Warum habe ich nie Mückenstiche?

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Vielleicht riechst Du von Natur aus eher säuerlich. Ich habe z.B. früher reichlich Mückenstiche gehabt, aber seitdem die Nierenerkrankung akut wurde, hat mich so gut wie keine Mücke mehr gestochen. Auch diverse Deos locken Mücken an.

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Warum werd immer nur ich gestochen?

Manche Menschen werden ständig Opfer blutrünstiger Mücken. Auch der Körpergeruch entscheidet darüber, wer häufig angezapft wird – und den bestimmen wohl auch die Gene.

Von

 

Anna Behrend

22. April 2015, 21:00 Uhr

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

13 Kommentare

INHALT

    Seite 1 — Warum werd immer nur ich gestochen? Seite 2 — Die Tigermücke kam im Gebrauchtreifen nach Deutschland

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In lauen Sommernächten im Freien haben Freunde mich stets gerne um sich. Denn ich gehöre zu jenen Menschen, die eine magische Anziehungskraft auf Mücken zu haben scheinen. Während meine Sitznachbarn völlig unbelästigt auf der Wiese ihr Feierabendgetränk schlürfen, schlage ich wild um mich, um wenigstens ein paar der Blutsauger auf Haut und Kleidung zu erlegen. "Du hast eben süßes Blut", heißt es dann. Oder: "Viel Knoblauch essen hilft, dann mögen die Mücken dich nicht mehr riechen." 

Wissenschaftlich belegen lässt sich Letzteres bisher nicht. Nachgewiesen ist jedoch, dass unter anderem der Körpergeruch das Mückenstich-Risiko beeinflusst. Ob der geplagte Zerstochene für andere Menschen wohl oder übel riecht ist dabei unerheblich. Vielmehr kommt es auf die spezielle Zusammensetzung des körpereigenen Geruchs an – und die hängt auch von den Genen ab. Forscher aus Großbritannien und den USA haben nun erstmals direkt nachgewiesen, dass die Gene das Risiko für Mückenstiche mitbestimmen (Fernández-Grandon et al., 2015).

Für ihre blutrünstigen Nachforschungen entwarfen die Forscher einen speziellen Testparcours: Sie ließen Tigermücken (Aedes aegypti) in einen Kanal fliegen, der sich nach einer kurzen Strecke wie ein Y in zwei Wege aufspaltete. Die Mücken konnten sich je nach bevorzugtem Geruch für einen der beiden Kanäle entscheiden. Am oberen Ende der Schächte steckte jeweils die Hand einer Versuchsperson. Die furchtlosen Teilnehmer waren 18 eineiige – also genetisch weitgehend identische – und 19 zweieiige weibliche Zwillingspaare, deren Erbgut sich wie das anderer Geschwister erheblich unterscheidet.      

Die Auswertung zeigte, dass die eineiigen Zwillinge fast gleich oft gestochen wurden. Die zweieiigen Zwillinge hingegen waren unterschiedlich stark begehrt. Dies weise darauf hin, dass die Gene das Mückenstich-Risiko beeinflussen, schreiben die Forscher. Das Risiko hänge etwa so stark von der Vererbung ab wie Körpergröße oder Intelligenz. Nun sollen in weiteren Untersuchungen die Gene identifiziert werden, die über die individuelle Anziehungskraft auf die blutsaugenden Plagegeister entscheiden.

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So könne es gelingen, "maßgeschneiderte Mittel zur besseren Kontrolle der Mücken und neue Abwehrmöglichkeiten zu entwickeln", sagte James Logan, einer der Autoren der Studie. Dies erlaube auch einen besseren Schutz vor den Krankheiten, die die Insekten übertragen können – Tigermücken zum Beispiel das Dengue-Fieber.

Der Regensburger Biologe Martin Geier ist skeptisch, dass durch die neuen Erkenntnisse bald effektivere Mückenfallen entwickelt werden. Bereits seit einigen Jahren verkaufe er mit seiner Firma Fallen, die gerade bei Tigermücken gut wirkten, sagt Geier. "Darin ist ein Mix aus Milchsäure, Hexansäure und Ammoniak. Diesen Cocktail finden die Tigermücken sehr betörend."  

