Warum glauben Menschen an etwas was es nicht gibt, nämlich an einen Gott?

41 Antworten

Ich bin zwar in der Kirche geblieben, und habe auch nicht die Absicht auszutreten, aber ich kann mit dem gängigen Gottesbild der Offenbarungsreligionen nicht viel anfangen.

Das Hauptproblem, was ich mit diesem Gottesbild habe, ist gar nicht mal so sehr die Theodizee-Problematik (die allerdings auch) sondern das sind die Jenseits-Vorstellungen der Religionen (insbesondere des Islams), von einem Gott, der Menschen mit höllischen Qualen bedroht.

Dazu kommt dann noch, dass bei vielen Menschen nur noch ein Lückenfüller-Gott übrig geblieben ist. Die Entstehung des Weltalls, der Erde und des Lebens erklärt die Naturwissenschaft besser und der Platz für so einen Gott wird immer kleiner.

Übrig geblieben ist bei mir ein rein emotionaler Gottesglaube und das Gottesbild ist sehr deistisch.

Hallo questioningg,

dem, was Du anführst, stimme ich zu.

Menschen hatten sich Gottheiten erschaffen, um sich Unerklärliches oder Unabdingbares erklären und die Verantwortung für solche Dinge jemandem zuschieben zu können. Ferner hatten sie sich so Strukturen gesucht, denen sie ausgeliefert sind (n.b. als hätten sie sich solche Strukturen nicht schon genug geschaffen).

Es sind Religionen entstanden, die Glaubensinhalte aufgestellt und mit einem Anspruch auf Wahrheit propagiert hatten. Im Zuge dessen oder schon von Anfang an haben sich Religionismen gebildet: in vielen Fällen Systeme von Normen und Regeln, die gut geeignet waren, Menschen fremdzubestimmen, sie damit zu kontrollieren. Nichtsdestoweniger gaben und geben immer noch Religionen und Religionismen Menschen Sicherheiten und Vorteil (unter ggf. Nachteilen für andere Menschen). Berühmt ist das Ziel eines ewigen Lebens - im Vergleich zu einem qualvollen Tod oder weiteren Daseins.

Es sind Gottesbilder entstanden, die plötzlich im Widerspruch zueinander standen, ja sogar in sich (Beispiel die Theodizee-Thematik). Menschen haben versucht, dies in eine vermeintliche Logik zu richten. Wo das nicht ging, was es ggf. Gottes Wille.

Im Hintergrund all dessen lässt sich unter einer einfachen Fragestellung (warum ich ich in dieser Umgebung der Raumzeit) neben der Raumzeit (oder jenseits, wie man es auch immer sehen mag) etwas vermuten, was weiter geht. Ich nenne diesen "Bereich" - selbst raumzeitlos - Geistlichkeit (nicht zu verwechseln mit dem Klerus). Auch dies - selbst wenn nicht mit natürlichen Mitteln nachweislich - mögen die Menschen erkannt haben.

Die Künstlichkeit von Gottheiten und das Geistliche haben sich sicherlich vermischt - und der Begriff "Gott" (oder auch andere Bezeichnungen und Namen) haben sich erhalten und wiederverwandt.

In unserer heutigen Zeit ist alles sehr gut beschreibbar und erklärbar. Gedankenmodelle aus der Bronzezeit, die zwar heute noch Glaubensinhalt sind, haben sich gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen und Hypothesen überholt. Gleichermaßen ist die Philosophie herangegangen, um das Geistliche zumindest plausibel und logisch vernünftig zu beschreiben - auch wenn nicht nachweislich.

Mit der Nachweislichkeit und Messbarkeit von sehr viel Natürlichem ist das Geistliche eben wegen dieser Nichtzugänglichkeit durch Beobachtung und Messung ins Hintertreffen geraten und wird von vielen Menschen als nicht existent abgelehnt. Diese postulierte Nichtexistenz ist in meinen Augen genauso falsch, wie ein Anhängen an archaischen Glaubensinhalten und einer postulierten Wahrheit daraus.

Betrachten wir die Geschichte, haben Religionismen (oft mit der zu Grunde gelegten Religion identifiziert) eine Spur von Zerstörung, Gewalt und Diskriminierung hinterlassen; eine Spur, hinter der ein alles den Menschen gleichermaßen Dienende unterzugehen scheint.

Mir persönlich war letztlich nur die Vernunft geblieben - und ich habe die Philosophie zur Hand genommen. Somit entstand letztlich eine ganz andere Anschauung des Geistlichen - die nur einen Glaubenshinhalt unterstützt: Liebe, in deren Folge nur ein Sein der Geistlichkeit und weiter ein bewusstes und besondere Handeln der Menschen. Gleichermaßen ergibt sich mit dem Sein der Geistlichkeit auch ein mögliches ewig zeitloses Sein von Seelen der Menschen (und anderen bewussten Lebewesen im Universum).

Darin könnte sich in der Zukunft, wenn es alle Menschen wollten, alles auflösen und verbessern. Es entstünde Fülle und Freiheit für alle gleichermaßen. Doch solange Menschen nur auf ihre eigene Freiheit und eigene Fülle schauen, bleibt dies wohl Science Fiction.

Dieser eine Glaubensinhalt, der sich so geistlich halten lässt, ist seit etwas 2000 Jahren im Mittelmeerraum und jetzt auf der ganzen Erde bekannt. Aus ihm heraus hatten sich ja wieder Religionen, Glaubensgemeinschaften und solche Religionismen, wie oben schon gesagt, gebildet - wieder mit Zerstörung, Gewalt und Diskriminierung - und an bestimmten Stellen sogar "etwas" Liebe.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:
Hobby

Für mich gibt viele Gründe dafür, es einen Gott gibt, er uns erschaffen hat, der einen ewigen Plan für unser Leben hat und dem es gefallen hat, sich uns in der Bibel zu offnbaren, z. B.:

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Nur zu einem möchte ich etwas sagen und das ist der rote Faden in den biblischen Büchern. Der ist erkennbar, weil es viel, viel mehr Schriften gab und alles was sich zu sehr widersprach nicht in die Bibel aufgenommen wurde.

Wenn ich die Hälfte weg lassen schaffe ich es bei so gut wie allem, dass es stimmig und sinnvoll klingt.

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