Warum glauben Atheisten, dass sie sich mit Religionen auskennen würden?

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32 Antworten

Atheisten glauben ja nicht und haben auch meistens die "Heiligen Schriften" der entsprechenden Religion die sie kritisieren noch nie gelesen

Dem würde ich widersprechen

Vernünftige Atheisten verfügen über ein gutes Grundlagenwissen über verschiedene Religionen um überhaupt adäquat diskutieren zu können. Sie haben idealerweise auch die entsprechenden Schriften gelesen.

Dadurch haben sie sogar einen Vorteil gegenüber manchen Gläubigen, die sich lediglich mit ihrer eigenen Religion befassen und daher überhaupt kein umfassendes Verständnis über Religionen als Gesamtphänomen haben.

Ich persönlich sehe das so:

Jemand der nur sagt: "Gott gibts nicht, Religion ist doof, Gläubige sind dumm" ohne sinnige Argumentation, ist kein ernstzunehmender Gesprächspartner.

Genau so wenig sehe ich einen Gläubigen, der lediglich stur aus seinen Schriften zitieren kann, als ernstzunehmenden Gesprächspartner an.

In beiden Fällen liegt aus meiner Sicht ein primitiver Dogmatismus vor - und mit solchen ideologischen Holzköpfen befasse ich mich nicht näher.

Letzten Endes diskutiere ich daher weder mit fanatischen Atheisten, noch mit fanatischen Gläubigen, sondern gebe höchstens Impulse.

Warum müssen Atheisten bei Fragen über Religion und Glauben überhaupt mitreden?

Ich halte es nicht für falsch, wenn die Stimme der Vernunft sich dort einschaltet, wo es tatsächlich sinnvoll sein kann.

Wenn jemand massive Ängste vor Gottes Strafe, wegen irgendeiner Bagatelle hat, dann ist es möglich, diese Situation auf verschiedene Arten anzugehen.

Sage ich der Person "Bete aufrichtig, dann wird dir vergeben", löse ich evtl. die momentane Angst - das paranoide Muster bleibt dagegen weiterhin bestehen.

Er wird immer wieder fürchten, Gott zu "missfallen" und deshalb Angst vor einer Bestrafung haben. Das Problem ist sein übersteigerter Glaube.

Wenn man der Person dagegen klar macht, dass Religionen oft als Mittel zur Manipulation und Unterdrückung genutzt werden, kann das hilfreich sein.

Nicht unbedingt dadurch, dass die Person nun Atheist wird, sondern dadurch, dass die eigene Religion etwas kritischer und reflektierter betrachtet wird.

Wenn die Religion den Menschen massiv einschränkt, halte ich es für legitim den Versuch zu unternehmen, ihn etwas von diesen Fesseln zu lösen.

Von Missionierung halte ich weder von atheistischer, noch von theistischer Seite etwas.

mulano 03.07.2017, 23:23

"Vernünftige Atheisten verfügen über ein gutes Grundlagenwissen über verschiedene Religionen... Sie haben idealerweise auch die entsprechenden Schriften gelesen." Das sind denke ich die wenigsten Atheisten auf die das zutrifft. "Religion oft als Mittel zur Manipulation und Untetdrückung..." Religion ja, der Glaube nein. Ich hoffe du verstehst denn Unterschied. Mit dem Rest deiner Antwort kann ich mich anfreunden.

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AllesLiebe12 05.07.2017, 01:57
@mulano

An "mulano":

Wenn es mit dem von Dir angesprochenen Grundlagenwissen     nur auf einen einzigen Atheisten zutreffen würde, dann wäre es - zumindest meiner Ansicht nach - schon bemerkenswert !

Weil genau dieser Einzige die "symbolische Saat" bilden könnte     für die spätere Ernte einer in Gang gesetzten geistigen Umkehr, aus welcher wieder neue "Saatkörner" entstehen können, usw....

Es reichte ein einzig wahrer Gott zur absolut genialen Schöpfung,   welcher einen "Seelen-Funken" hintergründig in die Existenz warf, damit sich darauf basierend - in der 1. Linie - ein sich essenzhaft erweitertes "Seelen-Kollektiv" aus seines gegenwärtigen Selbst bilden konnte....

Alles Liebe !

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NoHumanBeing 05.07.2017, 09:36
@AllesLiebe12

Wenn es mit dem von Dir angesprochenen Grundlagenwissen nur auf einen einzigen Atheisten zutreffen würde, dann wäre es - zumindest meiner Ansicht nach - schon bemerkenswert !

Willst Du damit ernsthaft sagen, dass Deiner Meinung nach kein einziger überzeugter Atheist auch nur Grundlagenwissen über verschiedene Religionen hat?

Hahahahaha! :-)

Das glaubst Du doch wohl selbst nicht.

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AllesLiebe12 05.07.2017, 15:56
@NoHumanBeing

An "NoHumanBeing":

Witzbold !  Ich habe mich glasklar auf den Kommentar von "Mulano" bezogen und mich dementsprechend geäußert.

D.h. so wie DU es jetzt meinst mir fragend vorhalten zu können,        so meine ich es eben genau nicht  !

Du musst schon nachdenken beim bzw. nach dem Lesen !              (da hapert es offensichtlich bei Dir)

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Zicke52 08.07.2017, 11:14
@AllesLiebe12

@AllesLiebe: Ja, du hast auf einen Kommentar von Mulano geantwortet. Und in dieser Antwort genau das gesagt, was "NoHumanBeing" dir vorwirfst.

Wenn du es nicht so gemeint hast, warum hast du es nicht so geschrieben, wie du es meinst?

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Atheisten glauben ja nicht

Stimmt.

und haben auch meistens die "Heiligen Schriften" der entsprechenden Religion die sie kritisieren noch nie gelesen.

Stimmt nicht.

Warum glauben Atheisten das sie sich mit Religionen auskennen würden?

Glauben sie nicht. Atheist sein ist nur eine Antwort auf die Frage "gibt es Gott", nicht auf die Frage "Ist Gott was, über das nachzudenken ich Zeit verschwende". Man kennt sich nicht automatisch mit Religion aus, nur weil man keine hat. Aber: Viele Atheisten waren mal religiös oder sind so verwundert von dem Wahn um sie herum, daß sie sich damit beschäftigen. Was man ihnen dann wohl zubilligen muß ist zu mindest eine neutrale Perspektive und Studien zeigen ja, daß Atheisten durchschnittlich mehr über Religion wissen als die Anhänger der entsprechenden Religion.

http://www.reuters.com/article/us-religion-survey-idUSTRE68R43320100928

Das ist auf der einen Seite traurig, auf der anderen wohl eine Erklörung warum noch so viele Leute glauben?

Ich als Nicht-Physiker rede ja auch nicht mit einem Physiker
über die Allgemeine Relativitätstheorie, da mir dafür einfach das Wissen
fehlt.

