Warum gilt Selbstmord als feige und egoistisch?

29 Antworten

Ich versuche! es mal ganz schlicht, ganz einfach, zu interpretieren...

Die Band "PUR" (man muss diese Musik nicht mögen) hat mal ein Lied herausgebracht mit dem Titel "Noch ein Leben".  Darin geht es um einen jungen Selbstmörder, der keinen Ausweg mehr sah, und sich aus dem 13. Stock eines Hochhauses stürzte.

"Du hast Dein Ende selbst gewählt, hast Dich mit Leben so gequält, doch war das fair? War das nicht feige? Du lässt Keinem mehr ne Chance. Erst wenn der letzte Vorhang fällt, erst dann verliert die Welt den Sinn für Dich. Ich wünsch Dir trotzdem alles Gute, da, wo Du jetzt bist"... 

 (Sollte der Text jetzt im Originalwortlaut nicht ganz so 100% mit dem Original übereinstimmen, so bitte ich um Nachsicht)...

Ich denke, der Text soll zum Ausdruck bringen, dass zwar für den Selbstmörder durch seinen Suizid "die Probleme aus der Welt geschafft sind" (was für ein grauenvoller Begriff), die Probleme aber für die Hinterbliebenen um so größer werden. Eine Frau, die nun alleine ist, kleine oder auch große Kinder, die nicht mit der Frage fertig werden, warum der Vater das denn getan hat. Schuldgefühle, Schuldzuweisungen....

Und eben weil man den Selbstmörder logischerweise nicht mehr zu einer Antwort hinzuziehen kann, spricht man (irgendwie menschlich auch verständlich) von Feigheit des Selbstmörders.

Hier jetzt aber anzufangen, eine moralische Keule zu schwingen, betrachte ich als töricht. Denn man sollte sich auch den Menschen vor Augen führen, der KEINE Familie hat, Niemanden hinterlässt... Aber vor Schmerzen kurz vor dem Wahnsinn ist, wegen seiner unheilbaren Krebserkrankung. Ich denke auch hier, GERADE hier, sollten wir uns der Worte Jesu erinnern:

Wer von Euch ist frei von Sünde, der werfe den ersten Stein.

Ich würde mir vorher die Hand zertreten lassen, bevor ich auch nur nach einem greifen würde. Denn niemand kann sagen, wie das Leben auch für mich die Weichen stellt...

Nun, dies ist meine Interpretation. Sicherlich werden die Meinungen dazu auseinandergehen....

Wenn man jahrelang gekämpft hat, ist man natürlich nicht feige. Hier wäre verzweifelt das richtige Wort. Man benutzt nur gerne das Wort "feige", weil in der Regel niemand als feige bezichtigt werden will. Der Schuss kann aber auch nach hinten los gehen, wenn man einem suizidgefährdeten sagt, er sei feige, ohne ihm zu sagen, dass man damit die Flucht vor den Problemen meint. Sonst wäre das quasi wie eine Mutprobe zu verstehen. Verzweifelt zu sein, damit können sich mehr Menschen abfinden.

Jeder, dem auch nur ein bisschen an seinem Leben liegt, der weiß (für sich), dass sich umzubringen ein schwerer Schritt sein muss, weil es ein endgültiger ist. Feige bezieht sich nicht darauf, dass man sich überwindet, sein Leben zu beenden, sondern darauf, dass man vor seinen weltlichen Problemen flieht. 


Wenn jemand sich umbringt, weil er die Welt verbessern will, dann ist das nicht egoistisch. Es spricht nur für eine stark eingeschränkte Sichtweise. Irgendetwas hat denjenigen davon überzeugt, dass er nichts besseres für die Welt tun kann oder gar das er verantwortlich für die Welt ist.

Egoistisch sind die Selbstmörder, die durch den Selbstmord vorrangig ihre Probleme lösen wollen, nicht die der anderen; die, die nicht an trauernde Verwandte denken usw.

Selbstmörder egoistisch, da ist man doch eher in Zuständen, die einen keinen Funken mehr an andere denken lassen, sonst würd jemand kaum an "Selbst-Mord" denken?

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@Ivepe

Es ist nicht schlimm, häufig sogar sehr gut, wenn man an sich denkt. Nur meint man damit, dass man es anderen nicht versuchen sollte, recht zu machen. Es ist nicht der destruktive Weg gemeint.

Allgemein finde ich es schlecht, wenn man das eigene Leben von anderen abhängig macht. Es ist riskant, jemandem zu raten, er möge sich nicht umbringen, weil er geliebt und gebraucht wird, wenn er genau das eben nicht glaubt, wenn derjenige glaubt, dass alle auf einen einhacken.
Hier ist der positive Egoismus "gesund" für den Suizidgefährdeten, positiv im Sinne von "Lass die anderen doch reden." oder "Wenn mir niemand hilft, dann muss ich mich eben selbst beim Schopfe aus dem Sumpf ziehen."

"Das ist egoistisch." klingt immer so negativ. Für ein Individuum ist Egoismus lebensnotwendig - Egoismus in Form von Selbstliebe, Selbsterhaltung und Selbstentfaltung.

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Es gibt Fälle in denen ist Selbstmord der beste Weg, aber das sind Einzelfälle ohne generellen Charakter.

Doch sollte Selbstmord der letzte in Betracht zu ziehende Ausweg sein und bleiben. 

Selbstmord wird oft als Schwach, feige und/oder egoistisch angesehen, da es "einfach" für den Selbstmörder ist, der muss nicht mit den Konsequenzen und Auswirkungen leben sondern "nur" sterben. Doch es hinterlässt meist einen Haufen Arbeit für die Lebenden, es gibt eine Leiche die (häufig in unansehnlichen Zustand) zu entsorgen es gilt, einen Ort der zu säubern ist und einen Berg von Papierkram um den Toten zu melden bzw. abzumelden.

Meiner Meinung nach sollte Selbstmord der letzte in Betracht zu ziehende Ausweg sein und nur für Härtefälle ein guter Weg, und dann sollte der Selbstmord, im Rahmen der Möglichkeiten, möglichst sauber und ohne kollateral Schäden geschehen. Soll heißen das auch keine weiteren Personen in den Selbstmord einbezogen werden so z.B. nicht vor einen Zug/ein Auto springen.

Viele Selbstmord(versuch)e resultieren aus lösbaren Situationen wie z.B. Liebeskummer, Stress, Mobbing, krankhafter Depression, Geld/Ruf Verlust. Hier kann im Leben eine nennenswerte Verbesserung der Lebensqualität herbei geführt werden und noch einige lebenswerte Jahre kommen.

Deshalb sollte ein Selbstmord so verpönt und schwierig wie möglich sein.

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