Warum gibt es teilweise im Black Metal so eine Abneigung gegenüber Symphonic Black Metal?

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4 Antworten

Das liegt an der musikalischen Entwicklung und dem instrumentalen Aufbau selbst: Vergleiche mal Nargaroth mit Cradle Of Filth.

Mir ist aufgefallen (u. A., da ich selbst sowohl Symphonic Black Metal, als auch Black Metal ein wenig kenne), dass häufig instrumental um einiges brachialer und (häufig auch) monotoner zu Werke, während sich bei vielen Symphonic Black Metal Bands haben die Instrumente jedoch eher auf komplexe Strukturen versehen, sind häufig mehr durch Keyboards oder sinfonische Instrumente betont (manchmal ist das dann auch echt zuviel des Guten). Im Symphonic Black Metal gibt es häufig auch andere Textthemen: Mythologie, Horror, Fantasy, (teilweise) Geschichten, etc - die lyrischen Themen beim "originalen" Black Metal beziehen sich eher auf sehr ernste und tiefgründige Themen: Natur, (bei einigen) Satanismus, Depressionen, Hass, Liebe, Misanthropie, etc.

Auch die Musikstruktur ist komplett verschieden: Einige Elemente (bei einigen wenigen sind noch Black Metal-Screams zu finden, die so echt klingen, dass man das nur als Symphonic Black Metal erkennen kann, weil halt im Hintergrund das Sinfonie-Orchester spielt) werden auch abgeändert: Beispielsweise ist die Produktion beim "echten" Black Metal häufig gewollt schlecht und das Rauschen beabsichtigt (manche Black Metal - Bands machen ihre z. B. Aufnahmen tatsächlich in einer Höhle, um beispielsweise deren Hall festzuhalten), während der Symphonic Black Metal häufig auch viel sauberere Produktion aufweist.

Durch diese Tatsache verkauft sich Symphonic Black Metal häufig auch etwas leichter, weswegen er dann auch als kommerziell angesehen wird.

Ob das für einen noch "echt" ist oder nicht, das ist Geschmackssache - es ist aber auf jeden Fall etwas anderes - eine bestimmte Weiterentwicklung in eine gewisse Richtung.

Ich persönlich würde wagen zu behaupten, dass es weder gänzlich zum Black Metal gehört, noch eine komplett eigene Richtung ist.

Ich konnte hoffentlich verdeutlichen, was ich meine.

Greetz

Antidevil95

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Es liegt immer an dem Gefühl, was eine Band tranzportieren will und nicht an der qualität der Produktion. Eigentlich ist fast alles legitim wie man am besten bei LIMBONIC ART, BLACKLODGE; MYSTICUM und vor allem Deathspell Omega sehen kann. Agrypnie , Der Weg einer Freiheit , Nocte Obducta sind keine Black Metal Bands sondern haben irgendwann mal auf Burzum und Emperor gestanden. Es geht um den Willen zu zerstören, zu herrschen, Stärke und Besessenheit, die nicht konform mit unserer Gesellschaft ist. Ideologie geht Hand in Hand mit der Musik.

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Im Black Metal geht es für mich hauptsächlich um die Auseinandersetzung mit sich selbst, die Betrachtung/bzw. sogar Verherrlichung der Gegenseite und die Akzeptanz von gesellschaftlich verachteten Dingen, die in sich selbst nichts unnatürliches darstellen. Außerdem setzt Black Metal auf den Durchbruch von brachialen Gefühlen wie v.a. Hass, Depression und Verachtung, aber auch Liebe und Trauer.

Das alles ist im Symphonic Black Metal NICHT zu finden, sondern nur eine Adaption der frühen Ideale des "düsteren" Black Metals . Außerdem sind der Großteil der Hörer dieser Musikrichtung Poser und haben keine Ahnung, was Black Metal wirklich ist (Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht).

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Weil sie auf so ziemlich jedes Black Metal typische Element verzichten:

  • Symphonic Black Metal Bands legen sehr viel Wert auf eine saubere Produktion, bei normalen Black Metal Bands ist die Produktion oft gewollt schlecht .

  • Sie benutzen häufig Klargesang.

  • Das Arrangement ist oftmals sehr komplex, d.h. viele Melodie-und Tempo Wechsel, klassischer Black Metal ist oftmals sehr monoton, und besteht meistens nur aus 1-2 Riffs und Dauer-Blast Beat im Hintergrund.

  • Sie benutzen viele untypische Instrumente wie Klavier oder Streichinstrumente, um die Musik melodiöser, harmonischer und symphonieähnlicher (daher auch der Name xD) erscheinen zu lassen, genau das was viele Black Metal Bands eigentlich vermeiden wollen!

  • Viele Bands bauen genau diese Elemente ein, weil sie sich um einiges besser vermarkten lassen, und Kommerz wird in der Metal-Szene, besonders im Black und Death-Metal, als schlecht angesehen

Damit das ganze etwas anschaulicher wird: Vergleiche doch einfach mal "The Sacrilegious Scorn" von Dimmu Borgir mit "Transilvanian Hunger" von Darkthrone, oder "Lilith Immaculate" von Cradle of Filth mit "Souls for Belial" von Marduk (alle 4 Lieder gibts auf Youtube) . Ich denke, es ist relativ eindeutig, was echter Black Metal ist und was nicht ;)

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Kommentar von antiWelt
20.05.2013, 17:54

Du hast zwar recht mit den von dir aufgezählten Punkten, aber dieser ganze kein "echter" Black Metal kram ist für mich konservativer Unsinn.Ich bin selbst kein Dimmu oder Cradle of Filth Fan, aber einige Alben von Emperor können als Symphonic Black Metal gesehen werden und wenn die kein "echter" Black Metal sind weiss ich auch nicht. Guck dir mal die großen deutschen Bands "heute" wie Eis , Agrypnie , Der Weg einer Freiheit , Nocte Obducta , Nagelfar und von mir aus auch Nargaroth an , wer spielt denn da wirklich noch in der alten skandinavischen Primitivität. Komplexität und Melodiewechsel sind schon lange nichts ungewöhnliches im Black Metal mehr, selbst Varg Vikernes benutzt inzwischen Klargesang.

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