Warum glauben manche Menschen an Gott und nicht an den Urknall?

39 Antworten

Ob nun der Urknall der Beginn von Raum und Zeit der uns bekannten Realität war oder Gott der Urheber der Schöpfung tangiert sich eigentlich nicht wirklich. Da mit dem Urknall jedoch auch eine Tendenz begann, welche in der fortschreitenden Expansion und der dadurch sinkenden Energiedichte noch immer messbar ist, braucht man an den Urknall nicht zu glauben, sondern kann darum wissen, sofern er jemals zweifelsohne bewiesen werden kann. Messbar ist jedoch immer noch nur eine Entwicklung von einem Zeitpunkt an, der zwar dem Urknall vermutlich sehr nahe war, aber der Urknall selbst ist damit immer noch nicht beweisbar.

Mit Gott verhält es sich etwas anders. Der Bibel nach ist Gott der Schöpfer von allem was erschaffen wurde. Also nicht nur von der Erde, der Sonne, dem Mond, eventuell dem Sonnensystem und den nächsten Sternen, sondern laut dem Beginn des Johannesevangeliums tatsächlich von allem (und um genau zu sein, ist sogar das Wort, welches im Anfang Gott und bei Gott war und als das Licht und Leben der Welt schließlich Mensch wurde - aber das wäre an dieser Stelle vielleicht etwas zu viel des Guten) und nichts wurde ohne diesem Gott. Wenn dem also so ist, musste dieser Gott eine Entwicklung durchmachen, welche diesen dazu befähigte, mit der nötigen Intelligenz, charakterlichen und intellektuellen Reife, dem ebenso notwendigen Wissen und so weiter, all das zu erschaffen, was wir als Universum verstehen. Raum und Zeit, wie wir sie kennen, existiert jedoch so nur innerhalb von diesem Universum und doch sind sie wie bei einer virtuellen Realität im Zusammenhang zu einer eigentlichen Realität, existenziell zumindest von einer Zeit außerhalb dieses vertrauten Daseins abhängig, wenn das Universum wirklich von einem Wesen erschaffen wurde, dank dessen dieses existiert. Und dieses Wesen braucht selbst sehr wahrscheinlich auch nicht nur eine Zeit, sondern auch einen Raum, der aber ebenfalls für uns ähnlich wenig messbar ist, wie die Raumzeit der uns bekannten Realität und somit eines Programmierers einer virtuellen Realität, für die Charaktere innerhalb dieser virtuellen Realität.

Nur weil das, was wir als Universum verstehen, wesentlich komplexer, konsistenter, umfangreicher, besser extrapoliert, also eigentlich schon vollkommen ist - im Vergleich dazu, was der Mensch alles an virtuellen Realitäten erschaffen hat, ja sogar praktisch ohne Einschränkung zulässiger Interaktionen, bedeutet dies nicht, dass das, was wir als Universum verstehen, nicht auch, aus der Perspektive eines Gottes ebenfalls nur eine virtuelle Realität sein könnte - vielleicht ähnlich der in der Matrix-Trilogie, aber daran glaube ich nicht. Denn wie in der Bibel auch steht, ist für Gott ein Tag wie für den Menschen tausend Jahre, die zudem nur symbolisch gemeint sind. Folglich liegt der Sinn aus der Perspektive dieses Gottes nicht darin, Menschen in einer virtuellen Realität gefangen zu halten, denn sie würden, wenn man diesen Zeitvergleich genau nimmt, allenfalls etwa 2,5 Stunden oder, wenn es sehr hoch kommt, 3 Stunden, aus seiner Perspektive in dieser virtuellen Realität verbleiben. Was man jedoch an Erfahrungen sammeln kann, entspricht hingegen in derselben Zeit im Optimalfall um die von irdischen etwa 100 Jahren, was dann erst 2,4 himmlischen Stunden entspräche (ausgehend davon, diesen symbolischen Vergleich genau zu nehmen). es ist also naheliegend, dass der Sinn des irdischen Daseins, so es einen Gott und ein ewiges Dasein gibt, sich geistig schneller weiter zu entwickeln, als es allein im ewigen Dasein möglich wäre - vielleicht auch, da wir im Normalfall an dieses ewige Dasein keine Erinnerungen haben, unter der Voraussetzung, dass wir nicht der Verantwortung entsprechenden Wissens von Erinnerungen und einer ewigen Moral stehen und stattdessen vielmehr aus dem reinen Glauben heraus diese Möglichkeit annehmen können und uns daher wesentlich freier entscheiden und geistig wie charakterlich entwickeln können.

