Warum haben FDP-Wähler im Allgemeinen eine hohe Bildung?

17 Antworten

Warum haben FDP-Wähler im Allgemeinen eine hohe Bildung?

Woher hast du denn dieses Märchen?

FDP-Wähler sind in der Mehrzahl alt (Durchschnittsalter 54,3 Jahre) und reich. Und bei der aktuellen Bundestags-Wahl hat sie überdurchschnittlich von unterdurchschnittlich gebildeten Wählern profitiert. (Nicht ohne Grund reitet Lindner neuerdings immer aggressiver auf der AfD-Welle, fordert Merkels Abdankung und andere lustige Dinge, die politisch eher Desinteressierte fordern.)

Ist Liberalismus bzw. Eigenverantwortung der Schlüssel zum beruflichen Erfolg?

Eigennutz - also Egoismus - trifft es besser. Noch wesentlicher ist aber Geld. Möglichst viel davon. Und Beziehungen.

Alles drei zusammen garantiert sogar dem Unfähigsten den "beruflichen Erfolg". Und solche Leute wählen dann auch bevorzugt jene Parteien, die ihnen versprechen, dass sie weniger Wert auf tatsächliche Leistungen legen, wenn man sie im Gegenzug nur ausreichend genug mit Parteispenden versieht.

All das hat mit "Liberalismus" oder "Eigenverantwortung" nichts, aber auch wirklich gar nichts, zu tun. All das ist aber Parteidoktrin der FDP seit ihrer Gründung.

Ich schaue mir gerade eine Umfrage der ZEIT vor der Wahl im Juli 2017 an. Danach wird die FDP eher von den Älteren bevorzugt, von denen, die auf Basis leidvoller Erfahrung allzu idealistischen Illusionen abgeschworen haben. Beim Vergleich der Einkommen versammelt die LINKE die Looser, auch die GRÜNEN haben einen hohen Anteil wenig Verdienender, aber wohl aus anderen Gründen, weil sie einkommensgeringe Studenten und Schüler versammeln, die Ansammlung der mit idealistischen Illusionen Gespikten. Denen fehlt noch die Erfahrung des Scheiterns ihrer hochtrabenden Ideen. 

Die FDP ist bei weitem weniger eine Partei der Besserverdienenden als die SPD und erst recht die CDU. Da versammeln sich nämlich die gesellschaftskonformen Karrieristen. Was mehr oder weniger staatliche Regulierung angeht, liegen alle etwas über der Mitte mit Tendenz zu mehr staatlicher Regulierung, die LINKE erwartungsgemäß am meisten, dann kaum unterscheidbar CDU und SPD wie GRÜNE, die noch am meisten Richtung mehr Regulierung. Nach "unten" zu weniger staatlicher Regulierung und etwa in der Mitte der beiden Pole liegt die FDP und knapp dahinter die AFD. Wer eine Partei, die leicht über der Mitte zwischen wenig und viel Reglulierung liegt als Repräsentant von Egoisten einstuft, muss selbst sehr stark linkslastig sein. 

Ähnliches Bild ergibt sich erwartungsgemäß bei der Frage der Besteuerung. Die LINKE will am meisten enteignen, GRÜNE und SPD liegen in dieser Frage gleichauf deutlich dahinter, dann wieder mit gleichem Abstand die Wähler der CDU und am meisten lassen FDP und AFD den Bürgern von ihrem Einkommen, aber immer noch in der Mitte zwischen den Polen. 

Trotz der höheren Verankerung bei Älteren ist den FDP-Wählern das Thema Internet und Digialisierung am wichtigsten von allen Parteien. Bei diesem Thema sind AFD und LINKE ganz abgeschlagen. Die Kommentierung der Statistiken in der ZEIT ist sehr einseitig linkslastig (eine gewisse Neidverhaftung ist kaum zu überlesen, wenn man nicht selbst davon befallen ist). Es ist nicht nachgewiesen, wieso bei der FDP ein 25%iger Anteil bei den Besserverdienenden auf höhere Bildung schließen lässt, bei SPD und CDU nicht, wo dieser Anteil höher ist. Dass ein hoher Anteil von Abitur und Fachhochschulreife nicht sehr viel sagt zeigt sich daran, dass das allein schon der Altersgewichtung wegen für FDP wie GRÜNE vollkommen anders zu werten ist. Hochschulreife mit vielen Flausen im Kopf ist halt was anderes als Hochschulreife mit lebensreifer Ernüchterung.

Die LINKE will am meisten enteignen, GRÜNE und SPD liegen in dieser Frage gleichauf deutlich dahinter, dann wieder mit gleichem Abstand die Wähler der CDU und am meisten lassen FDP und AFD den Bürgern von ihrem Einkommen, aber immer noch in der Mitte zwischen den Polen.

Die Linke will "den Bürgern" sicher nicht ihr Einkommen wegnehmen! Sondern nur diejenigen, die durch Erbschaften oder Kapitalgewinne, also durch leistungsloses Einkommen, steinreich geworden sind, etwas davon wegnehmen und "den Bürgern" in Form von mehr Geld für Kitas, Schulen, Universitäten usw. zurückgeben und die Verarmung von H4-Opfern, die bei weitem nicht alle "Sozialschmarotzer" sind sondern teilweise ihr Leben lang gearbeitet haben, und von Rentnern, begrenzen.

