Warum glauben immer noch so viele, dass die schulische Bildung bzw. das Studium der einzige Weg zum Erfolg sind?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das glauben die, weil es überall so erzählt wird.

Und weil man ja Abi macht (weil es ja heute jeder macht. Ein hoch auf die quasi Abschaffung des mittleren Bildungsabschlusses). Und mit Abi hat man ja achließlich das Zeug zu studieren.
Abgesehen wissen sehr viele Schulabgänger ja eh nicht mehr, was sie mal machen wollen, also geht man auch weiter zur „Schule“.

Und schau Dich doch mal hier um, wie viele Heranwachsende ohne jegliche eigene Erfahrung postulieren, dass man nur mit Studium erfolgreich sein kann oder gutes Geld verdienen kann.

Ich kenne auch sehr viele Menschen ohne Studium, die recht erfolgreich sind und es auch zu einem gewissen Wohlstand gebracht haben. Und das sind nicht nur die selbstständigen Handwerksmeister, die sich totlachen, wenn ihnen jemand erzählt, dass man mit Studium immer mehr verdient.

Stimmt, das wurde den Kindern und Jugendlichen viel zu lange eingetrichtert. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass die Eltern das so wollen, dass ihr Kind studiert.

Und ja, ich finde es ganz schlimm, dass der mittlere Bildungsabschluss "gerade noch geduldet" ist und der Hauptschulabschluss eine "Resterampe" geworden ist. Mein Mann hat vor 20 Jahren den Hauptschulabschluss gemacht, ist KfZ´ler geworden und hat dann seinen Meister drangehängt. Damals war das normal, denn kein Mensch braucht Abi um eine normale Ausbildung zu machen. Da waren auch noch viele auf der Realschule und das war ganz normal.

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Weil du für viele Berufe eben studiert haben musst und immer mehr Arbeitgeber auf die schulische Leistung Wert legen.

Letztendlich hat jeder seinen eigenen Weg, der eine studiert und baut dadurch alles auf und wird erfolgreich, der andere hat nicht studiert und baut sich durch Arbeit alles auf.

Für handwerkliche Berufe muss man nicht studieren. Für Pflegeberufe auch nicht. Und die werden mittlerweile gut bezahlt.

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@ChristianLE

Ja, weil der Mangel mittlerweile eklatant ist. Da ich momentan ein bisschen die Stellenanzeigen durchsehe, bekomme ich auch ständig Werbung für Stellen, z.B. kam da eine Stellenanzeige in Berlin: "Altenpfleger dringend gesucht, 3400 Euro brutto plus Weihnachtsgeld, plus Urlaubsgeld, plus Nacht- und Wochenendvergütung"

Das ist doch nicht schlecht für Berlin, oder?

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@ChristianLE

Auch die Zahnärzte suchen dringend Zahnarzthelferinnen (Meine Tante und meine Freundin und meine Schwägerin sind Zahnarzthelferinnen) und sind bereit, mehr zu zahlen, nur damit sie überhaupt wen bekommen

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@Katze446

Das dürften extreme Ausnahmen sein. Ich habe in meinem Umfeld ein paar Pfleger. Wenn man dort nach etwas Berufserfahrung bei 2.000 € brutto (ohne Zuschläge) landet, ist das schon grenzwertig.

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@Katze446

Nur weil du so Stellenanzeigen liest, kann man nicht sagen der Job ist gut bezahlt, Pflegeberufe sind meist sehr unterbezahlt. Genauso wie auch handwerkliche Berufe oft unterbezahlt sind.

Also deine Aussage macht generell keinen Sinn, weil ich auch nirgends geschriebe habe für alle Berufe muss man studieren. Außerdem doch es gibt handwerliche Berufe für die man Studieren muss.

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@Lady41

Mein Mann (KfZ-Meister) und seine Kollegen sind nicht unterbezahlt, sie sind sogar unbefristet angestellt und bekommen Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Und da mein Mann auch Ausbilder ist, kann er mir bestätigen, dass es ihnen an Azubis mangelt.

