Warum gibt es im 21. Jahrhundert noch Homophobie?

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29 Antworten

Erziehung und Gruppenzwang und ein schneller Wandel der Welt.

 

Viele Menschen sind damit aufgewachsen, dass man auf eine gewisse Art zu leben hätte und das Dinge nun mal so wären wie sie sind.

Jungs mögen blau, Mädels rosa (obwohl Rosa früher die Farbe der Männer war).
Männer und Frauen haben Sex
Man geht jeden Sonntag zur Kirche
Freitags isst man Fisch etc. etc.

Im Grunde haben wir uns stark von dieser Weltansicht und der Religion emanzipiert, aber was mein Vater mir gesagt hat und sein Vater ihm und dessen Vater ihm etc. etc. etc. schwingt nun mal in unserem Kopf mit.

Nicht jeder Mensch ist dazu in der Lage sich diesem Schema "ist so, weil, war immer so" zu entziehen.

 

Dazu kommt, dass sich die Welt immer stärker wandelt. Firmen die sich immer mehr an der arbeitenden Bevölkerung bereichern, ein extremer Informationsüberfluss durch das Internet, Manipulation durch die Medien (Clickbait, Reisserische Beiträge in BILD und co. etc.).

In einer Welt die sich so schnell verändert, haben die Menschen Angst. Sie suchen nach festen Werten. Dinge die sich seit Jahrhunderten nicht geändert haben.

Religion bietet das.
Oder auch Parteien wie die AFD die eigentlich kein Programm haben ausser "wir machen wieder alles wie in der guten Alten Zeit zwischen 1920 und 1950"

Weil generell die meisten Menschen nicht akzepieren was aus den "Norm" fällt. 

Es gibt Homophobe, Nerd sind für die meisten uncool und gehören nicht zur Gruppe und alle Fetten sind hässlich. Nicht jeder Mensch ist so aber viele, selbst wenn es nur unterbewusst ist.

Dann gibt es natürlich noch Idioten diese sich denken das es unnatürlich ist und man Homosexualität verbieten sollte, man kann versuchen diese Menschen aufzuklären und davon überzeugen das wir alle Menschen sind aber die Zeit kann man sich meistens sparen.  Traurig aber wahr...

Das ist eine gute Frage und zeigt auch einfach, wer tolerant sein will muss erstmal selbstbewußt genug sein und einen gefestigten Charakter haben um zu wissen, dass ihn die bloße Akzeptanz von etwas, dass ihm vllt. anders vorkommt, nicht automatisch mit verändern muss.

Es gibt aber sicher viele verschiedene Gründe, warum Menschen z. B. im Besonderen Homosexualität ablehnen. Heterosexuelle Männer bspw. können dadurch ihre eigene Männlichkeit bestätigen, indem sie das rigoros ablehnen.

Andere sehen in der Akzeptanz vllt. einen Werteverfall der Gesellschaft; jungen Menschen wird u. U. etwas vorgelebt, von dem sie noch gar nicht wissen ob es für sie richtig oder falsch ist.

Andere könnten behaupten, dass es "widernatürlich" ist, da das Konzept der Fortpflanzung so natürlich nicht funktioniert und damit auch so von der Natur nicht vorgesehen sein kann. Die Ablehnung führt dann zu einer Form von gesellschaftlicher Selektion. So ähnlich würde sicherlich auch streng gläubige Menschen sehen, die dann anstatt der Natur stattdessen Gottes Willen einsetzen.

Der kategorische Imperativ sollte hier aber wohl heißen: Leben und leben lassen.

Homophobie.... eins der großen Rätsel unserer Gesellschaft...

Zum Teil liegt es daran, dass man selber homosexuell veranlagt ist und davor Angst hat. Dann ist jemand, der keine Probleme mit der eigenen Homosexualität hat, ein Angriff auf einen selbst und das eigene Leben.

Dann gibt es noch den netten Spruch:

Homophobie ist die Angst gewisser Männer von Männern genauso behandelt zu werden wie sie selbst Frauen behandeln.

Dann sage ich mal generell fundamentalistische Ansichten. Dazu muss man allerdings kein religiöser Mensch sein. Und andersherum, ein gläubiger Mensch muss nicht homophob sein.