Nicht nur der Geruch ist ausschlaggebend

Außerdem seien für Fallen auch noch andere Faktoren als der Geruch entscheidend: Da Menschen etwas wärmer sind als ihre Umgebung, umgibt sie ein leichter Luftstrom. Auch das müsse eine Falle imitieren. Zudem brauche es bestimmte optische Reize, sagt Geier. "Mücken haben eine Schwäche für dunkle Flächen. Warum, weiß man nicht genau." 

Die Ergebnisse der Geruchsstudie sind ohnehin mit Vorsicht zu sehen, da die Stichprobe in beiden Gruppen mit unter 20 Zwillingspaaren recht klein ist. Zudem wurden nur Frauen im Alter zwischen 50 und 90 Jahren untersucht – ausschließlich solche jenseits der Menopause, um verfälschende Unterschiede durch den Menstruationszyklus zu vermeiden. Für eine entsprechende Studie an Männern fanden die Forscher nicht genug Zwillingsprobanden.      

Bleibt also die Frage: Gelten die Ergebnisse so auch für Männer? Aber auch: Schwirrt die untersuchte Mückenart überhaupt durch unsere Breitengrade? Und wählen andere Mücken ihre Opfer genauso aus?

"In Deutschland gibt es rund 50 Mückenarten, die sich unter anderem in ihrem Auftreten und Verhalten unterscheiden und in unterschiedlichen Biotopen vorkommen", sagt Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Die nun untersuchte Tigermücke ist in Deutschland noch ein Neuling.

ANNA BEHREND

Anna Behrend ist Redakteurin im Ressort Wissen bei ZEIT ONLINE.

Die ursprünglich in Asien beheimatete Stechmücke gelangte über den Gebrauchtreifen-Handel nach Deutschland, sagt Doreen Werner. Die Reifen werden weltweit gehandelt und hierzulande vor allem im Straßenbau verwendet, zum Beispiel, um Flüsterbeton herzustellen. "Legt die Tigermücke ihre Eier in auf Halde liegenden Gebrauchtreifen in Asien ab, kann sie leicht in andere Erdteile verschleppt werden."

In den vergangenen Jahren sei die Tigermücke bereits in Bayern und Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Ob die Tigermücke sich in Deutschland etabliere, also mindestens drei Generationen hervorbringe und die hiesige Kälteperiode im Winter überlebe, wisse man noch nicht. Mit gefährlichen Krankheitserregern infizierte Tigermücken wurden bisher in Deutschland nicht entdeckt.       

Wie Plagegeister und Geplagte zusammenfinden

Auch ohne die Tigermücke bleiben lästige Biester – und die haben bei ihren Opfern ganz unterschiedliche Geschmäcker. "Wir tappen mit unserem Wissen über viele Details noch im Dunkeln", sagt die Biologin Werner. Klar sei aber: Verschiedenste Faktoren bestimmten, wie Plagegeist und Geplagter zusammenfinden. Den Ausschlag für den Pieks geben Geruchsnuancen, Körpertemperatur und bei manchen Mückenarten sogar der Kohlenstoffgehalt in der Atemluft des Opfers.

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Menschen, die für Mücken offenbar das gewisse Etwas ausstrahlen, müssen sich also vorerst mit dem schwachen Trost begnügen, dass es zumindest Hinweise dafür gibt, dass sie ihre "Gabe" einfach geerbt haben könnten. Zumindest unter Frauen kann noch ein weiterer Faktor entscheiden: Frühere Studien legten nahe, dass Schwangere von bestimmten Mückenarten öfter gestochen werden als Nicht-Schwangere (Ansell et al., 2002).

Und wenn man mal annimmt, dass die Stechviecher sich in bestimmten Geschmacksfragen doch einig sind, könnte es in einem Fall unerheblich sein, ob das Zielobjekt weiblich oder männlich ist: In einer Studie aus dem Jahr 2010 setzen die Forscher Mücken der Art Anopheles gambiae zwei Sorten von Probanden vor: Solche, die Bier getrunken hatten, und solche ohne Alkohol im Blut. Und siehe da: Unter den angetrunkenen Probanden stachen die Mücken häufiger zu als unter der nüchternen Kontrollgruppe (Lefèvre et al., 2010). Aufgepasst also beim Bierkonsum im Freien – eventuell freuen sich unerwünschte Gäste über die kostenlose Lokalrunde.

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Kommentar von priesterlein
08.06.2016, 12:36

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