Warum gibt es so viele Psychologie-Studenten und so wenige Psychotherapeuten?

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7 Antworten

Das ist wie einer der Therapeuten und kayo 1548 angesprochen haben vor allem ein politisches Problem. So genau verstehe ich die Gesetzeslage auch nicht aber grob umrissen:

Es gibt eine Bedarfsplanung, wie viele psychisch Kranke es gibt und wie viele Therapeuten man für deren Behandlung braucht. Nach dieser Planung werden dann Zulassungen für Psychotherapeuten von den gesetzlichen Krankenkassen vergeben. Mehr Psychotherapeuten als geplant werden nicht zugelassen. Problem ist, dass diese Planung scheinbar völlig an der Realität vorbeigeht, da dort momentan noch eine Überversorgung mit Psychotherapeuten angenommen wird. In der Regel ist es aber so, dass man als Patient Wartezeiten von mehreren Monaten hinnehmen muss.

Es gab auch erst kürzlich eine Petition dazu: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D21194

Von Studiumsbeginn bis zum Therapeuten wird auch wahnsinnig ausgedünnt. Nicht alle Studienanfänger schaffen den Abschluss. Dann wollen nicht alle in den klinischen Bereich und von denen die wollen können einige sich die Therapeutenausbildung nicht leisten. Von den ausgebildeten Therapeuten wollen dann auch nur ein par eine eigene Praxis gründen und dafür sind wieder die Zulassungen extrem beschränkt.

Gut erklärt!

Das Hauptproblem liegt in dieser bescheuerten Bedarfsplanung, die sich an Modellrechnungen orientiert, statt an tatsächlicher Auftretenswahrscheinlichkeit psychischer Krankheiten.

Das führt dann leider zu einer realen Unterversorgung aufgrund zu wenig Kassenzulassungen und langen Wartezeiten- die vielen Menschen mit psychischen Problemem meiner Ansicht nach nicht zumutbar sind... gehen doch viele Leute erst dann mit ihren Problemen zum Psychotherapeuten, wenn sie wirklich von der Rolle sind und eigentlich eher gestern Hilfe gebraucht hätten... Eine Schande.

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Hallo, Ich möchte an diesen Beitrag mal eine Frage anschließen, vielleicht kennt sich jemand aus. Sorry wenn sich meine Frage jetzt nicht so 100%ig auf den obigen Beitrag bezieht. Ich bin ein bißchen irritiert, habe per Telefon einen Termin bei einem Psychotherapeuten gemacht. Bei ihm war ich einmal, habe eine Stunde mit ihm im Beisein eines Studenten geredet, irgendwelche "Hausaufgaben" bekommen und dann keinen Termin bei ihm, sondern nur noch bei dem Studenten bekommen. Nach zweimaligen Stunden bei besagtem Studenten kam der eigentliche Therapeurt herein, sagte mir, die Kasse würde das nicht bezahlten (die Therapie bei dem Studenten!!) und ab jetzt müsse ich die Studen mit 40 euro pro Stunden selbst finanzieren. Bei ihm selber könne ich keinen Termin mehr bekommen, da er total ausgebucht sei. Nun bin ich sehr irritiert und auch ein bißchen verärgert. Hätte er mir das nicht schon gleich am Anfang sagen können?? Der Student macht seine Sache sehr gut, ist engagiert und sympathisch, trotzdem fühle ich mich überrumpelt. Ist denn das überhaupt zulässig, daß ein Student therapiert und dafür einen Stundenlohn von 40 euro bekommen? Was soll ich nun tun? Ich möchte nicht von vorne wieder anfangen zu suchen, es ist so schwer einen Platz zu bekommen :-(

Wioe du schon selber gesagt hast sind viele gar keine klinischen Psychologen. Und ein klinischer Psychologe wird erst mit einr 3-5 jährigen Weiterbildung Psychotherapeut (insgesamt eine lange Zeit wo man sich auch finanzieren muss - deshalb gibt es auch viele die das nicht tun)

Und letztendlcih werden nur gewisse Stellen bzw eine gewisse Anzahl an Kassenzulagen pro Gebiet vergeben. Das heißt es gibt da durchaus viele ausgebildete Therapeuten die darauf warten bis da wieder was frei wird.

