Warum haben so viele Menschen etwas gegen Arbeitslose?

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6 Antworten

Diese Frage ist gleichzustellen mit:

Warum haben so viele Menschen was gegen Ausländer ?

Warum haben so viele Menschen was gegen Asylanten ?

Warum haben so viele Menschen was gegen Muslime ?

Die Fragereihe kann man endlos fortsetzen und die Antwort ist immer dieselbe. Der Mensch ist voll von Vorurteilen, lehnt ab, was er nicht kennt, fühlt ständig seine Existenz bedroht, bildet sich immerzu ein, er bekommt etwas weg genommen. Deutsche fühlen sich von allem bedroht, was sie nicht kennen, machen sich aber häufig nicht die Mühe, das, was ihnen Angst macht, kennenzulernen. Es ist leichter, sich von Medien oder Schreihälsen beeinflussen zu lassen und mitzubrüllen, als sich zu informieren und selbst ein Bild zu machen. Eines haben diese Menschen in der Regel gemeinsam: einen relativ niedrigen IQ. Ein Arbeitsloser ist für viele immer gleich ein Sozialschmarotzer, ebenso wie der Asylant. Wie die Geschichte hinter dem Schicksal ist, interessiert die meisten nicht. Asylanten dürfen z.B. nicht arbeiten, werden aber dafür verurteilt, dass sie nicht arbeiten. Arbeitslos kann jeder werden, viele Firmen schließen, selbst Selbstständige können in die Arbeitslosigkeit geraten und in die Schuldenfalle rutschen. Kein Mensch und kein Schicksal ist gleich - doch dumme Vorurteile sind immer gleich, unnötig, nicht durchdacht und einfach dämlich.

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Genau! Entweder es wird einfach pauschalisiert oder der Frust richtet sich gar nicht gegen alle Arbeitslose, sondern nur gegen diejenigen, die das Sozialsystem konterkarieren.

Jemand, der seine Abgaben leistet, kommt schnell auf die Idee, dass Arbeitslose schlecht für ihn sind, weil er für sie bezahlen muss - ganz gleich, ob sie verschuldet arbeitslos sind oder nicht.

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Welche Vorurteile man hat, definiert das soziale Umfeld eines Menschen, also Eltern, Freunde, Schule, Sportverein etc.

Wenn also Personen, deren Meinung als wertig vom Individum empfunden werden, entsprechende Meinungen über einen Teil der Gesellschaft abgeben, wird das Individum dahingehend geprägt.

Hinterfragen müsste man diese Meinung allerdings schon, wer nun keinen Kontakt zu Ausländern oder Leuten, die Arbeitslos sind oder Arbeitsunfähig geworden sind, nie arbeitlos war oder Hartz IV beantragt hat oder einen Immigrationshintergrund hat, reflektiert nur die Meinung seines Umfelds, wenn eine hinreichende eigene Intelligenz besteht oder das Individum gelernt hat Meinungen nicht per se zu akzeptieren sondern zu hinterfragen.

Interessant finde ich in dem Zusammenhang, das viele Menschen von "asozial" sprechen, wobei Sie aber Sozialfälle oder Sozialverlierer meinen.

Mit der Einstellung gegenüber solchen Menschen, die eine schlechte Zeit erleben oder abgestürzt sind und nicht wieder alleine hochkommen, sei es aus Frust, Depression oder fehlender Motivation, verhalten sich genau diese Menschen anti-sozial, indem Sie kategorisch einer Gruppe Eigenschaften zuordnen, diese Diskreditieren und den Leuten die Leistungen, welche diesen laut dem Sozialen System zustehen und für die nicht wenige selbst Abgaben gemacht haben, absprechen.

Ein Mensch, welcher Arbeitslosengeld beantragen muss, weil er/sie seine Anstellung verloren hat, nutz das in Deutschland installierte System und verhält sich in keiner Weise anti-sozial, es sei denn er nutzt das System zum eigenen Vorteil aus.

Hoffe ich konnte helfen ;)

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Kommentar von NewSanchez86
13.01.2016, 08:45

Nachtrag: sollte natürlich Individuum heißen.

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Primär hat sicher niemand etwas gegen Arbeitslose. Jeder kann unverschuldet in eine Situation geraten, in der man keine Arbeit findet oder eben zu krank ist, um arbeiten zu können. Das kann uns alle treffen und jeder der arbeitet, ist sich dessen sicher bewusst.

Aber...dann gibt es eben die Ausnahmen. Diejenigen, die gar keine Lust haben arbeiten zu gehen, geschweige denn eine Ausbildung zu machen. Die von vornherein sagen "Wieso soll ich arbeiten gehen? Ich krieg' mein Geld ja auch so!".

Ich arbeite, mehr als andere und auch sicher härter als andere, mir macht meine Arbeit Spaß. Als Krankenschwester sehe ich so einiges, und kürzlich hatte ich genau so einen Kandidaten auf meiner Station: 75, verwahrlost (körperlich, wie geistig). Er lachte mir ins Gesicht und sagte ganz stolz: "Ich habe in meinem Leben noch nie gearbeitet. Ich bin doch nicht bescheuert!" Als ich ihn dann fragte, ob er das gerecht finde, dass ich ihn bis zur "Rente" u.a. mit meinen Steuergelden finanziert habe und ich mich auch noch jetzt um ihn kümmern soll, sagte er schlicht: "Ja, natürlich, Schwesterlein. Einer muss arbeiten, und einer darf das Leben geniessen. Du lebst halt nicht auf der Sonnenseite des Lebens." Dann schiss er mir ins Bett...

Gegen solche Leute haben wir etwas.

Meine Partnerin wurde früh berentet, weil sie aufgrund ihrer Wirbelsäule nicht mehr arbeiten konnte. Das sind die anderen, und gegen die hat niemand etwas.

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Kommentar von Claudia4711
12.01.2016, 13:57

Kenne ich auch, mein Mann ging auf Schicht und der Nachbar sagte das Gleiche. " Einer muss ja arbeiten gehen." Dieser Typ ist jetzt 73 Jahre alt, beziehtGRUNDSICHERUNG  und zeigt Fotos von den arabischen Emiraten wo er Urlaub macht. Dann liest man hier, dass Hartz IV nicht reicht ?

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Der Mensch verallgemeinert gerne, weil es so einfacher wird, Ablehnung gegen einzelne Gruppen zu entwickeln. In diesem Fall haben die Leute wohl die paar HartzIV-Schmarotzer im Sinn, die auf der faulen Haut liegen und den Staat zahlen lassen, ohne selber einen Finger krumm zu machen. Dass diese nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen und dass es auch viele gibt, die sich nach Kräften um einen Arbeitsplatz bemühen, interessiert die dann nicht.

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Ich denke es liegt nicht an den Menschen an sich, sondern, dass Arbeitende mit ihren Steuerabzügen Harz 4 finanzieren. Deswegen werden manche Arbeiter nur die abgezogene Steuer in den Menschen sehen. Das trifft zum Glück nur auf sehr wenige Menschen zu, denn man sollte wie du schon sagst, die Menschen nach ihren Charakter werten.

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Kommentar von NewSanchez86
12.01.2016, 13:13

arbeitslos ist nicht gleich Hartz IV , das liest sich allerdings so als gäbe es keinen Unterschied, zwischen Leuten die selbst eingezahlt haben und daher einen zeitlichen Anspruch auf ALG I haben. Das klingt mir zu pauschalisiert. 

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