Warum haben so viele Menschen Depressionen?

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12 Antworten

Guten Tag Inkognito468,

es freut mich, dass Sie allem Anschein nach sehr pragmatisch und zielstrebig nach Lösungen suchen und Selbstakzeptanz und Optimismus für Sie großen Stellenwert haben.

Auch wenn solche Einstellungen als gute Resilienzfaktoren und Ressourcen gelten, ist man leider trotzdem nicht gefeit eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Depressionen treten sehr häufig auf, nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit mehr als 350 Millionen Menschen davon betroffen.

Man kann eine Depression als nicht Betroffene*r schwer nachvollziehen, weshalb leider oft Stigmatisierung auftritt. Einen sehr anschaulichen Beitrag zum Verständnis der Depression liefert ein Video mit der Metapher des "schwarzen Hundes": http://gedankenwelt.de/ich-hatte-einen-schwarzen-hund-und-sein-name-war-depression-der-kurzfilm-der-uns-diese-zu-verstehen-hilft/

Ursachen für Depressionen sind breit gefächert und schließen genetische, neurobiologische, psychische und soziale Faktoren mit ein. Eine gute Übersicht über Ursachen und Symptome findet man z.B. hier: https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/krankheiten-depression-basisinfo-wasisteinedepression.html

Zum Glück steigen nicht nur die Zahlen der Betroffenen von psychischen
Erkrankungen, sondern auch die Verfügbarkeit von Anlaufstellen zur
Beratung und Hilfe. Gerade bei Antriebslosigkeit und sozialer Isolation
bietet psychologische E-mail-, Telefon- oder online-Beratung (z.B. bei
https://instahelp.me/at/?utm\_campaign=RaphaelDuque) einen erleichterten
Zugang.

Im letzten Punkt gebe ich Ihnen absolut recht: Wer dranbleibt und lernt mit einer Depression umzugehen kann sehr viel Reife erlangen.

Mit freundlichen Grüßen

Raphael Duque, Online-Psychologe bei Instahelp


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Wenn ich deine Ausführungen lese, scheint es mir, daß es dir schon an
dem grundlegenden Verständnis mangelt, das es sich bei Depressionen um
eine Krankheit handelt. Depressionen ist keine Weltanschauung oder
Lebensphilosophie, sondern tatsächlich eine Krankheit. Was du im
weiteren beschreibst, wie etwa negative Gefühle, selbstzerstörerische
Gedanken, fehlender Antrieb etc. sind Symptome dieser Krankheit und
nicht ihre Ursachen. Du hast ja auch keinen Schnupfen, weil dir die Nase
läuft, sondern dir läuft die Nase, weil du Schnupfen hast.

Es ist
dabei wenig hilfreich, Menschen mit Depressionen zu empfehlen, einfach
keine Krankheitssymptome zu haben, so einfach funktioniert das leider
nicht. Im Gegenteil, durch solche Äusserungen wie "man muß doch einfach
nur...(positiv denken, besser drauf sein, mehr Sport treiben usw...)"
wird die Situation eher verschlimmert, da dadurch etliche Menschen noch
mehr an sich zweifeln, anstatt sich professionelle Hilfe zu suchen.

Dabei
spielt es auch keine Rolle, ob Depressionen - wie du ja weiter unten
schreibst - deiner Meinung nach keine Krankheit sei. Krankheiten sind
nun mal keine Frage von Einzelmeinungen.

Die Ursachen von Depressionen sind insgesamt vielfältig. Das können äussere Einflüsse sein, wie etwa Streß oder traumatische Erlebnisse. Es kann aber auch ohne äussere Einflüsse eine Depression entstehen (endogene Depression).

Man vermutet, daß auch erbliche Faktoren eine Rolle dabei spielen, das
ist aber meines Wissens noch nicht abschliessend erforscht. Insgesamt
sind Depressionen aber eine weit verbreitete Krankheit. Nach WHO leiden
weltweit über 350 Mio. Menschen darunter, in Deutschland sind gut 5% der
Bevölkerung an Depressionen erkrankt und ca. 20% aller Deutschen leiden
mindestens einmal in ihrem Leben an einer depressiven Phase.

Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, bist du anscheinend nicht von
Depressionen betroffen, das sei dir gegönnt. Aber versuch dir mal
vorzustellen, daß etwa so einfache Dinge wie Zähne putzen oder sich zu
Duschen und anzuziehen für jemand mit Depressionen eine extreme
Anstrengung bedeuten kann. Das sucht man sich als Betroffener nicht aus,
es ist dann einfach so. Genau so wenig, wie ein Blinder nicht nur zu
faul zum gucken ist oder ein Querschnittsgelähmter nicht aus
Bequemlichkeit im Rollstuhl sitzt.

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Solange man postiv bleibt und sich so akzeptiert wie man ist und nach
einer positiven Veränderung strebt, gäbe es doch garkeinen Platz für
diese negativen, selbstzerstörerischen Gedanken und Gefühle oder nicht?

Eine Depression zeichnet sich ja dadurch aus, nicht positiv bleiben zu können. Selbst Menschen die Reich, schön und beliebt sind und eine gute Familie haben, können daher depressiv sein.

Das ist dann eine endogene Depression (ohne Auslöser), welche durch den Gehirnstoffwechsel bedingt ist! Dies ist dann die Lücke zwischen Verstand und Emotionen. Rational sagt man sich dann, Kopf hoch ist doch alles nicht so wild, aber die Emotionen sagen was anderes.

Des Weiteren war es früher nicht besser. Die Selbstmordrate ist in den letzten Jahrzehnten signifikant gesunken. Früher wurde es lediglich nicht Thematisiert und man erhängte sich im stillen Kämmerlein.

Bemerkenswert dennoch: In Deutschland bringen sich im Jahr 3 mal so viele Menschen um , als im Straßenverkehr sterben. Unter Jugendlichen ist Selbstmord die zweit häufigste Todesursache nach Unfällen.

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Wenn du das persönlich so wie du sagst für richtig hältst dann hoffe ich, dass du das in deinem ganzen Leben auch so durchgedrückt bekommst. Sich ein Weltbild zu "malen" und es zu leben sind mitunter 2 völlig verschiedene Dinge. Man könnte so ziemlich auf jeden Satz bei dem Thema jetzt differenziert eingehen, aber das würde im Moment zu viel Zeit kosten. Letztendlich ist es dein Leben. Mach wie du es für richtig hältst, aber urteile nicht darüber wie andere sich fühlen, weil du davon keine Ahnung haben kannst.
Es gibt gewiss fixe Gründe, warum die Gesamtmasse an Menschen in "Wohlstandsgesellschaften" vermehrt depressiv sind, aber diese sind weder bei jedem gleich stark ausgeprägt noch haben sie das gleiche Ausmaß an Wirkung. Depressionen lassen sich nicht in 20 Sätzen erklären. Die Vielfalt ist nicht wirklich überschaubar und nicht kalkulierbar. Das Leben selbst entscheidet was passiert und wann. Wir können maximal lernen, damit umzugehen. Aber bis dahin ist es oft ein weiter Weg.

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Zuerst einmal sollte gesagt werden dass sich niemand aussucht plötzlich Deppressionen zu haben!

Ich glaube das Problem besteht darin dass viele Menschen als deppressiv abgestempelt werden die es garnicht sind. Mit dem Wort Deppressionen hat man etwas gefunden, um etwas einem Namen zu geben dass man einem Außenstehenden einfach nicht erklären kann. Niemand wird jemals einen Menschen mit Deppressionen verstehen können der selbst keine hatte oder hat.

Ich selbst hatte Deppressionen und reagiere immer etwas empfindlich wenn jemand behauptet er wäre deppressiv nur weil er einfach mal schlecht drauf ist, allerdings denke ich, dass man keine eindeutige Definition für Deppressionen finden kann.

Man hört deshalb so viel von dieser Krankheit weil sie endlich mal anerkannt wird und die Gesellschaft etwas sensibilisiert ist.

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das kann dir eigentlich niemand beantworten, der nicht einfach in der lage ist. Viele menschen sehen einfach keinen anderen ausweg, aber es gibt auch viele Menschen, die einfach denken, sie wären depressiv, dabei sind sie normal traurig wie es jeder mensch mal ist. da kann man sich auch reinsteigern.

