Warum haben meistens Kinder aus ärmeren Familien weniger schulischen Erfolg als Kinder aus reicheren Familien?

13 Antworten

Dann stelle dir doch mal die Frage, wann sich schulischer Erfolg einsetzt. Nimm mal die super-talentierten Kinder, denen alles zufliegt, weg. Denn die sind so oder so eher die Ausnahme. Genauso wie die wirklich "doofen" Kinder. Die gibt es auch mitunter in einem reichen Elternhaus.

Wieso ist also ein Kind erfolgreicher in der Schule als ein anderes? Da spielen dann mitunter so Dinge eine Rolle wie innerer Antrieb, positiver Druck durch das Elternhaus...

Und natürlich kann auch ein Kind aus ärmlichen Verhältnissen guten schulischen Erfolg haben. Wenn es den eigenen Ehrgeiz entwickelt oder wenn es von den Eltern vorgelebt bekommt, dass es sich das hart erarbeiten muss und es dann auch tut. Genauso kann ein reiches Kind richtig faul sein und wenn die Eltern das nicht in den Griff kriegen, dann durchrutschen. Und eines ist auch klar: Je eher ein Kind den Anschluss verliert, desto schwerer wird es diesen wieder aufholen müssen.

Tatsache ist, dass gerade diese weichen Faktoren sehr viel mit der Erziehung zusammenhängen. Es gibt einige Kulturen, in denen von vornherein in der Erziehung deutlich mehr Wert darauf gelegt wird, dass das Kind demütig und fleißig lernt.

Leider muss man sagen, dass gerade in reicheren Haushalten die Wahrscheinlichkeit, dass den Kindern auch ein gewisser Fleiß anerzogen wird, steigt. Genauso wie die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Kind aus reicheren Familien durch deutlich mehr Impressionen deutlich besser seinen Weg findet und auch besser und früher erkennt, wo die Stärken liegen.

Wobei ich - und das muss ich auch mal sagen - den schulischen Erfolg selbst auch nicht als das Non plus Ultra halte. Wichtig ist, dass ein Kind auch seinen Weg für sich entdeckt. Ich kenne eine junge Frau, super intelligent. Aber sie hatte absolut keinen Bock, für die Schule was zu tun. Obwohl die Eltern sich um alles bemüht haben und zwei weitere Geschwister studiert haben. Sie hat "nur" einen Realschulabschluss, Note 1,1. Sie hat lieber Spaß gehabt. Aber sie wusste dann auch früh, was sie macht. Ist nun durchaus in jungen Jahren recht hohe Beamtin an einem Gericht hier, ist super glücklich mit ihrem Leben und will nicht mehr. Sie fängt in Kürze ein Jurastudium an, weil sie schon früh wusste, dass sie genau diese Laufbahn wollte. Sie wollte die Praxis erproben und dann entscheiden. Und ja, sie kriegt es hin.

Zählt sie nun als Misserfolg, weil sie kein Gymnasium besucht hat?

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Jahrelang politisch aktiv

Also, es kann schon einen Kreislauf geben: Keine Förderung in der Kindheit, dann (dadurch bedingt oder aufgrund anderer Faktoren) niedrig bezahlter Job = auch meist keine Kapazität für Teilzeit, dann Kinder bekommen, wenig Zeit haben, aber auch nicht Bildung als wichtiger Faktor in der Erziehung, mangelnde Kenntnis über z.B: Lernstrategien, Förderung, Routinen, die das Lernen erleichtern und ggf. weniger Geld für Nachhilfe/ Nachhilfe nicht im Fokus.

Dazu mögen teilweise Vorurteile von Lehrern kommen, also auch unbewusst weniger Förderung in der Schule.

Allerdings hat man heute bessere Chancen, den Kreislauf zu durchbrechen, weil wir z.B. alle googlen. Früher musste man wissen, dass man in Lexika nachschlagen und in die Bücherei gehen kann. Heute weiß jeder, dass er googlen kann, er muss nur auf die richtigen Begriffe wie Lernstrategien, Zeitmanagement, (Fach-) Forum etc. kommen. Das wird aber teilweise den Schülern auch in der Schule vermittelt, so dass man nicht zwingend darauf angewiesen ist, dass Eltern dieses Wissen/ diese Haltung vermitteln.

Nicht zu unterschätzen sind aber mMn die Stressfaktoren durch Armut, die Eltern weniger Kapazitäten für solche Erziehung lassen. Nicht nur Zeitmangel, auch Überforderung, Scham, mangelnde Ressourcen (für Förderkurse etc.).

Hallo DerWeise787,

das liegt oftmals nicht direkt an der finanziellen Situation der Familie, sondern oftmals vielmehr an der Bildung der Eltern. Meist sind eben die ärmeren Familien auch die, mit weniger Bildung.

Eltern, die selbst nicht gebildet sind bzw. die beispielsweise keinen Schulabschluss haben, können ihren Kindern auch entsprechend weniger beibringen, oder ihnen auch nicht bei Hausaufgaben oder beim Lernen helfen. Das macht schon einen großen Unterschied.

Zwar erlangt man Bildung in der Schule, aber man muss eben auch zu Hause viel selbst dafür tun.

Natürlich haben Familien, die gut verdienen, auch die Möglichkeit, ihren Kindern Nachhilfe zu finanzieren, falls es notwendig ist.

Auch ist es oftmals so, dass Familien, die besser verdienen und gebildeter sind, auch einfach größeren Wert auf die Bildung ihrer Kinder legen. Das muss nicht mal direkt etwas mit dem Geld zu tun haben.

LG Sascha

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