Warum haben sich die Deutschen so auf den 2WK gefreut?

17 Antworten

Werben fuer einen Krieg: Die UFA musste und hat sich voll darum gekuemmert, der deutschen Bevoelkerung den Krieg schmackhaft zu machen.

Zur Ablenkung, als wenn nichts grosses passiert, wurden noch lustige Kamellen mit H. Ruehmann und Hans Albers produziert. (Muenchhausen)

Also Werbung und Propaganda gehoeren eng zusammen, somit kann man sich nicht vorstellen, wenn von jungen Familien die Maenner in den Krieg ziehen mussten, das diese darueber begeistert waren?

Die steigenden Verlustzahlen an Soldaten werden ihr uebriges getan haben.

Die Wochenschauen geben doch ein beredtes Beispiel dafuer, die Untermalung mit Wagner-Musik, der Ton schneidig und anmassend, es geht vorwaerts und keiner kann sie halten, sollte den Leuten in der Heimat Glauben machen, es steht alles zum besten.

Diese Luegen wurden bis zum bitteren Ende durchgezogen.

Hier im Netz steht seit Jahren: Ein Tiger schuetzte den Rueckzug unserer tapferen Jungs und schoss dabei 12 russische T 34 ab. Noch Fragen?

Natürlich ist ein großer Teil davon Propaganda. Wenn du deinen geplanten Krieg gut verkaufen willst, zeigst du keine Mutter, die weint, weil ihr Sohn in den Krieg ziehen muss.

Allerdings: Eben durch geschickte Propaganda und den wahnwitzigen Irrglauben, der Krieg sei bald vorbei und hinterher wäre dann alles besser, gibt es gerade unter jungen Männern vor annähernd jedem Krieg eine große Anzahl, die sich tatsächlich freut, Krieg führen zu können. Das erledigt sich dann natürlich, sobald die ersten Kugeln um die Ohren pfeifen und der erste Kamerad zerfetzt neben einem liegt.

Anders formuliert: Es gibt tatsächlich bei jedem Krieg eine gewisse Kriegsbegeisterung in kleineren oder größeren Bevölkerungsgruppen. Ein absurder Auswuchs ist dann beispielsweise das Einfließen militärischer Elemente in die weibliche Alltagskleidung. (Wohlgemerkt historisch betrachtet, als Mode noch "verbindlich" war, heute sind kurzlebige Strömungen in der Mode in der Regel ganz anders motiviert.)

Nein, die haben sich nicht gefreut. In Propagandafilmen kam das vermutlich so rüber, aber in Wahrheit war es alles andere als Freude. Die Deutschen wussten ja noch, wie der erste Weltkrieg war. Mein Großvater hat mir erzählt, wie verzweifelt die Menschen waren. Auch die, die an den Endsieg glaubten, freuten sich eher nicht. Auch die wussten nämlich, dass so ein Krieg gefährlich ist.

Und die Sportpalastrede von Goebbels war eine Propagandarede, gerichtet an den Bauch der Menschen, und hat eine momentane massenhysterische Reaktion hervorgerufen. Mit echter Begeisterung hatte das nichts zu tun. Goebbels war ein Einpeitscher, nichts anderes. Das konnte er hervorragend.
Zudem waren die Leute im Sportpalast handverlesene Prominente. Nicht unbedingt beinharte Nazis, eher Mitläufer und Opportunisten.

Die haben sich emotional einheizen lassen. So ähnlich wie viele von uns heute beim Endspiel der Fußball-WM. Da jubelt man sogar dann,  wenn man sich eigentlich aus Fußball nichts macht. (So wie ich).

Und es gab sicherlich auch viele unter ihnen, die halt pflichtgemäß gejubelt haben, weil sie an die Karriere dachten. Außerdem mussten die nicht an die Front und wohnten vermutlich zum großen Teil auch da, wo es nicht gefährlich war. DA ist es dann einfach, sich einheizen zu lassen.

Wer weiß, was die aber daheim erzählt haben....


