Warum gibt es so viele hunde?

81 Antworten

Irgendwo hab ich mal gehört, das letzte Kind hat Fell. Bei uns ist das wohl so. Unser Sohn ist erwachsen und wir haben uns einen Dackel angeschafft. Der treibt uns aus dem Haus, bringt uns täglich an die frische Luft und ist für uns ein süßer kleiner Schatz geworden. 

In einer eiskalten kinderfeindlichen Welt ist es manchmal verständlich, dass sich einige Menschen eher für ein Tier entscheiden als für ein Kind. Ein Hund ist bedeutend billiger zu halten und ein Ende ist absehbar und planbar. Karriere ist auch oftmals nicht drin für die Frau, im Gegenteil, manchmal muss sie sogar ganz daheim bleiben. 

Trotzdem muss ich sagen, dass die heutige Generation verwöhnt ist. Umso ärmer der Mensch, um so mehr Kinder, je reicher, um so weniger Kinder, das kann man seit Ewigkeiten immer wieder beobachten. Der Mensch heute hat keinen Bock mehr auf Nachwuchs, ganz eindeutig. Wenn ich körperlich fähig gewesen wäre, hätte ich gern noch ein zweites Kind gehabt. Und die Ausrede, ich kann nicht mit Kindern umgehen, ist riesengroßer Blödsinn. Ich konnte auch nie mit Kindern, kann mit fremden Kindern heute teilweise immer noch nix anfangen. Aber die eigenen Kinder, diese Erfahrung, sie nicht nur zur Welt zu bringen, sondern sie auch groß zu ziehen, die ist einmalig. Das möchte ich um nichts auf der Welt eintauschen. 

Sicher mag das schwulstig klingen und ausgelutscht und zu oft gehört. Aber es ist das Größte. Und ich freu mich schon auf den Tag, wenn ich eventuell mal Oma sein darf. Möge mein Sohn eine Frau finden, die sich nicht scheut, Mutter zu werden. 

Noch etwas muss ich anfügen: ich hab das starke Gefühl, dass die jungen Menschen heute auch nicht mehr kompromissbereit sind. Die trennen sich zu schnell von ihren Partnern, es gibt viel zu viele Singles, keiner möchte mehr nachgeben. Deswegen wird es wahrscheinlich immer weniger Paare geben, die mal ne goldene oder gar diamantene Hochzeit feiern werden. 

Diesen Zusammenhang herzustellen zeigt, wie wenig Du (noch) davon verstehst, was es heißt, Kinder zu haben!

Hund statt Kinder - wer trifft denn bitte bewusst diese Entscheidung? Man muss sich doch auch nicht entscheiden, ob man Äpfel ODER Bananen kauft - es geht auch beides!

Klar, es ist richtig, dass viele Frauen / Paare Hunde als "Ersatz" für Kinder haben - aber dann doch oft, weil es eben mit Kindern nicht klappt / geklappt hat.

Wer keine Kinder will, nimmt den Hund auch nicht als Ersatz dafür - sondern eben als Hund, also als Haustier.

Wer kein Kind will, aber keinen Hund haben "darf" (aus welchen Gründen auch immer), der würde doch nicht im Umkehrschluss doch lieber ein Kind bekommen...

Also: Diesen Zusammenhang herzustellen und als Tatsache darzustellen, halte ich für sehr weit hergeholt.

Ach, da bist du ja wieder :)

Weißt du, in einer Welt, in der die Zahl der Weltbevölkerung die 7 Mrd-Grenze überschritten hat und der ökologische Fußabdruck der Menschheit bereits jetzt das anderthalbfache dessen ausmacht, was wieder nachwächst, ist das eine ziemlich merkwürdige Frage.

