Warum gibt es Menschen, die politisch "Links", also sozialistisch-demokratisch denken?

28 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich halte die Leistungsgesellschaft, den damit verbundenen Egoismus und die Ellenbogen-Mentalität für eine Sackgasse der menschlichen Entwicklungen.

Stets wurde versprochen, dass Technologie die Arbeit leichter machen und uns damit zu mehr Freizeit verhelfen würde, in der wir uns z.B. bilden könnten.

Tatsächlich übt die ständige Erreichbarkeit per Mobilgerät erheblichen Druck auf Arbeitnehmer aus - sie werden praktisch dazu gezwungen, ständig zu arbeiten.

Das bekommt dann einen hübschen Namen - "Home Office" - und wird wie üblich mit dem Versprechen größerer Lebensqualität dank Flexibilität verkauft.

Tatsache ist aus meiner Sicht, dass jeder Mensch, der sich nicht dem Diktat der Leistungsgesellschaft beugt, sozial benachteiligt und diskriminiert wird.

Dazu zählen auch Menschen, die aufgrund von Erkrankungen oder Behinderungen nicht erwerbsfähig sind - kapitalistisch gesehen "totes Kapital".

Nun wundert es dann auch wenig, dass z.B. Gentechnik zur Optimierung des Menschen verherrlicht wird - noch effektivere Roboter für den Kapitalismus.

Bei dieser Haltung kommt die Menschlichkeit, der Humanismus und die Solidarität mit den Schwachen viel zu kurz, sie werden zu "Verlierern" gestempelt.

Wenn erst einmal die Empathie und Solidarität verloren sind, ist auch der Weg für die Nazi-Idee vom "unwerten Leben" wieder frei - die "Unproduktiven" werden dann womöglich irgendwann einfach fachgerecht entsorgt.

Ich selbst gehöre zum guten Mittelstand und bin keineswegs von Sozialneid geprägt - sehe aber diesen Ego-Trip in der Welt als falsch an.

Menschlichkeit sollte nicht dem Rennen um Gewinnmaximierung unterworfen werden - mehr Selbstlosigkeit und Mitmenschlichkeit sind für mich wichtiger.

Daher ist der Kapitalismus für mich eine Katastrophe - wer etwa in Wüstenregionen die "Wasserrechte" kauft, muss moralisch völlig korrumpiert sein.

Auch ökologisch sehe ich ihn als Risiko - das Gewinnstreben des Einzelnen und die Gewinnmaximierung der Unternehmen ohne Rücksicht auf Vergänglichkeit der Ressourcen sind gefährlich kurzsichtiger Egoismus.

Deshalb bin ich politisch links.

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Frage der Bildung und Erziehung!

Man möchte beispielsweise andere Menschen nicht von der Teilhabe an der Gesellschaft ausschliessen.

Dazu auch der aktuelle Artikel:
Diese Unterschiede der Ansichten, auch noch auf Geschlechter bezogen , finde ich erschreckend.

https://ze.tt/wer-rechts-waehlt-waehlt-eine-welt-fuer-maenner/

(P.S.: Und ich leiste auch gerne etwas und bin kein Befürworter vom Basiseinkommen, und doch bin ich von der Mitte aus eher eine Idee links, nenne es meinetwegen sozialliberal).

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich bin auch dafür, dass Männer und Frauen gleich verdienen, aber warum sollte ich mein hart erarbeitetes Geld für Leute ausgeben, die noch nie was gemacht haben?

Jeder ist doch seines Glückes Schmied.

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@Bodybuilder99
Jeder ist doch seines Glückes Schmied.

Eben nicht. Deine Eltern sind deiner Glueckes Schmied. Ohne sozial Saat hat ein Reicher bessere Chancen als ein Armer, auf Grund seines Elternhauses. Durch einen sozial Staat hat jeder die gleichen Startvorraussetzungen und kann etwas aus seinem Leben machen und seines Glueckes Schmied werden.

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@Bodybuilder99

Natürlich, manche sollte vielleicht mal ihre Medizin mal selber schlucken, dann ist plötzlich alles anderes :-o

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Du bist vermutlich auch der Meinung, dass alle Kinder eine Schule besuchen sollten. Also befürwortest du auch ganz grundsätzlich, dass zumindest ansatzweise eine Gleichheit zwischen allen Kindern bestehen sollte.

