Warum gilt lesen, grade unter Jugendlichen, mittlerweile als "langweilig"?

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14 Antworten

Ich habe eher das Gefühl, dass Bücher in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung erleben, wofür nicht zuletzt die Harry Potter-Reihe gesorgt hat. Selbst solche Leute wie Bushido sch(m)eißen mittlerweile Bücher auf den Markt und das Zeug wird auch gekauft. Ungeachtet des Mediums dürfte das Lesen als kognitiver Akt ohnehin zugenommen haben, eben weil es das Internet mit all seinen Ausformungen gibt. Genau jetzt im Moment liest du diese Zeilen.

Mal sehen... Machen wa mal ne Stichprobe:

Ich kenne... 1, 2, 3, 8, 20, 26 Personen im Alter von 17 bis 22 gut genug um deren Lesegewohnheiten zu kennen und von diesen Personen lesen:

16 Personen so gerne, dass ein Buch nicht nur das perfekte Weihnachtsgeschenk für sie wäre, sondern mir bei etwa der Hälfte der Personen relativ spontan auch ein Buch einfallen würde das ihnen gefallen würde (oder ich zumindest wüsste in welchem genre ich suchen müsste)

Von 4 Personen weiß ich, dass sie definitiv nichts lesen was mehr als 30 Seiten hat und in drei der Fälle nicht um Autos oder Fußball geht (man bemerke den Geschlechtsaspekt). Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich früher mehr Leute kannte die stolz darauf waren nichts zu lesen und hinzu kommt noch der Aspekt, dass ich Leute kenne, von denen ich glaube, dass sie nichts lesen, nur kenne ich die eben nicht gut genug um das beurteilen zu können...

Bei den restlichen 6 Personen weiß ich schlichtweg nicht ob sie wirklich gerne lesen. Bücher im Regal oder in der Handtasche mögen ein Indiz sein, aber Leseleidenschaft ist für mich auch damit verbunden, dass man über´s Lesen spricht. Deshalb bleiben diese 6 mal außen vor.

Wie wäre es denn wenn jeder von uns mal bei seinen Leisten bleibt und seine subjektiven Einschätzungen nicht auf die Allgemeinheit überträgt? Generell mag es ja sein, dass es weniger junge Menschen gibt die ein gutes Buch mehr schätzen als eine X-Box, aber das muss man differenziert sehen. Wie man sieht, liest der Großteil meines Umfeldes sehr gerne. Nur kann ich mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es im persönlichen Umfeld von Person XY auf meiner Liste, die nicht gerne liest, ganz anders ausieht.

Bei solchen Fragen frage ich mich nunmal immer wieder worauf der Fragestellende eigentlich hinaus will und es kommt mir immer nur eines in den Sinn: Bestätitgung. Bestätigung deiner eigenen "besseren" Einstellung, begleitet von einem kollektiven "Die Jugend von heute"-Geseufsze. Aber leider muss ich da Widerspruch einlegen: Nein, eine Leseratte zu sein reicht nicht aus um einzigartig zu sein (oder sich seiner Einzigartigkeit inmitten der dummen Masse zu grämen), da muss man sich schon was besseres einfallen lassen um ein "wahrer Individualist" zu werden (hihi...Wortwitz)

Zusammenfassend: Wir sind eine Mediengeneration, mag sein dass die Literatur im Internetrausch ein bisschen auf Tauchstation geht, aber es gibt immernoch genügend Leute die gerade Tauchen ganz besonders interessant finden.

bizarrejune 14.12.2011, 06:57

Erst einmal Danke für deine ausführliche Antwort - den letzten Rückschluss, ich suche "Bestätigung", finde ich jedoch fast unverschämt. Ich glaube ich schrieb schon einmal bei dieser Diskussion dass ich noch Schülerin bin und bloß Erfahrungen weitergebe. Ich bin in einem Deutsch-Leistungskurs in der 12. Klasse und wenn es an Bücher, Stücke und große Werke geht, heißt es bloß "Ieeeeh, lesen" - und hier rede ich nicht von wenigen Menschen, sondern von mindestens 3/4 des Kurses und in meinem Bekanntenkreis ist es ähnlich. Ich lese sehr gerne und viel und frage mich ernsthaft, warum das - und ich rede hier einfach von meinen persönlichen Erfahrungen!! - bei den meisten Menschen, die ich kenne, nicht so ist. Ich denke ich zeichne mich durch andere Dinge aus als Bücher, auch wenn ich Literatur sehr liebe, und habe es kaum nötig, mich durch fremde Menschen im Internet (!) bestätigen zu lassen. :)

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niska 14.12.2011, 20:56
@bizarrejune

