du denn auf den Trichter? Amerikanische Big Block Saugmotoren sind die Drehmomentmonster schlechthin. Viele davon entwickeln Drehmomente, die Dir moderne Getriebe schlicht in Stücke reißen.

Nein, der Power Train dieser alten Kisten ist alles, nur nicht schlecht.

- -
ASRvw de André

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hat viele gründe

1. damals sollte es einfach nur groß und laut sein

2. weiches fahrwerk schluckt auch gt leistung

3. die meisten v8 muscle cars sind sauger (glaub die viper hat in ein paar ausführungen einen kompressor) jedenfalls kann man stabile 2-3 liter motoren wie den rb26 oder 2jz mit hilfe von turboladern auf astronomische ps zahlen tunen (1500+)

4. Die dinger wiegen meißt mehr als 2 tonnen, deswegen sind die auch so träge

5. die motoren sind nicht dafür gebaut schnell zu sein, ebenso wenig getriebe antriebsstrang etc.

es wäre ein bisschen to much wenn ich hier jetzt einen Zylinder erklären würde. kannst ja wenn du genaueres wissen willst auf wikipedie lesen,

jedenfalls verdichten die auch nicht so hoch, wie ein sportwagen. 

hoffe das hat ein bissl geholfen

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Kommentar von Peppie85
14.11.2016, 06:34

du hast die bis weilen miese spritqualtät in den USA vergessen 85 oktan :-)

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Kommentar von nurromanus
14.11.2016, 08:21

1. Nein

2. Das Fahrwerk war damals wirklich schlecht, schluckt deshalb aber keine Leistung.

3. Du kannst Du nicht einen Cadillac von z.B. 1978 mit einer Viper vergleichen!

4. Mein Buick GS '71 wog gerade gut 1500 kg

5. Falsch (jedenfalls auf die damalige Zeit bezogen), die waren damals schnell!

 

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