Warum gibt es im dänischen Grenzgebiet, zu Deutschland, keine zweisprachigen Schilder?

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8 Antworten

Es geht nicht um die Grenznähe! Es geht um die Minderheiten: in DK gibts ne deutsche Minderheit und in SChleswig-H ne dänische Minderheit.

(Südostbrandenburg sind die Schilder auch auf Sorbisch, in Südtirol auch Deutsch und Italienisch, Im Elsass auch auf Deutsch und Französisch) DIe EU will das so! Wie gesagt: in Gebieten mit ethnischen Minderheiten.. mit GRenznähe hat das nichts zu tun! Es betrifft weder ganz SchlesigH noch ganz Dänemark!

IN der Tat ist das ein Phänomen, dass die Dänen und Franzosen bei der Umsetzung vielleicht etwas legerer sind. Aber da würd ich die Ursache nicht in einer deutsch-feindlichen Einstellung suchen, sondern unsere deutsche Mentalität ist es einfach, alle Gesetze sofort nach Punkt und Komma konsequent umzusetzen!

Bei der Diskussion um die Einführung zweisprachiger Ortsschilder im deutsch-dänischen Grenzland (also Nord- und Südschleswig) geht es nicht um die Grenznähe, sondern darum, dass auf beiden Seiten der Grenze Minderheiten der jeweils anderen Seite leben. Es gibt also eine deutsche Minderheit im dänischen Nordschleswig und eine dänische und nordfriesische im deutschen Südschleswig.

Viele wünschen sich daher Ortsschilder, die den Ortsnamen auch in der jeweiligen "Minderheitensprache" angeben. Bisher ist das aber meines Wissens nur in Flensburg (dänisch: Flensborg) und in einigen nordfriesischen Dörfern umgesetzt worden (dort allerdings dann nur deutsch-nordfriesisch). Also auch auf deutscher Seite geht man eher zurückhaltend mit dem Thema um. Warum das so ist? Ich weiß es nicht genau.

Einige bemühen die Besetzung Dänemarks im 2. Weltkrieg, die deutsch-dänischen Kriege und das vergiftete Verhältnis zwischen Mehrheit und Minderheit bis in die 1960er als Gründe. Einige argumentieren auch, dass die Ortsnamen nördlich einer Linie Eckernförde-Husum meistens dänischen bzw. friesischen Ursprungs sind. Andere befürchten, dass sich die Grenze durch zweisprachige Ortsschilder auflösen würde...

Es ist schwer, da eine eindeutige Antwort zu geben, wenn man bedenkt, dass laut EU-Minderheitenpolitik zweisprachige Ortsschilder in Minderheitsgebieten gefordert werden - besonders wo sich die deutsche Minderheit in Dänemark so etwas wünscht. Letztendlich muss man es damit erklären, dass die Dänen sehr nationalbewusst sind und außerdem immernoch einen Komplex von der Besetzung im 2. Weltkrieg haben. Somit sehen sie die Forderung der deutschen Minderheit, zumindest in den 4 großen Städten zweisprachige Ortsschilder aufzustellen, als provokation. Lustigerweise haben Dänen nichts gegen andere deutsche Schilder (z.B. Hinweisschilder zu deutschen Einrichtungen und Vereinen, das Schild "Zimmer frei" etc) und es beschwert sich auch niemand darüber, dass jeder deutschgesinnte das Recht hat, überall (Restaurant, Rathaus etc.) auf deutsch bedient zu werden.

JanaJ 18.11.2010, 12:29

Ob die die Dänen wirklich nationalbewusster sind, sei mal dahin gestellt. Aber es gibt tatsächlich viele deutschsprachige Hinweisschilder (zum Beispiel zu Einrichtungen der deutschen Minderheit) in Nordschleswig und auch drei der vier großen nordschleswigschen Kommunen haben ihr Internetangebot auch auf deutsch vorliegen (die vierte soll jetzt auch bald folgen). Da liegen die Kommunen/Landkreise in Südschleswig (also auf deutscher Seite der Grenze) eher hinterher.

