Warum gönnen Türken den Kurden kein Land?

8 Antworten

Die Türkei ist noch in sehr starkem Maße ein Nationalstaat alter Prägung und hatte auch nie eine föderale Struktur.

In diesem Punkt ist sie übrigens kaum anders aufgestellt als andere Länder: Spanien will Katalonien und das Baskenland nicht rausrücken. Frankreich hat für Basken und Bretonen ebenfalls wenig Verständnis (auch wenn da die Abspaltungskräfte weit geringer sind). Russland versucht sogar, vermeintlich verlorene Gebiete zurückzugewinnen. UK wird in absehbarer Zeit Nordirland nicht freigeben. In Norditalien gibt es starke Kräfte, die sich von Rom und dem Süden trennen wollen.

Die Palästinenser unterstützt die Türkei möglicherweise eher aus Kalkül als aus reiner Menschenliebe. Indirekt könnte dies auch ein Erbe der Kolonialzeit bzw. der Niederlage im 1. Weltkrieg sein: Die Briten haben den Türken ihr Kolonialreich abgenommen und die Gründung Israels vorangetrieben - folglich sind die ehemaligen Untertanen die Opfer der Gegner ("der Feind meines Feindes ...").

Die YPG wird als syrische Variante bzw. Ableger und Verbündeter der PKK angesehen. Außerdem sind sie für Erdogan politische Gegner (weit links) und viel zu erfolgreich. Erdogans Alptraum ist wahrscheinlich, dass die YPG als kampferprobte Freischärler-Armee, die dem IS standgehalten hat, sich demnächst in den kurdischen Gebieten der Türkei einmischen könnte.

Warum hat er sie dann sofort bekämpfen lassen als sie fast ein Land bekommen hätten? Warum nicht erst wenn sie schon ein Land haben und dann die Türkei dran wäre? Btw, der IS sollte mit der Hilfe der Türkei, die Kurden in Syrien umbringen lassen, aber als Erdogan bemerkte, dass die Kurden in Syrien viel stärker ist und sie den IS fast ausgerottet haben, musste er selber an die Arbeit (mit der Hilfe der überlebenden IS Kämpfern)

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@SOSxHelp

Im Irak haben die Kurden bereits quasi einen eigenen Staat und eine sehr gute Armee dazu, die Peschmerga. Weshalb sollte Erdogan abwarten, bis sich das in Syrien wiederholt, womöglich unter dem Schirm der USA? In meinen Augen hat er ziemlich lange gewartet ... vielleicht, um nicht am Ende doch noch direkt mit dem IS zu tun zu bekommen. Außerdem musste er sich erst mit Russland und dem Iran abstimmen. Das hat offenbar auch ne Weile gedauert.

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@SOSxHelp

Du hast eine Frage gestellt. Die wurde (mehrfach) beantwortet. Wenn du das anders siehst, ist das deine Sache. Irgendwelche Propagandabildchen interessieren mich nicht, und auch keine ausgedehnte Diskussion über das Thema.

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@Traconias

Meiner Meinung nach wurde sie immer noch nicht beantwortet aber Danke dir dass du überhaupt geantwortet hast, nicht so wie die 50 anderen die die Frage ignoriert haben.

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Wenn die syrischen Kurden ihren eigenen Staat bekommen, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich die Kurden in der Türkei lieber diesem Staat anschließen wollen, als in der Türkei zu bleiben. Das ist keine Rechtfertigung für das Vorgehen der Türkei, aber es gibt auf jeden Fall einen Zusammenhang.

Naja das denke ich nicht... viele Kurden in der Türkei wurden manipuliert und sind eher für die Türkei

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@SOSxHelp

Das kann ich nicht beurteilen, aber ein kurdischer Staat hat auf jeden Fall eine Symbolwirkung, deren Folgen nicht wirklich absehbar sind. Und es geht ja auch nicht nur darum, was die Bevölkerung denkt, sondern z.B. auch, wie die PKK darauf reagiert.

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@Krukow

Krukow

ich weiß ja nicht auf welchem planeten du lebst aber auf der erde im nahen osten im nord irak gibt es schon seit jahrzehnten einen kurdistan.... wieso wird das nicht als kurdenstaat akzeptiert, ich sags dir, nord irak-autonomiegebiet kurdistan hat sehr gute beziehungen zur türkei+ kämpfen beide gegen die pkk im nordirak............................. die kurden im nordirak sind größten teils sunnitisch, wobei die pkk kurden gegen diese sind.........

