Warum habe ich als Ausdauersportler Probleme beim Radfahren?

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6 Antworten

Die Radtour war eine ungewohnte Belastung für dich, also war dein Körper nicht darauf eingesellt. Natürlich hast du eine allgemein gute Kondition durch dein regelmäßiges Ausdauersportprogramm, aber zum großen Teil passt sich der Körper auch sportartenspezifisch an. Das betrifft die Ausdauer, aber auch Dinge wie Ruhe-/Belastungs-/Maximalspuls, der nicht allgemeingültig ist, sondern immer für die jeweilige Art von Belastung gilt.

Ich kenne das selbst auch von mir: Ich gehe selbst (unter anderem) laufen und schwimmen. Wenn ich mal eine längere Zeit nicht schwimmen war, dann war es für mich schon schwierig, eine halbe Stunde durchzuhalten, obwohl ich vielleicht über Monate hinweg zuvor regelmäßig Läufe über 20-25 Kilometer Länge gesammelt hatte. Ich war dann auch erst einmal richtig außer Atem, bin nach 10 Minuten schon richtig langsam geworden.
Man kann es sich so vorstellen, dass der Körper ein Stück weit nach eingespielten Programmen arbeitet: Man gewöhnt sich mit der Zeit an bestimmte Bewegungsabläufe und wenn man mit etwas Komplett Neuem oder lange nicht mehr aktiv Betriebenen anfängt, dann startet man gewissermaßen erstmal wieder bei Null und muss seinen Körper wieder auf die Bewegungsabläufe einstellen.

Dieses Phänomen ist besonders dann ausgeprägt, wenn du eher dazu neigst, ein sehr routiniertes und starres Sportprogramm zu haben. Also jeden Tag die gleiche Länge, die gleiche Laufstrecke, der gleiche Schwimmstil, und so weiter. Damit eicht man seinen Körper auf ganz bestimmte Muster ein und man ist schnell überfordert, wenn da irgendetwas Ungewohntes kommt, obwohl man es rein konditionell eigentlich schaffen müsste. Es kann sich also lohnen, etwas mehr Abwechslung ins Training zu bekommen. Mal kürzer Läufe mit Tempoeinheiten, mal längere und langsamere, mal technikbetonte ruhige Schwimmeinheiten, mal lange Strecken, mal kurze Sprints. Dadurch wird man auf Dauer flexibler und widerstandsfähiger.

Durch deine gute Ausgangssituation wirst du aber sicherlich schneller Fortschritte machen als jemand, der zuvor kein Sport gemacht hat. Insofern würdest du wahrscheinlich bereits innerhalb weniger Wochen regelmäßigem Training bereits ein solides Level beim Radfahren entwickeln, wofür ein Unsportlichere vielleicht mehrere Monate brauchen würde.

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Kommentar von xLaraJacksonx
31.07.2016, 17:38

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich denke, dass du Recht hast. Beim Laufen und Schwimmen variiere ich schon recht viel, nur versuche ich halt immer auf meine Kilometer zu kommen. Da sind kurze Sprints nicht ausgeschlossen :) Ich werde mich mal langsam ans Rad fahren herantasten, vielleicht macht es mir ja auch mehr Spaß wenn ich besser bin!

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Ausdauersport ist nicht gleich Ausdauersport. Jeder Ausdauersport wirkt sich anders auf den Körper aus.

Ich  fahre viel Fahrrad und kann dazu nur sagen, dass es Dimensionen Unterschied sind, ob du Bergige Strecken fährst oder Flache oder an der Ost- / Nordsee.

Ich wohne in NRW, hier bei mir ist es eher Flach, ich fahre locker meine 50 - 60 Km ein - zweimal die Woche, manchmal auch mehr.

Wenn ich aber bei meinen Bruder im Allgäu zu besuch bin, wo es sehr bergig ist, bin ich nach 10 - 15 Km am Ende und die Luft ist raus.

Auch wenn du die nötigen Muskeln hast, ist es trotzdem für die Muskulatur ein unterschied, wie Sie beansprucht werden.

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Kommentar von xLaraJacksonx
31.07.2016, 11:05

Stimmt, da hast du Recht. Mir vergeht beim Radfahren generell schnell die Lust, daran könnte es auch liegen. Ich wohne im Harz und hier ist es sehr schwer ohne Berge. Wenn ich mal im Urlaub an der See oder in den Niederlanden bin, fahr ich auch lieber und besser Rad. Danke für die Antwort!

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Hallo Lara! Zunächst ist Ausdauer die Fähigkeit sportliche und andere Belastungen physisch (und psychisch) über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten und sich möglichst schnell nach sportlichen Belastungen zu regenerieren.

 Die entsprechenden Anforderungen werden in Schnelligkeitsausdauer, Kurzeitausdauer, Mittelzeitausdauer und Langzeitausdauer unterteilt. In Ausdauer steckt das Wort Dauer, man bekommt sie also nur wenn man sich über eine längere Zeit permanent bewegt - die Erfolge sind oft verblüffend.

