Warum glauben viele Menschen nicht an Gott?

19 Antworten

Hallo freakib,

ob jemand dem Religiösen zu- oder abgewandt ist, hängt sicher vom eigenen Erleben und den Eindrücken, die man im Laufe seines Lebens darüber gesammelt hat, ab und wie man selbst dies dann alles gedanklich verarbeitet.

Leider haben die Religionen in ihrer Gesamtheit einen denkbar schlechten Eindruck im Laufe der Geschichte hinterlassen, so schlecht, dass sich viele Menschen gerade deswegen von jeglichen religiösen Vorstellungen gelöst haben. Zu viele schlechte Taten sind im Namen der Religion oder unter ihrem Deckmantel vollbracht worden, sowohl von den religiösen Führern als auch von ihren Anhängern. In der Zeitung Chicago Tribune war zu lesen: „Jede größere Glaubensgemeinschaft predigt Frieden, Brüderlichkeit und Barmherzigkeit, dennoch erfolgten in der Geschichte die grausamsten und unbarmherzigsten Unterdrückungen im Namen Gottes ".

Ganz sicher spielen auch die vielen religiösen Lehren über Gott eine Rolle, die ihn als grausamen, unversöhnlichen Despoten darstellen ( siehe z.B. Höllenlehre) oder als eine unerklärbare, mystische Dreieinigkeit. Außerdem sind die Religionen den Menschen die Antworten auf viele Fragen des Lebens schuldig geblieben, z.B. : "Was ist der Sinn des Lebens?", "Warum lässt Gott das Böse zu?" oder "Was geschieht beim Tod?". Hinzu kommen eine Menge von Behauptungen, die die Religionen aufgestellt haben, die in direktem Widerspruch zu wissenschaftlichen Tatsachen stehen.

All das und noch viel mehr hat in vielen eine Antipathie gegen Religion an sich entstehen lassen, was sehr gut nachvollziehbar ist. Ich möchte im folgenden einige persönliche Gründe nennen, warum ich mich nicht vom Religiösen abgewendet habe, obgleich ich die angesprochenen schlechten Früchte der Religionen selbst auch zutiefst verabscheue.

Ich habe einen Gott entdeckt, der anders ist, als der von vielen Beschriebene - ein Gott voller Liebe, Zuneigung und Barmherzigkeit, der kein Unrecht tut. Ich habe gemerkt, dass er nicht ein Gott ist, der uns Menschen fern ist, ein Gott der erfahrbar und erlebbar ist, der Gebete wirklich erhört.
Ich musste verstehen lernen, dass meine eigene innere Haltung und Einstellung ihm gegenüber ausschlaggebend dafür ist, ob ich einen persönlichen Zugang zu ihm erhalte. Mir wurde auch klar, dass jemand nur dann Gott finden kann, wenn er ein Suchender ist.

Da ich ein sehr realitätsbezogener Mensch bin, käme es nie für mich infrage, wissenschaftlich fundierte Tatsachen wegen irgendwelcher Glaubensvorstellungen zu ignorieren. Das hat mir mein Glaube auch noch nie abverlangt.

Meine Glaubensüberzeugungen verfestigten sich besonders dadurch, dass ich beobachten konnte, dass der Glaube an Gott Menschen zu besseren Menschen machen kann und es auch tatsächlich tut: aus verhassten Kriegsgegnern werden Brüder, die tiefe Zuneigung zueinander verspüren, aus verantwortungslosen Trunkenbolden werden treu sorgende Familienväter, aus aggressiven Bandenführern werden durch und durch friedliebende Bürger, aus Drogenkriminellen werden Menschen, die sich selbstlos zum Wohl anderer einsetzen. Menschen, die sich nie zuvor begegnet sind, opfern viele wertvolle Stunden zum Wohl des anderen auf, sind sogar bereit, ihr Leben für den anderen zu opfern. Ich begegne Menschen, die bis in den hintersten Winkel ihres Herzens ehrlich sind und auf die ich mich zu hundert Prozent verlassen kann, Menschen, die ihre eigenen Interessen ganz hinten an gestellt haben und sich für andere verausgaben. Ich erlebe Tag für Tag Liebe in Aktion und weiß, dass sich meine Erfahrungen millionenfach mit diejenigen multiplizieren lassen, die Gleiches und Ähnliches erfahren.