Du findest deine Krankenkasse vermutlich auch ganz toll, ebenso, dass du durch deine Rente im Alter abgesichert bist. Ebenso gehe ich davon aus, dass du einen 18-jährigen, der aufgrund eines Motorradunfalls querschnittsgelähmt ist, nicht verhungern lassen würdest. Ein bisschen soziale Sicherung ist nicht so schlecht.

Linke Ideen versuchen, mehr Gleichheit herzustellen. Es ist für den Sohn einer alleinerziehenden Krankenschwester sehr viel schwerer, zu studieren, als für die Tochter von zwei Ärzten. In Deutschland gibt es Bafög, damit der Sohn eine Chance auf ein Studium und einen sozialen Aufstieg hat. In den USA ist dies deutlich schwerer.

Entscheidend für unsere politische Richtung sind unsere Werte und Erfahrungen, die wir gemacht haben.

Weil ich will, dass es allen gut geht. Es sollte keiner auf der Strecke bleiben. Wenn ich mir Amerika anschaue, dann bleiben da viele auf der Strecke und das führt unweigerlich zu Problemen. Die Extremisten und Gewalttäter sind doch sehr oft Leute, die das Gefühl haben abgehängt worden zu sein.

Es sind auch sehr oft Leute, die eine politische Richtung erzwingen wollen für die sie keine Mehrheit haben. Siehe Antifa & Co.

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@5432112345

Das haben noch viele andere Menschen gleichfalls so an sich. Je mehr man an einer Sache interessiert ist, desto mehr wird man nicht erst auf eine zufällige Mehrheit warten wollen.

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@5432112345

Ihr immer mit eurer Antifa. Die Antifa ist ein loser Verbund aller möglichen Gruppen. Im Grunde sind sich alle nur einig, dass Faschismus verhindert werden muss. Die Gruppe definiert sich nicht darüber was sie erreichen will, sondern darüber was sie verhindern will.

Klar wollen aber abgehängte öfter eine andere politische Richtung erzwingen, weil sie hoffen, dass die neuen "Machthaber" endlich dafür sorgen, dass sie bekommen was sie wollen.

Wer den Kapitalismus erfolgreich betreibt hat keinen Grund etwas ändern zu wollen. Wenn es einem gut geht will man in der Regel nichts verändern. Wenn es einem gut geht und andere einem egal sind, dann will man, dass alles so bleibt wie es ist.

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@Panazee

Sorry, genauso wie jeder Konservative ein Nazi ist, ist jede radikale Linke Gruppe "Antifa".

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@5432112345

Also das Gegenstück zu "Konservativer" ist "radikale linke Gruppe"? Der Vergleich hinkt doch total.

Konservative sind kein Nazis. Nicht einmal jeder Rechtsextreme ist ein Nazi.

Es stimmt zwar, dass jede radikale linke Gruppierung zur Antifa gehört, aber nicht jede Gruppe, die zur Antifa gehört ist linksradikal.

Jeder Hooligan ist ein Fußballfan, aber nicht jeder Fußballfan ist ein Hooligan.

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@Panazee

Wer erzählt hier was von Gegenstück? Und der Vergleich bezieht sich nicht auf "Konservativer" mit "radikale linke Gruppe" sondern auf die Verallgemeinerung.

Wenn ich den Fruchtzuckergehalt von Äpfeln mit dem von Birnen vergleiche, dann ist das ein legitimer Vergleich, trotz des Sprichwörtlichen Äpfel mit Birnen vergleichens.

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@5432112345

Dumme Behauptung ... zwischenzeitlich wohl eine Zwangneurose, zu behaupten, dass alle anderen (wer ist das überhaupt?) sagen, dass man Nazi sei.

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@Majorie22

Oh, jetzt hast du mich aber hart getroffen. Dumm und Zwangsneurose...

Auf dem Niveau kann ich auch argumentieren: Du bist dumm und realitätsfern.

Mensch, das war ja ein richtig tiefgreifender und sachlicher Schlagabtausch, findest du nicht? Da musst du schon richtig intelligent sein, damit du eine Diskussion auf dem Niveau anfangen kannst. Respekt!

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Sorry aber das sind Wunschgedanken deinerseits.

„Damit keiner auf der Strecke bleibt"

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, das heißt jeder ist seines Glückes Schmied.

Sozusagen ist die Einschulung schon der Startschuss, wer diese Herausforderung besteht, ist schon einmal einen großen Schritt weiter gekommen in Sachen finanzieller Unabhängigkeit.

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@Bodybuilder99

Es ist so wie du es beschreibst, aber das ist kein Naturgesetz, dem man sich beugen muss wie der Gravitation. Menschengemachte Systeme lassen sich ändern.