Ich als Nicht-Physiker rede ja auch nicht mit einem Physiker
über die Allgemeine Relativitätstheorie, da mir dafür einfach das Wissen
fehlt.

Achja... Und warum redest Du dann als nicht-Evolutionsbiologe mit, wenn es um Evolution geht? Wo Dir selbst im Vergleich zu gebildeten Laien offensichtlich Wissen fehlt?

Warum müssen Atheisten bei Fragen über Religion und Glauben überhaupt mitreden?

Aus zwei Gründen: Zum einen fühlt man sich doch verpflichtet, wenn ein anderer Mensch einen schlimmen Fehler begeht, ihm zu helfen, oder? Wenn Du beobachten würdest, wie ein Kumpel von Dir sein Leben mit Alkoholmißbrauch zerstört, würdest Du doch auch versuchen, ihn drauf an zu sprechen, und das ohne selbst Alkoholiker zu sein?
Der Andere Grund ist, daß sie täglich damit konfrontiert werden. Kein Atheist den ich kenne geht in Gottesdienste um dem Pfarrer bei der Predigt zu widersprechen. Aber man wird auf der Straße, im Internet, in der Politik und der Diskriminierung im täglichen Leben damit konfrontiert, davon beläßtigt und bevormundet... da wird man doch noch mal was sagen dürfen?

mulano 02.07.2017, 20:00

Mormonen und Protestanten kannten sich mit dem Christentum (also ihrer eingenen Religion) besser aus als Atheisten über diese bescheid wussten. Atheisten wussten aber über andere Religionen besser bescheid.

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WalterMeineid 02.07.2017, 20:42
@mulano

Die die die Bibel besser am Besten kannten waren nicht Prostetanten, sondern Evangelikale. Diese Form des Protestantismus ist ähnlich radikal und rückwärts gewandt, wie der durchschnittliche fundamentalistische Moslem.

Also nicht unbedingt das, mit dem ich in Verbindung gebracht werden würde, wenn ich denn evangelisch-lutherischer Protestant wäre.

Hier ein Trailer zu einer sehr guten Dokumentation über Evangelikale auf der anderen Seite des Atlantiks. Den Film kann man glaube ich auch vollständig auf YT finden.

https://www.youtube.com/watch?v=wiYFRmNuz9k

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Supamarioana 03.07.2017, 21:47
@mulano

matmatmat hatte geschreiben:

...daß Atheisten durchschnittlich mehr über Religion wissen als die Anhänger der entsprechenden Religion.

Laut der Studie kann der Durchschnitts-Atheist die Fragen über das Christentum besser beantworten als der Durchschnitts-Christ. Mormonen repräsentieren eben nur Teile des Christentums und nicht die Gesamtheit.

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mulano 03.07.2017, 22:58

Was ist bei dir der Durchschnitts-Christ? Protestanten und Mormonen schnitten besser ab als Atheisten.

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matmatmat 03.07.2017, 23:31
@mulano

Protestanten und Mormonen schnitten besser ab als Atheisten.

Nur wenn es um das Wissen um den eigenen Glauben ging, nicht bei Religion im allgemeinen.

Was ist bei dir der Durchschnitts-Christ?

Der normale Christ, den man auf der Straße trifft. Der, dessen Wissen dem Durchschnittswert über alle Christlichen Fraktionen, gewichtet danach wie oft es ihn gibt entspricht.

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Supamarioana 04.07.2017, 15:42
@mulano

Was ist bei dir der Durchschnitts-Christ?

Da ich mich auf die Studie beziehe, wäre das der Durchschnitt aus allen Befragten der Studie, die ihre Religionszugehörigkeit mit "Christ" angegeben haben. Die Gesamtheit der befragten Christen kam bei Wissen zu Bibel und Christentum auf einen durchschnittlichen Wert von 6.2 (von 12). Die Atheisten kamen auf 6.7, also mehr.

Protestanten und Mormonen schnitten besser ab als Atheisten.

Das ist nicht richtig. Laut der Studie kamen nur Mormonen und "weiße Evangelikale" bei Wissen zu Bibel und Christentum auf einen besseren Wert als Atheisten. Evangelikale sind aber nur eine besonders konservative Richtung des Protestantismus und repräsentieren nicht alle Protestanten. Alle Protestanten zusammen kamen auf einen Wert von 6.5, was ebenfalls schlechter als die 6.7 der Atheisten ist.

Der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch erwähnen, dass die Teilnehmer der Studie alle US-Amerikaner sind. Das Bild kann in Deutschland also anders aussehen.

Meine persönliche Erfahrung bestätigt die Studie aber: Ich selbst habe die Bibel komplett gelesen und den Koran bisher teilweise, was die wenigsten Christen in meinem Bekanntenkreis von sich behaupten können. Da muss man ja schon froh sein, wenn sie nur ein einziges Evangelium aus dem Neuen Testament geschafft haben.

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Ich bin bekennender Agnostiker und meinetwegen Atheist,weil ich als Hobby eine Art Religionskunde betrieben habe.Natürlich habe ich die Bibel gelesen,und auch den Koran.Allerdings hat mich das nicht von irgendetwas überzeugt oder bestärkt,sondern das Gegenteil war der Fall.

Ich brüste mich zwar nicht mit meinen Kenntnissen.Wenn ich aber so einige gläubige Christen hier so sehe,die nicht mal die Feiertage ,geschweige denn Ihre Bedeutung kennen,und diese nie und nimmer erklären können,na da bin ich doch dann in der Lage mit zu reden?

Und das Mittelalter haben wir ja hinter uns gelassen,wo ich schnell als Ketzer gegolten hätte,oder wärs auch Majestätsbeleidigung?

Atheisten sind dennoch konfrontiert

  • mit dem Einfluss religiöser Gruppen auf die Politik ihres Landes
  • mit dem Einfluss religiöser Gruppen auf das Fernsehprogramm
  • mit einem Arbeitsmarkt, der ihnen als Atheisten viele soziale Berufe verwehrt
  • mit Gewalt, welche sich auf Religion beruft
  • mit ihrem Mitgefühl für Menschen, die sich unfreiwillig religiösen Vorschriften beugen müssen oder religiöse handlungen erdulden müssen.
  • mit religiösen Gruppen, von denen sie in der Stadt angesprochen werden.
  • etc.

Warum glauben Atheisten das sie sich mit Religionen auskennen würden?

Es reicht doch zu wissen, dass Religionen erfundene und absurde Märchen sind. Also haben Atheisten den Theisten einiges vorraus.

Sie beziehen ihr "Wissen" also nur aus zweiter Hand, weil sie jemanden kennen der jemand kennt der das und das gesagt hat.

Falsch! Ich brauche keinen Hilfsdenker.

Was ich an Religionen kritisiere, kann JEDER im Internet nachprüfen.

