Warum gibt es wenige dunkelhäutige Metalheads in Deutschland?

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9 Antworten

Es wurde ja schon mehrfach erwähnt, aber darum auch von mir nochmal:

Laut Wikipedia gibt es in Deutschland geschätzt zwischen 300.000 und 800.00 Schwarze. Nehmen wir mal als Mittlerwert 500.000. Die gesamte Einwohnerzahl von Deutschland sind ca. 82 Millionen. Du kannst ja mal grob ausrechnen, wieviel Prozent der Deutschen dann schwarz sind.

Wenn ich mich nicht verrechne, dann komme ich auf 0,6% - das wäre der Anteil von Schwarzen unter allen Deutschen.

Oder mal andersrum: bleiben wir bei 500.000. Jetzt rechnen wir erstmal Kinder unter 12 und ältere über 50 weg. Keine Ahnung wieviel das sind, vielleicht die Hälfte? 250.000?

Wieviele Schwarze siehst du den jeden Tag auf der Straße? Und wenn ja, weißt du dann automatisch, welche Musik er hört? Ok, bei Metalkonzerten ist es eindeutig. Aber auf der Straße? Nicht jeder Metalhead rennt mit einem Bandshirt oder ner Kutte rum (leider). Ich glaube sogar, daß es früher, in den 80ern mehr waren, mit solchen Klamotten. Ich wurde heute auf einem Flohmarkt von einem Kerl positiv angesprochen, weil ich ein Tankard-Shirt und eine Obituary Mütze trug. Er meinte dann, daß er auch ein Metalhead sei. Aber angesehen hat man es ihm nicht. Also hätte ich keine Metalklamotten angehabt, hätte er mich wohl auch gar nicht angesprochen.

Da fällt mir ein: bist du eindeutig als Metalhead erkennbar? Wenn ich jemanden als Metalhead erkenne, dann kann es passieren, daß ich mich mit der Person ein wenig unterhalte, obwohl ich sie nicht kenne (und normalerweise spreche ich keine Fremden an). Aber wenn ich nicht sicher weiß, ob der andere auch auf Metal steht, nehme ich keinen Kontakt auf.

Und in deiner alten Schule - kanntest du da jeden? Wußtest du bei jedem welche Musik er hört?

Von daher: es gibt (hoffentlich) auch schwarze Metalheads. Nur sie zu finden und erkennen ist wohl nicht so einfach.

Nur mal so als Abschluß: mein zukünftiges Kind wird schwarz. Das wird dann auch mit Heavy Metal aufwachsen.

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Kommentar von Grobbeldopp
18.09.2016, 01:25

Bist du eher der Meinung, dass das hinhaut mit den 0,6%? Also dass es tatsächlich keinen Unterschied gibt?

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Kommentar von Fretto
18.09.2016, 01:31

Danke für diese aufschlussreiche Antwort. Das nicht jeder mit einem Bandshirt z.B. rumlaufen kann wegen der Arbeit o. anderen weiß ich und das ist verständlich.

Sagen wir mal im Durchschnitt 3.

Manchmal kann man das gut abschätzen an stereotypischen HipHop Klamotten, an Äußerungen wie:"Voll der Grufti, Alter!" o. wenn dann Personen 10 meter Abstand nehmen, wenn ich irgendwo laufe.

Es gibt bestimmt auch Ausnahmen.

(In unserer Stadt ist HipHop u. Pop sehr beliebt)

Ich trag eine Alestorm o. Viking Jacke, obendrüber eine Lederweste, Cannibal Corpse (o. andere Band) T shirt, zwei Lederarmbänder, Militärhosen/stiefel.

Ich rede nicht gerne mit Fremden (Autismus. Das ist ein anderes Thema) u. selbst wenn ich einen anderen Metalfan sah wusste ich nie was ich sagen sollte.

Ich war der typische Außenseiter (keiner wollte was mit mir zu tun haben),

und wenn ich versucht habe über Rock o. Metal zu reden, wollte keiner mitreden.

Ich war der 'Grufti' der Schule und

die  Mädchen waren Belieber u. die Jungs Bushido Fans.

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Wow, schwierige Frage.

Zuerst müsste man mal statistisch gucken ob das so ist, damit man nicht über nichts redet - aber ich habe keine Statistik, und ich wette dass das so stimmt.

Vielleicht könnte es was damit zu tun haben, dass die meisten dunkelhäutigen in Deutschland eher noch nicht so lange hier sind - ich meine, vorm zweiten Weltkrieg gab es nur extrem wenige - und deshalb auch der Musikgeschmack sowie sonstige Vorlieben nicht völlig durchmischt sind mit der restlichen Bevölkerung. Warum sich das dann im Bereich Metal äußert - hm.

Gibt es nicht auch etwas (!) weniger Frauen und viel weniger Muslime die Metalheads sind - wäre auch ein kompliziertes Thema.

Dann gibt es noch den kleinen rechten Rand der Metalszene, z.B. Pagan Metal war da gelegentlich (und oft undifferenziert) im Gespräch, der naturgemäß nicht sehr anziehend sein dürfte für Schwarze. Aber ob das irgendwie ausstrahlt auf den Rest? Wohl kaum.

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Kommentar von Grobbeldopp
18.09.2016, 01:04

Wie ist es eigentlich in den USA, weißt du da was?

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Kommentar von Saturnknight
18.09.2016, 01:29

Dann gibt es noch den kleinen rechten Rand der Metalszene, z.B. Pagan Metal war da gelegentlich (und oft undifferenziert) im Gespräch, der naturgemäß nicht sehr anziehend sein dürfte für Schwarze.

Also zum einen sollte man nicht Pagan Metal mit NSBM verwechseln. Die meisten Pagan Bands behandeln heidnische, unpolitische Themen. Die rechten Bands zählt man zum NSBM.