Ich habe die Zeit erlebt.

Die Bilder sind Propagandafilme. Die Angehörigen haben im Gegenteil de Zügen der Angehörigen nachgewinkt und geweint. Wussten sie doch nicht, ob sie ihre Männer oder Söhne wiedersehen würden.

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Nein, die haben sich nicht gefreut. 

Ich bezweifle, dass eine so allgemeine Behauptung den Tatsachen entspricht.

Der Jubel war gross, insbesondere nach jedem Sieg.

Deutschland hat ja ständig Länder und Gebiete überfallen, die nicht auf Krieg vorbereitet waren, die Frieden wollten. Ausserdem haben die Deutschen ständig völkerrechtliche Verträge gebrochen. Manche von ihnen, wie das Münchener Abkommen oder den Nicht-Angriffspakt mit der UdSSR hatte die NS-Regierung nur wenige Monate davor geschlossen.

Daher hatten die Deutschen mit ihrer "Strategie" des Wortbruches, des Überfalles auf neutrale Staaten, etc. ja ein leichtes Spiel.

Kommt hinzu, dass das deutsche Reich ja ständig am Rand der Pleite stand, und die eroberten Länder, auch in Westeuropa, hemmungslos ausgeplündert hat.

Die 2. Hälfte der 30er und der Anfang der 40er Jahre waren eine Zeit, wo in Deutschland bei den "Ariern" "Jubel, Trubel, Heiterkeit" herrscht: 600 Millionen Kino-Eintritte für 80 Millionen Einwohner in einem Jahr, bezahlte Ferien, Urlaub dank "Kraft durch Freude", Volksempfänger, Fackelzüge, Volksbelustigung, Jugendlager...

Subjektiv hat für viele Deutschen der Krieg erst 1943 begonnen, als das Blatt begann, sich zu wenden, als immer mehr Verluste von der "Ostfront" gemeldet wurden, als die Deutschen endlich zurückgeschlagen wurden, als die Städte zerbombt wurden, Lebensmittel stärker rationiert wurden, etc.

In Propagandafilmen kam das vermutlich so rüber, aber in Wahrheit war es alles andere als Freude. 

Das bezweifle ich, siehe oben. Ich glaube eher, dass das die Sicht von nach 1945 war, als die Deutschen den Krieg verloren hatten und grosser Katzenjammer herrschte.

Und nach 1945 waren die Deutschen ja auch sehr damit beschäftigt, sich selber in die Opferrolle zu begeben, um den Blick auf die unsäglichen und wahnsinnigen zahlreichen Verbrechen der Deutschen zu vernebeln.

Die Grosseltern haben dann fleissig erzählt, wie schrecklich die Kriegsgefangenschaft war und wie arm die "Vertriebenen" waren und böse die Russen waren und wie unschuldig die Wehrmacht war...

Das alles hat den Blick vernebelt auf die Massaker von Millionen von Zivilisten durch die Deutschen. Die deutsche Justiz war übrigens auch nicht sehr eifrig beim Verfolgen der Täter... die wussten schon, warum... Die alten Nazis blieben im Amt, die Täter der "Einsatzgruppen" blieben bei der Polizei, etc, etc.

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@Reddyhead

Ja, der "vernebelte Blick"...

Mal wieder das Übliche von diesem multipersonalen Nutzer, der sich hier seit vielen Monaten auf einem Einmannkreuzzug gegen DIE Deutschen befindet.

Dies ist nun ungefähr sein Nick Nr. 37.

Gestern war er noch als Qogyrama unterwegs, bis er vom Support gesperrt wurde. An den Tagen zuvor noch als "ZuwenigObst", bis er vom Support gesperrt wurde.

Das sollte man wissen, wenn man seine - im Tenor immer gleichen - Antworten liest.

 

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@earnest

Vielen Dank für den Kommentar.

Es gibt Menschen, die alles besser wissen, obwohl sie zu der Zeit noch nicht einmal Windeln nässten.

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