Von daher wundern mich die Tags in der Frage. Homopobie ist kein religiöses Thema, es ist ein gesellschaftliches.

Es ist eine Einstellungssache. Wie locker gehe ich damit um, wenn ein anderer Mensch ein anderen Lebensentwurf hat?

In meinen Augen leben viele noch erschreckend danach wie es sein soll laut deren Elterngeneration und haben dies noch nie hinterfragt. Auch nicht im Hinblick auf das, ob es das Richtige für einen selbst ist.

Erstens scheinen Leute immer Angst vor Neuem oder Anderem zu haben (erklärt auch die Angst vor Ausländern) und zum Zweiten glaube ich tatsächlich, dass man, als instabile Person, immer ein Hassobjekt braucht.

Kennt doch jeder die A****lochkinder, die andere Kinder runtergemacht haben aus irgendwelchen Gründen um sich besser und stärker zu fühlen.
Das gibts bei Erwachsenen auch. Meistens, denke ich, sind es ungebildete Menschen, die ihre eigene Unzufriedenheit auf Andere projizieren und sich ein Feindbild schaffen, auch wenn es mit ihnen oder ihrem Leben absolut nichts zutun hat, um sich selbst besser oder stärker zu fühlen.
Gern auch in einer Gruppe.

Es gibt dazu verschiedene Thesen und sozialpsychologische Untersuchungen, die im Wesentlichen folgende Ursachen konstatieren:

Religiöse Erziehung ist einer der Faktoren, die Homophobie begünstigen. Diejenigen, die von Kind auf insofern indoktriniert wurden, dass Homosexualiät etwas "Verbotenes",, Unreines" sei, sind eher in Gefahr diese abzulehnen.

Je gläubiger  und konservativer ein Mensch ist, deso höher  die Warscheinlichkeit für Homophobie

Hinzu kommen Vorurteile über die Ausübung der Sexualität durch Homosexuelle und mangelnder Kontakt mit Homosexuellen. Stereotypes Denken wird durch fehlende Kontakte der abgelehnten Individuuen bestätigt. Es ist bewiesen, dass der Kontakt mit einzelnen Menschen aus abgelehnten Gruppen und das persönliche Kennenlernen Vorurteile  abbauen kann.

Es gibt Menschen, die glauben, dass die  sexuelle Orietierung eine freie Wahl ist. Je stärker diese  Menschen  dies glauben, desto homophober sind ihre Einstellungen. Dazu gibt es eine Untersuchung von Smith, Zanotti aus dem Jahr 2011.

Desweiteren gibt es Hypothesen darüber, dass Männer, die sich Ihrer eigenen Sexualität unsicher sind, eher zur Ablehnung von Schwulen tendieren, als diejenigen, die selbstbewußt mit ihrer eigenen Sexualität umgehen.

Das trifft somit stärker in patriachiarisch geprägten Gesellschaften auf. Wir finden aber auch hier eine Dopplemoral, die nicht selten so formuliert wird "Hauptsache mein Kind nicht".



HolgerSchneider 28.02.2017, 21:13

"Je gläubiger  und konservativer ein Mensch ist, deso höher  die Warscheinlichkeit für Homophobie."

Je mehr jemand auf der Skala in Richtung dessen tendiert, was gemeinhin als "links" bezeichnet wird, wird er wahrscheinlich keine negative Äußerungen gegenüber gleichgeschlechtlich Orientierten tätigen.

Sagen kann man nun aber viel, wenn der Tag lang ist. Was jemand wirklich fühlt, ist etwas anderes, wie jemand handelt, noch einmal etwas anderes. Wie reagiert der Progressive wirklich, wenn der eigene Sohn gleichgeschlechtlich orientiert ist?.

Wie verhielten sich Probanden (1/3 der Gruppe eher rechts, 1/3 "mittig", 1/3 links), wenn sie überraschend mit Homosexualität konfrontiert werden?

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tobych 03.03.2017, 11:01

Dazu kommt noch, dass es sicher viele Homophobe gibt, die sogar Homosexuelle in ihrem (z.B. Arbeits-)Umfeld haben und diese auch noch nett/cool finden. Sie wissen es einfach nicht, dass ihr Gegenüber homosexuell ist, weil die Personen sich nicht von heterosexuellen unterscheiden.

