Warum haben die Wehrmacht , Schlacht um Moskau verloren,und was passiert wenn die Wehrmacht Moskau besetzt hätte?

9 Antworten

Ich würde behaupten, dass auch die Einnahme Moskaus den Krieg nicht zu Gunsten des Dritten Reichs gewendet hätte.

Auch Napoleon hatte Moskau schon mal erobert, aber die russische Führung hatte die Stadt damals räumen lassen und Napoleon konnte mit einer leeren Stadt im Niemandsland nichts anfangen und war gezwungen, Moskau wieder aufzugeben.

Ein ähnliches Szenario ist auch im Zweiten Weltkrieg denkbar: Die militärischen Kosten der Eroberung Moskaus und die Mühen, diese Stadt über endlose Versorgungslinien zu halten, hätten eine erhebliche logistische Anstrengung bedeutet. Zudem wäre ungewiss, ob der Verlust Moskaus wirklich den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenbruchs der Sowjetunion bedeutet hätte oder ob die Kapazitäten nicht einfach noch tiefer in das riesige Reich verlagert worden wären. Zudem hätte man in diesem Fall wohl auch mit einer noch stärkeren Unterstützung der Alliierten rechnen können.

Wie schnell die deutsche Front nach der verlorenen Schlacht um Moskau unter der russischen Gegenoffensive zusammengebrochen ist, zeigt meines Erachtens sehr deutlich, wie überdehnt und überanstrengt die deutsche Offensive war. Kräfte für eine Eroberung oder sogar eine dauerhafte Besetzung Moskaus (ganz zu Schweigen von der restlichen Sowjetunion wenigstens bis zum Ural) waren damals einfach nicht vorhanden.

Weitere Gründe waren:

Der Rußlandfeldzug, der für Anfang Mai geplant war, verzögerte sich auf den 22. 06., da die Wehrmacht den Italienern auf dem Balkan und Griechenland zu Hilfe kommen musste.

Der Vormarsch verzögerte sich bei Smolensk um ca. 6 Wochen, da Guderian mit seinen Panzern vorübergehend abgezogen wurde, die Heeresgruppe A, im Angriff nach Süden zu unterstützten.  Dabei eröffneten die Russen die erste große Gegenofffensive, die zwar zerschlagen werden konnte,  bei den Deutschen aber auch viele Opfer forderte.

 

und last but not least

weil Hitler und Co. nichts aus der Geschichte gelernt haben. 

Hätten sie sich mit dem Rußlandfeldzug Napoleons im Jahre 1812 und dessen Auswirkungen und Folgen befasst, wäre ihnen vieles und gleiches wie damals, erpart geblieben.

Wenn die deutschen Truppen Moskau erreicht hätten, die Spitzen standen ja schon 40 Kilometer vor Moskau, dann wäre es ihnen trotzdem so wie Napoleons Truppen ergangen. Die Weite des Landes und die ,,Guerillataktik" waren der Vorteil der Russen. Zudem  bekamen sie massive materielle Unterstützung durch die Amerikaner.

 

Wer so überheblich und dumm ist, ein Land anzugreifen, dessen Klima er völlig unterschätzt, muß sich nicht wundern, wenn sein Blitzkrieg hoffnungslos in der Rasputiza stecken bleibt.

Wer so überheblich und dumm ist, seine Soldaten ohne Winterklamotten in den russischen Kontinentalwinter zu schicken, muß sich nicht wundern, wenn es extrem hohe Ausfälle aufgrund von Erfrierungen gibt.

Wer so überheblich und dumm ist, die Entfernungen zu unterschätzen, muß sich nicht wundern, wenn seine Truppe nur mangelhaft versorgt wird.

Auf der anderen Seite konnten die Sowjets u.a. frische, gut ausgerüstete Truppen aus Sibirien heranführen.

Was das "was wäre wenn" angeht: Das Scheitern des Blitzkriegskonzeptes durch die Rasputiza und die Schlacht vor Moskau war extrem wichtig für den weiteren Verlauf. Durch das Stoppen der Front erhielten die Sowjets die Gelegenheit, ihre Rüstungsindustrie in einer großen Kraftanstrengung hinter den Ural zu verlegen und ihre riesigen Ressourcen zu aktivieren, was letztendlich zum Sieg führte.

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Ich hätte höchstens noch hinzugefügt, daß man mit einem GröFaZ ohnehin keine Chancen hat Kriege zu gewinnen...

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