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Wer gönnt wem was nicht? Ach, das verstehst du eh nicht, hat also keinen Wert, es dir zu erklären. Aber nenn YPG nicht Kurden! Die sind genau so wenig für Kurden da, wie die PKK. PKK ist offiziell verbündet mit PYD ( PYD politische Partei in Syrien ), und der bewaffnete Arm (auch offiziell) der PYD ist YPG, in der die Kämpfer von der PKK ausgebildet werden und zum Teil auch selbst alte PKK Kämpfer waren!

Stell dir das so vor

             Verbündet
PKK     <————> PYD
                                   Bewaffneter Arm YPG

Also ist die YPG auch gleichseitig eine Unterorganisation der PKK.
Wenn du verstehst, dass die Türkei die PKK bekämpft, dann doch auch, dass sie die YPG bekämpfen:)

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Erst einmal sollte man es meiden. Kurden mit der PKK gleich zu setzen. Die PKK ist eine Terrororganisation auch für die EU und USA und sind daher verboten. Die PYD sind PKK-Terroristen, die sich in Syrien breitgemacht haben. Der Name ändert nichts an der Tasache, dass diese eine Terrororganisation sind. Die PKK kämpft aus den Bergen im Irak gegen die Türkei und die PYD kämpft aus dem Norden Syriens gegen die Türkei. Und genau das möchte die türkische Regierung verhindern und hat die Offensive in Syrien am Laufen, was alle Kriegsbeteiligten in Syrien, wie NATO, Frankreich, Russland, Deutschland, Syrien etc. verstehen und begrüssen.

Die 14 Millionen Kurden in der Türkei möchten keinen kurdischen Staat. Auch jene Kurden, die vor 5 Jahren aus Syrien (z.B. Afrin) in die Türkei flüchten mussten, möchten auch keinen kurdischen Staat, wie es die PYD (syrische PKK) angedacht hat. Die kurdischen Flüchtlinge möchten gerne mit ihren arabischen Nachbarn zurück in ihre Heimat nach Afrin und Umgebung. Und genau deshalb kämpft die türkische Regierung gegen diese Terrororganisation PYD, welche das Ziel verfolgen das bestehende Land Syrien zu spalten bzw. zu zerteilen.

Ich habe nichts gegen Roma’s. Aber ehrlich gesagt würde ich es auch nicht wollen, dass im heutigen Bayern ein Staat der Roma entsteht. Auch wenn in deutschen Schulen nur noch die Sprache der Romas gelernt werden würde, wäre störend. Oder würdest Du das unterstützen wollen? Sind wir deshalb keine Gönner?

https://youtube.com/watch?v=czEie06p_SY

Im Gegensatz der Roma in Europa werden die Kurden in der Türkei als Menschen akzeptiert und haben nicht mindere Rechte als alle anderen Ethnien in der Türkei. Sie haben sogar einen eigenen Staats TV Sender der 24 Stunden Kurdische Sendungen zeigt. Davon können Roma in Deutschland nur träumen.

https://www.youtube.com/watch?v=rS7D2HbvIDQ

Hier findest Du alle türkisch- und kurdisch-sprachigen TV Sender und türkischen Tageszeitungen:

http://www.anten.de/Turksat_Frekanslari_A-Z.pdf

https://turkishpress.de/titelschlagzeilen-tuerkischer-tageszeitungen

Wer sind die Kurden überhaupt und warum ist Kurdistan Thema? Das wissen viele von uns Deutschen nicht, weil wir uns nur einseitig über unsere deutschsprachigen Medien zum Thema Türkei verständigen, was sehr problematisch ist. Denn das Ziel besteht aus einigen kleinen Kreisen, die Türkei zu schwächen, und Deutschland, die Schweiz und Österreich machen da voll mit. Die Wahrheit sieht aber so aus:

Die Türkei als Vielvölkerstaat besteht aus über zwölf grösseren und unzählig kleineren Ethnien. Die Kurden sind eine davon. Heute sind die Kurden wieder ein Bestandteil der türkischen Gesellschaft.