Habe ich selber schon erlebt. Dann heisst es auf einmal "kann ja gar nicht sein, dass der/die homosexuell ist, der/die ist doch ganz normal". Eine ablehnende Haltung ist überwiegend anerzogen, durch die Religion (ggf. noch Gesetze) oder Medien "vorgegeben". Würden Kinder von lernen, dass es Mann-Frau, Mann-Mann und Frau-Frau in einer Beziehung gibt, wäre das einfach so und damit normal. Damit würde es dann übrigens auch nicht mehr oder weniger Homosexuelle geben. Kinder, welche mit einem homosexuellen Paar aufgewachsen sind, sind auch nicht mehr oder weniger homosexuell, als Kinder von Heteros.

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meiner ansicht nach existiert homophobie heutzutage noch aus mehreren gruenden:

abhaengig davon, wo du lebst, kann es gegen religioese vorstellungen oder auch gegen ein althergebrachtes gesetz verstossen, wobei das in der regel nicht gegen homosexualitaet an sich geht, sondern gegen analverkehr  zwischen maennern.

in unseren breiten gibt es homophobe menschen vor allem, weil sich leute viel zu viel fuer das privatleben anderer interessieren, was u. a. dadurch gefoerdert wird, dass jeder jeden scheisss fotografieren und auf facebook etc. in die welt posaunen muss.

der andere grund ist freilich auch, dass eine nicht unerhebliche anzahl von schwulen und lesben ganz bewusst provokativ in der oeffentlichkeit auftreten, was zwar mitunter verstaendlich aber auf der anderen seite auch laestig ist (und leuten wie mir eher schadet als nuetzt).

mir geht vor allem auf den zeiger, dass die stereotypie nicht endet und von allen seiten noch mit klischee-witzen verhaertet wird.

mir ist im grunde scheissegal, was andere davon halten, dass ich schwul bin. mir ist naemlich auch scheissegal, dass andere es nicht sind.

realsausi2 02.04.2017, 17:28

dass eine nicht unerhebliche anzahl von schwulen und lesben ganz bewusst provokativ in der oeffentlichkeit auftreten,

Was bedeutet das konkret?

Ich finde es auch provozierend, wenn z.B. Katholiken bei Fronleíchnamsprozessionen salbadernd durch die Gegen ziehen. Aber ich kann denen nicht absprechen, dass zu tun.

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Eine sehr gute Frage !

Aus den gleichen Gründen warum viele Nutzer sich dauernd über angeblich unnötige Fragen aufregen müssen. Solche Zeitgenossen sind sehr selbstgefällig. Sie erwarten Dinge, die gefälligst so zu sein haben, wie sie es wünschen. Ihre Welt darf nichts enthalten, was irgendwie a n d e r s ist.

Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert !

Ich denke es liegt an mangelnder Selbstkritik. Denn sich darüber im Klaren zu werden, warum man sich eigentlich an etwas stört, erfordert eine Reflektion mit sich selber. Und dies scheuen solche Menschen. Sie haben das nie gelernt. Das kann man immer wieder an ihnen beobachten, wenn man versucht solche Menschen mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Wenn man sich selbst erst mal darüber im Klaren wird, dass man etwas macht, was man eigentlich ja gar nicht so recht will, ist man schon mal auf einem guten Weg. Nur muss man irgendwann einmal auch genügend Selbstkritik entwickeln können.

"Ein Krüppel ist, der tut, was er nicht will und will, was er nicht tut."

(Picasso)





Weil das 21. Jahrhundert nicht so weit ist, wie viele denken.

Es gibt für viel zu viele Krankheiten leider noch keine richtige Heilung, viele wissenschaftlichen Fragen sind noch ungeklärt und solche Erscheinungen wie Homophobie, Unterdrückung oder Rassismus sind für viele Leute noch ein akzeptabler Lebensstil. Die Zeiten, in denen diese gesellschaftlichen Wandlungen stattfanden, sind noch gar nicht solange her.

Ich schätze mal, in 500 Jahren werden die Leute auf uns heutzutage genauso zurückblicken wie wir auf die Leute aus dem Mittelalter.

Es ist , wie  hir schon viele sagten Gewohnheit. wobei ich glaube, das Homophobie meist eher auf männliche Homosexualität beschränkt ist. Männer haben immer Angst, sie könnten "schwul" rüberkommen. oder dass ihnen die Berührung eines anderen Mannes vielleicht tatsächlich irgendwie gefallen könnte.