Es gibt vieles was sich im Blutbild durch Ausdauertraining ändert. So der Hämatokrit-wert. Das ist der Anteil der festen Bestandteile des Blutes, also auch der roten Blutkörperchen. Diese Erythrozyten versorgen auch die Muskulatur mit Nährstoffen und Sauerstoff. Durch Ausdauertraining wird erreicht dass mit einer gewissen Menge Blut mehr Nährstoffe und Sauerstoff transportieren werden können - egal durch welchen Sport. Nur eben ausdauernd betrieben. 

Aerobes Ausdauertraining führt zur Vermehrung der roten Blutkörperchen. Aber das Ausdauertraining hat auch Auswirkungen auf die Muskeln. Das betrifft zunächst die Art der Muskelfasern. Ein Marathonläufer hat ca. 90% so genannter roter Muskelfasern. Sie begünstigen die Ausdauer. Es gibt auch eine erhebliche Erweiterung der Glykogenspeicher in den Muskeln und übrigens auch der Leber.

Durch Ausdauertraining wird auch die Atmung erheblich verändert. Sie wird quasi tiefer und es kommt zu einer Vergrößerung des Atemminutenvolumens - Ausdauer.

Die Frage nun - warum die Probleme? Was ist anders?

  • Andere Muskelgruppen. Wie besonders die Waden - trainierst Du bei Laufen nur an starken Steigungen gut.
  • Oben erwähnt : Die Muskelfasern, mit dem Rad fährst Du ja auch mal schnell.
  • Extreme und wechselnde Belastungen der Arme und besonders der Schulter - für Dich ungewohnt.

Übrigens : Eine Bekannte läuft Ultramarathon - 100 km, sogar in den Bergen, auch mal über 10 Stunden ohne Pause.

Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg.

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Radfahren in hügeligem Gelände erfordert Schmackes in den Beinen.

Der gute Radfahrer wird im Kraftraum gebacken, auf dem Rad wird bestenfalls die Ausdauer trainiert.

Das kannst Du selbst gut austesten, wenn Du ein Ergometer - das zeigt die Leistung in Watt an - hast, auf dem Du definierte Programme und Tests einstellen kannst.

Mach einen Inititialtest (z. B. WHO-Stufentest), nimm als Abbruchkriterium das Erreichen von 90 % HFmax bzw. wenn Du nicht mehr treten kannst.

Dann absolviere ein mehrmonatiges Krafttraining

- Beinstrecker (Squats mit Zusatzlast) - ganz wichtig!

- Beinbeuger

- Brust

- Rücken

- Bauch

Dann mache nach 3 Monaten den gleichen Test wieder, Du wirst erstaunt sein!

Um Deine Beine widerstandfähiger zu machen, kannst Du mal hin und wieder "Wandsitzen" üben.

Ab der 5. Minute wird es interessant ;-)

Günter

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So richtig beantworten kann man die Frage nicht. Wir wissen ja nicht, wie du gefahren bist und wie du sonst läufst (Tempo!)  ;o)

Mit anderen Worten: Es kann sein, das die Intensität der Radfahrt schlichtweg höher war als die beim Laufen. Und dann ist es logisch, dass dir Luft fehlt.

Klar ist, dass deine Akkus auch nicht auf 100% sein können, weil du ja täglich etwas machst. Dann ist der Muskelzucker schon weitgehend verbrannt, dein Körper muss anteilsmäßig mehr in die Fettverbrennung gehen und letztere wiederum braucht mehr Sauerstoff. Bei jedem Ausdauersport ist die maximale Leistung durch die maximale Sauerstoffaufnahme limitiert. Und danach ist entscheidend, welche Leistung mit diesem verfügbaren Sauerstoff erbracht werden kann^^

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Kommentar von xLaraJacksonx
31.07.2016, 11:07

Eigentlich bin ich ein recht schneller Läufer, während ich mit dem Rad gemütliche 20-25 km/h gefahren bin. Und das klingt logisch, dankeschön! 

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Das ist ja reine Trainingssache. Fahre regelmäßig Rad, dann wird sich Kondition schnell einstellen. Ich bin Mountainbiker.... Selbst wenn mal Rennradfahrer dazu kamen, die wirklich 300-400 Trainingskilometer Rennrad die Woche fuhren... Lass die mal 10 Kilometer Mojntainbike mit 800 hm fahren! Die fragen nach 1 h nach den Sauerstoffzelt!

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Kommentar von xLaraJacksonx
31.07.2016, 09:45

Na gut, dann werde ich mich wohl langsam ans Rad fahren abtasten. Wenn dann wohl erst mal mit dem Rennrad, das mir ein Kollege leihen kann. Dankeschön für dir Antwort!

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