Warum haben andere Länder/staaten damals nicht direkt aufbegehrt, was dort im 3. Reich passiert ist?

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15 Antworten

Nunja, es war im Grunde wie es auch heute ist. Man erfährt von Ungerechtigkeiten und hofft, dass es einen selbst nicht trifft. Bloß den Ball flach halten, bloß nicht einmischen, bloß nichts riskieren.

Das Fatale dabei ist, dass Leute im Wahn nicht vor den Hoffnungen anderer haltmachen. Drum hats am End jeden getroffen - BIS sich die Allierten zusammentaten und zurückschlugen. Nur so war Hitler zu bremsen und nur so war das Dritte Reich aufzuhalten.

Aber das ist irgendwie in Vergessenheit geraten, während man den Krieg zum Belzebub erklärte. Natürlich ist Angriffskrieg Mist, aber tatenloses Gaffen im Anblick von grausamstem Vorgehen von anderen Machthabern ist auch nicht viel besser. Ich steh einfach nicht auf Gaffer - weder im Kleinen noch im Großen. Und ich will mir garnicht vorstellen, was heute wäre, wenn die anderen weiterhin nur protestiert, aber nicht eingegriffen hätten. Eine Welt des Dritten Reiches unter den Wahnideen von Verrückten - ganz üble Vorstellung.

Trotzdem agieren wir heute wieder wie gehabt.
Bloß den Ball flach halten, bloß nicht einmischen, bloß nichts riskieren.
Es ist halt soviel einfacher, bloß zu reden und nichts zu tun und mit dem Finger auf die zu zeigen, die sich einmischen. Und es ist so praktisch, sich selbst dann als guter Mensch zu fühlen, weil man sich die Finger nicht schmutzig macht. Vor allem, wenn man eh lange genug wartet, dass alles eskaliert. Und so weicht man immer weiter zurück - bis es einen selbst trifft. Und dann ist das Geschrei groß.
Das ist im Kleinen genauso wie im Großen.

Meine Mutter hat das alles noch erlebt und sie hat mir beigebracht: Wehret den Anfängen. Je schneller man reagiert, desto geringer der angerichtete Schaden - auf allen Seiten. Das mag nicht immer zutreffen, aber meistens schon :)

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Schon mal drüber nachgedacht, dass Krieg herrschte? 

1.) Den Alliierten ging es relativ am Arsch vorbei, was bei den Kriegsgegnern im Land vorgeht solange ihre eigenen Soldaten an der Front sterben. Frei nach dem Motto, die Deutschen wollten das so. Was interessiert die eine zerschlagenen Untergrundbewegung. Hinrichtungen gab es überall zu der Zeit.

2.) Ich denke es ist kaum was nach außen gedrungen, nicht mal Anwohner wussten, was in den Konzentrationslagern abging. Ebenso verhält es sich mit Hinrichtungen. Gehört haben sie es bestimmt aber nicht in dem Umfang.

3.) Der wichtigste Punkt, der Krieg. Wie sollen die denn eingreifen? In Deutschland einmarschieren? Wäre ja schön wenn sie es früher hinbekommen hätten aber ging halt nicht. Außerdem hatten die Alliierten mit dem Krieg und alles was dazu gehört mehr zu tun. 

Die Nazis haben ihr ganzes Herzblut in die Vertuschung der Vorkommnisse gesteckt. Wie gesagt wussten nicht einmal Anwohner, was in den Lagern vor sich ging. Ich denke auch, die Leute damals haben einfach weggeschaut und wollten davon nichts wissen. Die wenigen, die sich schlau gemacht haben und wussten was vor sich geht, sind ja letztendlich getötet wurden oder selbst in den Lagern gelandet.

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Wo ist das denn heute der Fall? Gegen Kim Jong Un unternimmt ja auch keiner was. Gegen Assad hat auch niemand was unternommen. Und von Putin fang ich mal gar nicht erst an.

In der Politik geht es nur um Interessen. Sei bitte nicht so naiv zu glauben es gehe irgendwo um Menschlichkeit! Solange der Unrechtsstaat nicht etwas hat, was man selber haben will oder etwas tut, was man nicht so haben will, gibt es keinen Interessenskonflikt und auch politisch keinen Handlungsbedarf.

Übrigens: die Opferzahlen des Holocaust waren siebenstellig. Die des Zweiten Weltkriegs sogar achtstellig.

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Kommentar von oxBellaox
25.11.2016, 09:45

Gegen Kim Jong Un unternimmt ja auch keiner was.

Aber die Welt weiß zumindest was da los ist und beobachtet ihn genauer. Im 3. Reich wußte im Nachhinein angeblich niemand etwas.

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Kommentar von x9flipper9
25.11.2016, 11:14

Kennst du überhaupt die Fakten?

-Gegen eine vermeintliche Atommacht, die nur auf einen Angriff wartet in den Krieg ziehen? Bist du wahnsinnig?

-Gegen Assad und damit gegen Russland (ebenfalls Atommacht) vorgehen? Auch nicht so schlau.