Gugu77 28.02.2017, 19:45

Tatsächlich gibt es Untersuchungen zu diesem Thema: Professor Henry E. Adams  hat z.B. an der University of Georgia  ein Experiment durchgeführt. Demnach fühlten sich besonders durch Homosexualität diejenigen Männer angegriffen, die sich in Ihrer eigenen Sexualität unsicher sind  oder durch homosexuellen Sex erregt wurden. (Die Erregung wurde durch die physische Reaktionen der Probanden auf Filme gemessen) und zur Vertuschung ein besonders augeprägtes männliches Verhalten zeigten. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2012 bestätigt diese Annahme (Weinstein 2012)

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Weil es Menschen gibt.

Der technologische Fortschritt bedeutet keineswegs, dass der Mensch und sein Wesen sich weiterentwickelt.

Noch effizienter töten, noch effizienter unterdrücken, noch effizienter zerstören: Schau dir doch mal die Rüstungsindustrie an, ein perfektes Beispiel.

Es geht nicht darum, dass etwas der eigenen Lebensweise fremd ist, der Wille des Menschen, das zu hassen oder zu vernichten, was anders ist, ist tief in ihm verankert, du wirst das nicht los: Selbstverständlich gibt es in einer Gesamtheit einzelne Menschen, die davon abweichen, aber in seiner Gesamtheit ist der Mensch nun einmal so. Die Menschen lernen auch nicht aus der Geschichte, ich weiß, wieso du diese Frage stellst (das Video), schau dir mal die Kommentare an: "Lasst und alle XYZ vergasen", "Hätte Hitler mal seinen Vater vergast" etc, du findest solche Kommentare unter dem Video von dem Jungen: Das die Aufregung gerechtfertigt ist, steht außer Frage, aber man sollte sich fragen, ob diese Leute besser sind als er, in meinen Augen sind sie weitaus schlimmer. 

Das einzig wirklich bedauernswerte Problem hierbei ist meines Erachtens, dass bei diesen Menschen die natürliche Selektion nicht wirkt, die Welt und die Menschheit wäre ohne diesen human-trash besser dran. 

realsausi2 02.04.2017, 17:32

das zu hassen oder zu vernichten, was anders ist, ist tief in ihm verankert, du wirst das nicht los:

Ich musste das nicht loswerden, weil es niemals ein Teil von mir war. Warum sollte das bei anderen nicht gehen?

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Weil man noch vor nicht langer Zeit dafür und Gefängnis kam.

So schnell ändern sich die Ansichten nicht einfach so.

Weil es im 21. Jahrundert leider auch immernoch irgendwelche obskuren Märchen kursieren, die leider gerade genug Leute für voll nehmen, wie da wäre das Christetum, den Islam, .... etc., welche genau dies hervorrufen, die Urheber dieser Regung sind.

Homophobie abzuschaffen würde bedeuten, diese Märchen abzuschaffen. Das wird leider so nicht gelingen, da nichts zu infantil ist, als dass es nicht doch noch irgendwer für voll nimmt.

Shinjischneider 28.02.2017, 16:13

Religion müsste nicht abgeschafft werden.

Die wenigsten Christen gehen noch regelmässig zur Kirche, Essen Freitags Fisch und gehen regelmässig zur Beichte.

 

Die Leute müssen sich nur genug emanzipieren, dass sie auch die homophoben Stellen als "das darf man nicht so wörtlich nehmen" einstufen.

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feinerle 28.02.2017, 16:41
@Shinjischneider

Die Leute müssen sich nur genug emanzipieren....

Richtig.

Das bedeutet jedoch, selbst denken.

....dass sie auch die homophoben Stellen als "das darf man nicht so wörtlich nehmen" einstufen.

das ist zu kurz gedacht.

nicht so wörtlich nehmen bedeutet letztlich nichts anderes als nicht ernst nehmen, nicht für voll nehmen.

Wenn man eine Stelle nicht mehr ernst nimmt und zudem sich emanzipiert, also selbst denkt und urteilt statt vorgefasste Texte hierzu zu verwenden, dann würde man alles nicht mehr ernst nehmen.