Aber so ganz genau müsstest du die menschen alleine fragen. Manchmal sehen sie auch wirklich einfach keinen sinn. Ich selber z.B. wollte auch schon mehrmals mein Leben beenden, hab auch schon versuche gemacht, aber ich kann halt nur von mir oder von freunden sprechen, bei denen ich weiss warum wieso weshalb. Und ja es gibt leute die es einfach nicht verstehen. Wie du z.B. Man kann halt nicht immer alles verstehen, vielleicht ist man nicht in der lage oder man geht anders damit um usw.

Sei froh, wenn du es vielleicht nicht so siehst.

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Weil unsere Gesellschaft abartig und pervers ist. Ein vollkommen sinnentleerter Leistungsdruck künstlich erzeugt wird. Wir viel zu viel unserer Lebenszeit mit Arbeit verschwenden obwohl die Möglichkeit besteht das alle weniger arbeiten und trotzdem alles erledigt wird. Weil wir tagtäglich manipuliert werden wie wir auszusehen haben und was angeblich glücklich und erfüllend ist. Weil uns ein falsches Bild vermittelt wird das das Leben nur wertvoll ist wenn wir jeden Tag was tolles erleben und immer perfeckt sind. Das entspricht aber weder der Natur noch der Realität. Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit angepasst an eine kranke Gesellschafft zu sein.

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Kommentar von Inkognito468
20.10.2016, 21:28

So ist es, das ist auch der Grund warum ich meinen eigenen Weg gehe. Ich führe mein Leben so wie ich es für richtig halte. Jeder andere sollte es genauso tun. Ich würde mich nicht wie Vieh behandeln, um jemand anderen durch meine Leistung reich zu machen...^^

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Hi,

ein Grund (von meheren) kiegt mMn auch mit in unserer Konsumgesellschaft. Es wird oft quasi im sekundentakt vorgegaulet, kauf dies, dann fühlst du dich gut. Das geht von Duschgel über Klamotten über Autos bis hin zu Häusern. Vielleicht sogar noch hin bis zum Lebenspartner der mich glücklich machen soll.   

Irgendwann so um 40 oder auch früher rum haben viele die ganzen Sachen gekauft, geheiratet und ein Häuschen gekauft und merken dann es doch nicht die versprochene Erfüllung bringt. Das ist mMn mit ein Grund für Depressionen.

Ein weiterer Punkt ist für mich die nonstop Verfügbarkeit von Medien. Kaum einer sitzt einfach mal dumm rum und schaut Löcher in die Luft und denkt mal über Sachen nach. Es wird von vielen permanent irgendein Müll Konsumiert, was das Denken "vergiftet".

Lg

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Ich rede Mal hier aus eigener Erfahrung. Mein Bruder ist vor 2 Jahren gestorben. Ich konnte es mir nie ohne ihn vorstellen. Und dann aufeinmal Starb er an einem Tumor im Herzen. Ich habe mir nichts dabei gedacht als er mir gesagt hat das er operiert wird. Und dann sagten mir die Ärzte das sie ihn nicht retten konnten. Ich komme überhaupt nicht drauf klar. Ich war schon bei verschiedenen Therapeuten und alle haben mir gesagt dass ich Depressionen habe. Man ist einfach permanent traurig. Und diese Geschichte ist zB ein Auslöser für sowas.   

Hoffe ich konnte helfen. LG

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Kommentar von Inkognito468
20.10.2016, 20:44

Mein Beileid, ich habe sowas ähnliches selber mal durchmachen müssen. Das Leben ist oft einfach nur unfair. Aber was bleibt uns übrig? Dein Bruder wird sich bestimmt wünschen, dass du das beste auf deinen Leben machst. Sei glücklich, dass du diese Chance hast. Es ist hart aber wir haben immer eine Perspektive. Du kannst das beste aus deinem Leben machen. Lass die Umstände dich nicht zu sehr runterreißen. Man muss es einfach akzeptieren wie es ist... Viel Erfolg und Glück! 

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Du machst dir die Sache viel zu einfach.
Machen Außenstehende immer. Sei einfach froh, dass du so eine gestörte Denkweise nicht hast.

