Warum gilt eine Inflationsrate von knapp unter 2% als preisstabil?

6 Antworten

Sagen wir so, wenn Du Dein Geld behälst, gewöhnlich sparen genannt, verlierst Du auch nichts, soweit zur Tugend.

Wenn es eine Inflation von 2% hätte würdest Du auch 2% Deines Geldes durch nichts verlieren, aus 100€ würden 98€ usw.
Willst Du den Verlust vermeiden würdest Du dafür einen Wert kaufen, welchen auch immer und die Wirtschaft erfreuen.

Soweit die Theorie, dass Geld ein Wertspeicher sei.

Sind aber die Schulden höher als die Wirtschaftsleistung, brauchst Du entweder einen höheren Lohn, um beides zu können, die Schulden tilgen und trotzdem Werte zu kaufen oder Du würdest nur Schulden tilgen.

Bleiben die Lohnsteigerungen unterhalb der Inflationsrate, wie in den letzten 15 Jahren geht die Rechnung nicht mehr auf.
Nun tilgst Du Schulden und kaufst keine neuen Werte, statt Inflation entsteht Deflation.
Gut für Dich, schlecht für die Wirtschaft und Banken.

Zunächst mal ist es gar nicht so einfach, Inflation zu messen. Dabei treten notgedrungen Fehler auf. So ist es z.B. schwierig, Qualitätsverbesserungen herauszurechnen. Man geht davon aus, dass die tatsächliche Inflation von der offiziellen Messung eher überzeichnet wird.

Weiterhin kann die Zentralbank die Inflationsrate nicht direkt steuern. Ein Inflationsziel größer null dient deshalb auch als Sicherheitsabstand, um bei unvorhergesehenen Schocks nicht gleich in die Deflation abzurutschen. Denn die Wirkung der Geldpolitik ist während einer Deflation oft ungewiss.

Dein Argument wäre richtig, wenn unsere Wirtschaftsprozesse statisch wären. Tatsächlich aber sind sie dynamisch, wie es das Wort Prozess bereits nahelegt. Wirtschaften ist ständig im Wandel, wird immer wieder umgekrempelt. Ganze Wirtschaftszweige verlieren an Bedeutung (Schwerindustrie z.B.) und andere entstehen neu. Das bedeutet auch eine ununterbrochene Umverteilung der relativen Preise und Arbeitsplätze. Ein ausreichendes Geldangebot, das eine Inflation von knapp unter 2% zulässt schafft so die Möglichkeit, dass sich diese Prozesse nicht zu einem konjunkturellen Einbruch ausweiten (Monetarismus-Theorie). Alte Produkte können ihre Preise halten oder nur leicht absenken, während neue Produkte mit einem Preisplus einsteigen und so einen Vertrauensvorschuss erhalten. Dass das bei der sich ständig wandelnden Wirtschaft nicht immer so glatt gestalten lässt, zeigen die Konjunkturverläufe über die Zeit. Die Politik der EZB ist an diesem ursprünglichen monetaristischen Modell orientiert, das aber ausschließt, dass sich Staaten störend ins Wirtschaftsgeschehen einmischen. Ich allerdings fürchte, dass durch die politischen Verwerfungen dieses Modell nicht mehr funktioniert, gar nicht angewandt werden kann. Darum hat die EZB mit ihrer Geldpolitik keine Erfolge und der Maßstab "Inflation" ist auch überholt, weil Vermögensentwertung direkt auf den Konten stattfindet und nicht mehr über die Preise.

Wer entscheidet wieviel wert das Geld hat?

Ich verstehe es nicht, Geld ist doch einfach nur bedrucktes buntes Papier.

  1. Erstmal, wer druckt die Geldscheine ?
  2. warum druckt man nicht einfach mehr Geld und zahlt die Staatsschulden ab? Oft wird gesagt dass das Geld dadurch an Wert verliert, aber wer zum teufel entscheidet das? Würde man einfach mehr drucken und weiter machen wie bisher wären soviele Probleme weniger. Weder das Leben einzelner Personen noch das Leben der gesamten Menschheit ist für immer , deswegen könnte man eigentlich einfach so tun als ob.
  3. ein Grund gegen das bedingungslose Einkommen ist , das alles andere teurer wird. Aber warum? Würden die Preise einfach gleich bleiben wäre das Leben vieler Menschen besser
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Danke danke danke

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