warum gibt es immer mehr autisten?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Weil immer mehr Menschen als autistisch gelten.

(1) Forschung

Früher galten viele Phänomene, die heute unter Autismus fallen, als Folge schlechter Erziehung, Dummheit, Schizophrenie, Zurückgebliebenheit und so weiter. Erst in den letzten 20 Jahren kam die Forschung ansatzweise dahinter. Die Definition von Autismus wurde ausgeweitet (siehe z.B. "Asperger-Syndrom"), die Fehldiagnosen gingen zurück, die früher falsch klassifizierten Patienten zählen heute als Autisten.

(2) Normierungswahn

Dazu kommt, dass man immer weniger vom Mainstream abweichen muss, um als gestört zu gelten. Kinder die vor 30 Jahren als Träumer, Spätzünder, Mini-Professor oder Hauptschulkandidat durchgingen, werden heute zum Psychiater gebracht und in eine Diagnose-Schublade gesteckt. Deshalb gibt es immer mehr junge Leute mit irgendeiner psychiatrischen Diagnose.

(3) Genetik

In manchen Regionen, zum Beispiel "Silicon Valley" in Kalifornien, trägt auch die Erblichkeit von Autismus zur Häufung bei. Denn statistisch hat mehr als jeder zweite Autist einen Ingenieur als Elternteil, was darauf hindeutet, dass technische Begabung mit autistischen Symptomen genetisch verbandelt sein könnte (oder dass ungebildete Eltern ihre Kinder seltener zum Arzt bringen, der in den USA ja auch nicht billig ist). 
In den späten 90ern zogen massenweise Techniker und Nerds nach Kalifornien, weil dort eine riesige IT-Industrie entstand, in der sozial inkompetente Geeks endlich Arbeitsplätze fanden. Dort waren sie dann unter ihresgleichen - wer früher als Außenseiter durch die Maschen gefallen wäre, konnte dort ganz normal eine Familie gründen.
Entsprechend ist die Autisten-Quote rund ums "Silicon Valley" heute drastisch erhöht. Denn kombiniert man zwei Nerd-Eltern, kommt dabei sehr wahrscheinlich ein Aspie-Kind heraus. Die Charakterzüge vererben sich eben.
Insofern ist es gewissermaßen sogar falsch, Autismus in jedem Fall und jeder Erscheinungsform als Behinderung zu betrachten. Viele "leichte Fälle" könnten auch einfach eine evolutionäre Anpassung der Menschen ans Informationszeitalter sein.

Die Frage ist nicht, ob es mehr Autisten gibt, sondern ob mehr Autisten als solche erkannt werden.

Wenn man bedenkt, dass es vor 25 Jahren die Diagnose Autismus in der heutigen Form noch gar nicht gab und daher auch viele Fachärzte für Psychiatrie, die damals studierten, in ihrem Studium von Autismus fast gar nichts zu hören bekamen, dann ist es nicht sehr verwunderlich, dass bis jetzt so viele Autisten falsch diagnostiziert wurden. Da wurde ADHS oder eine Sozialphobie oder, oder, oder diagnostiziert. Und immer noch gibt es viel zu wenige Fachärzte, die Spezialisten für Autismus sind. Auch kann nur ein erfahrener Spezialist Autismus zuverlassig erkennen und diagnostizieren.

So habe auch ich meine Diagnose erst vor ca. 8 1/2 Jahren im Alter von 55 Jahren erhalten, bin aber seit meiner Geburt Autist!

es gibt nicht mehr autisten sondern es werden mehr menschen als autisten anerkannt weil die forschung zu dem thema in den letzten 10-15 jahren große fortschritte gemacht hat.

Vermutlich weil die Diagnosemöglichkeiten immer besser werden.

Ich glaube eher dass die Dunkelziffer kleiner wird

Was möchtest Du wissen?