Naja, ich würde das mal nicht unbedingt als Rückschluss bewerten - allerdings kann ich nunmal aus Erfahrung sagen, dass hier oft derartige Fragen gestellt werden. Oft mit einem sehr negativen Beiklang a la "90% meiner Generationsgenossen sind Trottel (weil sie nicht lesen, nur doofen Rap hören, total vulgär sind, nur saufen, etc.) - nur ich nich - warum nur?" das ist aber nunmal im Grunde dasselbe als wenn man sagt: "90% meiner Mitmenschen sind Trottel - nur ich nicht - warum nur?". Der einzige Unterschied: Beim ersten Teil des Satzes ("90% sind Trottel") werden dir noch viele zustimmen und den bedauernswerten Zustand unserer Gesellschaft bedauern - beim zweiten Teil ("nur ich nicht"), werden aber wieder nicht ganz so viele zustimmen, weil sie sich dann ja wieder selbst angesprochen fühlen und ihnen dann wieder einfällt: Achja, wir sind ja alle Individuen (und man selbst als Individuum ist ja ganz sicher nicht dumm, das sind immer nur die anderen). Deswegen habe ich hier auch nicht mit irgendeinem Bericht über das allgemeine Leseverhalten geantwortet (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,548617,00.html), sondern ebenfalls meine persönlichen Erfahrungen mitgeteilt. Nur sind persönliche Erfahrungen eben nicht ausschlaggebend. Wie gesagt vor 5 Jahren war mehr als nur die Hälfte meines Umfeldes mehr als bedacht darauf ja nicht zu schlau sein zu wollen - das bedeutet aber nicht, dass ich das deswegen davon ausging, dass alle so wären.

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Na ja, Lesen erfordert ein gewisses Maß an Fantasie und Konzentration, das ist bei vielen Jugendlichen leider nicht mehr so stark ausgebildet. Außerdem ist Lesen ja sooo "uncool". Es gibt ja viel "coolere" Beschäftigungen: Internet, Fernsehen - wer braucht da so nen blödes Buch?

*Ironie off *

Ich selber habe in meiner Kindheit und Jugend seht viel und sehr gerne gelesen. Inzwischen bin ich allerdings froh, wenn ich meine Literatur fürs Studium durchgekaut kriege (wahlweise in vier Sprachen und natürlich meistens extrem spannende Sachtexte...). Allerdings schreibe ich in meiner Freizeit inzwischen auch gerne, der erste Roman ist fertig - es geht zu einem Großteil um Musik.

Ich finde schon, dass du "anders" bist - aber das ist sehr positiv! :)

Nööö...ich lese auch voll gern aber ich glaub die meisten sind einfach die Generation-Facebook!!! Da bleibt neben Facebook, Ps3, Computer und der ganzen anderen Technik keine Zeit zum Lesen.

shakur1988 14.10.2017, 09:42

Naja selbst da muss man dazu ja lesen..;) Wiiiie uncool nicht wahr? ;)

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Lesen ist nicht so bunt wie fernsehen oder zocken. Außerdem gibt es da keine Highscore Liste. Vom Surround Sound ganz zu schweigen.

PaSan 13.12.2011, 13:27

Lesen ist sehr viel bunter und vielseitiger als fernsehen, zocken und so weiter. Und ja, auch Sound hat man. Schade, das du das niemals erleben wirst.

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monologue 13.12.2011, 19:49
@PaSan

hansmanner du hast da einiges im leben verpasst, schade dass du den zugang nicht fandest. dir entgeht zu viel

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Ich bin selbst "Generation Facebook", les aber sehr gern und sehr viel. Außerdem kenn ich auch viele in meinem Alter, die auch lesen.

nein bist du nicht ich lese auch viel (alle HP,Eragon usw.) und comics lesen macht fun:D

LG FunnyNils

zocken is besser ein buch hat keinen sound du kannst es nicht mit freunden zusammen machen du hast kein ziel highscore usw. es gibt viele gründe

PaSan 13.12.2011, 13:25

Dann bist du noch nie richtig in ein Buch eingetaucht. Und wirst es vermutlich auch nie. Schade, du hast was verpasst! :)

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monologue 13.12.2011, 19:51
@PaSan

in deutschland wird wenig gelesen, gf6666 vertritt die meinung der mehrehit

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Ich kenne nicht die übrige Generation . Aber ich kenne viele Jugendliche die gern lesen . Das ist normal , und es ist ganz und gar nichts Besonderes ! Aber Du bist der Einzige , der großes Aufheben darum macht !

wozu lesen, wenn man doch

  • fernsehen kann

  • pc-spielen kann

  • sich infos vom tablet-pc holen kann

  • die freundin mal so richtig schön ... kann

  • eh dumm ist

  • nicht lesen kann

usw usw...

könnte jetzt noch 1000 beispiele geben... manche sind eben so und andere eben anders. das muss man halt akzeptieren XD

Ja, schon klar: "Harry Potter", "Warrior Cats", "Eragon", "Bartimäus", "Panem" und "Biss.." sind Bestseller, weil die Bücher nur von Erwachsenen gelesen werden...

Deine Ansicht ist mir unverständlich !

ursula39 13.12.2011, 13:04

Mir auch !

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ich kenne sehr viele die in deinem Alter lesen

bizarrejune 13.12.2011, 13:00

Aber seltenst etwas "ernstzunehmendes", oder?

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PaSan 13.12.2011, 13:23
@bizarrejune

Und was ist in deiner Ansicht "würdig", um ernst genommen zu werden? Ich verehre Tolkien, bin ich jetzt minderwertig? -.-

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Nicht wirklich! Es gab immer schon solche und solche!

Der unterschied zu heute ich Brauch kein Buch mehr um zu lesen!

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