Warum glauben so viele Christen, Jesaja 53 prophezeie Jesus als Messias, wenn es doch nur von Juden für Juden geschrieben wurde?

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9 Antworten

Auch ohne religiös zu sein, kann man deine Frage logisch beantworten. Natürlich ist das Alte Testemant im Jüdischen Kulturkreis für den Jüdischen Kulturkreis geschrieben worden. Aber jede Kultur entwickelt sich weiter und wird nicht zu einer Katze, die sich in den Schwanz beißt. Es gibt zu zwei Möglichkeiten für die Prophezeihung, dass ein Messias erscheine: Sie erfüllt sich zu einem bestimmten Zeitpunkt oder sie hat sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht erfüllt.

Für die Juden hat sie sich bis heute nicht erfüllt.

Für viele Juden vor gut 2000 Jahren hat sie sich aber erfüllt. Daraus folgt zwangsläufig eine Entwicklung, denn das Leben mit dem Messias ist ein anderes als eines, in dem der Messias erwartet wird. Entwicklungen finden statt. Laut Neuem Testament hat "der Messias" gesagt, er sei nicht gekommen, um das Gesetz der Propheten aufzulösen, sondern um es zu erfüllen. (Lk  16,17). Er sagte laut Überlieferung auch sinngemäß, dass vom Alten Testament nicht ein I-Tüpfelchen des Alten Testamentes hinfällig sei.

Allenfalls muss das Alte Testament im Lichte der Zeit und Lehre nach Erscheinen des Messias neu interpretiert werden.

Entwicklung geht nur nach vorn, nicht rückwärts, so wie die Zeit in eine Richtung verläuft.

Du schreibst u. a. "Beim genaueren Lesen auf die Pogrome und Holocaust." Das ist kein Satz. Für mich ist das unverständlich. Jeder Interpretationsversuch, was du wohl gemeint haben könntest, führt mich zu dem Ergebnis, dass es vollkommener Quatsch sein muss. Andernfalls erkläre, was du meinst.

Das Missverständnis scheint auf deiner Seite zu sein?

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Kommentar von Stupor
24.12.2015, 19:09

Die inhaltliche Aussage bezieht sich auf Pogrome und Holocaust. Also nicht auf den Messias.

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Weil Christen von Anfang an das Leiden vom Gottesknecht auf ihren / unseren  Messias übertragen haben. Aus christlicher Sicht ist Jesus wahrhaftig "König der Juden". 

Das braucht allerdings Juden, die nicht an Jesus glauben nicht besonders zu stören, genauso wie Christen es aushalten müssen, dass es seit 2000 Jahren Juden gibt, die nicht an Jesus glauben.

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Das "Alte Testament" ist aus Thora  entliehen. Es zeigt den Weg zu Jesus.

Interpretieren kann man in die Bibel so einiges, aber die Theologen sehen hinsichtlich der Person Jesus einen direkteren Zusammenhang.

Dies findet sich auch bei etlichen Juden wieder.

Die Gemeinschaft der messianischen Juden befindet sich im ständigen Wachstum, sehr zum Ärger der orthodoxen Juden.

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Hallo Stupor,

vielleicht glauben die vielen Christen daran, dass sich die Prophezeiungen aus Jesaja 53 auf Jesus als Messias beziehen, weil in den Zeugnissen (NT) seiner Jünger - die sämtlich Juden waren - gezeigt wird, wie sich all die Vorhersagen an Jesus (der aus dem Stamm Juda, aus der Linie Davids war) erfüllten.

