Warum haben meistens Kinder aus ärmeren Familien weniger schulischen Erfolg als Kinder aus reicheren Familien?

12 Antworten

Mehr außerschulische Förderung nehme ich an. Die Faktoren die mir da einfallen wären professionelle Nachhilfe (kann sehr teuer werden), persönliche "Nachhilfe" bzw. Hilfe bei den Hausaufgaben (je gebildeter die Eltern sind, desto einfacher ist das für sie), frühkindliche Förderung (gebildetere Menschen wollen und können im Mittel mehr Wert darauf legen, dass ihr Kind schon früh gefördert ist und so ein Vorsprung kann schwer einzuholen sein) und auch weniger Belastung für die Kinder (gerade in ärmeren Verhältnissen müssen die Kinder öfter und früher verantwortungsvolle und zeitraubende Aufgaben im Haushalt oder gegenüber ihren Geschwistern wahrnehmen).

Also, es kann schon einen Kreislauf geben: Keine Förderung in der Kindheit, dann (dadurch bedingt oder aufgrund anderer Faktoren) niedrig bezahlter Job = auch meist keine Kapazität für Teilzeit, dann Kinder bekommen, wenig Zeit haben, aber auch nicht Bildung als wichtiger Faktor in der Erziehung, mangelnde Kenntnis über z.B: Lernstrategien, Förderung, Routinen, die das Lernen erleichtern und ggf. weniger Geld für Nachhilfe/ Nachhilfe nicht im Fokus.

Dazu mögen teilweise Vorurteile von Lehrern kommen, also auch unbewusst weniger Förderung in der Schule.

Allerdings hat man heute bessere Chancen, den Kreislauf zu durchbrechen, weil wir z.B. alle googlen. Früher musste man wissen, dass man in Lexika nachschlagen und in die Bücherei gehen kann. Heute weiß jeder, dass er googlen kann, er muss nur auf die richtigen Begriffe wie Lernstrategien, Zeitmanagement, (Fach-) Forum etc. kommen. Das wird aber teilweise den Schülern auch in der Schule vermittelt, so dass man nicht zwingend darauf angewiesen ist, dass Eltern dieses Wissen/ diese Haltung vermitteln.

Nicht zu unterschätzen sind aber mMn die Stressfaktoren durch Armut, die Eltern weniger Kapazitäten für solche Erziehung lassen. Nicht nur Zeitmangel, auch Überforderung, Scham, mangelnde Ressourcen (für Förderkurse etc.).

Das ist nur in der Theorie so.

In der Praxis fängt es schon damit an, dass ärmere Familen meistens auch "bildungsferner" sind und die Kinder von ihrem Elternhaus eher in Richtung Ausbildung gedrängt werden.

Außerdem ist ein Studium ziemlich teuer. (Studiengebühren, Semestergebühren, Miete, Unterichtsmaterialien, etc.)

Zwar gibt es staatliche Darlehnen, aber die reichen meistens vorne und hinten nicht. (Gerade wenn die Mieten in der Stadt sehr teuer sind.)

Dadurch sind arme Studenten häufiger gezwungen Nebenjobs anzunehmen. Dadurch fehlt dann aber wichtige Zeit zum lernen.

Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass man trotzdem seinen Abschluss schafft, aber es steht außer Frage, dass man es mit reichen Eltern sehr viel einfacher hat.

Viele sehen sich nicht in der Lage ihren Kindern zusätzlich benötigte Lehrmaterialien (Lexika etc. ) zur Verfügung zu stellen.

Auch u.U. sinnvoller "Nachhilfeunterricht" unterbleibt mangels wirtschaftlicher Mittel. Hinzu kommt, dass viele Eltern im täglichen "Überlebenskampf" nicht mehr die Kraft aufbringen sich um die schulischen Belange ihrer Kinder zu kümmern.

Und auch ausgleichende Hobbys können nicht finanziert / unterstützt werden.

Hallo DerWeise787,

das liegt oftmals nicht direkt an der finanziellen Situation der Familie, sondern oftmals vielmehr an der Bildung der Eltern. Meist sind eben die ärmeren Familien auch die, mit weniger Bildung.

Eltern, die selbst nicht gebildet sind bzw. die beispielsweise keinen Schulabschluss haben, können ihren Kindern auch entsprechend weniger beibringen, oder ihnen auch nicht bei Hausaufgaben oder beim Lernen helfen. Das macht schon einen großen Unterschied.

Zwar erlangt man Bildung in der Schule, aber man muss eben auch zu Hause viel selbst dafür tun.

Natürlich haben Familien, die gut verdienen, auch die Möglichkeit, ihren Kindern Nachhilfe zu finanzieren, falls es notwendig ist.

Auch ist es oftmals so, dass Familien, die besser verdienen und gebildeter sind, auch einfach größeren Wert auf die Bildung ihrer Kinder legen. Das muss nicht mal direkt etwas mit dem Geld zu tun haben.

LG Sascha

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