Nimmt man alles nicht mehr ernst in den Dingern, kann man sie genau so gut in die Tonne knallen.

Also würde das zur Abschaffung führen.

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Raubkatze45 28.02.2017, 17:10
@Shinjischneider

Die wenigsten Christen gehen noch regelmässig zur Kirche, Essen Freitags Fisch und gehen regelmässig zur Beichte.

Dazu kann man nur sagen "leider". Wer nicht regelmäßig zur Kirche geht und zur Beichte ist also deiner Meinung nach emanzipiert. Die Frage ist nur, was Gott dazu sagt. Religion als bequemes Anhängsel ist menschengemacht, nicht gottgewollt.

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realsausi2 28.02.2017, 19:32
@Raubkatze45

Die Frage ist nur, was Gott dazu sagt.

Als ich das letzte Mal mit Odin sprach, fand er es völlig ok, dass ich in keine Kirche gehe.

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feinerle 28.02.2017, 19:36
@Raubkatze45

Wer nicht regelmäßig zur Kirche geht und zur Beichte ist also deiner Meinung nach emanzipiert.

Nein, sondern wer selbst denkt anstatt Antworten in einem uralten Märchenbuch zu suchen.

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Elibasin 28.02.2017, 18:27

Du solltest wissen, dass weder Muslime noch Christen Homophoben sind. Der İslam lehrt und Respekt vor solchen Menschen auf dieser Welt zu haben.

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feinerle 28.02.2017, 19:35
@Elibasin

Der İslam lehrt und Respekt vor solchen Menschen auf dieser Welt zu haben.

Plumperquatsch. Der Islam lehrt gar nichts außer seiner eigenen Verbreitung mit allen Mitteln bis hin zu brutalsten Vorgehensweisen.

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YassineB87 28.02.2017, 21:05

Man sollte aber bedenken.... es gibt genug atheisten oder agnostiker die homosexuelle diskriminieren und mobben. Man kann einiges auf die religion schieben aber halt nicht alles. Ich wage es zu behaupten es ist auch ein sehr großer teil der nicht religös begründeten diskriminierung!

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HolgerSchneider 28.02.2017, 21:29
@YassineB87

Aber hallo! Beim Japaner z.B. ist die Ablehnung von Homosexualität stärker ausgeprägt, bei den Chinesen besaß der Homosexuelle quasi immer den gleichen Status wie der Kriminelle.

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realsausi2 28.02.2017, 22:43
@YassineB87

es gibt genug atheisten oder agnostiker die homosexuelle diskriminieren und mobben

Es behauptet ja auch niemand, dass Atheismus gegen Dummheit feit.

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YassineB87 01.03.2017, 13:31
@realsausi2

richtig, ich bestimmt behaupte das nicht. 

nur will ich damit sagen das thema nummer eins bei homosexuellendikriminierung immer die religion ist.... ich finde es geht dabei viel zu sehr unter, dass halt viele atheisten, agnistiker etc auch schwule moben und diskriminieren. sieht man im schulaltag, im arbeitsalltag, sogar in der politik bis vor einer weile stärker . 

das heißt die religion zu "verändern" löst nicht das problem der denkweise dieser menschen die andere diskriminieren. 

bei mir zum beispiel als gläubiger sunnitischer moslem - was juckt mich das ? wir alle werden sterben, dass ist eine tatsache. der homosexuelle wird sich vor allah verantworten. ich bin nicht allah (starfirulah), also warum soll ich strafen und besonders wenn es mir nicht erlaubt ist und ich nicht ansatzweise so strafen könnte wie er? 

so denke ich. also jeder soll tun was er meint, denn das leben ist ein test. wenn er durchfällt sein problem. wenn ich kann , warne ich vor dem gericht und der strafe , wenn derjenige nicht hören will, wird er es später erfahren, nach dem tod. 

des weiteren, solange ein mensch nicht stirbt, hat er immer die von allah gegebene chance sich zu bessern (nicht nur auf homosexualität sondern allgemein auf die taten bezogen). wenn allah ihm /ihr diese chance gibt, habe ich kein recht ihm diese zu nehmen....

das meine einstellung - leben und leben lassen, will mich nicht selbst loben, aber ich denke mit so einer einstellung kann jeder zusammenleben . das bedeutet also das religion sich auch nicht immer schlecht auswirkt auf die denkweise...