„1 Wer hat denn unserer Botschaft geglaubt? / Und an wem hat sich Jahwes Macht auf diese Weise gezeigt?1 2 Wie ein kümmerlicher Spross wuchs er vor ihm auf, / wie ein Trieb aus dürrem Boden. / Er war weder stattlich noch schön. / Er war unansehnlich, / und er gefiel uns nicht. 3 Er wurde verachtet, / und alle mieden ihn. / Er war voller Schmerzen, / mit Leiden vertraut, / wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. / Er wurde verabscheut, / und auch wir verachteten ihn. 4 Doch unsere Krankheit, / er hat sie getragen, / und unsere Schmerzen, / er lud sie auf sich. / Wir dachten, er wäre von Gott gestraft, / von ihm geschlagen und niedergebeugt. 5 Doch man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, / ihn wegen unserer Sünden gequält.2 / Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, / und wir sind durch seine Striemen geheilt. 6 Wie Schafe hatten wir uns alle verirrt; / jeder ging seinen eigenen Weg. / Doch ihm lud Jahwe unsere ganze Schuld auf. 7 Er wurde misshandelt, / doch er, er beugte sich / und machte seinen Mund nicht auf. / Wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, / wie ein Schaf, das vor den Scherern verstummt, / so ertrug er alles ohne Widerspruch. 8 Durch Bedrückung und Gericht wurde er dahingerafft, / doch wer von seinen Zeitgenossen dachte darüber nach? / Man hat sein Leben auf der Erde ausgelöscht. / Die Strafe für die Schuld meines Volkes traf ihn.3 9 Bei Gottlosen sollte er liegen im Tod, / doch ins Steingrab eines Reichen kam er, / weil er kein Unrecht beging / und kein unwahres Wort aus seinem Mund kam.4 10 / Doch Jahwe wollte ihn zerschlagen. / Er war es, der ihn leiden ließ. / Und wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, / wird er leben und Nachkommen haben. / Durch ihn gelingt der Plan Jahwes. 11 Nach seiner Seelenqual sieht er das Licht / und wird für sein Leiden belohnt. / Durch seine Erkenntnis wird mein Diener, der Gerechte, / den Vielen Gerechtigkeit bringen; / und ihre Vergehen lädt er auf sich. 12 Darum teile ich die Vielen ihm zu, / und die Starken werden seine Beute sein, / weil er sein Leben dem Tod preisgegeben hat / und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. / Dabei war er es doch, der die Sünden der Vielen trug / und fürbittend für Verbrecher eintrat.

Lies dazu 1 Pet 2,4-10.

4 Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein! Die Menschen haben ihn zwar als unbrauchbar weggeworfen, vor Gott aber ist er eine ausgesuchte Kostbarkeit. 5 Und lasst euch selbst als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, die geistliche Opfer bringt. Durch Jesus Christus nimmt Gott solche Opfer gern an. 6 Darum steht auch in der Schrift: "Seht her, ich lege in Zion einen ausgesucht kostbaren Eckstein als Grund. Wer sich auf ihn verlässt, wird nicht zugrunde gehen."1 7 Für euch, die ihr glaubt, ist dieser Stein eine Kostbarkeit. Für die Ungläubigen aber gilt: "Gerade der Stein, der von den Fachleuten als unbrauchbar verworfen wurde, ist zum Eckstein geworden.2 8 Er ist ein Stein, an dem die Menschen sich stoßen, ein Felsblock, an dem sie zu Fall kommen."3 Weil sie dem Wort Gottes nicht gehorchen, stoßen sie sich an ihm. Doch dazu sind sie auch bestimmt. 9 Aber ihr seid ein ausgewähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr verkündigt, wie unübertrefflich er ist. 10 Früher wart ihr nicht sein Volk, aber jetzt seid ihr Gottes Volk, früher gab es für euch kein Erbarmen, aber jetzt habt ihr sein Erbarmen gefunden.

 
(Zitate:Neue evangelistische Übersetzung)

Grüße, kdd

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ich bin nicht derart bewandert, aber wir hatten in Reli mal so ein Gleichnis

Matthäus 22,1-14 : Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl

die Reli-Lehrerin erklärte uns damals, dass die Einladung an die Juden gerichtet war, und erst als eine Mehrheit von denen das ablehnte.. wurden "Alle" eingeladen

Also es sollte erst der Messias ( oder König ? )der Juden sein, und daraus wurde dann der Messias für alle

irgendwie so.. glaub ich, war das...

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Das Christentum hat das alte Testament übernommen; es ist ein Zweig des Judentums.

Das Christentum hat das Judentum in diese Richtung entwickelt, dass der prophezeite Retter gekommen sei. 