Wozu würde das kriegerische Vorgehen führen? Richtig, zu einem 3. Weltkrieg. Es ist nicht alles so einfach wie es aussieht, was man beim etwas mehr Befassen auch wissen würde. 

Den Menschen geht es schlecht, keine Frage aber dadurch einen 3.Weltkrieg auszulösen ist es nicht wert.

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Kommentar von EugenSchwarz
25.11.2016, 11:18

Im Kontext der Frage wird auch gegen Trump von außen niemand etwas unternehmen, das ist wahrscheinlich ein Zivilisationsmerkmal dem wir in der Gesamtkonsequenz nicht mehr sondern weniger Krieg zu verdanken haben. Richtig oder Falsch ist bei manchen Gesellschaftlichen Entscheidungen nicht die Fragestellung. Da wäre eher die Machtfrage in den jeweiligen Verwaltungswesen eine Erklärungsrichtung.

Mal ehrlich ich finde das schwadronieren über das Verhindern einer Eskalation des Exzesses durch frühzeitige Intervention durch die Bedrohten, kann in böser Geschichtsglitterung enden und man macht sich des Versuches der Schuldumkehr verdächtig.

Kommende Generationen werden Wohl oder Übel mit dem was vergangene Generationen verzapft haben eine ganze lange Weile zurechtkommen müssen. War das schon mal anders?

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Es war eine ganz andere Zeit. Es gab kein Internet und Nachrichten wurden oft als Propaganda abgetan. Da gab es zwar die sogenannte "Reichskristallnacht". Aber auch das wurde im Ausland als der "ganz normale Volkszorn" abgetan und nur wenige Regierungen brachten es mit Staatsterror in Verbindung. Sogar als viele Regierungen wussten unter welchem Druck die Juden in Deutschland standen, unternahmen sie nichts weil sie es nicht als ihre Aufgabe sahen, in die Innenpolitik eines fremden Staates einzugreifen. Bis zu diesem Zeitpunkt war Deutschland ja nach Außen friedlich. Es gab ja noch keine massenhafte Vernichtung von Menschen, sondern "nur" Konzentrationslager. Die wurden übrigens von den Briten in Südafrika erfunden. Also warum und vor allem wie sollte man damals eingreifen? In Europa hatte man Angst vor Hilter und wollte sich lieber nicht die Finger verbrennen. Als dann der Krieg ausbrach und das Naziregime die Maske fallen ließ, war es bereits zu spät. 

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Kommentar von oxBellaox
25.11.2016, 10:01

Danke für diese Top-Antwort!

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Es ist ja nicht so gewesen, dass man da einfach gleichgültig zugesehen hat, vor allem in den USA gab es Kritik, Charlie Chaplin bereitete seinen Film "der great Diktator vor".

Aber ähnlich wie mit dem Islam heute, gab es auch viele Leute, die die Hitlersche Gefahr nicht sehen, kleinreden oder gar wegen Versailles legitimieren wollten - grade auch in Grossbrittanien. In den USA gab es wiederum viele Leute, die sagten, man  solle sich nicht in fremde Händel einmischen, das Eingreifen im Ersten Weltkrieg wurde in den USA von vielen als Fehler gewertet.

Die Beispiele weisse Rose war schon mitten im Krieg, da kann man sagen, dass man schon drauf und dran war, Hitler zu beseitigen.

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Es gibt keine Alternativen dazu, mit Optimismus, Vernunft und Vertrauen
zu versuchen Leid zu vermeiden, nur so kann es gelingen kein neues (evtl. anderes) Leid zu schaffen. Alles andere sind Entscheidungen die wieder Verantwortungen Dritter schaffen. Die daraus resultierenden Probleme kann man zu allen Zeiten aus den Geschichtsschreibungen von Siegern zumindest herausdestillieren. Die meisten Ereignisse, Alltäglichkeiten und Sichtweisen über selbige geraten allerdings in Vergessenheit. Der Eindruck entsteht das man noch eine Runde dreht. Das stimmt aber nicht, da die soziale Entwicklung auch in unvorstellbar widrigen Verhältnissen stattfindet. Es hat sich gezeigt das nicht jeder Mensch sich mitdenken kann. 'Warum das so ist?' ist eines der spannensten Rätsel des Menschseins.

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 leider ist die Antwort einfach .. wenn man die heutigen Nachrichten so liest ....

Wer glaubt schon, was jemand im Wahlkampf so sagt ? (oder früher mal gesagt hat oder geschrieben)

Und es ist einfacher alles positiv zu sehen ... immerhin baut man Infrastruktur auf (Highways / Autobahnen).  

Und wenn ein paar richtige Verbrecher Regierungsposten bekommen .. ist alles demokratisch, KluKluxKlan Mitglied in der Regerung .. ein paar Spinner kann eine Demokratie verkraften.. gegen die Juden (sind ja auch zu mächtig) gegen die Mexikaner (sind ja auch wirklich ein paar Drogenbosse dabei) ... 