Wodurch sind diese Menschen das, was sie heute sind? Sie sind es nicht allein dadurch geworden, dass sie hart an sich gearbeitet haben oder einfach bessere Menschen aufgrund ihrer Veranlagung sind. Wenn sie an dieser Stelle aussagen könnten, dann wäre ihr Bekenntnis klar und eindeutig: weil es einen lebendigen Gott gibt, der ihnen die Kraft gegeben hat, neue Persönlichkeitsmerkmale und Charakteristika zu entwickeln. Dies selbst zu erfahren und an vielen anderen zu beobachten, zählt zu dem Überzeugendsten, das ich je an Religion erlebt habe und es prägt mich bis auf den heutigen Tag.

LG Philipp

Ich bin als Buddhist ein religiöser Atheist und für mich ist die Existenz eines allmächtigen Schöpfergottes einfach nicht schlüssig und plausibel.

Seine Eigenschaften wie Ewigkeit und Allmacht widersprechen allen bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft. Das macht ihn wenig plausibel.

Viele Fragen, für deren Beantwortung früher ein Gottesbild herhalten musste, können heute auch rational und wissenschaftlich erklärt werden.

Es gibt keine Hinweise auf seine Existenz, da die so genannte "Schöpfung" auch ohne solch eine göttliche Intervention entstanden sein kann.

Seine angeblichen Botschaften und Taten in religiösen Schriften sind voller menschlicher Schwächen, wie Rachsucht, usw.

Auch wenn ich die Existenz Gottes nicht gänzlich ausschließen kann, bin ich bereit sie zu verneinen - die Beweislage ist mir einfach zu dünn.

Ich schließe nicht aus, dass es "höhere Gesetzmäßigkeiten" gibt, die so komplex sind, dass wir sie mit unserem Verstand nicht erfassen können.

Ereignisse, die diesen "kosmischen Gesetzen" folgen, erscheinen und womöglich chaotisch und zufällig, da wir nicht in der Lage sind, sie zu verstehen.

Dazu bedarf es aber keines personifizierten Gottesbildes.

Wenn andere Menschen mit einer Gottesvorstellung ein friedlicheres und glücklicheres Leben führen, habe ich absolut nichts dagegen.

Einer zu konservative Auslegung von "Gottes Wort", die Menschen unfrei macht und Diskriminierung fördert, widerspreche ich allerdings.

Es gibt die stichhaltigen Hinweise für ein Sein und Wirken Gottes.

Man sollte diese aber im Kern nicht in religiösen Schriften suchen, sondern primär in anschaulicher und tiefgründiger Philosophie.

"Gott" lässt sich logischerweise nicht beweisen, weil wir (uns) nur etwas beweisen können, was wir "Erdwürmer" meinen anhand unseres (noch) sehr begrenzten Verstandes zu verstehen. Da liegt vieles noch unerschlossen in uns !

Das zeigt sich deutlich am Beispiel der Physik-Wissenschaften.       Deren Wissen ist nun mal limitiert und dieses Wissen geht bei fundamentalen Fragen sogar größtenteils noch "voll vorbei" !

Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Schwerkraft (Gravitation). 

Es gibt keine Gravitation, so wie die Physik- Wissenschaft meint diese erklären zu können / wollen, es aber einfach nicht gelingt !

Diese Sturheit und Eitelkeit mancher Wissenschaftler lässt erst   gar kein Erkennen von "höheren" Wahrheiten zu, auch weil spirituelle Erkenntnisse von vorne herein erst gar nicht akzeptiert werden. Das wird so nichts !

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@AllesLiebe12

Wenn die Existenz Gottes nicht beweisbar ist, dann bleibt diese Behauptung eben eine Theorie.

Damit habe ich kein Problem -  aber eben all jene Gläubigen, die unbedingt meinen, Fakten schaffen zu müssen, die es nicht gibt.

Wie ich selber sage, gibt es möglicherweise durchaus Prinzipien, die wir intellektuell nicht erfassen, oder objektiv beweisen können.

Aber zu behaupten "Gott gibt es, wir sind nur zu beschränkt ihn zu verstehen" halte ich dann doch für etwas zu einfach. 