Genauso wie mein Onkel Heizungs-Gas-Wasserinstallateur ist und gut verdient und sein Chef findet keine weiteren Angestellten und keine Azubis.

Mein Cousin ist selbstständiger Fliesenleger und verdient sich eine goldene Nase damit.

Mein Schwager war Zimmermann und hat auch gut verdient. Ich kann also nicht bestätigen, dass handwerkliche Berufe unterbezahlt sind. Aber wahrscheinlich kommt es auch auf die Region an, in Süddeutschland wird wahrscheinlich mehr gezahlt als in Ostdeutschland.

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@ChristianLE

So schlimm? Darf ich fragen welches Bundesland? Ich komme aus Südhessen, wohne jetzt in Bayern. In beiden Regionen wird ganz gut bezahlt.

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@Katze446

Ich kann hier nur von Sachsen, NRW und Niedersachsen sprechen. In Bayern und Baden-Württemberg sieht das anders aus.

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@ChristianLE

Und ich kann nur für Südhessen, Baden-Württemberg und Bayern sprechen, hier bin ich geboren und aufgewachsen, hier lebt meine gesamte Familie, also genau umgedreht. Aber ich glaube dir. Es wird große, regionale Unterschiede geben.

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@Katze446

Ich habe auch eine Weile in BaWü gearbeitet. Mein Einkommen war dort ca. 50% höher, als hier in Sachsen.

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@ChristianLE

Ohje, das ist ja wirklich ein arger Unterschied! Ich muss dazu aber auch sagen, dass die Wohnkosten in Südhessen (ich komme aus dem Raum Frankfurt), in Baden-Württemberg und Bayern viel höher sind als z.B. in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Ich kenne Mecklenburg-Vorpommern wegen unserer Ostsee-Urlaube. Wir sind dann immer in einem süßen kleinen Dorf und haben uns auch schon mit den Einwohnern dort unterhalten. Da war ein nettes Paar, das hat uns eingeladen in deren Wohnung zum Abendessen. Die haben gesagt, dass sie nur 250 Euro Kalt-Miete zahlen für ihre Zwei-Zimmer-Wohnung und ich konnte das nicht glauben. Da hat sie den Mietvertrag geholt und es mir gezeigt. So was gibt es halt im überteuerten Süddeutschland nicht, da wird das doppelte und mehr fällig.

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@Katze446

Es kommt auf die Regionen an. Leipzig oder Dresden nähern sich langsam an Bayerische Verhältnisse an.

Meine damalige 2-Raumwohnung in Leipzig war genauso teuer, wie meine 2-Raumwohnung auf dem Niederbayerischen Land.

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@ChristianLE

Ja, Leipzig und Dresden sind mittlerweile auch beliebte Metropolen. Irgendwann möchte ich die zwei Städte mal sehen schließlich sind sie Kulturstädte. Aber (mal abgesehen Corona) haben wir die nächsten Jahre noch so viel zu tun (Reparaturen am Haus, kleines Kind, kranke Großeltern). Das wird noch dauern, bis ich mir das anschauen kann.

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@Katze446

Diese Diskussion macht kein Sinn, pauschal gesehen ist der Pflegeberufe unterbezahlt, sowie auch einige Handwerkliche Berufe. Du brauchst mir da mit keinen privaten Beispielen kommen, das führt zu nichts.

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@Lady41

Ist in Ordnung, habe verstanden

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Das Problem ist einfach, dass viele Schulabsolventen das Abitur in der Tasche haben und meinen, sie müssen jetzt auf jeden Fall studieren.

In der Regel sind das dann irgendwelche Alibi-Studiengänge, bei denen sich die Studierenden gar keine Gedanken machen, welchen Beruf sie hinterher ausüben sollen.

Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis zwei Gruppen.

Die erste Gruppe hat sich rechtzeitig über seine berufliche Zukunft Gedanken gemacht und ein passendes Studium ausgesucht. Diese haben jetzt einen gut bezahlten Job und sind erfolgreich.