Und wenn ich sage "gebährende Jungfrauen sind absoluter Käse", dann wirst du ja wohl kaum abstreiten können, dass die eine Religion so einen Käse nun mal propagiert.

Oder habe ich (wie es die meisten Theisten dann immer probieren) irgendwas "falsch interpretiert"?

Meine Erfahrung ist, dass Theisten jeeeeede erdenkliche Möglichkeit finden, um sich rauszureden.

Oft ist es auch so das sie Bibelzitate aus dem Zusammenhang reissen

Aha....also sind gebährende Jungfrauen und Menschen- und Erdenschöpfer aus dem Zusammenhang gerissen? Dieser absurde Käse steht also nicht in der Bibel oder was?

Warum müssen Atheisten bei Fragen über Religion und Glauben überhaupt mitreden?

Weil Religionen kritisiert werden müssen!

Ich zahle schließlich die Gehälter von diesen Kuttenträgern und ihren überteuerten Wohnhäusern.

Und solange ich das Leben von Missionaren und sexualgestörten Pfarrern bezahlen muss, solange habe ich auch das Recht diesen Unsinn zu kritisieren.

Ich als Nicht-Physiker rede ja auch nicht mit einem Physiker über die
Allgemeine Relativitätstheorie, da mir dafür einfach das Wissen fehlt.

Dann ist das dein eigenes Problem. Ich habe genug Wissen über Religion und Wissenschaft, dass ich auch das Recht habe Religionen zu kritisieren!

Findet euch damit ab. Ihr wollt wohl freie Hand bekommen, damit ihr mehr eure weltfremde Thesen verbreiten könnt, mhh?

Nein. Den Gefallen werde ich und andere Kritisierer euch nicht machen. Wir sind im 21. jahrhundert und nicht mehr im Mittelalter!

Tja, was soll ich als Atheistin dazu sagen?

Ich habe die Bibel gelesen. Und das war gar nicht so einfach. Gerade das alte Testament ist an manchen Stellen ziemlich langweilig. 

Ich hab auch mal den Koran gelesen. Zwar nicht auf arabisch, aber immerhin. Ich hab mich auch mit anderen religiösen oder esoterischen Weltanschauungen befasst.

Speziell Bibel und Koran sind sehr widersprüchlich in ihren Aussagen. Aber das liegt daran das sie von Menschen geschrieben wurden. Oft von verschiedenen.Wir Menschen sind nun mal sehr widersprüchlich.

Aber das sich ein Atheist mit Religion auseinander setzt ist alles andere als widersprüchlich. Es ist sogar logisch.

In der Religion geht es eigentlich um Fragen, die sich jeder Mensch stellt und nach denen fast jeder eine Antwort sucht:

Wo komm ich her?

Wo geh ich hin?

Was ist der Sinn?

Der einzige Unterschied ist, dass ein Atheist ganz andere Antworten auf diese Fragen findet, als ein religiöser Mensch, der an einen Gott/Schöpfer glaubt.

Religion ist wie Politik. Jeder hat eine Meinung. Jeder kann mitreden.

Auch wenn ein Atheist sich nicht mit Religion oder anderen Weltanschauungen befasst hat: Zu den Fragen des Lebens hat jeder eine Meinung.

Und die kann er auch äußern. Nur ein Mensch der in seinem Glauben unsicher ist, wird sich daran stören. "Der wahre Gläubige sieht den Zweifel anderer als Herausforderung"!

Hat mir mal ein sehr gläubiger Mensch erzählt. ;)

Nun ja, ich habe die Bibel (als bekennender Atheist/Agnostiker) bereits mehrfach gelesen und forsche sogar wissenschaftlich drauf rum. Hierzuforum musste ich allerdings schon öfters feststellen, dass das, was du beschreibst, besonders auf viele Gläubige zutrifft. Die kennen von ihrem Glauben oft nur das, was sie im Religionsunterricht oder vom Pfarrer gehört haben. Die Kenntnisse der Bibel oder speziell bei den Katholiken über den Katechismus sind dagegen oft nur dürftig.

Selbst bei Diskussionen mit Pfarrern musste ich schon feststellen, dass die einige Teile der Bibel gut kennen, aber bei anderen, speziell den bedenklichen, teils nur über rudimentäres Wissen verfügen.

Auch von anderen religionskritikern weiß ich, dass die häufig mehr über die Bibel wissen, als die Gläubigen selber.

Wenn man sich allerdings über die praktischen Auswirkungen von Religion unterhält, braucht man keine Kenntnisse der theologischen Grundlagen, da reicht die Betrachtung der Tatsachen.

Und dann gibt es noch einen Aspekt. Warum sollten Atheisten zur Religion schweigen, solange Religionen sich nicht nur auf sich selber beschränken sondern sich auch in das Leben von Atheisten einmischen wollen?


mulano 02.07.2017, 19:16

Wo mischt sich Religion in das Leben von Atheisten ein? Staat und Religion sind doch getrennt?

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Hamburger02 02.07.2017, 19:22
@mulano

Jüngstes Beispiel: 

Die Katholiken wollten unbedingt die Ehe für alle verhindern, womit sie ja zum Glück grandios gescheitert sind und jetzt ordentlich wettern und aufs Verfassungsgericht hoffen. Die können das im Katechismus, der nur für Katholiken gilt, von mir aus verbieten. Das reicht ihnen aber nicht, sie wollen allen ins Leben reinreden.

Mit welchem Recht also mischen sich Katholiken in die Frage ein, ob z.B. zwei atheistische Männer heiraten dürfen oder nicht?

Genauso wollen sie z.B. Abtreibung nicht nur für Katholiken sondern für alle, auch Atheisten verbieten.

Warum jagen die Religionen Sonntags morgens mit ihrem Gebimmel nicht nur Gläubige sondern auch Atheisten aus dem Bett?

Dergleichen Beispiele gibts noch reichlich.

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WalterMeineid 02.07.2017, 19:29
@mulano

Die Kirchen in Deutschland haben einen Anspruch auf Sendezeit bei den ÖR Medien. Diese Sendezeit bezahlen auch Atheisten. Weiterhin sitzen in Gremien die sich mit ethisch-moralischen Fragen regelmässig Vertreter von Glaubensgemeinschaften. Im 12er-Rat der BPjM sitzen ständig Vertreter von Glaubensgemeinschaften die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind. Mit welcher Begründung sind diese dort vertreten?