Es gibt Erfahrungsgewissheit ("Ich habe Gottes Gegenwart gespürt") und objektives Faktenwissen ("Gottes Existenz ist bewiesen, da...").

Nur weil wir meinen, die Gewissheit zu haben, bedeutet das nicht, dass es sich tatsächlich um objektive Fakten handelt.

Mir fällt als beispiel Dr. Timothy Leary ein.

Experimente gelten so lange als wissenschaftlich, so lange sie objektive Kriterien anwenden, in Formeln festgehalten werden usw.

Ein Drogen-Selbstversuch bringt womöglich Erkenntnisse, die jedoch auf einer subjektiven Ebene hängen bleiben.

Wenn man sich nun hinstellt und sagt

"Ich weiß jetzt wie ein neuronaler Schaltkreis abläuft - aber damit die Herren Professoren es auch verstehen, muss ich sie nun bitten, Halluzinogene zu konsumieren, wodurch sie ihre Objektivität verlieren..."

So funktioniert das eben nicht. Man kann transpersonale (Gottes-) Erfahrungen, eben nicht in einer Formel zementieren, weil es eine zutiefst persönliche, subjektive Erfahrung ist.

Daher wird es einen objektiven "Gottesbeweis" womöglich nie geben, weil die Wissenschaft keine subjektive Erfahrungsgewissheit gleichberechtigt mit gesicherten Fakten sieht.

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Seine Eigenschaften wie Ewigkeit und Allmacht widersprechen allen bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft.

Das möchte ich bitte genauer erklärt haben, wenn es möglich ist. Ich sehe keine Widersprüche...

Gruß Fantho

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@Fantho

Es gibt kein uns bekanntes Lebewesen mit diesen Fähigkeiten und sie kämen auch in Konflikt mit den Naturwissenschaften.

Natürlich kann man behaupten, Gott sei nicht an diese Regeln gebunden - aber das macht seine Existenz auch nicht wahrscheinlicher.

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@Enzylexikon

Es gibt kein uns bekanntes Lebewesen mit diesen Fähigkeiten

In allen spirituellen Weisheitslehren wird jedoch von 'Gott' als einem energetischen Geistwesen geschrieben

und nicht als ein anatomisch-menschlich-organisch-mechanistisches Wesen

Sollte dies so sein (energetisches Geistwesen), dann kann hier sehr wohl von einer Ewigkeit als Eigenschaft dieses energetischen Geistwesens geschrieben werden

unvergänglich, ewig

Dies besagt schon der Energieerhaltungssatz (Naturwissenschaft), dass Energie weder zerstört werden kann, noch erschaffen wurde..

sondern schon immer Bestand haben musste...

Was die Allmacht betrifft, nun, diese wissenschaftlich beweisen zu wollen, ist schlichtweg nicht möglich, weil wir hierfür nicht die Möglichkeit ('Macht') besitzen, da wir eben nicht diese Eigenschaft aufweisen. Um diese Eigenschaft Gottes beweisen zu wollen, müssten wir diese ebenso aufweisen, doch dann wäre die Allmacht (Gottes) keine 'übernatürliche' Eigenschaft mehr....

Gruß Fantho

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Seine Eigenschaften wie Ewigkeit und Allmacht widersprechen allen bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft. Das macht ihn wenig plausibel.

 

Das soll ein Scherz sein, oder?  Oder versuchst Du als Ameise (ein Bild für uns Menschen) zu sagen, es gäbe den Mensch der dich im Reagenzglas hat aufgrund von Wissen und Erkenntnis zu nicht?

 

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@Einmischer

Das soll ein Scherz sein, oder?

Keineswegs.

Oder versuchst Du als Ameise (ein Bild für uns Menschen) zu sagen, es gäbe den Mensch der dich im Reagenzglas hat aufgrund von Wissen und Erkenntnis zu nicht?

Korrekt - was wir nicht auswerten, berechnen, oder auf andere Weise erfassen können, existiert für uns nicht.

Wer etwas anderes behauptet, muss diese Aussage hinreichend belegen - oder es bleibt eine bloße Behauptung.

