Warum gleich Scheidung?

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11 Antworten

Mag sein, dass Deine persönliche Wahrnehmung eine andere ist, aber die realen Zahlen geben Deinen Eindruck nicht wieder.

http://www.bib-demografie.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Working\_Paper/2013\_1\_ehescheidungen\_deutschland.pdf?\_\_blob=publicationFile&v=4

Ehe als Versorgungsgemeinschat hat weitgehend ausgedient und der bewusste Teil der Gesellschaft sieht sie als partnerschaftlich ohne größere Illusionen. Wenn die Ansprüche nicht (mehr) erfüllt werden, ist man/frau ziemlich pragmatisch. Außerdem sind nichteheliche Lebensformen mittlerweile weitestgehend abzeptiert. Geplante Ehen, die Partnerschaft, Kinder, Finanzen berücksichtigen, halten erstaunlich lange.

Weiterhin hoch ist das Scheidungsrisiko, je jünger die Paare bei der Eheschließung sind und selbstverständlich spielt das Bildungsniveau eine Rolle. Nach wie vor sind Frauenkarrieren in bildungsfernen Schichten immer noch auf eine zu kurze Berufstätigkeit ausgerichtet, viele arbeiten 2 oder 3 Jahre, um sich dann auf eine Ehe mit einem Kevin einzulassen, der selbst auch nur in prekären (Arbeits-)verhältnissen lebt. Hier werden aktuell mehr Ehen geschieden als geschlossen, weil solche Paare weder intellektuelle noch finanzielle Möglichkeiten zu Interessenausgleichs-Prozessen wie Paartherapie haben. Hier gilt die Faustregel: einfache Gemüter, die ihre Märchenvorstellungen auf Hochzeitsmessen und monatelange Hochzeitsvorbereitungen projizieren, haben mit Sicherheit die höchste Scheidungsquote.

Insgesamt ist die Scheidungsquote leicht rückläufig, liegt aber nach wie vor stabil bei 35%.

Nach meiner persönlichen Erfahrung als Baby-Boomer (Jg. 1959) in einem bildungsbürgerlichen Milieu einer westdeutschen Großstadt sind die Beziehungen erstaunlich stabil. Viele haben verschiedene Lebensformen ausprobiert, man hat mehrere Konfliktlösungsmodelle zur Verfügung und legt auch einmal Pausen ein, aber meine Liebste und ich halten es mit der Vorstellung: Wir werden hoffentlich in 20 Jahren oder so zusammen auf der Parkbank sitzen und über die Passanten feixen, was dazwischen passiert, ist noch unklar.


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Susanne464 12.04.2016, 05:59

6 Stellige Zahlen, dass ist heftig hätte ich jetzt nicht gedacht.

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Einfach so lässt sich keiner scheiden. Und sehr schnell geht das auch nicht.

Probiert die Ehe zu retten hat man vor dem Entschluss der Trennung. 

Nicht immer haben Außenstehende mitbekommen, dass es kriselt. Für die ist es dann vielleicht überraschend und plötzlich. 

Wenn ein Paar nicht mehr zusammen bleiben kann ist es eine logische Konsequenz dass man auch kein Ehepaar mehr auf dem Papier sein möchte.

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Susanne464 12.04.2016, 16:31

das stimmt

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Die Paare die ich kenne, die waren gar nicht richtig in ein änder verliebt. Die sind irgendwie in jungen Jahren zusammen gekommen und dann hat es sich ergeben. Zwischendurch hätte man schon ein Paar mal sich getrennt, aber dann kamen die Kinder und das Haus und damit viele Probleme. Und diese halbherzigen Beziehungen überstehen diese Probleme eher nicht. Dazu kommt oft mangelnder Sex, wenn die Kinder klein sind

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Oftmals haben Scheidungen einen wirklich triftigen Grund. Da wurde vorher schon 100 mal was "miteinander" gemacht. Irgendwann hat einer oder beide Seiten keine Kraft mehr. 

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Liegt auch daran, was man Ihnen vorgelebt hat. Konflikte, Bewältigung, Glück, Scheidung...sie sind zwar nicht hirnlos und somit selbstbestimmt, aber die Vorbilder bestimmen auch die Ernsthaftigkeit in einer Beziehung in Bezug auf die Erwartungen.

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Susanne464 12.04.2016, 05:21

ja leider

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Meiner Meinung nach sind viele Menschen viel zu schnell bereit Kinder zu zeugen und zu heiraten, man sollte sich viel mehr Zeit nehmen es ist oft so dass ein Partner sich in eine andere richtung bewegen möchte und der andere dass nicht nach voll ziehen kann. Ich denke man sollte sich schon einige jahre zumindest kennen bevor man heiratet.

Frage mich auch oft warum manche Menschen sich nicht mehr Zeit nehmen. Heiraten ist kein liebesbeweiß wenn man sich erst ein paar Monate kennt das ist einfach nur dumm meiner Meinung nach. 

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Susanne464 12.04.2016, 05:12

Gut, aber wie viel Jahre ist genug Zeit, ich war mit meinem ersten Mann 6 Jahre zusammen bevor wir heirateten , das hielt dann leider auch nicht. Ist ewig her.