Wäre das nicht so hätten wir immer noch einen Kaiser/König, der absolutistisch herrscht. Demokratie ist ja nicht vom Himmel gefallen. Es war ein langer und mühevoller Prozess der vom Gottkaiser zur Demokratie geführt hat.

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@Bodybuilder99
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, das heißt jeder ist seines Glückes Schmied.

Der Witz war gut. Welche Leistung erbringen denn unsere Berufssöhne und Töchter? Oftmals keine, dafür beziehen sie ein, auch gern mal ein exoirbitant hohes Leistungsloses Einkommen, welches von anderen erabeitet wird. Dazu haben sie viele Möglichkeiten die andere nicht haben, und zwar nicht wegen einer persönlichen Leistung, sonderen per Geburt.

Aber ich vermute mal das das Kind einer Bangladesher Textilarbeiterin natürlich genauso leicht an alle Jobs kommen kann wie das Millardärskind und natürlich ebenso leicht mit ein paar Milliönchen Startkapital was aufbauen kann, logisch.

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Ich sag's mal etwas plump: Wenn Du Geld hast, gibt es immer welche, die neidisch sind und Dein Geld lieber für sich hätten und dann gerne etwas Robin-Hood spielen würden. Nur, dass man den edlen Robin Hood, der von Linken gerne gelobt wird, nicht mit der heutigen Zeit vergleichen kann: Wem hat Robin Hood das Geld weggenommen? Dem hinterhältigen Prinzen John, der unrechtmäßig in Abwesenheit des Königs auf den Thron gegangen ist und die angelsächsische Mehrheit ausgebeutet hat, um der normannischen Minderheit ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Robin Hood hat also überhaupt nicht "den Reichen" das Geld "gestohlen", sondern das Steuergeld, dass illegalerweise und ohne Erlaubnis des Königs eingetrieben worden war, an die unschuldigen und königstreuen Angelsachsen zurückgegeben.

Nein - das lässt sich nicht auf die heutige Situation in Deutschland übertragen! Manche Linke tun es dennoch!

Niemand behauptet, es wäre leicht, zu Erfolg und Geld zu kommen. Oft werden Unternehmern Steine in den Weg gelegt. Dennoch ist es falsch, dass es in Deutschland nicht möglich ist für den Durschnittsmenschen an gutes Geld zu kommen. Viele Unternehmensgeschichten der letzten 50 Jahre zeigen es, wie es einfache Leute zu Erfolg gebracht haben.

Und ich bin bei weitem kein Hardcore-Kapitalist. Der Konzernbildung muss der Staat entgegenwirken. Vorallem in Amerika gibt es heute Konzerne, die übermächtig sind. Die über dem Gesetz stehen.

Wir brauchen die Verantwortung wieder zurück. Wenn ein Chef Scheiße gebaut hat, dann muss er gehen. Noch besser: Es sollte schwieriger werden für Konzernchefs, Entscheidungen lediglich mit Profitgier zu begründen, denn diese führt das Unternehmen oft in den Ruin.

Trotzdem bin ich überzeugt davon: Solange kein schlimmer Schicksalsschlag passiert, ist es in Deutschland kein Hexenwerk an Arbeit zu kommen. Schüler werden unterstützt, Praktikas werden angeboten schon ab der 05. Klasse. Vorallem das Handwerk sucht händeringend nach Arbeitern. Und die bezahlen sogar gut.

Trotzdem gibt es in Deutschland natürlich Berufe, von denen man nicht leben kann. Es kann nicht sein, dass manche Menschen drei oder vier Berufen nachgehen müssen. Es kann nicht sein, dass amerikanische Konzerne in Deutschland ihre Arbeiter ausbeuten und überwachen dürfen. (Siehe amazon.) Und es kann erst recht nicht sein, dass Rentner nicht davon leben können, was sie ihr Leben lang gearbeitet haben. Wenn sich jemand sein ganzes Leben lang krumm macht, muss er auch gut davon Leben können.

Ludwig Erhard im Himmel, bitte für uns!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Du hast völlig Recht, aber du darfst nicht vergessen warum es für die meisten möglich ist hier Wohlstand zu erlangen, es sind nämlich genau dies "linken" Ideen, die es ermöglichen auch als Arbeiterkind ein reale Chance zu haben (wenn man nicht sonst wie gehndicapt ist). Im Manchester Kapitalismus "jeder gegen jeden" würde dies i.d.R. nicht funktionieren.

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