Warum haben Menschen eine Religion?

13 Antworten

Das Leben ist voll davon, von etwas Unbewiesenem auszugehen. Es ist nicht einmal bewiesen, dass morgen die Sonne wieder aufgeht.

So ist es ganz natürlich anzunehmen, dass es für die Schöpfung einen Schöpfer gibt, auch wenn man das nicht beweisen kann.

Ich meine auch, dass ich in meinem Alltag immer wieder spüren kann, dass Gott mich führt und da ist. Das macht mich ruhig und friedlich.

Ich bin auch zu der Annahme gekommen, dass das Leben hier nur ein Ausflug von uns Geistwesen in die Materie ist. Von daher nehme ich sehr viele Dinge, die für das irdische Leben schlimm wären, wenn es nur das gäbe, nicht mehr so zentral ernst. Zum Beispiel den irdischen Tod.

Da der Mensch ein denkendes Wesen ist, entwickelt er auch eine Weltanschauung. So wie du die Auffassung vertrittst, alles muß bewiesen sein, halten sich andere Leute an andere Maximen. Du könntest so bspw. auch sagen: "Wenn es sich bewährt hat, ist es richtig." und schon hast du ein Argument für Religionen.

Häufig liegt es aber auch daran, daß die Religion ein Bedürfnis der Menschen erfüllt.

Agnostiker glauben nicht das alles bewiesen sein muss, vielmehr denken sie das Menschen prinzipiell nicht in der Lage sind so etwas wie Götter überhaupt wahrzunehmen, bestreiten Ihre Existenz aber nicht Grundsätzlich und der juristische Lehrsatz passt auch nicht schon allein weil Religion sich nicht bewährt hat.

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@Schwarzcore

Da ich mich im Glauben der Agnostiker nicht sonderlich gut auskenne, ist es gut möglich, daß ich da etwas durcheinander gebracht habe - ändert aber nichts an meiner Kernaussage: der eine erklärt sich die Welt so, der andere so.

Ob Religion sich bewährt hat, ist allein eine Frage des Standpunktes. Ich hege kein Zweifel daran, daß Religionen grundsätzlich ein Erfolgsmodell sind. Betrachtet man allein die Errungenschaften des Christentums - und sei es nur das wir für die Diskussion dieser Frage nicht alle morgen vom obersten Hohepriester geschlachtet werden - steht für mich die positive Wirkung von Religion außer Frage.

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@tryanswer

Das Christentum hat uns 500 J. dunkles Mittelalter gebracht. So gut wie alles wurde vergessen und musste neu erlernt werden (da können wir sogar dem Islam dankbar sein, daß sie einiges bewahrt haben). Es ist kaum vorstellbar wo wir ohne das Christentum stehen würden(halt 500 J. in der Zukunft). Von Inquisition, Inka-Opferungen, Voodoo-Ritualen, u.s.w.,u.s.f gar nicht zu reden.

Ich will nicht bestreiten das die Religion (aber ich glaube Dir gehts eh ums Christentum) auch einige positive Aspekte hatte. Aber unterm Strich ist es ein Auslaufmodel und das ist auch gut so.

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@Schwarzcore

Da kann ich dich zunächst einmal beruhigen, auch wenn ich selber Christ bin, bin ich nicht hier um zu missionieren. Ich sehe es in der Tat so, daß jede Religion besser ist als jede Form von Atheismus (in diesem Fall schließt letzterer Agnostiker mit ein). Das die Religion ein Auslaufmodell sei, sehe ich nun überhaupt nicht. Der Eindruck mag zwar hierzulande entstehen (wobei ich das ausschließlich dem hiesigen Wohlstand geschuldet sehe), international betrachtet hingegen erkenne ich durchaus einen Trend zu mehr Religiosität.

Was auch immer gerne unterschlagen wird, Religionen stillen, im Gegensatz zu anderen Weltanschauungen, das menschliche Bedürfnis nach Spiritualität, Seelenfrieden, Geborgenheit, Identifikation, Erkenntnis und fester Struktur. Dabei will ich noch nicht einmal abstreiten, daß sich all dies in Einzelteilen bis zu einem gewissen Grad auch außerhalb von Religion verwirklichen läßt. Der Aufwand ist jedoch ungleich höher und der gesellschaftsbildende Effekt bedeutend geringer.