Die 2. Gruppe sind eben jene, die einfach irgendwas studieren und sich hinterher mit irgendwelchen kleinen Jobs über Wasser halten. Die 2. Gruppe ist bei uns aber die absolute Minderheit.

Wenn Du ein klares Ziel hast und es dafür einen passenden Studiengang findest, wirst Du auch erfolgreich sein.

Woher ich das weiß:Beruf – Langjährige Tätigkeit als Ausbilder

Natürlich! Wenn es mein Traum ist, Arzt oder Anwalt zu werden oder Informatiker, dann ist das natürlich super! Ich sehe in meiner Umgebung leider viel mehr "Alibi" Studiengänge, die teilweise keinen Sinn ergeben und das macht mir Sorgen. Wie schon geschrieben, was will man denn mit Romanistik und Anglistik? Was bitte schön mit Philosophie? Oder mit Kunst?

Ich verstehe das halt nicht

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@Katze446

Auch für diese Studiengänge gibt es Jobs. Ein Kumpel von mir hat beispielsweise Afrikanistik studiert und arbeitet als Entwicklungshelfer in Afrika. Archäologen kenne ich auch ein paar (ich hab das selbst studiert)

Klar, reich wird man damit nicht, aber das sind meist Idealisten.

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Ich gebe dir Recht. Ein Studium ist kein Garant für ein erfolgreiches Leben. Es gibt viele Studiengänge, die am Arbeitsmarkt kaum gefragt sind.

Früher waren Studierte sehr gefragt, da es einen Mangel gab. Heute sind eher die Handwerker ein Mangel. In Bezug auf den älteren Herren ist seine Aussage wahrscheinlich der Erfahrung seiner Vergangenheit geschuldet.

Zu meiner Lehrzeit ( ganz lange her ...letztes Jahrtausend ^^ ) , war es noch normal , das man sich auch nur mit einem Hauptschulabschluß oder Realschulabschluß "hocharbeiten" konnte.

D.h. es war früher nicht ungewöhnlich, das jemand , der z.B. nur Verkäufer gelernt hatte, irgendwann einmal Bezirksleiter bei Aldi wurde oder das sogar jemand ohne Berufsausbildung irgendwann einmal Verkaufsleiter eines mittelständigen Unternehmes werden konnte, wenn er ein Talent hatte, Sachen zu verkaufen.

Heute ist das zwar nicht unmöglich, aber viel viel schwieriger, wie noch vor 30 Jahren, da die Transparenz des Marktes ( und damit der Beweber ) viel durchsichtiger ist.

D.h. das die ganzen Firmen und Recruiter viel mehr potentielle Bewerber für eine einizge Stelle haben, so daß in einem erhöhtem Maße ausgesiebt werden muss.

Und genau an diesem Punkt fallen halt ganz viele Leute (insbesondere welche mit einem geringeren Bildungsabschluss ) mit als erstes durch , bzw. werden ausgesiebt.

Als Akademiker hast Du es auf dem Arbeitsmarkt heutzutage auch nicht leicht, aber es gibt hier halt gewisse "Regeln" , was z.B. das Einkommen oder die Sicherheit des Arbeitsplatzes betrifft .

Arbeitslose Ärzte , Lehrer oder Anwälte wirst Du im Regelfall nicht finden . Auch verdienen diese Berufsgruppen im Vergleich zu einem Erzieher oder einem Maurer auch zum Teil ein Mehrfaches mehr, so daß viele es für den sichereren Weg halten.

Was die Aufstiegschancen angeht, hast du schon Recht. Aber ich kenne mittlerweile viele kleine Unternehmen, die händeringend Mitarbeiter suchen und ihre Bewerbungen bis nach Tschechien schicken. Zum Beispiel eine Steuerkanzlei, die keine Mitarbeiter mehr findet. Denen ist egal, ob der Bewerber studiert hat oder nicht, der muss sich nur auskennen und arbeiten könnnen.

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