Warum haben Leichtfahrzeuge oftmals Dieselmotoren?

4 Antworten

Warum haben Leichtfahrzeuge oftmals Dieselmotoren?

Als Grund vermute ich, wie bereits angemerkt, die fehlende Hubraumbeschränkung. Ottomotoren dürfen maximal 50 cm³ Hubraum haben, laufen bei bis zu 350 kg Fahrzeugleergewicht quasi am Anschlag. Man muss bedenken: 50 cm³ - Motoren sind mit 90 kg Motorrollern schon völlig überlastet, und ein Leichtkraftfahrzeug erreicht mit 2 Personen locker eine halbe Tonne Gewicht. Solche Fahrzeuge gab es auch, aktuell jedoch nicht mehr.

Der Gesetzgeber sagt: 50 cm³ bei Fremdzündern (also "Benzinern"), oder 4 Kilowatt Maximalleistung bei anderen Motoren. Da liegt es natürlich nahe, zu einem Dieselmotor zu greifen - auch wenn der als Saugmotor (also ohne Turbolader) bei gleicher Spitzenleistung ein geringeres Drehmoment pro Liter Hubraum erreicht. Durch die vergleichsweise schiere Größe des Motors (bis zu 10x so groß) wird dies kompensiert. Beispiel Marktführer Ligier: Dort kommt ein Aggregat mit 498 cm³ zum Einsatz, welches maximal 21 Nm erreicht. Laut meiner Recherchen soll es sich hierbei um Stationäraggregate handeln, welche z.B. bei mobilen Wasserpumpen oder Stromerzeugern zum Einsatz kommen.

Und einen Kat scheinen diese Diesel-LFZ auch nicht zu haben, da sie wohl nicht unter die normalen Bestimmungen für reguläre KFZ fallen (müssen ja wie Mofas oder Mopeds auch nicht zur HU und AU). Manche dieser LFZ blasen jedenfalls eine Rußwolke hinten raus, schlimmer als jeder Traktor oder LKW. 

Auch Leichtfahrzeuge müssen Abgasnormen einhalten, allerdings sind diese momentan wesentlich weniger streng, als man das von richtigen Pkw gewohnt ist. Beispielsweise besteht aktuell (Euro 4) bezüglich der Partikelemission ein Grenzwert von 80 mg/km. Dies entspricht exakt den Grenzwerten von Pkw mit Dieselmotor und der Abgasnorm Euro 2 (ab EZ 1997). Die hatten auch nie Rußfilteranlagen. Dementsprechend dürfte es bei aktuellen Leichtfahrzeugen keine Rußfilter, geschweige denn SCR - Systeme geben. Die Stickoxide sind aktuell mit 300 mg/km festgelegt, entspricht beim Pkw Euro 4. Hier profitiert man offenbar von der extrem geringen Motorauslastung, weshalb keine separaten Systeme zur NOx - Reduktion verbaut sind. Maximal also dürfte ein Oxidationskatalysator verbaut sein, aber der ist beim Diesel gegen Ruß und Stickoxide fast wirkungslos.

Aktuelle Pkw mit Euro 6d, Oxikat, DPF und SCR - System emittieren übrigens bis zu 0,2 mg/km an Ruß, sowie 10 mg/km an NOx.

Woher ich das weiß:Recherche

Weil es niedrigdrezahlmotoren sind und sehr viel Drehmoment haben. Damit man einen Berg besser hochkommt. Außerdem gibt es keine geeigneten Benzinmotoren für dieses Auto und würde auch mehr verbrauchen.

Und was ist mit E-Motoren? Wären doch noch viel besser geeignet für langsame Fahrzeuge dieser Art.

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@salins22

Richtig, aber mit Dieselmotoren werden sie auch nicht viel billiger sein, wobei diese Preise für solche Fahrzeuge wirklich komplett überzogen sind.

Darum auch die eher geringe Nachfrage, v.a. bei Jugendlichen.

Ist doch in diesem Alter komplett unerschwinglich, wenn die Eltern nicht großzügig sponsern. Und auch das tun die Wenigsten, wenn zwei Jahre später ein normales Auto angeschafft werden soll.

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Weil bei einem Diesel im Gegensatz zum Benziner keine Beschränkung auf 50ccm vorliegt.

Ok, unter diesem Aspekt hab ich das noch nicht gesehen...

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Weil diese Fahrzeuge anfangs von herstellen gebaut wurden die ansonsten Segelyachten bauen. Als Motor wurde einfach der flautenschieber eingebaut

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