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Kommentar von Inkognito468
20.10.2016, 11:42

Denke ich nicht. Ich glaube vielmehr, dass sich die vermeintlich Erkrankten die Sache zu schwer machen...

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Kommentar von FelinasDemons
20.10.2016, 11:46

Ah ja. Von der Sorte bist du...Keine Ahnung von dem Thema, aber Hauptsache was komplett falsches gesagt..Von solchen wimmelt es hier ja in letzer Zeit...Und jede Frau ist dann auch dran Schuld, wenn sie an Brustkrebs erkrankt. Sie hat es sich ja viel zu schwer gemacht.

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Kommentar von FelinasDemons
20.10.2016, 11:56

Wie schon geschrieben: Keine Ahnung von etwas, aber Hauptsache was dazu gesagt. Extrem peinlich so was...

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Kommentar von FelinasDemons
20.10.2016, 12:00

Ich bin nicht peinlich. Wenn ich keine Ahnung von einem Thema habe, dann gebe ich auch nicht meinen Senf dazu oder frage, was das denn genau ist. Nicht so wie du.

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Kommentar von FelinasDemons
20.10.2016, 12:04

Depression ist eine Krankheit, die sich NIEMAND aussucht. Die Gründe dafür sind so vielseitig wie die Krankheit an sich(Mobbing,andere psyschiche Erkrankungen, Körperliche Erkrankungen/Beschwerden usw). In dieser Krankheit sieht man alles negativ. Ob man WILL oder NICHT. Da stellt man sich nicht an. Es ist einfach so. PUNKT. Bei so was hilft nur ein Therapeut oder man versucht es aus eigener Kraft zu schaffen. So oder so für einen Depressiven ist das eine enorm schwere Sache. Die kaum bis gar nicht(Suizid) zu bändigen ist. Also Hör auf zu sagen, dass es sich Depressive zu schwer machen! Das macht verdammt nochmal die Krankheit NICHT der Mensch selbst.

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Depressionen haben ist kein "Unzufrieden mit sich selbst sein" sondern eine echte psychische Krankheit.

Diese kann man zwar nicht so offensichtlich sehen wie ein Beinbruch, ist aber in gleicher Weise zu betrachten.

Nicht zu vergleichen mit Burnout oder irgendwelchen Komplexen.

Also bitte nicht verwechseln.

Grüße, ----->

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Kommentar von Inkognito468
20.10.2016, 11:37

Naja, ich persöhnlich denke nicht dass es eine Krankheit ist. Man macht es sich oft viel zu einfach. Es ist viel mehr die EInstellung der Menschen zu sich selbst... Selbstachtung undso weiter..

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Das machst du dir wirklich viel zu einfach.

1. Es gibt so viele verschiedene Arten Persönlichkeiten, dich als Maß aller Dinge zu sehen ist vollkommen falsch als Herangehensweise, du musst versuchen dich in so eine Situation hinein zu versetzen.

2. Im Normalfall ist nicht ein einzelnes Ereignis, sondern eine lange Kette von negativen + andauernden Ereignissen schuld an einer Depression.

3. ECHTE Depressionen sind keine psychischen Störungen, sondern physisch bedingt. Man wird hormonell dann so negativ gesteuert. (kann man sich im I-Net genug belesen zu)

 

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Kommentar von Inkognito468
20.10.2016, 11:48

Du solltest dich mal mehr mit Persöhnlichkeitsentwicklung beschäftigen. Dann wüßtest du, dass wir im Grunde alle gleich ticken und alle ähnliche Träume und Wünsche verfolgen, lediglich der Weg dies zu erreichen ist ein anderer.

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Kommentar von Kitharea
20.10.2016, 11:48

Nein zu Punkt 3 - ansonsten ok
Ich würde allerdings eine Depression auch nicht unter psychischer Störung ablegen sondern eher unter "Gesamtstruktureller Ungleichheit" xD
Die Hormonsache ist eine "Schiene" der Depression aber noch lange nicht die ganze Wahrheit. Davon abgesehen muss man sich natürlich die Frage auch hier stellen - ob das Ei oder das Huhn zuerst da waren.

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Kommentar von FelinasDemons
20.10.2016, 11:50

Du hast keine Ahnung von Depressionen...Auch echte Depressionen sind NICHT hormonell bedingt.

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