Kuck - DU sagst, dass Kinder unsere Zukunft sind.
Und ich frage dich, wie es dann dazu kommt, dass wir bereits heute schon die Hälfte der Ressourcen verbrauchen, die doch eigentlich diesen Kindern zusteht? Wie gehtn das zusammen? Wir nennen Kinder unsere Zukunft und fressen ihnen gleichzeitig Lebensraum Erde kahl? Wir zerstören die Zukunft derer, die wir unsere Zukunft nennen? Weil sie Steuern zahlen, die uns unser Altsein ermöglichen?

Nu aber mal im Ernst - so 2 bis 3 Zentimeter über den vordergründigen Eigennutz sollte man heutzutage aber wirklich schon denken können. Und wenn nicht, dann wärs echt nicht schlecht, es zu lernen.

Ach ja - ich bin MIT Tieren großgeworden und schon die Idee, entweder Tiere oder Kinder zur Wahl zu stellen, erscheint mir äußerst kurzsichtig. Oder kleingeistig? Hm - ich nehm beides. Aber wie gesagt, man kanns ja lernen. Es heißt zwar, dass das, was Hänschen nicht lernt, auch Hans nicht mehr lernen kann, aber das ist nur davon abhängig, ob Hans überhaupt bereit ist, weiter zu lernen. Wenn nicht, bleibt er halt auf begrenztem Bildungs- und Verantwortungsniveau, das ist ja schließlich nicht verboten :)

In weiten Teilen finde ich die Antwort gut - allerdings gefällt es mir nicht, dass der Zusammenhang zwischen dumm/verantwortungslos und Familien mit Kindern für mein Empfinden sehr pauschal dahingestellt wird. 

Aber auch darüber lässt sich sicher vortrefflich und ewig diskutieren.

 Bitte meinen Einwand nicht falsch verstehen - den Fragesteller möchte ich damit sicher nicht in Schutz nehmen.

3
@Allyluna

Aber nein, da nehm ich nix krumm - ich bin mir nur nicht sicher, inwieweit ich überhaupt einen Zusammenhang zwischen dumm/verantwortungslos und Familien mit Kindern dargestellt habe. Auch nicht nachdem ich meine Antwort nochmal durchgelesen habe. Ich hab nichtmal in die Nähe eines solchen Gedankens gedacht, ganz im Gegenteil - Familien mit Kindern haben in meinen Augen eine Hammeraufgabe und eine Riesenverantwortung.

Ist es vielleicht möglich, dass du diesen Zusammenhang hineingelesen hast?

9
@ancanei

Mag sein - kam zumindest (offensichtlich) für mich so rüber, da Du im letzten Absatz den sprichwörtlichen Hans erwähnst (und damit wohl - ggf. über Ecken - auf den Fragesteller abzielst) und ihm (oder dem Menschen an sich) mitsamt seiner Forderung nach mehr Kindern begrenztes Bildungs- und Verantwortungsniveau unterstellst. Und DAS hat mich dann auf den Plan gebracht. ;-)

1
@Allyluna

Aber da ging es doch darum, dass KinderVSHunde in den Raum gestellt hat, dass man sich ENTWEDER für Kinder ODER für Hunde oder andere Tiere entscheiden muss. Sein letzter Satz lautete schließlich: "Warum hört man nicht auf so viele Hunde und andere Tiere zu kaufen und bekommt lieber Kinder?"

7
@ancanei

Als ob die Welt darunter leiden würde, dass zuwenig Kinder auf die Welt kommen - nu aber man im Ernst, das ist ja nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber wer immer Kinder haben möchte, kann, darf und soll sie natürlich haben. Meine engsten Vertrauten haben fast alle Kinder, meist zwei, eine auch vier - und das find ich toll, weils tolle Leute sind, bei denen die Kinder wundervoll aufwachsen können. Bei den meisten MIT Tieren. Aber nicht nur - das soll jeder machen, wie es seinen innersten Wünschen entspricht - keine Einwände von meiner Seite.

Aber die Argumentation, statt Tieren Kinder anschaffen zu sollen... - nööö, da seh ich gerade WEGEN der Kinder und ihrer Zukunft im Bezug auf die Entwicklung in Lebensraum Erde etwas Nachholbedarf, ums mal vorsichtig auszudrücken. Möglicherweise ist das unbequem, aber ich bin ja nun auch keine Couch.