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rlstevenson 01.03.2017, 18:18
@YassineB87

Wenn jeder konservativ-religiöse Mensch so denken würde wie Du, gäbe es viele Konflikte gar nicht mehr. Mir gefällt das Nicht-missionarische an Deiner Einstellung.

Ich kapiere das ja bei den ganzen (Selbstmord-)Attentätern nicht: Nach ihrer Lehre werden doch die Ungläubigen eh nach ihrem Tode bestraft und sterben muss jeder, warum also die ganze Mühe und Eile?

Abgesehen davon steht ja im Alten Testament sehr schön: Mein ist die Rache, spricht der Herr.

Da sollte man ihm doch bitte nicht zuvorkommen.

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realsausi2 02.03.2017, 00:23
@YassineB87

dass halt viele atheisten, agnistiker etc auch schwule moben und diskriminieren.

Es gibt allerdings eine wichtigen Aspekt, den man verstehen muss.

Atheisten, die Homos mobben, machen das, weil sie Armlöcher sind und nicht, weil sie Atheisten sind.

Gläubige, die sich so verhalten, tun das meist eben darum, weil sie irgendeinen Mist glauben, der sie dazu veranlasst.

der homosexuelle wird sich vor allah verantworten.

Wofür? Für seine Homosexualität? Wenn Deinen Allah das interessiert, ist er ebenso ein Armloch wie alle anderen Homophoben auch.

solange ein mensch nicht stirbt, hat er immer die von allah gegebene chance sich zu bessern

Damit bist Du nicht einen Deut besser als irgend sonst ein Homophober. Du hast nur nicht die Eier, selbst für diesen Unsinn vorzutreten, sondern schiebst den Popanz Allah vor.

das bedeutet also das religion sich auch nicht immer schlecht auswirkt auf die denkweise...

Du hast uns hier gerade genau das Gegenteil bewiesen.

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homophob, islamophob , dies phob das phob.... interessiert doch kaum noch einen. 

homosexuelle sind eben anders. das ist ein fakt. ob positiv oder negativ anders ist halt ansichtssache.  ebenso bei moslems, da gibts ja den neuen trendbegriff eit einer weile Islamophob....

die meisten menschen aber denken sich "mit dem will ich nichts zu tun haben" - na dann soll es den anders aussehenden / anders denkenden / anders gläubigen usw doch egal sein.....

abgrenzung und ausgrenzung ist seit menschheitskindertagen ein problem und wird es auch bleiben.... sei es in der schulklasse das mobbing oder anderes. lediglich mit den konsequenzen umzugehen ist wichtig und diese "im rahmen zu halten"  - sprich keine verfolgung oder gefahr für diese menschen zuzulassen.

HolgerSchneider 28.02.2017, 21:03

Eine Phobie ist eine schwere seelische Erkrankung. Auf alle Fälle ist es schon einmal gut, daß erwachsene gleichgeschlechtlich Veranlagte nicht mehr per § 175 verfolgt werden und gleichgeschlechtliche Orientierung kein Karrierehindernis mehr sein muß.

Verfolgung von Personen verstößt generell gegen die Gesetze.

Ich schätze mal: Je weniger Repressionen es in der westlichen Welt gibt, desto wütenderen Protest gegen verbliebene - vermeintliche oder tatsächliche - wird es geben. Das liegt daran, daß der Negativitätsbedarf keine konstante Größe ist.

Ausgrenzung beruht darauf, daß sich der Mensch in Gemeinschaften organisiert, eine Gemeinschaft definiert sich dadurch, daß dieser dazugehört, jener aber nicht.

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YassineB87 28.02.2017, 21:08
@HolgerSchneider

Ja so ist es, gibt es keine anderen , gibt es kein "wir und die". Gibt es das nicht, ist das weltbild gestört. Wenn dies abgeschafft werden würde, hätten wir wohl die nächste stufe in der evolution erreicht (das nur als phrase, bin kreationist)

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HolgerSchneider 28.02.2017, 21:21
@YassineB87

Mal global besehen, ein riesengroßer Teil der Menschheit besteht aus Fernasiaten. Wäre es z.B. vorstellbar, daß es den Chinesen, Japanern, Koreanern schnurz wäre, ob sie mit Ihresgleichen oder Angehörigen fremder Völker in ihrem Land zusammenleben?