Der Zweig des übrigen Judentums hat sich ebenso weiter entwickelt, verneint aber, dass diese Prophezeiung bereits erfüllt worden sei.

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Kommentar von Grammatikus
03.01.2016, 17:25

Eine Rückmeldung wäre nett.

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Wenn man sich das Alte Testament - also den Tanach, die jüdischen Heiligen Schriften - durchliest, kann man an vielen Stellen Verheißungen finden, die sich auf Jesus Christus beziehen. Man könnte auch sagen, dass sich das Kommen des Messias wie ein roter Faden durch das Alte Testament zieht.

Dazu gehört auch Jesaja 53. Es ist durchaus kein Widerspruch, wenn
einige Prophetien für Israel und auch für den Messias passen könnten.
Wenn man sich das Kapitel aber durchliest, wird man aber feststellen, dass es sich durchaus auf eine Person bzw. einen Mann bezieht: "Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht" (Jesaja 53,3).

Etwa 400 Jahre vor Christi Geburt war das Alte Testament abgeschlossen. Darin finden sich über 300 prophetische Voraussagen auf Jesus Christus, den jüdischen „Messias“, die sich ausnahmslos im Leben Jesu erfüllten.

Einige Beispiele dafür:

- Die Jungfrauengeburt: Jesaja 7,14; Matth. 1,18-25

- Geburtsort Bethlehem: Micha 5,1; Matth. 2,1

- Wegbereiter Johannes der Täufer: Jesaja 40,3; Matth. 3,1-3

- Verrat für 30 Silberlinge: Sach. 11,12; Matth. 26,15

- Verräterlohn für den Töpferacker: Sach. 11,13; Matth. 27,5-7

- Anspeien Jesu: Jesaja 50,6;Matth. 27,30

- Von seinem Volk abgelehnt: Jesaja 53,3; Markus 15,14

- Hände und Füße durchbohrt: Psalm 22,17; Joh. 19,18.37

- Los über sein Gewand: Psalm 22,19; Joh. 19,24

- Galle und Essig zu trinken: Psalm 69,22; Matth. 27,34

- Kein Bein zerbrochen: Psalm 34,21; Joh. 19,33

- In die Seite gestochen: Sach. 12,10; Joh. 19,34

- Grab bei Gottlosen und Reichen: Jesaja 53,9; Matth. 27,55-60

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Kommentar von Stupor
24.12.2015, 20:13

Jesus erfüllte nicht die Prophezeiungen als Messias.

Prophezeit ist, er baut den dritten (letzten) Tempel neu auf (Hes37,26,28), bringt die Juden zurück nach Israel (Jes. 43.5-6), die eine Ära des Weltfriedens einläuten wird, ohne Hass, Unterdrückung, Leid und Krankheit (Jes. 2,4). Wenn ein Einzelner es nicht vollbringt, auch nur eine Bedingung zu erfüllen, kann er nicht der Messias sein. Alle vergangen Anspruchsteller wie Jesus von Nazareth, Bar Cochba und Shabbtai Tzvi wurden verworfen. Sagt man jedoch aus, dieses wird er bei seinem 2. Kommen erfüllen, muss ich entgegensetzen, Jüdischen Quellen nach wird der Messias die Prophezeiungen ohne Umwege erfüllen.
Und die Aussage, er wird der größte Prophet neben Moses sein, diese Prophezeiung kann nur existieren, wenn eine Mehrzahl der jüdischen Weltbevölkerung in Israel lebt, - eine Situation die es seit 300 vor der neuen Zeitrechnung nicht gegeben hat.