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Tamini 20.11.2010, 20:33
@JanaJ

Die Dänen sind sehr Nationalbewusst ich lebe seit einigen Jahren in dänemark. Ich glaube aber eher das die politk da hinterhinkt und man sollte es nicht auf die menschen die in Nordschleswig/sønderjylland Schieben da sie am wenigsten was damit zu tun haben sondern die politiker der einzelnen kommunen sowas regeln.

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Warum verlangst du von einem anderen Staat zweisprachige Schilder? Grenzt Dänemark nicht auch noch an andere Staaten? Die Größe der schilder möchte ich sehen, wenn alle Anliegerstaaten in ihrer Muttersprache genannt werden sollen.

Wolli1960 15.10.2010, 16:29

Nein, Dänemark hat zu keinem anderen Staat eine Landgrenze.

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findesciecle 21.10.2010, 21:58

siggibayr du verstehst den HIntergund nicht, es geht nicht um die Grenznähe sondern um die Minderheit!

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siggibayr 25.10.2010, 09:41
@findesciecle

Ab sofort bitte Ortschilder auch in kyrillisch. Es geht doch um Minderheiten in der Bevölkerung ;-)

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Tamini 20.11.2010, 20:28

Es geht ja nicht darum alle sprachen der Nachbarn auf die ortschilder zu machen da es nur um die regionen mit von der Eu annerkannten minderheiten geht das hat meistens nix mit grenznähe zu tun

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Nun ja, das musst du wohl die Dänen fragen, bei uns gibt es die Dinger.

Südjutland (=Nordschleswig) war 1864 bis 1920 deutsch. In 1920 gab es eine abstimmung und es wurde wieder dänisch. 1864 wo südjutland (und mehr) verloren war ist noch eine trauma in Dänemark. Also sind die leute in sudjutland sehr nationalbewusst, aber auch tolerant gegen die deutschen. Es gibt deutsche schulen, eine deutsche zeitung usw. Aber es gibt nicht viele deutsche in Südjutland, deshalb wohl auch nicht die zweisprachige schilder. Auch in Norddeutschland (Südschleswig) denke ich die schilder ist nur an deutsch, nicht nur die dorf schilder (Niebüll = niebøl), aber auch die schilder nach grössere dänische städten (Apenrade = Åbenrå). In Südschleswig ist mehr dänen als deutsche in Nordschleswig. http://de.wikipedia.org/wiki/VolksabstimmunginSchleswig

jnielsen 15.10.2010, 11:11

In flensburg gab es sogar bei der abstimmung (siehe oben) dänische mehrheit, vielleicht dafür die schilder in Flensburg, weil es noch viele dänische einwohnern gibt.

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weil die beiden Sprachen sich so ähneln^^

In Frankreich gibts das auch nicht, in Tschechien hab ich das auch noch nicht gesehen, nicht in Belgien, in den Niederlanden habe ich das noch nie gesehen, in Luxemburg war ich jetzt noch nicht, Österreich und Schweiz ist das egal, die sprechen sowieso Deutsch (ok ja....) und in Polen hat man es mal versucht, da wurden die deutschen Bezeichnungen über Nacht von nationalbewussten Polen wieder überpinselt oder die Schilder demoliert.

Sowas scheint es nur in Deutschland zu geben.

Wolli1960 15.10.2010, 16:31

In Belgien ist es besonders extrem. Wenn man von dem frankphonen in den flämischen Teil oder umgekehrt fährt, stehen auf einmal ganz andere Namen auf den Wegweisern.

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DocSchneider 01.04.2015, 08:56

In Frankreich gibt es das schon, z.B. in der Bretagne (französisch/bretonisch) oder in Südfrankreich (französisch/provenzalisch)

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