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matmatmat 03.07.2017, 06:39
@mulano

Wir haben Staatsleistungen an die Kirchen. Nicht nur treibt der Staat für die beiden großen Kirchen die Mitgliederbeiträge ein, er zahlt auch die Gehälter und Renten aller Bischöfe, insgesamt etwa 500 Millionen Euro im Jahr. Obe drauf dann die Kirchentagsförderung mit ein bis zweistelligen Millionenbeträgen pro Stadt, und so weiter. Alles von meinem Steuergeld.

https://fowid.de/meldung/staatsleistungen-2017-node3331

Dazu kommt noch, daß häufig Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime in "Kirchliche Trägerschaft" gegeben werden. Das bedeutet die Kirche verwaltet einen Kindergarten (der weiterhin meist zu 100% staatlich finanziert wird). Das nennt sich dann "katholischer Kindergarten". Durch die Ausnahmen vom Arbeitsrecht das die Kirchen haben können sie dann Unter Tarif bezahlen, das ganze günstiger anbieten und bekommen noch oben drauf das Recht ihren Mitarbeitern z.B. fristlos zu kündigen, wenn die homosexuell sind oder sich noch mal verheiraten. Außerdem hat man so gut wie keine Chance dort Arbeitzu finden wenn man kein Kirchenmitglied ist... und das 100% staatlich finanziert.

www.gerdia.de

In die Gesetzgebung zu PID, Selbstbestimmtes Sterben, Homoehe, etc. mischen sich christliche Lobbyorganisationen extrem ein und versuchen allen Ihre regeln aufzuzwingen.

Finde ich schon eine erhebliche Einmischung in die Gesellschaft.

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Supamarioana 03.07.2017, 21:51
@mulano

Weiteres Beispiel: Ist bei einem Ehepaar ein Partner Atheist und der oder die andere in einer Kirche und wollen ihre Steuer zusammen veranlagen, so wird die Kirchensteuer auf das gesamte gemeinsam veranlagte Einkommen erhoben. Die Kirche schafft es also sogar noch, von Atheisten Kirchensteuer einzutreiben.

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mulano 02.07.2017, 20:08

Ohne die Religionen gäbe es, soweit ich weiss, keine Ehe und somit könnte es auch keine Ehe für alle geben, die ja nun leider beschlossen wurde. Warum sich also über so etwas aufregen?

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Hamburger02 02.07.2017, 22:36
@mulano

Nun wirds aber absurd. Ehen gabs schon lange vor der Erfindung des biblischen Gottes. Das Regiment über Eheschließungen haben lediglich die Kirchen an sich gerissen. Allerdings haben kirchliche Trauungen heute keinerlei juristische Bedeutung mehr.

Die Behauptung, ohne Religion gäbs keine Ehen ist genaus absurd, wie die Behauptung ohne Religionen gäbs keine Feiertage oder die Behauptung, der biblische Gott würde real existieren.

Die Ehe für alle jetzt als Verdienst der Religion zu verkaufen ist genauso eine Tatsachenverdrehung wie die Behauptung, die Menschenrechte wären Verdienst irgendeiner Religion.

Im übrgen sind das alles Ablenkungsmanöver von der Tatsache, dass Religiöse auch Atheisten vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben. Solange das nicht aufhört, höre ich auch nicht auf, Religionen zu bekämpfen.

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juste55 02.07.2017, 23:35
@Hamburger02

Hamburger02,

meinst du die biblische oder staatliche Eheschließung?

Mißverständnisse sind vorprogrammiert, wenn man sich darüber nicht einig ist.

Als, erst einmal nachfragen, was der Gesprächspartner meint oder selbst konkreter werden.

Ansonsten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ehe

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juste55 02.07.2017, 23:49
@Hamburger02

Hamburger02,

"...die Menschenrechte wären Verdienst irgendeiner Religion..."

Nein?

Dann schau mal in die Präambel unsere Grundgesetzes!

"Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott..." usw.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ehe

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matmatmat 03.07.2017, 06:49
@juste55

Nein! Die Allgemeine Deklaration der Menschenrechte ist ein Verdienst von Leuten wie Julian Huxley, Atheist und Humanist, die beim amerikanischen Präsidenten darauf drängten, daß es beim Sieg über die Nazis um mehr gehen muß als diesen Sieg und das man mit allgemeinen Rechten für alle sowas in Zukunft verhindern müsse.

Das hat *nichts* mit Kirche zu tun. Die meisten dieser Rechte wurden - in den Ländern die sie damals schon hatten - gegen erheblichen Protest der Religiösen Organisationen durchgeboxt...

Da ändert auch eine Phrase die man damals für nötig hielt im Grundgesetz nichts dran. (Die übrigends von der Verantwortung des Menschen spricht und nicht von gott-gegebenen Regeln!).

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Hamburger02 03.07.2017, 10:19
@juste55

Die Aufteilung in staatliche und kirchliche Trauung fand erst viel später statt und spielt für die Anfänge der Ehe keine Rolle. Insofern sehe ich auch keine Zwang zur Differenzierung.

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Hamburger02 03.07.2017, 10:28
@juste55

Ich finde es schlichtweg unverschämt, bloß aus der Tatsache, dass es den Kirchen bei der Gründung der BRD gelungen ist, den Gottesbezug reinzuschreiben zu schließen, die Menschenrechte wären eine Erfindung des Christentums.

Tatsächlich sind die Menschenrechte ein Verdienst des Humanismus und sie wurden hauptsächlich von Freimaurern gegen den erbitterten Widerstand der Kirche durchgesetzt.

Noch heute verweigert der Vatikan die Unterschrift unter die UN-Menschenrechtskonvention sowie die europäische Menschenrechtskonvention, weil die Menschenrechte nicht anerkannt werden.

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nutzer131 03.07.2017, 16:11
@mulano

Es ist doch völlig irrelevant, wie die Ehe entstanden ist.

Es geht ja schließlich nicht darum wer kirchlich heiraten darf sondern darum, wer staatlich heiraten darf.

Ob die staatliche Ehe dem entspricht, was sich die Kirchen unter ihrer kirchlichen Ehe vorstellen, spielt dabei doch überhaupt keine Rolle.

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mulano 02.07.2017, 22:40

Ich sagte ja das ich mir nicht sicher bin ob die Ehe eine "Erfindung" der Religionen ist. Wenn du es aber besser weisst, warum lieferst du nicht einen Beleg dafür?

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NoHumanBeing 03.07.2017, 12:48
@mulano

Weil er es nicht muss. Du hast ja schließlich auch keinen. ;-)

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Hamburger02 03.07.2017, 15:54
@mulano

Also ich weiß jedenfalls, dass es schon bei den Sumerern etwa 2500 v.u.Z., also lange, bevor es monotheistische Religionen gab, gesetzliche Regeln zur Ehe gab.

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mulano 03.07.2017, 18:00

Die Summerer hatten sicherlich auch eine Religion...

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Hamburger02 03.07.2017, 18:42
@mulano

Ja und? Das heißt aber noch lange nicht, dass deswegen auch die Ehe eine Erfindung von Religion ist. Und selbst wenn, das war vor rund 4500 Jahren und daraus kann ich keine Rechtfertigung herleiten, dass sich die Kirche immer noch in die mittlerweile staatliche bzw. weltliche Ehe einmischt.

