Warum haben südliche Länder soviele Dichter?

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Im Süden ist der verbale IQ höher (Dichtung, Rhetorik, Selbstdarstellung, Werbung, Propaganda, Theater, Oper usw.), im Norden dafür der spatiale (Malerei, Bildhauerei, Handwerk, Technik, Konstruktion, Ingenieurswesen, Naturwissenschaft usw.).

Südländer sind repräsentativer, Nordländer konstruktiver. -

Sehr gut. Habe das zwar noch nie gehört, scheint mir aber logisch. Bist Du Anthropologe oder Ethnologe?

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@Carasol78

Ethnische Anthropologie ist aufgrund ihrer Nähe zur Rassenforschung ja heute verpönt in der deutschsprachigen Welt und in der englisch- herrschen grundsätzlich mehr pragmatische, nominalistische Ansätze, was stets weniger Geist und Geistigkeit bedeutet. Die Situation in anderen Ländern ist uns aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse schwerer zu erfassen.

Jeder kann natürlich eigene Studien betreiben, z. B. auf Reisen oder durch das Internet. Auch kann sich jeder autodidaktisch belesen. Hier empfehle ich die Werke von Andreas Vonderach, z. B. die „Anthropologie Europas“ oder auch die „Völkerpsychologie“, welche sehr genau auf die erfassbaren Klischees über ethnische Mentalitätstendenzen eingeht und sich auch sachlich um eine kritische Prüfung von deren Wahrheitsgehalt bemüht.

Ein weiteres Buch, aber mehr „rassisch“ als „ethnisch“ orientiert und mehr nach Meinungen als nach erfassbaren Realitätstendenzen fragend, wäre Frank Böckelmanns: „Die Gelben. Die Schwarzen. Die Weißen.“

Außerdem kann hier das Studium älterer Literatur, z. B. Reisebeschreibungen aus dem 19. und teilweise auch noch 20. Jh. von Nutzem sein, auch wenn nicht mehr alle beobachteten Klischees bzw. Mentalitätsbeobachtungen stimmen mögen.

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Huch! Soeben sehe ich, dass ich ziemlich weit neben der Frage vorbeigerutscht bin! Entschuldigung bitte. Im Kern bleibt die Botschaft gleich, doch ob es deswegen mehr Dichter und mehr Dichtkunst in den südlichen Ländern gibt, das muss ich offen lassen. Die oft eher melancholische Literatur der russischen Dichter unterscheidet sich zwar von der südländischen oder auch von den märchenhaften keltisch-irischen (schottischen) Sagenwelten, aber jede Dichtkunst hat ihren eigenen Reiz, einen Zauber, der der Mentalität, dem Zeitgeist und natürlich auch dem Geist des Dichters entspricht.

Ich vermute, dass es nicht nur das Meer oder die doch eher schwerelose Atmosphäre des sonnigen Südens ist. Bitte jetzt keine Wortklauberei starten, mir ist sehr wohl bewusst, dass es auch im sonnigen Süden enorme Probleme gibt. Es ist meines Erachtens das angstfreie Ausleben von Emotionen. Angstfrei im Sinne von = es "schämt" sich niemand dafür, Gefühle zu zeigen, sie zu benennen und auch zu genießen. Da wird geliebt und geschluchzt, da wird gelitten und temperamentvoll umworben und getanzt. Es ist eine Gefühlswelt, die mitreißend ist und sich natürlich auch in Poesie, Lyrik, Musik, in Opern und Skulpturen widerspiegelt. Die Menschen der nördlichen Breitengrade werden die gleichen Gefühle haben, davon ist auszugehen. Eine Art wohlerzogene Scheu lässt sie jedoch mehr auf Distanz gehen.

Wer sich für den Vorspann (s.u.) nicht interessiert, der mag direkt durchstarten bei ca. 4.00 = Pippo Pollina ist mit seinem Camminando ein Beispiel dafür, wie mitreißend pur das sein kann.

https://youtu.be/rPAOYmBhpjs

Sie achten mehr auf Details, die in Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-Kulturen untergehen.

Womöglich werden sie dort von ihren Mitbürgern einfach mehr wertgeschätzt als hier...

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