Ich behaupte, es gibt ein unsichtbares, rosa Einhorn - so lange ich keinen Beweis dafür erbringen kann, ist das eine bloße Behauptung.

Das gleiche gilt auch für einen alten Mann mit Rauschebart auf einer Wolke, oder andere Gottesvorstellungen.

Sonstiges

Ich respektiere es wirklich, wenn Menschen an Gott glauben, aber ihr Auftreten ist manchmal einfach nur peinlich

Ich glaube, ein großes Problem ist, dass einige Gläubige meinen, ihre Vorstellungen als faktische Wahrheit verkaufen zu müssen.

Diese Gruppe meint, in einer materialistischen, rationalen Welt nur auf dieser Schiene ihren Glauben rechtfertigen zu müssen.

Dabei spricht überhaupt nichts dagegen zu sagen, "Ich glaube daran, auch wenn es irrational und unlogisch erscheinen mag"

Hat der Gläubige so viel Angst als geistig minderbemittelt zu gelten? Oder versaut es ihm seine geplanten Missionierungsversuche?

Einen anderen Grund, außer religiösem Fanatismus, gibt es für mich nicht, den eigenen Glauben als objektive Wahrheit verkaufen zu wollen.

"Ich weiß, das ich nichts beweisen kann - sondern einfach an die Wahrheit dieser Lehre glaube und subjektives Erfahrungswissen habe".

So schwer ist dieses Geständnis nicht, finde ich. Ich selbst bin ein religiöser Mensch und würde obiges sofort unterschreiben.

Wer aber meint, andere mit angeblichen Beweisen überzeugen zu müssen, wird sich über kurz oder lang lächerlich machen.

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Ja, warum sollte man denn an einen glauben? Nenne mir auch nur einen plausiblen Grund, und ich fange umgehend damit an.

Viele Menschen glauben wohl aus folgenden Gründen nicht daran:

- Es gibt keinerlei Anzeichen, welche für die Existenz eines wie auch immer gearteten Gottes sprächen.

- Wir wissen, daß unsere Welt ohne göttliche Hilfe entstehen konnte.

- Wir wissen, daß unsere heutigen Religionen zu einer Zeit entstanden, als man sich die Entstehung unserer Welt noch nicht erklären konnte.

- Wir wissen, daß alle angeblich "heiligen" Schriften von Fehlern übersäht sind. Fehler im Bereich der Geographie, der Physik, der Atronomie, der Biologie und nicht zuletzt Fehler im Bereich der Geschichwissenschaften.

- Wir wissen, daß unsere heutigen Götter (sowie eine Vielzahl religiöser Geschichten) umgeschrieben wurden, also auf älteren basieren, an die heute keiner mehr glaubt.

- Wir wissen, daß jeder Kulturkreis seine eigenen Götter hatte/hat.

- Wir wissen, daß der Mensch lediglich ein Trockennasenaffe ist, welcher
sich, wie alle anderen Arten auch, über Millionen/Milliarden Jahre entwickelte, und dies auch weiterhin tut.

- Wir wissen, daß der Mensch nicht besser oder höher entwickelt ist als andere Lebewesen.

- Wir wissen, daß es NEBEN dem Menschen noch andere Hominidenarten
gab, die ebenfalls über Sprache, Werkzeuge und Kultur verfügten.

- Wir wissen, daß der Mensch erst Milliarden Jahre nach der Entstehung ersten Lebens über den Erdboden lief. Zuvor "regierten" ganz andere Lebewesen, in einer ganz andern Welt. Die Ära der Dinosaurier zB macht keinen Sinn, wenn die Welt doch angeblich eigentlich für uns erschaffen wurde. Zugegeben, so konkret muss man gar nicht werden.

- Wir wissen, daß der Mensch sehr gerne und häufig Geschichten
erfindet. Und daß er dabei immer kreativer wird, sobald er merkt, daß er
etwas davon hat.

- Wir wissen, daß der Mensch gerne Antworten auf seine Fragen erhält. Woher also, in einer Zeit in der es an brauchbaren Methoden und dem entsprechenden Wissen haperte, nehmen, wenn nicht aus der Phantasie?

Also: Warum sollte ich an etwas dermaßen Absurdes wie einen Gott glauben?

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