Genausowenig wie die jüdische Religion die Relativivtästheorie erfunden hat, bloß weil Einstein gebürtiger Jude war.

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Gegenfrage: Warum glaubst Du, dass Du Dich mit Atheismus auskennen würdest?

Das einzige, was ich aus Deiner Frage lese, sind Vorurteile und Unterstellungen.

Zudem behaupten das ja gar nicht alle. Ich beispielsweise bin vom Atheismus inhaltlich überzeugt. Um das zu sein, muss ich nicht zwingend die Einzelheiten jeder Weltanschauung kennen.

Überzeugte Christen beispielsweise müssen sich ja schließlich auch nicht zunächst intensiv mit dem Islam, dem Buddhismus, dem Wotanismus, der griechischen Mythologie und was weiß ich nicht alles auseinandersetzen und "begründen", warum es das nicht ist, was sie glauben.

mulano 03.07.2017, 12:42

Da man als Atheist glaubt das alle Religionen von Menschen erfunden sind, und sie deshalb ablehnt, muss man sich selbstverständlich mit Religion auseinandersetzen. Wie will man etwas ablehnen wovon man keine Ahnung hat. Das ist wie ein Politiker der gegen etwas stimmt, obwohl er keine Ahnung hat gegen was er da stimmt, weil er die Inhalte nicht kennt.

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NoHumanBeing 03.07.2017, 13:19
@mulano

Da man als Atheist glaubt das alle Religionen von Menschen erfunden sind, und sie deshalb ablehnt, muss man sich selbstverständlich mit Religion auseinandersetzen. Wie will man etwas ablehnen wovon man keine Ahnung hat.

Man muss nur wissen, wie Religionen entstanden sind. Dann weiß man auch, dass sie von Menschen erdacht und niedergeschrieben wurden und nicht von Gott.

Interessanterweise "menschelt" (nicht nur, aber auch) der biblische Gott an allen möglichen Stellen. Er ist rachsüchtig und jähzornig, wenn der Mensch sich ihm nicht unterwirft und bestraft ihn dafür. Das sind (leider) nur allzu menschliche Eigenschaften/Verhaltensweisen. Warum wohl? Weil Gott uns als sein Ebenbild erschaffen hat? Nein! Weil der Mensch seine (Charakter-)Eigenschaften auf einen (imaginären) Gott projiziert hat.

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Etter 03.07.2017, 21:04
@mulano

"Da man als Atheist glaubt das alle Religionen von Menschen erfunden sind, und sie deshalb ablehnt"

Das wäre einer von vielen Gründen. Beispielsweise reicht es bei sämtlichen allmächtigen Gottheiten schon sich die Welt anzuschauen, zu sehen was passiert und dass keine höhere Entität eingreift, während Kinder zu Soldaten gemacht oder abgeschlachtet werden, Menschen ertrinken, verhungern oder oder oder

Gibt genug Leid auf der Welt.

Und dafür muss ich nur wissen, dass die Gottheit allmächtig sein soll und das alles ändern könnte, aber kein Interesse dran hat ;)

Wenn ich mich recht entsinne, gibt es dafür auch n speziellen Begriff, aber leider ist mir der entfallen >_>

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es noch zig weitere Gründe für Menschen gibt nicht gläubig zu sein und nicht jeder erfordert das kennen sämtlicher Religionen.

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NoHumanBeing 03.07.2017, 22:15
@Etter

Beispielsweise reicht es bei sämtlichen allmächtigen Gottheiten schon

Dass es keine allmächtigen Entitäten geben kann, lässt sich schon auf der rein logischen Ebene durch einen klassischen Widerspruchsbeweis zeigen.

Beweisannahme: "Gott ist allmächtig."

Oder allgemeiner: "Es gibt allmächtige Entitäten."

Beweisschluss: Wenn Gott allmächtig ist, dann kann er einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass er ihn nicht mehr bewegen kann.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, entweder er kann einen solchen Stein tatsächlich erschaffen oder er kann es nicht. Wir gehen beide durch und führen sie zu einem Widerspruch zur Beweisannahme.

  1. Wenn er einen solchen Stein nicht erschaffen kann, dann ist er offensichtlich nicht allmächtig.
  2. Wenn er einen solchen Stein jedoch tatsächlich erschaffen kann, dann kann er ihn nicht bewegen und ist somit nicht allmächtig.

--> Es gibt keine allmächtigen Entitäten.

Q. E. D.

Und dafür muss ich nur wissen, dass die Gottheit allmächtig sein soll
und das alles ändern könnte, aber kein Interesse dran hat ;)

Wenn ich mich recht entsinne, gibt es dafür auch n speziellen Begriff, aber leider ist mir der entfallen >_>

Theodizee.

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Etter 05.07.2017, 00:11
@NoHumanBeing

"Dass es keine allmächtigen Entitäten geben kann, lässt sich schon auf der rein logischen Ebene durch einen klassischen Widerspruchsbeweis zeigen."

I weiß ^^.

Aber man kann selbst ohne Logik und ohne Ahnung von Religion etwas anhand der kurzen Gottesbeschreibung etwas gegen die Religion haben ^^.

Das ist halt der Standpunkt auf den ich raus wollte ;)

"Theodizee."

Danke ^^.

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mulano 03.07.2017, 13:39

Religionen wurden geschaffen um die Kontrolle über das Volk zu haben, das weiss ich ebenfalls. Nur ist Glauben und Religion nicht dasselbe. Die Bibel fordert dazu auf an Jesus zu glauben, nicht aber eine Religion zu gründen welche sich Christentum nennt. Warum menschelt Gott? Weil er uns erschaffen hat und wir von ihm bestimmte Eigenschaften mitbekommen haben. Wenn eine Frau schwanger ist wird sie auch keinen Esel gebären, obwohl man weiss ja nie. 😉

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NoHumanBeing 03.07.2017, 18:06
@mulano

Warum menschelt Gott? Weil er uns erschaffen hat und wir von ihm bestimmte Eigenschaften mitbekommen haben.

Das stelle ich (und eben nicht nur ich) eben infrage.

Soweit wir wissen - ich meine, es war ja niemand dabei, aber es gibt fossile Belege - haben wir uns aus anderen Spezies entwickelt. Vor unserer "DNA-Welt" gab es eine "RNA-Welt" (von der es übrigens noch Überbleibsel gibt - das Erbmaterial vieler Viren besteht aus RNA). Und die ersten Lebewesen sind irgendwann einmal durch Abiogenese aus unbelebter Materie entstanden.