Seit Erdogan haben die Kurden wieder die gleichen Rechte wie alle Bürger der Türkei. Davor war das noch nicht so, weil 1923 ein von den Kurden geforderter Staat die Hunderte Jahre dauernde Beziehung zur Türkei zerstörte. Das wiederum geschah deshalb, weil die Engländer und Franzosen im 1.Weltkrieg den Kurden einen Staat in Aussicht gestellt hatten. Sie benutzten einen kleinen Teil der Kurden im Krieg gegen das Osmanische Reich (Türkei). Sie wurden als Terroristen eingesetzt, um das Osmanische Reich von innen zu schwächen. Die Türken gewannen am Schluss mit Atatürk den Krieg gegen die Engländer und Franzosen und deshalb blieb der eigene Staat für Kurden nur ein Traum. Davor war das nie ein Thema.

Im Osmanischen Reich waren die Kurden genauso integriert wie heute und kämpften mit dem Osmanischen Reich gegen äussere Einflüsse. Die ca. 14 Mio. Kurden, die es in der Türkei gibt, sind weitgehend in die Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur integriert und haben keine Probleme mit dem Türkischen Staat. Im Gegenteil, es gibt kurdische Minister und Erdogans AKP (Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt) besteht aus einem Drittel Kurden (über 30%).

Ganz wichtig ist es, zwischen Kurden und der PKK einen Unterschied zu machen. Denn die PKK hat nichts mit dem mehrheitlichen Willen der in der Türkei lebenden Kurden gemeinsam.

In der Türkei ist die Mehrheit der Kurden gegen diese PKK, die wie gesagt als Terrororganisation in vielen Ländern der Welt verboten ist. Die PKK hat auch viele Schwester-Organisationen, die an diversen Orten mit anderem Namen genauso mit Waffen und Terror tätig sind. Aktuelles Beispiel sind die PYD(YPG), welche die syrische Form der PKK darstellt.

Die türkische Regierung hat nichts gegen Kurden. Also, wenn man in deutschen Medien hört, Kurden werden von der Türkei angegriffen, dann ist das eine Fehlinformation. Denn die Türkei würde nie Kurden angreifen. Die Türkei greift die Terrororganisation PKK an. PKK und Kurden werden oft verwechselt, so dass deutsche Bürger unbewusst sich für eine verbotene Terrororganisation einsetzen. Das muss man ganz klar sehen.

Schaut selber, was die Türken und Kurden dazu sagen:

https://www.youtube.com/watch?v=htD5BaY9Ucg

https://www.youtube.com/watch?v=j4sPHSkF4c0

Und was Erdogan über die Kurden denkt:

https://www.youtube.com/watch?v=9kAsmvQhbXQ 

Danke für die Mühe

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Welches Land ist denn bereit teile des eigenen Landes an Jemand anderen abzugeben?

Die Kurden sind das größte Volk der Erde ohne eigenes Land, ohne nationale Identität.

Bemerkenswert dabei, der berühmte Sultan Saladin, der den Nahen Osten im 11. Jahrhundert befriedete und mit Richard Löwenherz einen Ausgleich herstellte, war übrigens Kurde.

Was die Türken von den Kurden (zu Unrecht) wollen ist das, was sie selbst, wenn sie in anderen Ländern sind strikt ablehnen (mit Recht) nämlich Assimilation.

Die Türkei beführtet, dass die Einräumung von Minderheiten Rechten (wie in Deutschland für die Sorben, die dänische Minderheit, in Dänemark für die deutsche Minderheit, in Italien für die Bewohner des Aostatals usw.usw.) dazu führen würde, dass die Kurden dann irgendwann den eigenen Staat wollen.

Und genau deswegen sollten sich Deutsch-Türken hier in Deutschland auch assimilieren... Sonst fordern sie irgendwann ein Land in ihrem eigenen Land... völliger schwachsin das ganze.

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@Fusionismus

Man muss sich nicht assimilieren um ein guter Mitbürger zu sein. Es reicht die Gesetze zu beachten und zu achten und die Kultur des Landes in dem man lebt , als die dort vorherrschende zu akzeptieren.

Dann kann man auch sehr gut seine eigene Kultur leben. Den Sorben gelingt das in Deutschland, den Friesen, der dänischen Minderheit in Schleswig.

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@wfwbinder

Aber sehen wir mal die Realität und schweben nicht in der Utopie.... Wie vielen Türken in Deutschland gelingt das ? Also ich kenne keine... und ich lebe in NRW, das sagt schon einiges aus.

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