Warum haben heutzutage so viele Deutsche ihren Patriotismus zu Deutschland verloren?

27 Antworten

Ich sehe keinen Grund auf ein "Land" stolz zu sein, schließlich sind solche Staaten letztlich nur Trennlinien auf Landkarten. 

Stolz kann ich über eigene Leistungen empfinden - aber für ein künstliches Konstrukt wie eine "Nation" ?

Es ist toll, wenn deutsche Künstler großartige Werke geschaffen haben, oder wichtige politische Entscheidungen hier getroffen wurden - na und?

Andere Staaten hatten auch Künstler mit großartigen Werken oder bedeutende politische Entscheidungen - was soll an Deutschland so toll sein?

Patriotismus ist für mich eigentlich eine Form von Entfremdung. Anstatt uns als Menschen zu begegnen, identifizieren sich viele über ihre Nationalität.

Wir schaffen also eine Trennung - selbst wenn sie nicht von Überheblichkeit gekennzeichnet ist. Das halte ich für unnötig.

Wir haben eine schöne deutsche Sprache, deutsche Literatur, Kunst, Traditionen, die es auch Wert sind, erhalten zu bleiben, denke ich.

Aber genau das gleiche könnte man beispielsweise auch über ein anderes Land und seine Kultur sagen. Deutschland ist nicht der Nabel der Welt.

Weshalb soll ich also "patriotisch" sein?

Sonstiges

Wir sind heute global vernetzt, kommunizieren ganz problemlos mit Menschen am anderen Ende der Welt.

Wir können uns mit ein paar Mausklicks über die Geschichte, Kultur und Gebräuche anderer Länder informieren.

Möglicherweise finden wir eine fremde Kultur sogar viel faszinierender und können uns viel stärker mit ihr identifizieren, als mit der deutschen.

Ich bin der Meinung, dass Patriotismus ein ideologisches Auslaufmodell sein sollte, da sie Menschen voneinander fern hält.

Heisst das, dass du dann auch nicht stolz auf deine Kinder bist, wenn sie erfolgreich sind? Es sind ja dann nicht deine Erfolge....

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@PMBDE

Richtig, aber man erfreut sich an dem Gedanken bei der Erziehung nicht alles falsch gemacht zu haben......

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@PMBDE

Ich freue mich für die Erfolge anderer - natürlich auch in der eigenen Familie - aber ich denke, dass Stolz über die Leistung der eigenen Kinder eigentlich auch nur eine Form von Eigenlob ist

"Toll, dass ich meinen Sohn zu solch einem Menschen erziehen konnte, der nun so erfolgreich ist! Das ist der Beweis, was für ein hervorragender pädagogischer Held ich bin"

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@Enzylexikon

Auch das ist ein Teil der egoistischen Wahrheit, da winken halt die Gene lautstark mit.......

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@Ursusmaritimus

Naja ob man Stolz wirklich so als Eigenlob verallgemeinern kann....ich weiss ja nicht.

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Nationen sind nicht künstlich. Die Merheit in einer Nation ist auch meistens mit den anderen Mitgliedern der Nation verwandt. Es gab irgendwann gemeinsame Vorfahren usw. Das heißt man kann eine Nation als eine große Famile bezeichnen. Auch Zuwanderer mischen sich früher oder später mit der Nation mit der sie Leben. Natürlich ist man auch mit anderen Nationen verwandt, aber eben nicht so nah wie mit deiner Nation und außerdem, hast du mit deiner Nation mehr Gemeinsamkeiten als mit anderen. Somit assoziierst du dich mit deiner Nation und somit kannst du auch stolz sein auf dich, wenn du stolz sein kannst auf deine Nation. Du kannst auch stolz sein auf deine Famile, oder dass deine Schule die Eliteschule in der Stadt ist oder der Verein, deiner Stadt, dessen Teil du bist und somit auch indirekt du selbst die Meisterschaft gewonnen hat etc.

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@Heinrich94

Das hat für mich nichts mit Nationen zu tun, sondern mit der jeweiligen Kultur.

Jemandem, der mit Messer und Gabel ist, bin ich soziokulturell näher, als jemand der Eßstäbchen nutzt, oder mit den Fingern isst.

Natürlich versteht man sich vermutlich auch mit Menschen besser, die ähnliche Wertevorstellungen haben.

Aber weshalb sollte ich stolz darauf sein, zu einer solchen Gruppe zu gehören? "Juhuu ich bin ein Gabel-Benutzer" ? Das finde ich ähnlich lächerlich wie "Juhuu, ich bin ein Deutscher!"

Klar fühlt man sich mit Menschen mehr verbunden, wenn man mit ihnen eine Gemeinschaft bildet, aber daraus muss kein Nationalstolz werden.

