Warum haben Pizzafahrer die Erwartungshaltung Trinkgeld zu bekommen?

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Trinkgeld wird oft erwartet,darf aber nicht eingefordert werde (hatte ich schon mal)

Du musst nichts geben,aber fair wäre es schon.Ein bisschen Bargeld wirst du schon haben

Der Bringbub vom Pizzaservice hat keinerlei Trinkgeld verdient.

Er tut nur, wofür er bereits bezahlt wird. Wenn das zu wenig ist, hätte er in der Schule besser aufpassen oder bei der Einstellung besser verhandeln müssen.

Was kommt als nächstes? Fühlen wir uns dann verpflichtet, dem Kassierer bei Kaisers Trinkgeld zu geben? Dem Prospektausteiler von Real? Oder den Politessen, die Falschparker aufschreiben? Warum bekommen die kein Trinkgeld?

Trinkgeld gibts gibt man nur, wenn ein Dienstleister / Servicemitarbeiter sich über den normalen Rahmen hinaus, nämlich aussergewöhnlich bemüht. Z.B. wenn ein Taxifahrer einer Omi die Tasche in den 5. Stock trägt oder der Kellner eine ganz besonders gute Empfehlung gegeben hat.

Ich möchte klarstellen: ICH persönlich gebe auch Trinkgeld, aber nicht automatisch, sondern nur denen, die es sich durch hochwertige Dienstleistung verdient haben.

Der Lieferant ist der Kellner im Lokal, nur eben Mobil. Also gehört sich eigentlich ein Trinkgeld. 

Aber hast Recht, mittlerweile bei Mindestlohn ist das nicht mehr nötig. Aber rein menschl. würde ich sagen, runde wenigstens auf x,50 oder dem nächsten Euro auf.

Nicht selten bekommen die Fahrer, die mit eigenen PKW fahren müssen, nicht genügend KM-Geld zusammen.

Ich pers. gebe nur TG, wenn der Lieferant mir gegenüber einigermaßen nett und respektvoll ist. Hatte schon welche , die sagen keinen Ton und schauen dich mit dem Arsch nicht an. Kein Problem, solange die  Bestellung stimmt. Die bekommen aber natürlich eher wenig oder kein Trinkgeld.

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mittlerweile bei Mindestlohn ist das nicht mehr nötig.

Genau. Weil jedermann / jederfrau mit Mindestlohn natürlich scheichreich ist, dreimal im Jahr Urlaub hat und nebenher die nächste Immobilie abbezahlt, was?

Wer so denkt, dem wünsche ich mal von Herzen, für den Mindestlohn arbeiten zu müssen.

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@FordPrefect

Die meisten Menschen die Mindestlohn beziehen haben in den Jahren davor wenig für die berufliche Zukunft gemacht. Wieso sollten sich "faule" Menschen Eigenheim und 3 Urlaube leisten kön nen? Und wieso sollte ich dieses "persönliche Versagen" durch mein Trinkgeld abmildern? 

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@FordPrefect

@MRPerfekt:Tue ich, du Vogel. 8,60. Ist fast mehr als die ungelernten Zeitarbeit Sklaven bekommen.

@Jespol: Bei in erster Linie durch Krankheit.

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@Jespol

Die meisten Menschen die Mindestlohn beziehen haben in den Jahren davor wenig für die berufliche Zukunft gemacht

Genau. Alle selber schuld an ihrer Misere, was? Dass der große Teil der Mindestlohnbezieher nicht ganz zufällig aus nicht gerade privilegierten Familien stammt, respektive durch persönliches Schicksal keine andere Alternative hat, aber wenistens jeden Tag sich durchkämpft, statt ALG2 oder andere Sozialleistungen zu beziehen, passt natürlich nicht in das "Versager"-Menschenbild.

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@mistergl

Dann ist deine Aussage zum Mindestlohn erstrecht umso unverständlicher. Ich nehme eine Dienstleistung in Anspuch, also zahle ich auch demjenigen, der sie erbringt, einen kleinen Obulus. NB.: Die meisten Fahrer sind keine regulären Angestellten, sondern schuften mit ihren eigenen Fahrzeugen auf € 450.-- Basis - oder selbstständig.

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@FordPrefect

Das hatte ich ja erwähnt. KM Geld: Nein Danke. Das ist Ausbeutung. Aber hey, mir gehts finanziell auch nicht blendet. Hab noch Glück gehabt, das ich in einer kleinen ETW wohne und nur Nebenkosten und Steuern zahlen.

Ich bekomm zwar bei meinem Chef zum Glück angemessene Bezahlung für ca 70 KM pro Tag, aber der Himmel ist das nicht. Sobald der Wagen schrott ist wird es unangenehm.

Trotzdem sage ich, für solche ungelernten "Pipi" Jobs ist 8,60 angemessen und muss reichen. Ansonsten sollte man als gesunder Mensch was lernen und einen vernünftigen Job annehmen, wie Jespol oben ungefähr meinte.

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@FordPrefect

Auch wenn der Lebensstart oder generell die ersten 2 Dekaden nicht gut waren, was hält die Leute davon ab mit Mitte 20, Mitte 30 ihr Leben zu ändern? Ich kenne viele Beispiele wo Menschen aus "Problemfamilien" ihr Leben später "geregelt" haben.

Beispiel 1: Hauptschüler mit starken Aggressionen. Hat früher immer "Nazis" verprügelt. Ist heute Betriebsleiter in der Gastro

Beispiel 2: Hauptschülerin, fett, hat ihren Vater mit 10Jahren verloren. Mutter hatte laufend neue Partner. Das Arbeitsamt hat ihr "Putzfrau" vorgeschlagen. Hat mit Anfang 20 ihr Abi nachgeholt und ist heute Bankkauffrau. 

Beispiel 3: Hauptschüler, Mutter früh gestorben. Mehrere Jahre starker Rauschgiftkonsum. Arbeitet heute als Sonderpädagoge für Jugendliche.

Mein Mutter war Verkäuferin und mein Papa Soldat. Finanziell habe ich kaum Unterstützung erhalten und habe mir allen "Luxus" selber erarbeiten müssen. Während meines Studiums lebte ich in einem 20m² Zimmer, hatte kein Auto, habe meine Klamotten aufgetragen und war nie im Urlaub. Meine Möbel habe ich mir zusammen geschnorrt oder bei Ebay gekauft. Nebenbei habe ich Teilzeit für meinen Lebensunterhalt gearbeitet, da ich vom Staat und meinen Eltern nichts bekommen habe. Ich habe fast 7 Jahre studiert und so gelebt, aber die Entbehrung hat sich gelohnt. 

Es ist natürlich einfach alle Mindestlohnempfänger als Opfer hinzustellen (und wird bestimmt wirkliche Opfer unter diesen geben) aber die meisten könnten ihre Situation ändern, wenn sie es denn wirklich wollten. 

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@Jespol

Stimm ich generell zu. Alles in allem sind diese Pizzafahrer Jobs einfache Hilfsarbeit. Soll man dafür 15 EUR bekommen?? Manche Leute leben mit dem Kopf in den Wolken und träumen rosarot von einer besseren Welt. Seit froh das wir überhaupt den Mindestlohn durch bekommen haben.

Mittlerweile ist die Rede davon, Minijobs abzuschaffen...Mal sehen was die Arbeitgeber dazu sagen.Da gehen aber Menge Klein-Existenzen in die Pleite. 

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