Warum glauben immer noch so viele Deutsche, dass Israelis ihnen mit einer Vorwurfshaltung begegnen könnten?

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1 Antwort

Weil viele Deutsche die Nazizeit nicht richtig verarbeitet haben. 

Sie sind in ihrer nationalen Identität gebrochen. Tief in ihrer Seele schämen sie sich Deutscher zu sein. Statt zufrieden darüber zu sein, dass wir den Naziwahn überwunden haben und die Lehren aus der Geschichte gezogen haben, kommen sie von Hitler nicht los. Sie trauen sich selbst nicht. Sie trauen nicht mal ihrer schwarzrotgoldenen Fahne, die seit 200 Jahren für Demokratie, Freiheit und Recht steht und von Hitler verboten wurde.  Überall wittern sie die Wiederkehr des Faschismus. Das Ganze ist ein Schuldkomplex. Manche machen geradezu einen Schuldkult daraus: Wir sind eben die Schlimmsten, gestern heute und in alle Zukunft, "Deutschland verrecke". 

Sie gehen nicht den "aufrechten Gang". Aber nur mit Selbstvertrauen kann man Freundschaft mit anderen Völkern schließen. Ein geduckter Mensch ist kein verlässlicher Freund. 

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Kommentar von bagdader
17.10.2016, 20:32

Und was hält Euch/uns Deutsche davon ab die Nazizeit richtig zu verarbeiten?

Kann es nicht sein, dass unser/euer übergroßer Stolz dieser Verabeitung im Wege steht?

Denn wer sehr stolz ist, vermeidet gerne unpopuläre Informationen an sich herankommen zu lassen. Wem die nötigen Informationen fehlen, der kann schlecht verarbeiten, weil er ja nicht weiß was er verarbeiten soll.

Wir sind eine Gruppe Studenten und befragen laufend Deutsche zu deren Befindlichkeiten und zu deren Wissen, u.a. auch zu deren Geschichtswissen. Die Resultate sind niederschmetternd, minimales Wissen um die eigene Identität, Geschichte, Kultur...

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