8
@ancanei

Wie gesagt, kam (kommt) für mich eben anders rüber. Aber es wird natürlich relativiert durch Deine ergänzenden Aussagen.

2
@ancanei

Wurde hier ein weiterer Kommentar gelöscht? Oder bezieht sich das auch auf meine Aussage?

2
@Allyluna

Schon okay! :)

Nein, es wurde kein Kommentar gelöscht, es kann vorkommen, dass mir noch was einfällt, nachdem ich einen Kommentar abgeschickt habe. Und weil ich verbal inkontinent bin, sprudelts halt raus :D

3
@ancanei

:-) Verbal inkontinent - den muss ich mir merken! Sehr schön.

Dass die Welt darunter leiden würde, wenn weniger Menschen geboren werden würden, glaube ich übrigens so wenig wie Du und würde ich auch nie behaupten.

 

2

Ich verstehe dieses Schubladendenken nicht. Da gibt es Schublade 1, man schreibt "kinderlieb" drauf, dann gibt es Schublade 2, man schreibt "tierlieb" drauf. Dann sortiert man die Menschen dort säuberlich in diese Schubladen ein. Diese Denkweise ist aber weltfremd.

Warum ist dies weltfremd?
Zum einen haben viele Menschen nicht deshalb keine Kinder, weil sie nicht kinderlieb wären, sondern weil sie krank sind (oder unfruchtbar...), oder eine andere Beeinträchtigung liegt vor (obwohl sie kinderlieb sind).

Zum anderen gibt es viele Familien, die Kinder und einen Hund (oder Hunde haben). Das eine schließt doch das andere nicht aus.

Es ist auch ein Irrtum anzunehmen, dass es automatisch mehr Kinderliebe gäbe, wenn es weniger Tierliebe gäbe. Es wird nicht magisch auf der einen Seite mehr, wenn es auf der anderen Seite weniger wird.

Ich selber habe keine Haustiere, das heißt aber auch nicht, dass ich nicht tierlieb wäre (im Gegenteil, ich mag Hunde und Katzen und andere Tiere; Kinder mag ich natürlich auch).

PS: wer Tiere nur für "lästig" hält, qualifiziert sich damit nicht gerade für die Annahme, dass er/sie sonderlich fürsorglich für die Kinder wäre

Wie du  auch hier an den Antworten sehen kannst, gibt es in Deutschland eine große Kinderfeindlichkeit. Im Interesse der Kinder bin ich froh, wenn Menschen, die kein Verständnis und keine Liebe für Kinder haben, auch keine bekommen.

Das größere Problem, das dahinter steckt, ist die Menschenfeindlichkeit. Uns wird anerzogen, in Mitmenschen Konkurrenten und potentielle Feinde zu sehen, denen man misstrauen muss. Die man kontrollieren und bestrafen muss.

In der steigenden Zahl der Haustiere kann man sehen, dass es ein natürliches Bedürfnis ist, zu lieben, Beziehungen zu entwickeln und für jemanden zu sorgen. Da das für die Mitmenschen oft verwehrt ist oder man schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht hat, wendet man sich Tieren zu.

Tiere sind zweifellos einfacher. Da sie nicht sprechen können, kann man viel mehr in sie hineinprojezieren. Man denkt sie sich so, wie man sie haben möchte. Menschen wehren sich dagegen, wenn sie falsch gesehen werden, auch Kinder. Tiere können das kaum.

Ich bin überzeugt, dass unsere Welt eine bessere wäre, wenn auch nur ein Teil der Liebe, die Tieren entgegengebracht wird, bei den Mitmenschen ankäme.

Wunderschön und weise!