Und in wieweit soll sich das auf Schwarze auswirken? Nur weil es ein paar rechte Idioten gibt würde das alle Schwarzen abschrecken? Es gibt mittlerweile so viele Heavy Metal Genres und Bands, daß man eh nicht mehr alle kennen kann. Ich meine, ich steh nicht auf Symphonic Metal. Deswegen höre ich dieses Genre nicht, aber viele andere Metalgenres.

Andere stören sich vielleicht an Black Metal (wegen möglichen Satanismus) oder an P0rngrind (wegen möglicher Frauenfeindlichkeit).

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Ich glaube, das liegt schlicht daran, dass der Anteil der Schwarzhäutigen in der (gesammt) Bevölkerung ebenso recht klein ist. Und wenn es eh schon wenig Schwarze gibt, dann finden auch wenig Schwarze in die Metalszene. Aber ich hab bei größeren Festivals schon welche gesehen.

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Kommentar von Fretto
17.09.2016, 18:51

Danke für das Antworten. Das erklärt sich dann so ganz gut.

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Ich würde sogar behaupten,dass es nicht nur in Deutschland, sondern ganz allgemein relativ wenige dunkelhäutige Metalheads gibt.

Ich denke, es liegt zum Teil einfach daran, dass Metal kaum Afro-Amerikanische Einflüsse hat - weder musikalisch, noch kulturell. Unter dunkelhäutigen sind z.B. Hip-Hop oder Reggae relativ beliebt (is'n klischee ich weiß aber trotzdem^^). Hip-Hop hat seine Wurzeln im Funk und Soul (beides ursprünglich typisch afroamerikanische Musikrichtungen), und teilweise hört man da auch deutliche Einflüsse. Reggae ist u.a aus dem R'n'B entstanden, ebenfalls traditionell eine Afroamerikanische Musik. Wahrscheinlich kann man sich als Afro-Amerikaner damit einfacher identifizieren, vllt auch weil man ähnliche Musik schon häufig in seiner Kindheit gehört hat. Zudem werden wahrscheinlich auch die Texte eine Rolle spielen. Musikrichtungen wie Hip-Hop oder Reggae waren ursprünglich auch dazu da, auf soziale Missstände aufmerksam zu machen. Insbesondere für Jugendliche, die diese Misstände selbst erlebt haben oder immer noch davon betroffen sind (und dass Dunkelhäutige in den USA oft noch benachteiligt sind ist nun mal fakt), wird diese Musik/Subkultur dann eine Art "Sprachrohr", zu der man sich zugehörig fühlt. Ich denke ein Jugendlicher aus Compton kann sich mit den Texten von Tupac oder N.W.A wesentlich besser identifizieren, als mit denen von Manowar oder Amon Amarth.

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Kommentar von Fretto
18.09.2016, 02:03

Danke für diesen anderen Blickwinkel.

Mir würden nur Bands wie Zael & Ardor, Skindred & Living Color einfallen,

die überhaupt ein paar Einflüsse afroamerikanischer Musik enthalten.


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Das Phänomen ist mir fremd. Ich kenne einige dunkelhäutige Metalheads, wobei du recht hast, wenn du behauptest, dass es deutlich weniger sind als hellhäutige.

Ich vermute, da der Anteil dunkelhäutiger Menschen in Deutschland ja bereits geringer ist und der Anteil an Metalheads unter allen Deutschen wiederum nur ein geringer ist, dürfte das Erklärung genug sein.

Ich meine, gehst du beispielsweise nach Südamerika, wirst du sehr wenig hellhäutige Metalheads finden.

Eine andere Erklärung fällt mir nicht ein. 

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Kommentar von Fretto
17.09.2016, 18:44

Danke, ich glaube das lässt sich so gut erklären.

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Kommentar von Praktikant2015
17.09.2016, 18:46

Sind Südamerikaner nicht hellhäutig?

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An der jeweiligen Erziehung und wie sich die Menschen mit ihresgleichen identifizieren. Der öffentliche Einfluss hat natürlich auch was damit zu tun.

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Kommentar von Fretto
17.09.2016, 18:42

Danke für die Antwort.

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Kommentar von Saturnknight
18.09.2016, 01:21

An der jeweiligen Erziehung und wie sich die Menschen mit ihresgleichen identifizieren.

Für mich klingt das eher nach Vorurteil. So nach dem Motto: alle Schwarzen hören Hip Hop und spielen Basketball.

Klar wollen sich viele Menschen integrieren. Die Tochter einer Freundin ist auch halb afroamerikanisch, und die spielt im Kindergarten am liebsten mit anderen dunkelhäutigen Kindern.

Aber dann könnte man das gleiche auch bei Weißen fragen. Warum gibt es junge weiße Metalheads, obwohl die anderen weißen Metalheads kaum in der Öffentlichkeit erkennbar sind?

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Keine Ahnung, aber hör dir mal new greed an, ihre Sängerin z.b. ist dunkel (auf youtube oder soundcloud uuuuund sie haben auch facebook, steven)

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Kommentar von Fretto
18.09.2016, 12:16

Danke, ich werde mir mal New Greed anhören.

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als kleine Extra Anmerkung:

hast du schon mal von Black Death gehört?

Sie gelten als erste Heavy Metal Band, die nur aus Schwarzen besteht - gegründet bereits 1977. Das Debut Album kam 1984 raus.

http://en.wikipedia.org/wiki/Black_Death_(American_band)

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Kommentar von Fretto
18.09.2016, 02:09

Ja, die kenne ich schon. Die waren eine ganz gute Band.

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Auf dem Summer breeze sind viel Afrikaner unterwegs ,aber als Bierausschenler

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