Das heißt, wenn Gott bewirken wollte, dass Menschen entstehen, dann hat er nicht "den Menschen erschaffen" und "in die Welt geworfen". Die biblische Schöpfungsgeschichte (Adam und Eva, etc.) ist also mit ziemlicher Sicherheit falsch. Auch was in der Bibel sonst so zur Reihenfolge der Spezies auftaucht (und welche Spezies so alle falsch oder nicht beschrieben werden), passt nicht mit den Erkenntnissen der modernen Biologie (und Taxonomie) zusammen.

Er muss also vielmehr über Jahrmillionen hinweg die chemische und anschließend die biologische Evolution fortwährend beeinflusst und "gesteuert" haben, wenn er bewirken wollte, dass ein Mensch entsteht. Das widerum scheint ... unwahrscheinlich und es gibt auch keinen Hinweis darauf.

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mulano 03.07.2017, 14:05

Das mit dem Esel bezog sich auf keine bestimmte Person, ich meine also nicht dich. Nicht alle Atheisten sind Esel. 😂

2

Die Atheisten, die ich so kenne, haben in der Regel erheblich mehr und wesentlich fundiertere Kenntnisse über Religionen als Gläubige.

Tatsächliche Atheisten sind eigentlich die Menschen die bewusst eine Entscheidung gegen Religion getroffen haben. Sie waren oft selbst Mitglieder einer glaubensgemeinschaft. Von daher wissen sie ja auch welche Dogmen oder Inhalte es gibt und wie sie gelehrt werden. 

Leute die einfach nicht glauben sind in meinen Augen eher areligiös oder eben nicht religiöse. Die setzen sich damit nicht wirklich auseinander sondenr gehen eben einfach nicht zur Kirche.

Und es gab neulich eine sehr inetressante Studie, allerdings aus den USA, wo belegt wurde das Atheisten sich von allen Gruppen am zweitbesten mit Religionen auskennen. Also wussten was die Regeln und Glaubensinhalte sind etc.

Die am Besten informierte Gruppe waren Mormonen. Ich find die gerade nicht, aber wnen ich sie nachher noch finde, verlinke ich sie dir.

mulano 02.07.2017, 20:47

Atheisten sind auf Platz 3 gelandet. Die Studie wurde in einer anderen Antwort verlinkt.

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WalterMeineid 02.07.2017, 21:14
@mulano

Ja auf Platz drei, wenn man lediglich die Zugehörigen innerhalb einer Religionsgruppe zu ihrer eigenen Religion betrachtet. Betrachten wir jedoch das Wissen über Religionen in Gänze, dann ergibt sich ein erheblich anderes Bild.

Aber ich finde es schon interessant, dass 50% der befragten Protestanten nicht wussten, dass ihr Prostetantismus auf Martin Luther zurückzuführen ist.

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Die Mehrheit derjenigen, die sich selber als Atheisten bezeichnen, sind einfach nur Personen, die aus der Kirche ausgetreten sind oder austreten wollen, da sie einer Mode hinterherlaufen.

Mit wirklichen Atheisten, kann man sich überraschend gut über Glaubensinhalte unterhalten, zumal diese sich durchaus mit den Schriften beschäftigen und in den seltensten Fällen andere missionieren wollen.

Warum müssen Atheisten bei Fragen über Religion und Glauben überhaupt mitreden? Ich als Nicht-Physiker rede ja auch nicht mit einem Physiker über die Allgemeine Relativitätstheorie, da mir dafür einfach das Wissen fehlt.

Wenn jemanden das entsprechde Wissen fehlt, dann wäre es wirklich besser sich bei bestimmten Themen zurückzuhalten. Bei Religion kommt aber zu dem Wissen über die jeweilige Religion auch noch der Glaube an eine imaginären Gott hinzu. Das Wissen zu Religionen kann ein Atheist durchaus haben und ich denke mein Wissen über Religionen übertrifft das der meissten Anhänger von Religionen.

Ich glaube aber nicht an irgendwelche Gottheiten und mag daher Defizite bei der "Gotterfahrung" haben, aber da ich ohnehin nicht an Götter glaube, entgeht mir da auch nichts.

Ein Atheist wird auch kaum die Bibel widerlegen wollen, da es sich seiner Meinung nach ohnehin um ein Märchenbuch bzw. codifizierte Verhaltensregeln handelt. Da braucht man nichts aus dem Kontext reissen, da das Buch an sich schon ein Phantasieprodukt ist. Ich denke du machst den selben Fehler, den gläubige Menschen immer wieder machen:

Man muss die Existenz einer Sache beweisen, nicht die Nichtexistenz.

Es mag sein, dass es Atheisten gibt die sich die Mühe machen einen Gläubigen davon zu überzeugen zu wollen, dass die Bibel falsch ist, indem sie die Bibel an sich widerlegen wollen. Die Mühe mache ich mir nicht. Ich sage, "So, du meinst das entspricht den Tatsachen? Dann beweis es mir!"

Atheisten glauben ja nicht und haben auch meistens die "Heiligen
Schriften" der entsprechenden Religion die sie kritisieren noch nie
gelesen. Sie beziehen ihr "Wissen" also nur aus zweiter Hand, weil sie
jemanden kennen der jemand kennt der das und das gesagt hat.

Wie kommst du auf diese Idee? Wer sagt, dass Atheisten die Bibel, den Quran, den Talmut oder andere Bücher nicht lesen? Aber auch bei diesen Büchern handelt es sich nicht um Primärquellen, sondern über Geschichten die teilweise Jahrhunderte mündlich überliefert wurden, bevor sie niedergeschrieben wurden. Die dann auch noch aus alten Sprachen mit dem Umweg über das Griechische und/oder Lateinische in unsere heutigen Sprachen übersetzt wurden. Bücher über deren Inhalt Menschen entschieden haben und die festlegten was kanonisiert wird und was als Apokryphe zu gelten hat.

Ich würde gerne die Quellen lesen die relativ ursprünglich sind, aber mein Alt-Aramäisch ist etwas eingerostet.

Weiterhin wird die Sekundärliteratur aus der ich mein Wissen habe, von Historikern und Theologen verfasst und deren WISSEN über Religionen dürfte besser sein, als das eines Laien der nur einmal die Woche in die Kirche rennt oder sein "Heiliges Buch" liesst.

Im Endeffekt unterscheiden sich Atheisten und religiöse Meinschen kaum, denn der religiöse Mensch glaubt an alle Götter außer seinem eigenen nicht und der Atheist auch - mit dem Unterschied dass der Atheist keinen eigenen Gott hat.

mulano 02.07.2017, 19:12

Atheisten können selbstverständlich auch wissen was in der Bibel steht, die meisten tun es meiner Meinung nach nicht, da sie sich wenig bis gar nicht damit beschäftigen. Wenn man die Bibel als Maßstab nimmt ist diese auch die Primärquelle, und somit die Grundlage um über sie diskutieren zu können. Alte Schriftrollen die man entdeckt hat beweisen das sich am Inhalt der Bibel über die Jahre kaum etwas geändert hat.