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@tryanswer
  1. Dann bist Du einer der wenigen Gläubigen die hier nicht missionieren wollen(oder Atheisten wir sind oft auch nicht besser) aber da bin ich mir noch nicht sicher.
  2. Was wäre das für eine Religion die sich am Wohlstand der Menschen richtet ??Dann kann sie ja nicht sehr überzeugend sein.
  3. Die Bedürfnisse die Du nennst werden erfüllt (oder bedient wenn ich gehässig wäre). Das könnten und tun ja bspw. auch die Pfadfinder oder die AA oder ein Gesangsverein. Das das wohltuende und wichtige Geborgenheit zu bieten, kein Thema aber halt auch der Kegelclub. Wo liegt da höhere Aufwand ? Die Kirche nimmt ja sogar noch Steuern.
  4. Das letzte und einzig (scheinbar)exklusive was Religion zu bieten hat ist eben die Angst vor dem Tod oder das sterben an sich und Trost und vermeintliche Antworten(darüber will ich jetzt nicht urteilen oder mich lustig machen, weil das kann jawohl jeder nachvollziehen).
  5. Und letztlich bleibt die Mathematik. Millionen, wenn nicht Milliarden, die im Namen der Rel. getötet, gefoltert, hingerichtet wurden. Und das bleibt unterm Strich immer ein Soll für die Religionen.
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@Schwarzcore

zu 1.: Ich glaube zwar und darüber läßt sich auf dieser Ebene auch nicht diskutieren. Gleichwohl bin ich aber der Meinung, daß Religion immer auch einen Strukturellen Aspekt mit sich bringt und was das angeht bin ich einer sachlichen Diskussion auch nicht abgeneigt.

zu 2.: Religion - besser gesagt Religiosität - hat immer etwas mit Wohlstand zu tun. Wenn die Grundlegenden Bedürfnisse (Frieden/Sicherheit, Ernährung, Wohnung, usw.) durch die Wohlstandsentwicklung erfüllt sind, sinkt die Notwendigkeit für die Hoffnung auf ein besseres Leben. Das ist natürlich auf lange Sicht gesehen trügerisch, Wohlstand in der Regel nicht unendlich ist.

zu 3.: Wie bereits gesagt die Bedürfnisse lassen sich sicher auch anderweitig erfüllen. Für das Seelenheil kann man zum Psychotherapeuten, zur Identifikation hat man den Sportverein, eine feste Struktur gibt einem das Rechtssystem, ...) aber auch daß mußt du alles einzeln bezahlen. Was allerdings alle diese Einrichtungen einem nicht geben, sind sinnstiftende Antworten auf die Fragen des Lebens. Im Grunde bleiben sie gegenüber der Religion immer nur Hilfskonstrukte.

zu 4.: Das wichtigste, was jede Religion bietet, ist ein gesellschaftskonformes Lebenskonzept. Ich kann mich als Christ (das gilt für andere Gläubige ebenso) jederzeit auf ein bewährtes Konzept berufen, welches das Zusammenleben in der menschlichen Gemeinschaft überhaupt erst möglich macht. Nehmen wir mal an, wir müßten uns über den Wert menschlichen Lebens einigen. Als Christ ist die Frage für mich ziemlich einfach, da der Mensch als Gottes Ebenbild geschaffen wurde und das Leben dadurch einen besonderen Schutz genießt. Du kannst jetzt lange Erklärungen abgeben (wobei du hoffentlich ebenfalls am Ende dem Leben einen besonderen Stellenwert zumisst). Dsas ist zum Einen jedoch sehr aufwendig und zum anderen ist dann immer noch nicht sichergestellt, daß jeder deinen Ausführungen auch folgen kann.

zu 5.: Ja, nur lag das nicht zwangsläufig an der Religion, sondern häufig an den Menschen selber bzw. deren Naturell.