Der Messias muss väterlicherseits von König David abstammen (1Mo 49,10 / Jes11,1 / Jer23,5 + 33,17 /Hes 34,23-24). Gemäß christlicher Behauptung war Jesus das Produkt einer Jungfrauengeburt, somit hatte er keinen Vater und deshalb kann er unmöglich die messianischen Voraussetzungen erfüllen, ein Nachfahre König Davids väterlicherseits zu sein.
Weiter behauptet das Christentum, dass Josef Jesus adoptiert und seine Abstammung via Adoption auf ihn weitergegeben hätte. Doch gibt es zwei Probleme mit dieser Behauptung: a) Es gibt keine biblische Grundlage für die Behauptung, dass ein Vater seine Stammeslinie durch Adoption weitergeben könne. Ein Priester der
einen Sohn von einem anderen Stamm adoptiert, kann diesen nicht selber zum Priester durch Adoption bestimmen. Und b) Josef kann durch Adoption nicht das weitergeben, was er einfach nicht hat. Weil Josef von Jojachin abstammte (Matthäus 1,11), verfiel er einem Fluch dieses Königs, dass keiner seiner Nachkommen jemals auf dem Thron Davids sitzen könnte. (Jer 22,30 + 36,30).

Um dieses schwierige Problem zu beantworten, behaupten Verfechter der christlichen Doktrin, dass Jesus selbst durch seine Mutter Maria vom König David abstammt, da sie ja angeblich von diesem abstamme, wie dies im dritten Lukas-Kapitel dargestellt wurde. Allerdings gibt es 4 Probleme mit dieser Behauptung:
a) Es gibt keine Beweise dafür, dass Maria tatsächlich von David abstammt. Das dritte Lukas-Kapitel behandelt nur Josefs Abstammungslinie, nicht die von Maria.
b) Selbst wenn Maria ihre Abstammung auf David zurückführen könnte, nützt es Jesus nichts, - da Stammzugehörigkeit nur durch den Vater möglich ist, nicht durch die Mutter. 4Mo 1,18 zu Ezra 2,59.
c) Sogar wenn die Abstammungslinie durch die Mutter verbunden würde, war Maria nicht von legitimer messianischer Abstammung. Laut der Bibel muss der Messias ein Nachkomme Davids durch dessen Sohn Salomon sein (2Sam 7,14 / 1Chro17,11-14+22,9-10+28,4-6). Das dritte Lukas-Kapitel ist irrelevant zu diesen Fragen, da es nur die
Abstammungslinie von Davids Sohn Nathan darstellt, nicht Salomons. (Lukas 3,31).
d) Lukas 3,27 zeigt Shealtiel und Zerubbabel in seiner Abstammung. Diese Zwei tauchen auch in Matthäus 1,12 als Nachkommen des verfluchten Jojachin auf. Falls Maria von ihnen abstammt, würde es sich auch als messianischen Ahnen ausschließen

.Nach jüdischen Angaben, wird der Messias von menschlichen Eltern geboren werden und wird normalen körperliche Eigenschaften aufweisen, die andere Menschen auch haben. Er wird weder ein Halbgtt sein noch übermenschliche Fähigkeiten besitzen. Maimonides widmet im „Wegweiser für die Irrenden“ sehr viel der fundamentalen Idee, dass Gtt nicht fleischlich ist, also keine physische Form annimmt, sondern eine unendliche und unendlich ist. Er sei jenseits von Zeit und Raum. Er kann nicht geboren werden, er kann nicht sterben. Zu behaupten Gtt könnte menschliche Form annehmen, mache ihn klein und würde seine Gttlichkeit und seine Einheit schmälern. Wie die Tora schon sagt: "Gtt ist nicht sterblich bzw. kein Sterblicher." (4Mo 23,19)

a) Die Jungfrauengeburt

(weiter unten)

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Kommentar von Stupor
24.12.2015, 20:16

Fortsetzung:

Die christliche Idee der Jungfrauengeburt wird vom Vers aus Jes 7,14 hergeleitet, in dem die Rede von einer "alma" als Geburtsgebende ist. Das Wort "alma" (אלמה) hat immer "eine junge Frau" oder "Mädel" bedeutet, es ist ein synonym für Mädchen. Christliche Theologen jedoch übersetzten das Wort Jahrhunderte später als "Jungfrau". Somit stimmt die Geburt Jesu mit den heidnischen Ideen aus dem ersten Jahrhundert überein, dass sterbliche von Gttern geschwängert werden.