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MonikaDodo 12.04.2016, 05:26

Ich habe meinen 1. Mann ein Jahr gekannt und wie waren 17 Jahre verheiratet.... Wie lange man sich vorher kennt, spielt meiner Meinung nach eine untergeordnete Rolle.

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Vollhorst123 12.04.2016, 05:48
@MonikaDodo

Kenenlernen ( wachsende Liebe ) und meinen ihn zu kennen ( Illusion / Erwartungen  ), sind zwei unterschiedliche Schuhe. 

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Vollhorst123 12.04.2016, 05:56
@Vollhorst123

Ich denke, viele sehen Heiraten auch als Status ( wie das erste Mal sex mit 14 ) und da reden sich viele zu viel etwas ein nur um diesen Status zubekommen und ihrem Umfeld von ihrem scheinbaren tollen Glück zu schwärmen. 

Dabei haben sie nicht auf die Liebe und den wahren Partner geachtet, ob er wirklich etwas für die Ewigkeit ist. Sie haben eher nur für den Moment und den Status geachtet ( Zweck ) statt zu sehen, was in 20 oder 30 Jahren ist.

Auch denke ich, dass viele menschen durch x-fache frührere beziehung, in ihrem Verhalten verwöhnt bzw verletzt wurden, und somit von vornerein gar nicht fähig sind, einen Partner dauerhaft zu lieben und zu vertrauen.

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Weil die ehe keinen Zwang mehr darstellt wie früher, heutzutage ist es in der Gesellschaft akzeptiert das man sich trennt wenn es nicht läuft.
Der Mensch weiß nicht mehr was er am anderen hat. Man wird als Egoist erzogen und einem wird ständig und überall eingeredet das man frei sein muss.

Außerdem ist es der einfachste Weg.
Wenn man sich trennt gibt das zwar erstmal eine menge ärger aber die neue Liebschaft lockt einem ja schon.

Wenn man zusammen bleibt müsste man sich ja mit seinen Problemen auseinander setzen (wie furchtbar) und eventuell eingestehen das man etwas falsch gemacht hat. Das bedeutet so viel Arbeit und wenn man das vollbracht hat ist es ja nur wieder wie vorher (wie langweilig).

Eine Beziehung und Ehe bedeutet immer Arbeit und zwei offene Augen für den Partner. Wer den anderen als selbstverständlich hin nimmt entfernt sich von ihm.

Das verstehen aber leider die wenigsten in unser viel zu schnell lebenden Gesellschaft.

Ich hoffe ich konnte dir ein Fenster öffnen :)

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Weil es gesellschaftlich nicht mehr verachtet wird. Wenn der Zwang weg ist kann jeder für sich entscheiden. Dann bleibt halt noch der Charakter der Person. Aber den kennst du ja, du hast sie ja geheiratet

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ich würde sagen, das hat damit zu tun dass sich die Lebensumstände geändert haben. Irgendwie hab ich auch den Eindruck dass wir heute mehr Stress ausgesetzt sind als noch vor 50 jahren oder so. Was auch mit der ständigen Erreichbarkeit zu tun hat. Ich meine, ich kenne das, ich muss 24 stunden, 7tage die woche 4 erreichbar sein. Irgendwann ist man ausgelaugt und müse, worunter dann auch die Beziehung und die Ehe leiden. Muss nicht so sein, könnte ich mir aber so vorstellen

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Weil die Scheidung hierzulande so furchtbar einfach und schnell ist, was dazu führt das die Leute nicht mehr großartig überlegen bevor sie die Ehe schliessen - Geblendet von Steuervorteile und anderen Dingen geht man dieses Risiko wohlwissend ein.

In anderen Ländern, beispielsweise Philippinen ist das nicht so einfach. Dort gibt es keine Scheidung - die Ehe kann hier nur unter bestimmten Gründen für ungültig erklärt werden. Dafür werden jahrelang irgendwelche Gutachten angefertigt wo man z.B. beweisen muss das der Partner einen psychischen Knacks hat. Ausserdem dauert eine solche Annulierung gut und gerne 3-4 Jahre und der durschnittliche Philippino hat auch gar kein Geld sich diese Annulierung (umgerechnet ca. 5000€) zu leisten. Steuervorteile gibts dort drüben auch keine. Deshalb überlegen es sich die Leute dort gut ob sie heiraten oder nicht, und die Scheidungsrate dort geht auch gegen 0.

Aber hier, bei der Masse an RTL/RTL2 Zuschauern...

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Susanne464 12.04.2016, 05:57

Da fragt man sich ob das die richtige Lösung sei,,,,,,bei uns ist es natürlich extrem einfach mal ne Scheidung einzureichen.......danke für deine Antwort

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WismecRX200 12.04.2016, 06:12
@Susanne464

Die Kehrseite ist natürlich, das dort drüben ganz viele Frauen bis an ihr Lebensende unglücklich verheiratet sind und niemals genug Geld für die Scheidung haben werden...

Trotz alledem ist die Scheidung hierzulande viel zu einfach und die Steuervorteile + Moralvorstellung in Deutschland verführen zusätzlich zu einer unüberlegten Heirat was wiederrum in einer hohen Scheidungsrate resultiert.

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Facebook. Gleichberechtigung. Hormone. Moralischer Verfall. YOLO.

Vielleicht auch einfach nur Zeitgeist?

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