Und was sagte damals die Kirche als moralische Instanz ? .. ja, mit grosser Sorge sieht man alles, aber als ihnen die staatliche Alimenterung gesichert wurde (was heute noch Gültigkeit hat), da hat man auch nicht zur Konterrevoluton aufgerufen ... zumal auf der anderen Seite die Kommunisten auch nicht gerade eine kirchenfreundliche Alernative waren.

Und wenn das Regime dann noch weltoffene olympische Spiele veranstaltet, dann sagt man .. kann doch nicht alles soooo schlecht sein ... warten wir mal ab ... schlimmer kann es wohl nicht kommen, sagt Michel, ging beruhigt nach Haus ... und es kam schlimmer ....

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Im Bezug auf die Menschenrechte, befand sich die Welt ideologisch noch in einem anderen Jahrhundert. Engländer und Franzosen hatten Kolonien, Stalin hatte in den Jahren davor die Ukrainer verhungern lassen und herrschte in Russland mit eiserner Faust. In den USA galten Schwarze als Menschen zweiter Klasse und es ging ihnen mindestens im Süden der USA sicher nicht besser, als den Juden im Vorkriegsdeutschland.

KZs für ganze Volksgruppen, Massenerschiessungen, Vernichtungslager etc. begannen erst im Krieg.

Ausserdem solltest Du im Bezug auf die Gegenwart, mit der Forderung nach "Eingreifen" vorsichtig sein. Regelmäßig sind die angeblichen "humanitären" Gründe nur vorgeschoben, um eigene geopolitische Interessen durchzusetzen.

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Die Taten im Holocaust waren so grausam, dass man Nachrichten darüber im Ausland einfach nicht geglaubt hatte.

Und warum will damals niemand etwas vom Holocaust etc. mit Todesopfern in 6-stelliger Höhe nichts gemerkt haben

Das stimmt nicht ganz. Es gibt sogar einen Brief einer Nachbarin des KZ Mauthausen, in dem sie sich über die Behandlung der Gefangenen beklagt. Sie hätte so schwache Nerven und kann das nicht mehr durchhalten.

Die Menschen im Deutschen Reich haben es schon gewusst, nur hat niemand etwas gesagt, da sie Angst hatten, selbst dort zu landen. Es war so ähnlich wie später im russischen GULAG.

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Du weisst schon, dass der 2.WK stattgefunden hat der das 3.Reich vernichtet hat? In dem haben "andere Länder" mit sehr eutlichen Mittel gegen das 3.Reich "aufbegehrt".

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Kommentar von oxBellaox
25.11.2016, 13:15

ja aber erst, als es bereits zu spät war.

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Damals wie heute haben Staatsvölker vor allem anderen ihre innenpolitischen Angelegenheiten selber zu regeln.Damals wie heute ist es nicht die unmittelbare Aufgabe fremder Staaten, innenpolitisches Unrecht in anderen zu sühnen.

Somit bleibt die Frage übrig, warum soviele Deutsche und Österreicher solange so motiviert mitunterdrückt und -geschlachtet haben...

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Schau Dir die Länder damals an, und schau wer dort regiert hat.

Da hat sich kein Franco, Stalin oder Mussolini beschwert. Die haben allenfalls geklatscht.

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Kommentar von suziesext10
25.11.2016, 14:43

Stalin hatte 1939 zu Außenminister Ribbentrop gesagt, Hitler soll ihm ruhig die Juden schicken, die er nicht mag, er braucht für ne gewisse Zeit jüdische Intellektuelle zum Aufbau, und nach 5, 6 Jahren kann Hitler sie dann zurückhaben (Quelle: Henry Picker, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier)

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Weil das einen Einmischung in die Innenpolitik ist, die sich jeder Staat verbeten wird. Warum begehren die Staaten nicht wegen dem auf was in der Türkei passiert? Stells dir ungefähr so vor.

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Kommentar von oxBellaox
25.11.2016, 11:50

aber wissen tun es alle, was in dem Regime erdogan passiert. Es ist bekannt und es wird beobachtet und auch sanktioniert (EU Beitritt ist wieder in weite Ferne gerückt) . Angeblich wußten ja alle damals gar nichts von den Greueltaten der Nazionalsozialisten.

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Begehrst du auf, bei dem was in der Türkei, Syrien usw. passiert?

meist ist es eben Politik und da die Menschen nicht mehr auf die Strassen gehen, läuft es eben, wie es läuft... nicht gut...

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Kommentar von oxBellaox
25.11.2016, 09:14

die Deutschen schreiten schon ein in Syrien (ehemaliger Nachbar von mir ist dort als Soldat momentan) und sie wissen zumindest, was da abgeht

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Kommentar von oxBellaox
25.11.2016, 09:50

Begehrst du auf, bei dem was in der Türkei, Syrien usw. passiert?

Es geht mir nicht um den Normalbürger - es geht um die Staatsmänner- und -frauen anderer Länder/staaten.

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Hmm... weil Deutschland vielleicht kein Öl hat?

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