Warum gibt es keine Dunkelhäutigen-Quote in der Politik?

27 Antworten

Das Thema "Frauenquote" wird häufig in Zusammenhang gebracht mit den Rollenbildern. Wir müssen ehrlich sein und sagen dürfen, dass wir in der Vergangenheit als Männer sehr dominierend wirkten, wenn es um die Weichenstellungen in der Politik und der Gesellschaft ging. Früher hatte sich die Frau um Haus und Familie gekümmert, der Mann um Geld und Prestige.

Das wir heute ein etwas anderes Bild haben und Frauen immer mehr in Bereiche drängen, die vorher Männern vorbehalten waren, liegt daran, dass man den Frauen Möglichkeiten eröffnet hat. Wenn man sich überlegt, dass es in den 70ern noch üblich war, dass eine Frau nach ihrem Mann gefragt wurde, wenn sie alleine eine Wohnung bezog. Das ist heute nicht mehr so und das ist gut.

In sehr vielen Teilen der Gesellschaft ist es jetzt völlig normal, dass Frauen ebenso wie die Männer ihre Vorstellungen in Politik und Gesellschaft einbringen. Man muss fairerweise sagen, dass sie das sicherlich auch zu Zeiten gemacht haben, wo sie selber nicht präsent waren, sondern über Gespräche innerhalb einer Partnerschaft indirekt steuernd auf Männer einwirkten. Beeinflussung passiert nicht immer direkt.

Auch wenn es noch ein paar Bereiche gibt, wo sich Männer nicht reinreden lassen (mir fällt spontan leider keine ein), muss man mit dem Fallen der großen Männerbastion "Bundeswehr" zugestehen, dass Frauen heute gleichberechtigt in ihren Möglichkeiten sind.

Gleichberechtigung ist aber nicht mit Gleichheit zu verwechseln. Den Unterschied sieht man an dem wirtschaftlichen Erfolg, den man als objektiven Maßstab des Wertes einer Person im betriebswirtschaftlichen Kontext sehen kann. Frauen werden in fast allen Berufen schlechter bezahlt. Ein wesentlicher Faktor für diese "betriebswirtschaftliche" Bewertung ist, dass eine Frau aufgrund einer Schwangerschaft ausfallen und der Betrieb möglicherweise nicht mehr auf die volle Arbeitskraft zurückgreifen kann.

Es gibt für Schwangere Sonderregeln. Zum Beispiel gibt es einen Kündigungsschutz und diverse gesundheitliche Vorgaben, die der Arbeitgeber einhalten muss. Dieser Mehraufwand schlägt sich dann als "Abzug" im Gehalt nieder, weil das Gehalt ja während dieser Zeit ganz normal weitergezahlt wird. Mit diesen gesetzlichen Sonderregelungen unterstellt der Gesetzgeber selber eine eingeschränkte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

Man muss auch sagen, dass für manche Berufe es mehr und für andere weniger relevant ist. Wenn eine Frau einer Bürotätigkeit nachgeht, wird sie nicht sehr schwere Sachen heben müssen. Wenn sie sich aber entschieden hat, als Bauarbeiterin zu arbeiten, ist es ziemlich schwierig für den Arbeitgeber einen alternativen Einsatz zu finden, weil der Beruf an sich eine gewisse Körperliche Anstrengung mit sich bringt. Dieser Sachverhalt wird sich entsprechend im Gehalt äußern.

Auf betriebswirtschaftlicher Ebene wird also schon vom Gesetzgeber eingegriffen, indem er Frauen wärend der Schwangerschaft Schutz bietet und der Arbeitgeber gezwungen wird, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen. Des Weiteren kann eine Frau de facto schwanger werden und fällt möglicherweise eher aus, sodass der Arbeitgeber nicht mehr die volle Arbeitskraft zur Verfügung hat.

Auf volkswirtschaftlicher Ebene sieht das anders aus. Unsere Volkswirtschaft würde nicht funktionieren, wenn die Hälfte aller Personen in diesem Land nicht dazu beitragen würden. Wenn man es genau nimmt, hat die Frau das sowohl damals, als auch heute schon getan. Volkswirtschaft lebt nicht allein von Betrieben, die irgendetwas herstellen, sondern auch von den Menschen, die diese Sachen kaufen und konsumieren. Volkswirtschaft lebt nicht nur davon, dass Menschen HEUTE arbeiten, sondern dass auch MORGEN noch Menschen da sind, die arbeiten.

Frauen haben damals schon konsumiert über die Einkommen ihrer Männer, und heute über ihr eigenes Einkommen. Des Weiteren haben Frauen DAMALS Kinder ausgetragen, die ebenfalls konsumiert haben und HEUTE dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Eine Frauenquote einzuführen, wie auch die gesetzlichen Regelungen zum Mutterschutz wirken sich aus meiner Sicht negativ auf das Gehaltgefüge der Frauen aus. Das Ganze spielt sich auf betriebswirtschaftlicher Ebene ab. Frauen, die sich ganz ihrer Karriere widmen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit das gleiche Gehalt beziehen wie ein Mann. Sobald dort maßregelnd eingegriffen wird, sinkt das Gehalt.

Wir müssen als Gesellschaft die auf betriebswirtschaftlicher Ebene ausgedrückten Einschränkungen kompensieren OHNE in das betriebswirtschaftliche Gefüge einzugreifen.

Wenn es um die Politik geht, sieht es ganz anders aus. Die Gehälter werden nicht "erwirtschaftet" sondern definiert. Zudem bleiben natürlich die Gesetze zum Kündigungs- und Mutterschutz erhalten. Insofern gibt es nicht einen Grund dafür dort eine Quote einzuführen. Dadurch, dass Frauen genauso wählen dürfen wie Männer, können sie ja Frauen wählen. Wenn es keine Frauen zum Wählen gibt, und das Gehalt durch den Staat definiert wird, dann muss es einen anderen Grund geben für die Unterrepräsentation, als Diskriminierung.

Weil eine Quote nicht geeignet ist, Gerechtigkeit herzustellen.

Die Frauenquote ist ein politisches Signal gewesen, die nicht erfolgreich war und längst abgeschafft gehörte. Allerdings würde man damit ein falsches Signal setzen. Also bleibt es so wie es ist.

Es ist ungerecht, dass Frauen für die gleiche Tätigkeit wie ihre männlichen Berufskollegen im Schnitt über 20% weniger verdienen, in Führungspositionen unterdurchschnittlich vertreten sind, uvm.

Eine Quote ist da meines Erachtes ungeeignet, da gerade beim Thema Führung in Spitzenpositionen es weniger auf die Qualifikation, geschweige denn auf das Geschlecht ankommt, sondern hauptsächlich darauf, wie gut man vernetzt ist.

Diese Quoten sind meines Erachtens nach sowieso völliger Unsinn. Ein Abgeordneter sollte wegen seinen Ansichten und Zielen in eine Versammlung gewählt werden, aber nicht wegen seines Geschlechts. Es gibt Frauen in der Politik, man schaue nur mal ganz nach oben, wenn eine Frau sich anstrengt kann sie in der Politik alles erreichen, wenn eine Quote eingeführt wird, kommen unter Umständen Personen in die Versammlungen, die keine Ahnung haben und dem Land nur schaden. Langer Rede kurzer Sinn: Wenn jemand im Land- oder Bundestag sitzt, sollte der Grund dafür nicht irgendeine Quote, sondern sein Engagement sein. 

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