Warum Grundgesetz nicht den Namen Verfassung trägt

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3 Antworten

Die Bundesrepublik Deutschland gab sich das Grundgesetz bei der Staatswerdung nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1949. Deutschland war damals noch geteilt. Daher fürchtete die verfassungsgebende Versammlung, dass der Begriff "Verfassung" diese Zweistaatlichkeit verfestigen könnte, wenn der Westdeutsche Staat durch eine Verfassung begründet wird. Man einigte sich daher auf den Begriff Grundgesetz.

Weil sich dieses Gesetz bewährt hat und man mit dem Begriff Grundgesetz unsere rechtsstaatliche Ordnung verbindet, hat man den Begriff auch nach der Wiedervereinigung fortgeführt.

Grundsätzlich ist die Antwort richtig und bei einem Kurzvortrag in der Schule könnte man das auch so vortragen. Ein paar Kleinigkeiten dennoch, nur der Vollständigkeit halber:

  • Das Gremium hieß "Parlamentarischer Rat" und nicht "Verfassungsgebende Versammlung" - auch wenn's von der Funktion her aufs selbe rauskommt.

  • Nach dem Selbstverständnis der (meisten) Mitglieder war es nicht Aufgabe, einen neuen Staat zu begründen (Vgl. Rede von Carlo Schmid).

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Weil das Grundgesetz als Provisorium, als Übergangslösung bis zu einer "richtigen" Verfassung für das ganze Deutschland gedacht war. Man hatte sich - glaub ich wenigstens - 1948 nicht vorstellen können, daß der Zustand der deutschen Teilung bis 1990 anhalten würde.

Das Grundgesetz war eine Übergangslösung, bis es (angedacht in 1948/1949) zu einer Widervereinigung kommen sollte.

Da es sich aber in der Zeit bis 1990 sehr gut gemacht hat und viele Dinge damit im Endeffekt einbehalten wurden, wurde der Name behalten.

Nomen est omen.

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