Die Motive Psychologie zu studieren sind so vielfältig wie die Studierenden. Befragt nach den Gründen für ihr Psychologiestudium antworten ca. 60% der Studierenden: "Um Menschen helfen zu können". Verbunden mit diesem Motiv ist die weit verbreitete falsche Vorstellung, dass ein Psychologe mit Psychotherapeut gleichzusetzen ist. Tatsächlich arbeiten nur etwa 40-50% der Universitätsabsolventen in diesem Bereich. Die anderen 50- 60% verteilen sich auf die anderen Anwendungsgebiete. So gehen 15-30% der Studierenden in den Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie. Ca. 5-15% arbeiten im Bereich der Rechtspsychologie und ebenfalls 5-15% bleiben an der Universität und beschäftigen sich mit Forschung und Lehre.

http://www.psychologie-studium.info/index.php?site=2

Viele wollen also gar kein Psychotherapeut werden. Ist ja auch kein Muss, nicht alle Medizinstudenten werden Arzt und nicht alle Germanisten Deutschlehrer.

Vielen Dank für eure hilfreichen Antworten. Das eigentliche Problem ist mir jetzt viel klarer; und ich habe mittlerweile wirklich den Eindruck, dass die sozialpolitische Situation in Deutschland noch viel desolater ist, als viele annehmen.

Was sagt ein arbeitsloser Psychologie Student zu einem der Arbeit hat? - "Ne Currywurst mit Pommes, bitte!"

Psychoterapeuten braucht man nicht so viele - es sei denn man wohnt in New York, da gibt es mehr Psychoterapeuten als Briefträger!

Mit einem Abschluß in Psychologie wird man nicht zwangsweise Psychoterapeut, da gibt es unzählige Berufe die man dann machen kann, vor allem im Marketing und in der Werbeindustrie.

Das man "nicht so viele Psychotherapeuten braucht" ist als Antwort auf die Frage einer Person, die keinen Termin bekommen hat, weil es ZU WENIG Psychotherapeuten gibt, wohl purer Hohn...

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@Tilvur

Aber von ein paar Leuten die halkt keinen Termin bekommen haben kann kein zusätzlicher Anbieter leben! Oder die müssen alle ihr Preise deftig anheben um Leerlauf zu überbrücken!

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@Commodore64

Die Wartezeit auf ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten beträgt im Schnitt drei Monate, Tendenz steigend.

Da kannst du noch ne Menge zusätzliche Kassenzulassungen ausgeben, bevor der erste Psychotherapeut Leerlauf hat...

Hier gehts nicht um "ein paar Leute" die "halt keinen Termin" bekommen, sondern um einen massiven Versorgungsengpass, der von der Politik festgelegt ist und nichts mit Angebot und Nachfrage zu tun hat- die Nachfrage ist da, aber das Angebot wird durch ein Übermaß an Bürokratie und eine wirklichkeitsferne Bedarfsberechnung kleingehalten.

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Ein Psychotherapeut behandelt, darf aber nicht prognostizieren. Das macht der Psychologe. Auch gibt es mit vielen privaten Krankenkassen Probleme mit dem Psychotherapeuten. Der Psycholge hat einfach mehr Möglichkeiten, Diagnose und Therapie.

Ein Psychotherapeut ist ein Arzt oder Psychologe (bzw im Falle des Kinder- und Jugendpsychotherapeuten auch ein Pädagoge)

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@GarfieldSL

Es gibt auch medizinische Psychotherapeuten ;)

Wie gesagt: ein psychotherapeut kann Arzt (medizinischer/ärztlicher Psychotherapeut), Psychologe (psychologischer Psychotherapeut) bzw im Falle des Kinder- und Jugendpsychotherapeuten auch Pädagoge sein.

Überall kommt natürlich eine entsprechende Weiterbilduing dazu

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@kayo1548

Nein,

Wäre er ein Arzt, dann wäre er Psychiater.

(Bin ich der einzige der auch meint, dass dieses ganze Psychotherapeut, Psychiater und Psychologe mehr als verwirrend ist?)