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WalterMeineid 02.07.2017, 19:21
@mulano

Nein, die Bibel ist keine Primärquelle, sondern ein "Sammelsurium" verschiednener Texte, die je nach Interessenlage angewählt wurden. Es kann auch keine Primärquelle sein, das es DIE Bibel nicht gibt, sondern ein paar hundert verschiedene, je nach Glaubensrichtung.

Wenn du meinst, dass die meisten Atheisten nicht wissen, was in einer Bibel steht, dann mag das deiner persönlichen Wahrnehmung entsprechen, ob es der Realität entspricht wage ich zu bezweifeln.

Selbst der Fund von Qumran beweist nur, dass Inhalte der Geschichten entsprechend übernommen wurden. Über deren Wahrheitsgehalt sagen sie aber nichts aus.

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mulano 02.07.2017, 19:29

Wenn man aber über die Bibel spricht dann ist die diese auch die Primärquelle wenn es darum geht sich über diese zu informieren, nicht etwa ein anderes Buch welches beschreibt was in der Bibel steht. Wenn ich über ein Buch spreche dann ist ja auch das fertige Buch (die Bibel besteht ja aus vielen Texten) und nicht die Manuskripte dazu das was die Gesprächsgrundlage bildet.

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WalterMeineid 02.07.2017, 19:35
@mulano

Wenn man von einem Buch spricht, dann meint man in der Regel das Werk eines oder mehrerer Autoren, die bekannt sind und bei denen man auch auf das unveränderte Ursprungswerk zugreifen kann.

Sicherlich kann ich alles zu einer Primärquelle erklären, aber eine Anthologie bei der man weder diese genauen Autoren, noch die Zeit kennt in der die einzelnen Texte verfasst wurden und auch kein Zugriff auf den ursprünglichen Text besteht, kann m.E. keine Primärquelle sein. Es sei, denn man will mit dessen Exegese irgendwelche Fakten beweisen, die nicht beweisbar sind. Und nein, nur weil dort hinstorische Dinge genannt werden, die sich zugetragen haben, ist das noch lange kein Beweis für die Wahrheit des Buches an sich.

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juste55 02.07.2017, 21:05
@WalterMeineid

WalterMeineid,

beschreibe mir doch konkret, was deiner Meinung nach die "Primärquellen" zur Heiligen Schrift sein sollen

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WalterMeineid 02.07.2017, 21:10
@juste55

Die urspünglich niedergeschriebenen Inhalte und nicht die über die Jahrhunderte immer wieder redigierte Fassung. Das reicht mir schon aus. Ich verlange ja nicht, dass die Texte die aus älteren Religionen stammen und von den Autoren der Bibel geguttenbergt wurden zu Grunde zu legen sind.

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WalterMeineid 02.07.2017, 23:22
@juste55

Ich habe hier in einem der Kommentare bereits geschrieben, dass die Rollen von Qumran ein Beleg dafür sind, dass Teile der Bibel nicht verfäscht worden sind und nicht mehr. Dass das Geschriebene der Wahrheit entspricht können sie nicht belegen.

Es handelt sich bei den Rollen von Qumran auch nur zu einem kleinen Teil um Texte die der Bibel zugeordnet werden können, die auch, von der großen Jesaja-Rolle abgesehen, lediglich Textfragmente sind. Der Rest sind Fragmente von Kommentare zu Teilen der Bibel, Apokryphen und allgemeine Texte zur Regelung des Gemeinwesens.

Sie enthalten nichts, das das was in der Bibel geschrieben steht als wahr belegt. Die große Jesaja-Rolle ist die älteste bekannte Abschrift und ist auf 150 v.u.Z. datiert. Jesaja selbst hat im achten Jahrhundert v.u.Z. gelebt. Daraus kann man folgern, dass die Geschichten mehrere hundert Jahre lediglich mündlich überliefert wurden. Wenn man betrachtet, was bei Stille Post schon bei einem Satz an Veränderungen geschieht, dann kann man ausschliessen, dass das was in dieser Rolle steht die Wirklichkeit wohl kaum widerspiegelt.

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verehrter mulano -

Dein Spruch

haben auch meistens die "Heiligen Schriften" der entsprechenden Religion die sie kritisieren noch nie gelesen

sowie jener

sie Bibelzitate aus dem Zusammenhang reißen und meinen damit die Bibel widerlegen zu können.

sind blanke Behauptungen. Die meisten Atheisten haben diese Schriften gelesen und sogar studiert und haben DANACH erst so richtig ihren bereits in gesunden Ansätzen vorhandenen Nicht-Glauben bestätigt gefunden, unter anderem deswegen, weil sie beim Studium dieser Schriften ihr Hirn nicht auf Energiesparmodus runtergefahren haben.

Ich behaupte außerdem, dass ich die Bibel (auch Koran u. a. "heilige Schriften") besser kenne als so mancher ihrer Schrei-Apologeten.

Wenn jemand aus dem Zusammenhang reißt, dann mehrheítlich Bibelkenner, Exegeten, Erklärer und andere Gottesknechte, und zwar aus einem einzigen Ziel: die Inhalte immer wieder den sich permanent ändernden realen Gegebenheiten anzupassen und auszulegen.

Warum müssen Atheisten bei Fragen über Religion und Glauben überhaupt mitreden?

Müssen sie nicht! Aber wieso können Theisten sich nicht in eins ihrer Fachforen verziehen, um dort herumzulabern und versuchen zu missionieren?? Wenn sich also Atheisten zu den Themen Religion und Glaube in einem weltlichen Forum äußern, dann mehrheitlich zum Schutz der Umwelt (nämlich der geistigen!).

Die Atheisten sagen einfach: "Der Klügere gibt eben nicht nach! Sonst würde die Welt nur noch von Deppen beherrscht werden"!

mulano 03.07.2017, 13:16

Danke für die Antwort, gnädige Frau/gnädiger Herr. 😉

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Um sich auf einem Sachgebiet auszukennen, muss man dazu kein spirituelles Verhältnis aufnehmen. Man kann sich z.B. auch ganz nüchtern distanziert mit Dämonen-, Hexen- und Werwolf-Kulten befassen, auch kulturwissenschaftlich.

Es soll sogar Nichtraucher geben, die sich gut mit der Wirkung des Zigarettenrauchens auskennen.