Für mich ist dies aber nicht nur aufgrund dieser Argumentation, die sicherlich alles andere als perfekt ist, naheliegend, sondern vielmehr ebenso aufgrund von entsprechenden Erinnerungen an ein ewiges Dasein (und geistig früher erlebter Leben), und zudem einer Person, die ich, ebenso wie sie mich, aufgrund einiger solcher Erinnerungen an geistig früher erlebte Leben kennt und mit welcher ich in diesem Leben vor etwa 16 Jahren ein sehr interessantes Gespräch hatte. Ich hoffe, dass es ihr noch gut geht, denn leider verreckte kurz nach unserem zweiten treffen mein Handy und damit die Möglichkeit, mit ihr in Kontakt zu treten, und kurz nach unserem ersten Treffen machte sie eine schwierige zeit durch, in Folge dessen wir uns beim zweiten Treffen in einer offenen psychologischen Einrichtung verabredeten, nachdem sie einen Selbstmordversuch begangen hatte, weil sie sich der Ansicht, dass alles von unseren geistigen Erinnerungen beim ersten Anblick beim ersten Date ebenso bewusst war, wie ich es auch war - und auch für mich war es, in positiver Hinsicht, ein gewaltiger Schock. Diese Erkenntnis kann mir niemand mehr nehmen, egal wie oder mit was jemand argumentiert und ebenso kann auch kein Beweis, der doch nur innerhalb der Grenzen dieses Universums und der davon abhängigen Raumzeit erbracht werden kann und daher dieses ewige Dasein in keiner Weise tangiert - ebenso wenig wie die Möglichkeit oder gar Existenz eines Gottes, der dieses Universum erschaffen hat oder hätte.

Hallo CharlyderKater2!

Man kann die beiden Dinge nicht über einen Kamm scheren. Bei dem Glauben an Gott geht es nicht vorrangig um die Entstehung der Welt. Dass die Welt in 6 Tagen "erschaffen" wurde und die biblischen Schöpfungsgeschichte eine plausible Erklärung für die Entstehung der Welt handelt, wird kein Vernunft-begabter Mensch glauben und nur sehr verbohrte Menschen tun das. Das ist ein Mythos!

Und an den Urknall zu "glauben" ist auch ziemlicher Unsinn. Der Urknall ist keine schöpfende "Person", vielmehr eine wissenschaftliche Theorie, die bisher nicht bewiesen werden konnte. Wissenschaftliche Theorien sind Gegenstand kritischer Reflektion und nicht des "Glaubens".

Gruß Friedemann

Das ist immer ganz einfach zu erklären:

Der Mensch lebt in einer ständigen Verknüpfung von Gefühlen und Gedanken, die gegenseitig Ursache und Wirkung sind, ein kompliziertes Wechselspiel, das auch durch viele Parameter beeinflussbar ist.

Die Ersten Gefühle sind die Urangst und das Urvertrauen. Ein Leben lang bemühen sich Menschen dabei eine Balance zu finden, sie nennen diese zum Beispiel Geborgenheit, Anerkennung, Liebe.

In dieser Inneren Welt erschafft der Mensch dafür seinen Gott mit einer Religion (lat. re-ligio = zurück zum Gesetz), seinen Glauben an Gott und von Gott.

Die Ersten Gedanken sind die Gewissheit und die Wahrheit. Ein Leben lang bemühen sich Menschen dabei eine Balance zu finden, sie nennen diese zum Beispiel Erkenntnis, Wissen, Wahrheit.

In dieser anderen Inneren Welt erschafft der Mensch dafür sein Wissen und Können mit einer Wissenschaft, sein Wissen über die Welt.

Die Äußere Welt (auch um das Gefühl und den Gedanken herum) ist erfahrbar durch die Wahrnehmung, welche in der Beurteilung des Wissbegierigen nur bedingt zu Wissen führen kann, weil die Wahrnehmungsorgane bzw. das Gehirn täuschbar ist...

Also bemüht sich der menschliche Organismus immer alle "Botschaften" emotional und rational und nach Möglichkeit auch im Sinne der Wahrnehmung zu vereinen: Es werden zum Beispiel Theorien gebildet, die weder gegen Gott noch gegen den Urknall als Schöpfung bzw. als Anfang des Universums sprechen... Mehr kann der menschliche Organismus eben nicht... Ganz einfach.

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