Nun wird es einginge geben die sich denken: "Da ein Mädchen ein Mädchen ist, ist sie ja noch keine Frau. Ein Mädchen ist in der Regel immer eine Jungfrau." In Regel ja, aber die Realität zeigt, dass es auch unzählige junge Mädchen gibt, die keine Jungfrauen mehr sind. Insbesondere im biblischen Zeitalter was es Gang und Gäbe, dass Mädchen sehr früh Intim wurden, also im sehr jungen Alter. Und selbst wenn diese "Alma" tatsächlich Jungfrau war, was spielt das für eine Rolle? Im Vers wird ein Sinn zu einem Mädchen hergeleitet, ob Jungfrau oder nicht, das spielt keine Rolle. Wenn es eine Rolle spielen würde, so hätte es in der Bibel ausdrücklich: "Jungfrau" heißen müssen, so ergeht es aus den 13 Tugenden mit denen man die Tora erläutert, nach Rabbi Teima. Und nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass der Vers mit dem die christliche Idee der Jungfrauengeburt erst entstanden ist (Jes 7,14), ja bereits schon in Jes 8,18 widerlegt wurde. Schließlich ergeht aus den Prophetenbuch eindeutig, dass die Geburtsgebende "Alma" die Frau von Jesaja war und nicht Maria! Wer nun meint, das man diesen Vers auch auf Maria herleiten kann, dann ich kann mir nun wohl auch eine Stelle aus der Bibel raus suchen und anschließend behaupten, die Rede sei von mir und ich bin dies und das. Ich denke nur ein Narr, würde mir das dann glauben, nicht wahr?

Leidender Gttesknecht

Das Christentum behauptet, dass die Verse aus dem Jesaja-Kapitel 53 sich auf Jesus als "leidender Gttesknecht" beziehen.
Faktisch folgt Jesaja 53 dem Thema aus Kapitel 52, welches das Exil und die Erlösung der Juden beschreibt. Die Prophezeiungen sind im Singular geschrieben, da die Juden (Israel) als eine Einheit betrachtet werden. Überall in der jüdischen Schrift wird Israel im Singular als „Diener Gttes“ genannt. (->Jes 43:8)

Tatsächlich sagt Jesaja in den vorherigen Kapiteln zu 53 nicht weniger als 11 mal, dass Israel der Diener Gttes ist.

Wenn man korrekt liest, bezieht sich Jesaja 53 klar (und ironisch) auf das jüdische Volk, welches von den Händen der Nationen dieser Welt verletzt, zerstört und wie die Schafe zur Schlachtbank geführt werden (Shoah). Diese Beschreibungen wurden in den jüdischen Schriften benutzt, um bildlich das Leiden des jüdischen Volkes zu beschreiben. (->Ps 44)

Jesaja 53 schlussfolgert, dass, wenn die Juden danach erlöst sind, die Nationen der Welt die Verantwortung für das übermässige Leiden und Sterben der Juden erkennen und akzeptieren werden.

Der jüdische Glaube basiert ausschließlich auf eine nationalen Offenbarung.

Die Geschichte hindurch wurden Religionen von Einzelnen gegründet, mit dem Versuch, andere Menschen davon zu überzeugen, dass er oder sie der wahre Prophet Gttes sei. Aber persönliche Offenbarungen sind eine sehr schwache Basis für eine Religion, da niemand wissen kann, ob es wirklich wahr ist. Da einige nicht hörten, wie Gtt zu ihm sprach, müssen sie seinem Wort Glauben schenken. Auch wenn der Einzelne durch persönliche Offenbarung Wunder beansprucht, beweist dies noch nicht, dass er ein ehrlicher Prophet ist. All die Wunder, vorausgesetzt, dass sie wahr sind, zeigen, dass er eine gewisse Macht hat. Dies hat nichts mit der Behauptung gemein, dass er ein Prophet sei.

Das Judentum, einzigartig unter allen großen Weltreligionen, stützt sich nicht auf die "Behauptungen von Wundern" als Basis der Religion. Tatsächlich sagt die Bibel, dass Gtt den Scharlatanen die Macht gewährt, um die Loyalität des jüdischen Volk zur Tora zu testen. (5Mo 13,4)

Von all den tausenden von Religionen in der Geschichte der Menschheit basiert einzig allein das Judentum auf nationalen Offenbarungen. Gtt spricht zur gesamten isr. Nation. Wenn Gtt eine neue Religion gründet, dann macht es doch Sinn, dies allen zu sagen, nicht nur einer Person.