Weiterhin sind wir uns alles andere als einig, wie der Bereich Wirtschaft gestaltet werden soll. Mal die Libertären und die Sozialisten herausgepickt, kann mir beim allerbesten Willen nicht vorstellen, daß es in 50, 100 oder 200 Jahren keine Parteien mehr gibt, die unterschiedliche Zielvorstellungen haben.

Die Familie ist auch eine ausgrenzende Gemeinschaft. Wer mag es, im vertrauten Kreis zu sitzen, wenn da jeder x-Beliebige einfach so hereinplatzen kann?

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YassineB87 28.02.2017, 21:26
@HolgerSchneider

Wie gesagt...."werden würde".... ich kann es mir auch nicht vorstellen... was natürlich schade ist. Aber deshalb eingangs ja geschrieben in der antwort. So wird es wohl immer sein, nur muss man vernünftig mit den Konsequenzen umgehen und dafür sorge tragen, das es keine allzuschwere folgen aus der ausgrenzung der jeweiligen individuen entstehen. Das ist aufgabe der gesellschaft insgesamt. Anders geht es nicht 

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HolgerSchneider 28.02.2017, 21:38
@YassineB87

Finde, daß wir in dieser Richtung enorm viel erreicht haben. Vor rund fünfzig Jahren gab es noch Knast für geschlechtlichen Verkehr unter Männern. Heute gibt es viele, die nicht wissen wollen, was ein Politiker im Schlafzimmer treibt, sondern was er kann.

Die Ausgrenzung hängt auch damit zusammen, daß wir nicht nur Biologie, also Menschen, sind. Ich stellte mir das lustig vor, wenn in einer Gemeinschaft von Bildungsbürgern, die gerade über die Tagebücher von Thomas  Mann diskutieren, jeder schlicht gestrickte Fußballanhänger Einlaß bekommt, der zwischendrin eine Lobeshymne für Rudi Völler singt. Wir sind eben auch kulturelle Wesen und Kultur schafft Unterschiede.

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rlstevenson 01.03.2017, 18:08
@HolgerSchneider

Wobei ich ja überhaupt keinen Widerspruch zwischen dem Interesse für Thomas Manns Tagebüchern und der Begeisterung für Fußball (notfalls auch mit "Et jibt nur ein Rudi Völlaaa!") sehe.

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HolgerSchneider 01.03.2017, 20:24
@rlstevenson

Zwingender Widerspruch selbstverständlich nicht. Trotzdem gibt es verschiedene Kreise, die sich schwer tun dürften, eine gemeinsame Schnittmenge zu finden.

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Der Grund für Homophobie im 21.Jdrt liegt darin begründet, dass heterosexuelle Männer die Art u. Weise wie homosexuelle sich bewegen, reden und sonstwie "verhalten" als eine unglaublich aggressiv-machende Provokation, wenn nicht Bedrohung wahrnehmen. Heterosexuelle Männer haben eine tiefgehende Abneigung gegen Homosexuelle. Nicht alle Het. Männer aber die meisten empfinden das so. Lesbische Frauen werden z.B. nicht als solche Provokation oder Bedrohung empfunden. Ich habe nichts gegen Homosexuelle. Ich vermeide aber Ihre Nähe und den Kontakt zu Ihnen. Und ich glaube, für einen heterosexuellen Mann ist das eine absolut gesunde, normale Reaktion. Für hom. Männer sind ja het. Männer auch ein sexuelles Beuteschema. hom. Männer werden das leugnen, aber es ist trotzdem so. het. Männer sind aber keine "Beute"...sondern selber "Jäger". Darüberhinaus ist vom Standpunkt het. Männer ein hom. Mann so etwas wie ein het. Mann der "kaputt, krank, verweichlicht, verweiblicht, pervers und vor allem schwach" ist. Und... so wollen het. Männer auf keinen Fall sein. Das ist der eigentrliche Grund für Homophobie. Hinzu kommt natürlich, dass dumme Menschen, die zu viel Zeit haben gerne ihren Frust an Randgruppen auslassen.

rlstevenson 01.03.2017, 18:12

Ein heterosexueller Mann, der Frauen als "Beute" und sich selbst als "Jäger" sieht, kann mir als heterosexueller Frau aber sowas von gestohlen bleiben...