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@tryanswer

zu 1. -

zu 2. Es ist ja klar das sich Menschen in prekären Situationen oder im Angesicht des Todes eher an "Gott"(christlicher Gott stellvertretend für alle Götter) wenden, aber das kann sich Religion ja nicht als Gütesiegel anhängen. Das ist Glauben der nur aus Verzweiflung geboren wurde. Eigentlich müssten sich ja gerade Menschen die alles haben und die keine Sorgen haben bei "Gott" bedanken und ihn lobpreisen. Und manche minderbemittelte Fußballer und Lottogewinner machen das ja auch.

zu 3. da drehen wir uns im Kreis und wenn das nur Hilfskonstrukte wären müsste die Religion ja quasi das non-plus Ultra sein alle gen. also Überflüssig. Warum gibt es sie also. Außerdem bekommst Du da genau das wofür Du bezahlst und nicht bspw. eine 30 Mil. € teure Residenz für einen Kirchenfürsten oder um es auf die Spitze zu treiben einen Petersdom wenn in Afrika "christliche" Kinder verhungern.

zu 4. da fällt mir schon fast nichts mehr drauf ein. Wo bitte auf der Welt, welchem Zeitalter, welches Geschlecht genießt den bitte besonderen Schutz ??

Da sind wir wieder bei den 100.000.000.000 Menschen die niemals von Jesus gehört haben und vor allem bei den Kreuzzügen und noch heute wird( wenn auch weniger im Zeichen des Kreuzes dafür umso mehr im Zeichen des Halbmonds) gemordet, vergewaltigt, u.s.w. aber das weißt Du ja alles.

Und schließlich die Frau die ja als göttliche Strafe immer noch unter Schmerzen gebären "muss". Nebenbei die Geschichte mit dem Apfel beruht wohl auf Übersetzungsfehler.

zu 5. Wie kann man Mensch von Religion trennen ???

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Du schreibst: ".......kann mir aber nicht vorstellen wie jemand so überzeugt von etwas unbewiesenem sein kann."

Nun, du brauchst es dir ja auch nicht vorzustellen.

Und dann schreibst du noch: "Ich meine, die Hoffnung in den Himmel, ins Paradies oder sonst wohin zu kommen, wenn man in seinem Leben gläubig war, kann doch nicht der alleinige Grund sein. (wenn man keine Beweise hat)"

Und weil Jede/r seine eigene Meinung haben kann und darf, haben die Anderen eben andere Meinungen, so einfach ist das.

Ich habe diese Frage gestellt, da ich mir das gerne vorstellen könnte :)

Klar darf jeder seine eigene Meinung haben. Ich habe mich nur gefragt warum man an so etwas glaubt, also was die Motivation dafür ist, daran zu glauben.

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@ImFuvknPerfect

Ich glaube nicht, dass das den Betreffenden bewusst ist. Wenn sie es erklären, wem auch immer, dann erklären sie es letztlich hauptsächlich sich selbst.

Ein Mensch entscheidet immer nach seinem Gefühl (das steht ja immer zur Verfügung) und sein Hirn liefert ihm nachträglich eine Erklärung/Begründung, -ein Mensch kann ja gar nicht objektiv sein. Er kann sehr wohl glauben, er wäre objektiv; doch das ist ja auch wieder (bloß) Glaube.

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Ich kann nur für mich selbst sprechen:

Es gibt für mich einfach viele Gründe dafür, dass es einen Gott gibt, der uns erschaffen hat und dem es gefallen hat, sich uns in der Bibel zu offenbaren (die Bibel selbst, die Historizität der Auferstehung Jesu, erfüllte biblische Prophetie, die Präzision der Überlieferung der biblischen Bücher, die Schöpfung usw.).

3 Beispiele dazu:

Deshalb glaube ich der Bibel, die über sich selbst sagt:

  • "Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben* und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet (2. Timotheus 3,16-17). [w. »gottgehaucht« (gr. theopneustos), d.h. von Gott durch den Geist eingegeben, von Gott inspiriert.]

Wir suchen nach einem Sinn, einer Erklärung, einem Ziel, nach Trost, letztendlich nach dem Glück.

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