Ich bin atheistin, wurde aber katholisch aufgezogen. 
Habe in der Schule also sehr wohl in Religion in der Bibel gelesen und bin jede Woche in die Kirche gegangen. Ich habe mit meiner Mutter und meinen Großeltern früher immer gebetet und bin zur Erstkommunion gegangen etc..
Atheistisch zu sein, heißt also nicht automatisch dass man sich über Religionen nicht auskennt. Man entscheidet nur an irgendeinem Punkt im Leben darüber ob man das alles glaubt und so weiter führen möchte weil man es von den Eltern so vorgelebt bekommen hat oder nicht.
Ich mische mich auch nicht in andere Religionen ein, da ich es ja akzeptiere wenn Leute eben Glauben. Allerdings nur solange sie es nicht so exzessiv betreiben sodass andere darunter leiden müssen. Und das wissen aus zweiter Hand nehmen ?  Naja aber was tun die Gläubigen dann? Sie glauben ja auch Dinge die ihnen von klein auf vorgesagt wurden und in einem uralten Buch stehen ohne jemals eines dieser Dinge wirklich gesehen bzw erlebt zu haben.  

"Atheisten glauben ja nicht und haben auch meistens die "Heiligen Schriften" der entsprechenden Religion die sie kritisieren noch nie gelesen. Sie beziehen ihr "Wissen" also nur aus zweiter Hand, weil sie jemanden kennen der jemand kennt, der das und das gesagt hat."


Wie kommst du dazu, so etwas zu behaupten? Hast du dich mit solchen Statistiken auseinandergesetzt?


Du hast im Prinzip genau das gemacht, worüber du dich in deiner Frage beschwerst: Du redest mit ohne überhaupt wirklich Bescheid zu wissen (über die religiöse Bildung des allgemeinen Atheisten). Außerdem hat doch jeder das Recht und die Legitimation dazu, auch mal seine Meinung zu diesem so mächtigen Kult zu äußern. Vor allem, da die Kirchen doch trotz wissenschaftlicher Beweise und Tatsachen daran fest halten, was in diesem von Menschen verfassten Buch/Büchern Gottes steht, und somit trotzdem alle für dumm verkaufen wollen. Versteht mich nicht falsch, glaubt woran auch immer Ihr wollt, nur wundert euch nicht, wenn manche den törichten Versuch unternehmen euch dazu zu bringen die Fakten zu berücksichtigen. Alles worauf sich die Kirche/n beruft/berufen ist, dass man nicht wirklich beweisen kann, dass einige in der Bibel (oder welchem Werk auch immer) geschilderten Ereignisse nicht geschehen sind. Also eigentlich kann jeder xbeliebige sich sämtliche Fantasien ausmalen und behaupten, es sei passiert. Alles was die Wissenschaft dem entgegensetzten kann sind Naturgesetze und Tatsachen, sowie Ausgrabungen etc. . Also ich finde es nicht verwunderlich, dass es manche Menschen stört, dass sich die Kirche so selbstischer und sich auf freien Glauben berufend überall einmischt.



Und noch zum Wissen aus zweiter Hand der Atheisten: Beziehen sich die Gläubigen denn auf wissen auf erster Hand? Nope... Menschen haben ein Buch geschrieben und was dort steht wird geglaubt. Und wenn uns jemand wiederspricht soll er es beweisen, dass es anders war, was er nicht kann.

Das ist doch Quatsch, was du hier unterstellst. Menschen die gegen etwas sind haben sich meist vielmehr mit einem Thema beschäftigt, als die, die einfach mit seiner Religion geboren wurde.

Der Mensch der seiner Religion "vererbt bekam", hinterfragt selten. Er nimmt es an und ignoriert es / heißt es gut / findet seinen Weg damit klar zu kommen / findet seinen Weg damit glücklich zu sein / geht darin auf. Stand heute: Viele wird es auch überhaupt nicht mehr interessieren, ob sie nun getauft wurden oder eben nicht. Man macht das eben mal mit.

Wie willst du überhaupt diese alten Bücher mit Wissenschaft gleichsetzen? Es sind Erzählungen, Anregungen, Lehrbeispiele wie man sich in einer Gesellschaft verhalten sollte. Im Kontext der jeweiligen Zeit.

Natürlich darf man auch als nicht-Physiker über physische Sachverhalte diskutieren, ggf. haben wir noch etwas vergessen oder wissen einfach etwas noch nicht. Naturwissenschaften leben auch davon, Sachen zu hinterfragen bzw. kritisch zu prüfen. Ich glaube sonst hätten wir noch immer Angst davor, wir könnten beim Tunnelbau die Scheibe durchbrechen und unendlich ins Feuer fallen.

Zitat von dir :

Atheisten glauben ja nicht und haben auch meistens die "Heiligen
Schriften" der entsprechenden Religion die sie kritisieren noch nie
gelesen. Sie beziehen ihr "Wissen" also nur aus zweiter Hand, weil sie
jemanden kennen der jemand kennt der das und das gesagt hat.

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Das stimmt nicht, wenn du mal auf "religionskritische" Webseiten im Internet gehst, dann wirst du merken, dass diese meistens sehr gut recherchiert und durchdacht sind, hinter den Webseiten stecken Leute, die diese Webseiten erstellt haben.

precursor 03.07.2017, 06:02

Also : Kein Wissen aus zweiter Hand, sondern die haben die Bibel selber gelesen.

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mulano 03.07.2017, 09:39

Das kann schon sein, nur trifft das nicht auf alle Atheisten zu. Wie viele die du kennst haben eine religionskritische Webseite?

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precursor 03.07.2017, 15:51
@mulano

Das haben vielleicht die wenigsten, aber die meisten haben die Bibel selber gelesen, und denken sich dann, das kann nicht stimmen, daran glaube ich nicht.

Ich habe die Bibel übrigens auch gelesen, allerdings nicht auswendig gelernt.

2

Ein Physiker mit entsprechendem Abschluss bleibt auch dann noch Physiker wenn er eine andere Tätigkeit ausübt.

Bei den allermeisten Religionen kann man allerdings fast ohne jegliches Wissen über die jeweiligen Glaubensinhalte eintreten wie man will...und auch wieder austreten.

Atheisten oder Agnostiker gibt es viele, die sich eingehend mit religiösen Dingen beschäftigt haben, oder auch aktiv in religiösen Gruppen waren.

btw.:

Selbst ein Studium der Theologie ist ohne Glauben möglich...oder:

(wie mir mal eine Religionslehrerin sagte)

"ich unterrichte nur den vorgegeben Lehrstoff, aber eigentlich glaube ich gar nichts mehr...

Soll heißen:

Man kann "auskennen in Religion" nicht lediglich daran messen, dass jemand einer Religionsgemeinschaft zugehörig ist.

Warum können die Religionssüchtigen sich nicht ein geheimes Forum suchen, indem sie über ihre Themen sinnieren?

Hier kann jeder seinen Senf zu irgendeinem Thema abgeben, egal ob er davon Ahnung hat oder nicht.

Darf also nur etwas kritisiert werden, wenn mensch zuvor (zumindest als Kind) diesen ganzen Sermon an biblischen Geboten sich jeden Sonntag anhören musste?
Sollte das so sein, dann bin ich dazu berechtigt.

Ebensowenig muss einer Alkoholiker sein, um beim Thema Alkohol mitreden zu können.

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