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@kayo1548

ok, ihr habt es geschafft, ich bin verwirrt! oO

Was ist dann ein Psychiater? OK ein Arzt, aber was wäre dann der Unterschied zwischem einem medizinischen Psychotherapeut?

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@kayo1548

sry, medizinischer Therapeut, was ist das??. Natürlich kann ein Psycholge auch ein Therapeut sein, aber er wird sich nie als solcher bezeichnen, weil der Psychologe mehr bedeutet. Ein, wie du es nennst, medizinischer Psychotherapeut MUSS Medizin studiert haben und eben auch Psychologie. Ein Psychotherapeut hat nur Psychologie studiert und darf sich daher auch nicht als Arzt bezeichnen.

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@GarfieldSL

Was wäre dann ein Dr. Psychiater & Psychotherapeut? Haben die dann beides gelernt?

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@o0Alea0o

Ein Dr. der Psychologie muss ja wohl das studieren, sonst kann er nicht Dr. der Psych. werden und kann damit auch therapieren.

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@GarfieldSL

Ein medizinischer Psychotherapeut hat ncht Medizin und Psychologie studiert sondern ist ein Arzt mit entsprechender Weiterbildung.

EIne Weiterbildung zu einem Psychotherapeuten erfordert immer ein Grundstudium. Es gibt kein direkter Studiengang zum Psychotherapeuten.

Ein psychologischer Psychotherapeut ist kein Arzt, ein medizinischer Psychotherapeut oder Psychiater jedoch schon.

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@GarfieldSL

Eine Promotion ist für die Weiterbildung zum Therapeuten nicht erforderlich.

Psychologie ist je nach Uni entweder der philosophischen oder der naturwissenschaftlichen Fakutlötät zugeordnet (letzteres imo aber häufiger). Damit wäre dere verbudnene Dokotrgrag Dr. phil oder Dr. rer.nat

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@o0Alea0o

Es gibt auch ärztliche Psychotherapeuten die keine Psychiater sind - deise Weiterbildugn steht jedem Arzt offen.

Ein psychiater ist idr allerdings acuh ein Psychotherapeut, da diese Inhalte in seiner Weiterbildugn drankommen. Das war aber afaik nicht immer so und früher war ein Psychitahter soweit ich weiß nicht zwangsläufig ein Psychotherapeut

Ja stimmt, das ist nicht so ganz einfach zu verstehen^^

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Psychologe = jemand der Psychologie studiert hat (Bachelor/Master/Diplom)

Kinder und Jugendpsychotherapeut = Psychologe (Bachelor/Master/Diplom) oder auch Pädagogen/Psychologie Nebenfächler die die postgraduale Ausbildung zum Kinder und Jugendpsychotherapeuten abgeschlossen haben.

Psychologischer Psychotherapeut (geschützte Berufsbezeichnung) = Psychologe (Master/Diplom), der noch die postgraduale Ausbildung zum Psychotherapeuten abgeschlossen hat, darf keine Medikamente verschreiben, da kein Arzt, DIagnosestellung und Therapie aber

Psychiater = Arzt (Mediziner) mit Zusatzausbildung/ Facharzt, darf quasi alles, auch Medikamente verschreiben

Dr. Psych. gibt es nicht. Je nach Verortung der Fakultät and der jeweiligen Universität kann man als Psychologe Dr. phil oder Dr. rer. nat. werden. In Psychologie zu promovieren, hat aber überhaupt keine Verbindung zur Therapeutenausbildung. Ich werde nach dem Studium ziemlich sicher auch meinen Dr. in Psychologie machen, wil aber definitiv kein Therapeut werden. Der Doktortitel sollte vor allem auch ein Schritt in der wissenschaftlichen Karriere sein.

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@etalii

Ich will mal meine Verwirrung zu den Unterschieden und Sinn zwischen Bachelor/Master/Diplom mal zur Seite schieben, die jetzt gekommen sind.

Was wäre dann ein (Kinder-)Psychiater & Psychotherapeut? Hat dieser nun beide Ausbildungen abgeschlossen? Welche "Fähigkeiten" hat er dann zusätzlich?

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