Warum haben Familien aus ärmeren Ländern so viele Kinder?

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Punkt 1: Zahlreiche Frauen besonders in diesen Ländern werden nicht freiwillig schwanger. Vergewaltigungen und Zwangsehen, ebenfalls verbunden mit Vergewaltigungen, sind in wirtschaftlich so schwachen Ländern oft Gang und Gäbe - leider.

Punkt 2: Kinder dienen in solchen Regionen als finanzielle Absicherung, besonders fürs Alter. Im Kongo kann sich halt keiner bequem auf eine Rente im Alter, die Garantie eines Heimplatzes oder anderweitige staatliche Hilfen verlassen. Daher braucht man Kinder - und zwar genügend, sodass, zynisch gesagt, später wenigstens eins auch wirklich noch für einen da sein kann. Auch können sie schon vorher etwa bei der Feldarbeit als Existenzgrundlage mithelfen.

Punkt 3: Natürlich sind Kondome langfristig gesehen billiger. Aber dafür muss man erst einmal wissen, dass es Kondome überhaupt gibt - keine Selbstverständlichkeit in Ländern, in denen die Mehrheit der Bevölkerung aus Analphabeten besteht, die wenn überhaupt vielleicht die erste oder zweite Klasse noch besucht haben. Zudem ist in vielen solcher Entwicklungsländer Religion viel bedeutsamer als bei uns, und bekannterweise wird von vielen Religionen die Empfängnisverhütung verboten.

Weil es in diesen Ländern eben keine Sozialsysteme gibt und viele Kinder die Einzige Möglichkeit sind für Alter und Krankheit vorzusorgen.

Wenn es keine staatlichen Pflegeeinrichtungen gibt oder die nicht bezahlbar sind, muss eben Familie da sein, die das irgendwann übernehmen kann.

Davon ab, haben arme Länder auch noch ganz andere Kindersterblichkeitsraten. Wenn man aus der Erfahrung, weil das in der Gesellschaft normal ist, davon ausgehen kann, dass die Hälfte der Kinder das Erwaschenenalter ohnehin nicht erreicht, werden eben mehr in die Welt gesetzt.

Das war früher hier nicht anders.

Meine Urgroßtante, die ich noch kennen lernen durfte, kam aus einer ärmeren Gegend im Osten des damaligen Deutschland, in den alten preußischen Gebieten und hatte nicht weniger als 9 Geschwister.

Armut und hohe Geburtenraten korrespondieren in der Regel, wenn keine vernünftigen Sozialsysteme da sind.

Sex gehört (auch in Entwicklungsländern) einfach zum Leben dazu.

Allerdings spielt der Einfluss der Kirche für die Bevölkerung in Entwichkungsländern eine viel größere Rolle als hierzulande - Kinder sind Geschenke Gottes. Es fehlt an Verhütungsmitteln und gleichzeitig sind Abtreibungen fast überall verboten.

Besonders auf dem Land sehen z. B. viele Afrikaner eine hohe Kinderzahl als Zeichen von Reichtum. In Abwesenheit von ausreichend stabilen Sozialsystemen gelten Kinder zudem als Absicherung für das Alter.

Nichtsdestotrotz würden mehr als 200 Millionen Frauen weltweit gerne verhüten, es fehlt ihnen aber an den Möglichkeiten. Beinahe jede vierte verheiratete Frau in Entwicklungsländern nutzt keine Verhütungsmittel, obwohl sie eine Schwangerschaft vermeiden wollen. Oft entscheidet alleine der Mann über die Familienplanung.

Alles Gute für dich!

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin seit über 30 Jahren Hebamme

war auch schon früher im Mittelalter so:

würden sie nur 2, 3, 4, gebären, würde vermutlich die Familie aussterben, wegen Krankheiten etc.

währen es nur 5, 6, hätten sie nicht genug Arbeitskraft um die Familie auf dem laufen zu halten.

Die meisten sterben sowieso, aber würde man weniger gebären, würden nicht nur die meisten sterben, sondern alle.

In der 3.-ten Welt ist Emanzipation noch nicht so weit vorangeschritten.

In den meißten Ländern haben die Männer das sagen. Und da ungeschützter Sex mit seiner Frau mehr Spaß macht und auch nichts kostet haben sie keinerlei Interesse an Verhütung. Und da sich die Herren der Schöpfung auch nicht um Erziehung oder Ernährung kümmern, haben sie im Gegensatz zu Dir mit den Zwillingen, keine großartige Belastung.

Davon abgesehen ist die Kindersterblichkeit in den besagten Ländern sehr hoch, weil dort kein Gesundheitssystem vorhanden ist, wie wir es kennen oder sich die Mehrheit der Bevölkerung leisten kann.

Natürlich gibt es noch eine Menge weitere Gründe, wie Bildung, Altersvorsorge, Arbeitskräfte usw. Aber das führt hier zu weit.

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