Durch ewige Wiederholungen werden solche Aussagen nicht richtiger!

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Danach wird die FDP eher von den Älteren bevorzugt, von denen, die auf Basis leidvoller Erfahrung allzu idealistischen Illusionen abgeschworen haben.

Nur mal so nebenbei. Den Unfug den Du hier verbreitest wird im Allgemeinen auch Neoliberalismus genannt.

Lateinamerika hat momentan gerade viele soziaslistische Regierungen, die wirtschaftlich nicht ganz so gut kaufen.

Dabei solltest Du aber nicht vergessen, dass die Sozialisten dort gerade das ausbaden, was die neoliberalen Politiker in den 90er Jahren dort angerichtet haben.

Ein typisches südamerikanisches Szenario: Die Neoliberalen senken alle Löhne, daraufhin sinkt die Nachfrage und die Arbeitslosigkeit steigt. Und genau deshalb landen Sozialisten im Regierungsamt.

wie zum Beispiel in Venezuela oder Ecuador.

Und auch Brasilien ist momentan nicht das Opfer von sozialistischer Misswirtschaft, sondern das Opfer von neoliberaler Währungsspekulation.

https://makroskop.eu/2017/08/mit-den-ersparnissen-des-auslandes-wachsen/

Und nur mal kurz ein Beispiel aus der Wirtschaftshistorik. Es waren besonders die Deutschen, welche sich nach der Ölkrise von 1973 als erstes vom so genannten Keynesianismus los gelöst haben und den Neoliberalismus eingeführt haben.

Seit dieser Zeit hatte die DDR durchgehend ein höheres reales Wachstum als die BRD: http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m3309.pdf

Zu dumm wenn man es selbst nicht merkt, wie stark ideologisch man slebst eingefärbt ist.

Weil es gerade passt, mal ein Artikel über Venezuela:

https://makroskop.eu/2017/09/venezuela-oder-wie-schnell-linke-ideen-scheitern-koennen/

Sonst mach Du es mir mit deinem Hang zu Argumentum ad hominem zum Vorwurf ich wäre eine rote Socke, die keine Ahnung hätte.

Machst du nämlich auch bei anderen gerne, wenn Dir die Argumente fehlen.

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Uff! An der Stelle möchte ich mal erwähnen , dass auch 'bullshit' auf einem recht hohen Niveau betrieben werden kann.

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Das beziehe ich jetzt hier nicht auf die Kommentatorin über mir, sondern den Beantworter. Meine Auffassung: Wenn man ungezügelte Marktwirtschaft mit der Natur vergleicht, z.B. mit einem Becken in dem die großen Fische die kleineren auffressen dann ist es einfach eine Sache der Vernunft in Dinge einzugreifen, die eine zerstörerische Kraft entfalten.

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Wäre mir neu, dass das FDP-Klientel eine hohe Bildung haben würde. Die Grünen werden eher von Gymnasiasten und Studenten gewählt - also den gut Gebildeten, wie es die Wähleranalyse zeigt.

In der Zeit-Online wurde über die Wahltage das typische Klientel aller Parteien vorgestellt. Von der Linkspartei bis zur AfD. Bei der FDP stimmte das weit verbreitete Klischee, dass deren typische Wählerschaft mehrheitlich reich, weiß und alt ist. Etwa wie Donald Trump, nur nicht ganz so dämlich - um es mal vorsichtig zu formulieren.

Ob der Liberalismus dich nach vorne bringt oder Eigenverantwortung der Schlüssel zum beruflichen Erfolg ist, musst du dir selbst beantworten.

Ich finde nein. Wer reich geboren ist, bleibt in der Regel reich. Umgekehrt genauso. Wer arm geboren ist bleibt auch arm. Chancengleichheit und staatliche finanzielle Förderungen würden einem zum beruflichen Erfolg helfen. Wenn Bildung vom ersten Tag des Kindergarten an, bis hin zum letzten Tag als Studierender kostenlos wäre, dann hätte jeder die gleichen Startchancen.

Länder wie Norwegen, Finnland, Schweden oder Dänemark - also alle Länder, die eine traditionell starke Sozialdemokratie im Land haben - haben in der Regeln auch die zufriedenste Bevölkerung und einen hohen Lebensstandard, hingegen in den liberalen Ländern, wie in Amerika, das Studentenleben den Reichen vorbehalten ist, während die Armen, die sich keine Studiengebühren leisten können, auf der Strecke bleiben und jemanden wie Trump wählen.

Sowas finde ich nicht fair und das soziale Elend, gleichsam der sozialen Spaltung in den USA zeigt doch, dass der Liberalismus gescheitert ist und das Individuum eher in seiner freien Entfaltung hindert, als unterstützt. Die Freiheit und Unabhängigkeit des Einzelnen bezieht sich in den Reden der uns bekannten Liberalen eher auf die Vorstände von BMW, E.ON und RWE und nicht auf den Otto-Normalverbraucher.

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