4

Was Du schreibst, ist sicherlich richtig. Aber es klingt doch an, dass die Tierliebe aus einer Abneigung gegen Mitmenschen entspringt. Das mag bei manchen Menschen der Fall sein, überwiegend sind aber Tierfreunde keine Menschenfeinde, im Gegenteil.

Ich bin überzeugt davon, dass die meisten Menschen sogar ein gewisses angeborenes Bedürfnis haben, von Tieren umgeben zu sein. Auch Menschen, die selbst keine Haustiere halten, füttern im Winter Vögel und besuchen Zoos und Tierparks. Meines Erachtens ist das unser bäuerliches Erbe. Auch der Jäger in uns fühlt sich zu Tieren hingezogen.

Am besten kann man das bei Kindern beobachten. Fast alle Kinder, die keine schlechten Erfahrungen gemacht haben, sind begeistert von Tieren. Diese Kinder sind sicherlich nicht durchgehend Menschenfeinde.

Wir haben als Homo sapiens ca. 15.000 Jahre Haustierhaltung hinter uns. Das hinterlässt auch in den Genen seine Spuren.

6
@rlstevenson

Aber es klingt doch an, dass die Tierliebe aus einer Abneigung gegen Mitmenschen entspringt

Nein, dann ist das bei dir falsch angekommen. Keineswegs halte ich tierliebe Menschen für menschenfeindlich. Eher dass sie sich als Opfer der Menschenfeindlichkeit unserer Konkurrenzkultur vermehrt Tieren zuwenden. Es gibt es eine große Distanz zwischen Menschen, die es zu Tieren nicht gibt.

7
@Machtnix53

Danke für die Erläuterung! So gesehen, kann ich Dir vorbehaltlos zustimmen!

2

Klasse Antwort, istn toller Denkanstoß für viele.
Aber ich glaube, dass die wachsende Zahl der Haustiere weniger mit Menschenfeindlichkeit als mit wachsender Vereinsamung zu tun hat.

Die meisten Tierhalter, die ich kenne, sind entweder Familien mit Kindern oder alte Menschen, die alleine sind. Das kann aber auch daran liegen, dass ich ein ausgesprochenes Landei bin. Hier stellt sich die Frage nicht, ob man sich mit Menschen ODER Tieren umgibt. Das ist im städtischen Bereich wahrscheinlich völlig anders.

2
@ancanei

Wenn ich mir eine Anmerkung gestatten darf: Die überfüllten Tierheime deutschlandweit relativieren allerdings auch etwas die Tierliebe der Menschen.

4
@ancanei

weniger mit Menschenfeindlichkeit als mit wachsender Vereinsamung 

Siehst du da keinen Zusammenhang? Woher kommt die Vereinsamung?

6
@Machtnix53

Das ist eine gute Frage, ich glaube, es ist zum Teil ein Zeitfaktor, aber zum Teil liegts verrückterweise wohl auch an der Emanzipation der Weibleins. Neee - am Fortschritt als solchen. Boah... - was für eine gaile Frage, kannst du die vielleicht stellen? Also ganz offiziell als Frage - mir fällt nämlich echt ne ganze Menge dazu ein und mich würden auch die Ansichten anderer dazu interessieren.

2
@verreisterNutzer

Einerseits gebe ich Dir recht, Rosenblad, andererseits sollte man die Tierheiminsassen, die aus dem Ausland importiert werden, mal von der Gesamtzahl abziehen. Viele Tierheime müssen ihre Existenz/Förderung/Spendenaufkommen mit Importhunden rechtfertigen/aufrechterhalten.

2

So eine Lachnummer. Warum hat der Mensch sich zum Freund gemacht? Aus Eigennutz. Mit dem Pferd war er schneller, mit dem Hund war er besser bei der Jagd und die Katze hielt ihm die Bude sauber. Und eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall, Menschen die Tiere haben sind Freundlicher, Ausgeglichener und haben mehr Mitgefühl für andere. Und nicht umsonst werden sie in allen Lebensituationen als Helfer für Menschen eingesetzt...

0

Was möchtest Du wissen?