Das Judentum besteht nicht aus Wundern worauf man sich beruft. Es sind die persönlichen Augenzeugenberichte von jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind, die vor 3.300 Jahren am Berg Sinai standen.

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Kommentar von Coldnez
24.12.2015, 21:05

Warum müsste die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung in Israel leben um damit der Messias als größter Prophet neben Moses sein kann?
Das jüdische Volk war damals das Volk Gottes, und heute nicht mehr, daher gibt es auch heute keine Propheten mehr in Israel. Wenn Jesus wieder kommt, dann müsste nicht unbedingt Israel wieder als das Volk Gottes gewählt werden müssen. In Daniel 7:14 heisst es, alle werden ihm dienen, verschiedene Völker und Sprachen, und nicht nur die jüdische Nation. Und Daniel 2:44 Das Königreich wird an kein anderes Volk übergehen, also ist es ein eigenständiges System welches unabhängig einem Menschvolk regiert. Psalm 72:8 seine Untertanen werden überall sein.

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Kommentar von Coldnez
24.12.2015, 23:29

Jeremia 11:10 Sie sind zurückgekehrt zu den Vergehungen ihrer Vorväter, der ersten, die sich weigerten, meinen Worten zu gehorchen, die aber selbst anderen Göttern nachgegangen sind, um ihnen zu dienen. Das Haus Israel und das Haus Juda haben meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vorvätern schloß.

Es steht dass der Bund gebrochen wurde, und nicht dass der Bund pausiert ist, wie bei den 70 Jahren Exil im Babylon.

Zu dem zweiten Erscheinen...dass findet sich nicht so leicht im AT, aber vielleicht kennst du ja das große Standbild die in Daniel Kapitel 2 berichtet wird, darin werden die verschiedene Weltmächte prophezeit. Angefangen mit Babylon, Persien, Griechenland, Rom, Anglo-Amerika. Unterteil in Kopf-Brust-Arme/Bauch-Beine-Füße, die jeweils unterschiedliche Metalle enthalten. So nun heisst es im Vers 44 folgendes:

Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und [ihnen] ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen;

Das ist sein zweites Kommen. Damit werden die übrigen Prophezeiungen über den Messias auch noch erfüllt. Wo es dann Weltfrieden geben wird. Also nach der Anglo-Amerikanischen Weltmacht sollte es laut der Bibel kein anderes Volk als nächste Weltmacht aufstreben. Sondern Gottes Königreich, welches die ersten 1000 Jahre von Jesu regiert wird, aber dass sind dann wieder Sachen die stehen im Neuen Testament

Aber sein 1. Kommen wurde ja auch aus dem AT prophezeit. Stichwort: 70 Jahrwochen. Ich denke du weisst was ich meine

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Warum glauben so viele Christen, Jesaja 53 prophezeie Jesus als Messias, wenn es doch nur von Juden für Juden geschrieben wurde?

Ich weiß nicht, woher du es hast, dass AT nur für Juden geschrieben ist. Selbst die Juden glauben das nicht (zumindest die ich kenne).

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Du sagst 'Von Juden für Juden'
Aber Jesus war doch ein Jude (mit vielleicht etwas aramäisch dabei)
Es wird ja prophezeigt dass der Messias ein Nachkomme Davids sei, was bei ihm auch zutraf.
Und du schreibst, als seien die Christen ein anderes Volk, sind es aber nicht. Die Spaltung basiert auf religiöse Ebene. Die ersten Christen waren ja Juden, nur eben dass sie Jesus als den Messias anerkennen

Könntest du vielleicht ein genauen Vers zeigen, wo du da ein Gegenargument siehst? Ich bin auch neugierig, wie die Juden ihre Schrift interpretieren^^ (falls du einer bist)

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Kommentar von Stupor
24.12.2015, 20:18

Habe ich bereits weiter oben unternommen, bei "chrisbyrd", möchte es hier nicht wiederholen.

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