Wenn man die Grenzen Deutschlands verschieben würde (wie es ja durch Kriege, Eroberungen usw. ja schon mehrfach geschah), dann fließen eben weitere Kulturen in den eigenen Kulturraum ein.

Die Ostpreußen, Polen, Italiener, Griechen, Jugoslawen brachten zB ihre eigenen Speisen mit, die "dem Deutschen" damals sicher exotisch erschienen - heute gehören sie zum Standardangebot in Supermärkten.

Sprachlich das gleiche...es gibt unglaublich viele Wörter und Redewendungen, die sich zB aus dem Jiddischen ableiten lassen, andere aus dem Rotwelschen - auch hier gab es einen Einfluss auf die Kultur.

Wenn also die Bürger einer "Nation" innerhalb weniger Generationen die kulturellen Eigenheiten anderer Volksgruppen aufnehmen, zeigt dass meiner Meinung nach, dass diese politische Zersplitterung menschlich gesehen Blödsinn ist.

"Deutschland besiegt Albanien mit 2:0 in der Verlängerung"

Da zucke ich mit den Schultern, weil ich eher die Gemeinsamkeiten aller Menschen miteinander sehe, als irgendwelche patriotischen Ideen, die uns voneinander trennen.

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Heinrich94 besser kann man es nicht sagen. Finde die Antwort von Enzylexikon und Ursusmaritimus Blödsinn

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Auch wenn manche es nicht gerne hören, aber Patriotismus ist ein vollkommen unnötiges Konzept. 

Klar spricht nichts dagegen, sich mit seinem Heimatdorf/-stadt verbunden zu fühlen und sich stets darum zu bemühen, das eigene Land für alle besser zu machen. Aber der Nationalstolz, der meist mit "Patriotismus" gemeint ist, ist einfach total überflüssig. 

Meine Vorfahren waren immer sehr stolz Deutsche zu sein

Sie waren stolz auf einen Zufall? Es gibt überhaupt keinen Grund, auf seine Nationalität stolz zu sein. Man hat nichts geleistet, nur weil man als Deutscher/Chinese/Russe/Amerikaner/usw. geboren wurde. 

Auch auf die Taten des eigenen Landes stolz zu sein, ist in meinen Augen vollkommener Unsinn. In der Regel hat man selbst nichts dazu beigetragen. Und wer sich mit den guten Taten der Nation schmückt, muss auch die schlechten anerkennen und sie nicht versuchen zu relativieren, so wie du das mit diesem Satz versuchst: 

Ich meine klar, es gab den 2.Weltkrieg aber jede Nation hat doch Dreck am stecken. 

Sei lieber "froh" anstatt "stolz", dass du im (heutigen) Deutschland lebst. 

Dennoch kenne ich sehr viele Russen und bei allen sieht man auch ihren Stolz zu Russland.

Auch russischer Nationalstolz ist überflüssig. 

Wenn man zwar froh ist, in dieser Gesellschaft aufgewachsen zu sein, aber gleichzeitig nicht bereit ist, diesen Zustand zu verteidigen, wird man ihn bald verlieren. Und genau das passiert seit den letzten Jahrzehnten in Deutschland, dazu muss man sich nur die aktuelle politische Stimmung im Land ansehen..

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@RobertTOnline

"...dazu muss man sich nur die aktuelle politische Stimmung im Land ansehen"

Jetzt malst du aber ein wenig schwarz. Es waren doch nur so etwa um die 13 %, die wieder zu der braunen Soße zurückkehren wollten. Und davon waren die meisten eigentlich nur Protestwähler und gar nicht wirklich überzeugt.

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@RobertTOnline

gleichzeitig nicht bereit ist, diesen Zustand zu verteidigen,

Das mag stimmen, aber was hat das mit Patriotismus zu tun? 

Ich habe selbst geschrieben: 

Klar spricht nichts dagegen, […] sich stets darum zu bemühen, das eigene Land für alle besser zu machen.

Ich versteh deine Aussage folglich nicht?!?!

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Ich unterscheide da:

1. Stolz, weil Deutschland so und so ... ist.

2. Stolz, weil ich (zufällig) deutsche Eltern habe.

Abgesehen davon, dass Stolz sowieso eher ein Laster als eine Tugend ist, hat Deutschland real viele Vorteile für seine Bürger. Dafür bin ich dankbar, aber nicht stolz.

Ich sehe es (inzwischen) nicht mehr als meinen Verdienst an, zufällig einen deutschen Pass zu haben. Und auch die geographischen Grenzlinien, die quer über den Globus verlaufen, sind mir relativ egal.

Stolz habe ich zu Schulzeiten laufend gespürt: Stolz auf mein heimatliches Dorf, Stolz auf meine Schule, Stolz auf alles, wo ich dazu gehört habe.

Genauso denke ich, dass es denjenigen geht, die auf ihr gesamtes Land stolz sind. Der Stolz kommt vor allem daher, weil ICH dazugehöre.

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