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HolgerSchneider 01.03.2017, 20:28
@rlstevenson

Das mag es geben, solche Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Ansonsten sind wir die Beuteopfer des strategisch intelligenteren Geschlechtes, heben das Taschentuch auf, das versehentlich fallen gelassen wurde und tappen immer wieder treudoof in die Falle.

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Homophobie? Warum? Ganz einfach, Homosexuelle können irgendwo nie Kinder zeugen? Folglich ist das irgendwie dezent nicht natürlich? Die Zunahme von Homosexuellen ist eine Ausgeburt der Wandlung der Mitmenschheit durch Überbevölkerung, da dadurch weniger Kinder erzeugt werden können.

realsausi2 02.04.2017, 17:39

Folglich ist das irgendwie dezent nicht natürlich?

Homosexualität ist bei über tausend Tierarten beobachtet worden. Natürlich ist das natürlich.

Warum sollte überhaupt die Reproduktion Maßstab dafür sein, ob eine Handlung zu bewerten ist?

Hingegen machen wir den ganzen Tag unnatürliche Sachen. Wie z.B. auf einer Tastatur rumhacken, um hier unseren Sermon zu verbreiten.

Auch Autofahren ist extrem unnatürlich. Erstreckt sich Deine Abneigung auch auf Autofahrer?

Die Zunahme von Homosexuellen ist eine Ausgeburt der Wandlung der Mitmenschheit durch Überbevölkerung,

Das ist absoluter Unsinn. Homosexualität ist so alt, wir der Mensch und älter.

Bevor die Pest des Christentums Europa infiziert hatte, war Homosexualität auch ein fester Bestandteil der Gesellschaft.

Evolutionär ist es völliger Nonsens, Homosexualität als ein Regulativ für Überbevölkerung zu betrachten.

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Man kommt ja nicht von selbst drauf, etwas gegen Homosexualität zu haben. Dies wird einem eingeredet von Weltbildern, die insgesamt einfach rückständig sind.

Gemeinhin sind es Religionen, die hier noch alter verkommene und überkommen Ansichten hochhalten. Und die verblendeten Opfer dieser Konstrukte perpetuieren diesen Unsinn immer wieder.

Da diese Leute ihre Schriften für unabänderlich wahr halten, wird sich auch solange nichts wirklich ändern können, solange Menschen diesen Irrlehren anhängen.

KrustyderClown 06.03.2017, 20:46

Das ist wirklich der gröbste Unfug, den ich jemals gelesen habe. Homophobie ist völlig unabhängig von Religion. Das sieht man daran, dass es sie auch in völlig religionsfreien Gesellschaft im gleichen Ausmaß gibt. 

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realsausi2 07.03.2017, 00:07
@KrustyderClown

Natürlich braucht es nicht zwingend Religion, um homophob zu sein. Das ist schon klar.

Aber Religionen sind quasi von Amtswegen mehr gefährdet, weil ihre Anhänger ja per Definitioin geneigt sind, irrationale Inhalte für wahr zu halten.

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TCdeniz 02.04.2017, 11:13

wenn zum 21 Jahruhundert Toleranz gehört dann muss ich leider sagen das du dort nicht angekommen bist, da du keine Toleranz gegenüber den Religionen hast,

wer entscheidet ob etwas rückständig ist und wer nicht?

ich persönlich möchte nicht das Homosexuelle so wie in manchen Ländern verfolgt werden, aber wenn du die durchschnittliche Weltmeinung zwecks Homosexualität anschaust kannst du nicht sagen das sei Modern so wie die Meinung hier ist, denn im schnitt ist die Weltweite Bevölkerung gegenüber Homosexuellen nicht so offen wie du denkst.

du schaust nur auf die meisten Europäischen Länder, und interpretierst daraus das alle so denken müssen um Modern zu sein, deswegen bist du auch gegen die Religionen.

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realsausi2 02.04.2017, 11:21
@TCdeniz

Keine Toleranz der Intoleranz. Und religiöse Systeme sind immer Quelle von Intoleranz.

im schnitt ist die Weltweite Bevölkerung gegenüber Homosexuellen nicht so offen wie du denkst.

Weil ein großer Teil der Welt eben rückständig ist, was die moralische Kompetenz angeht. Wenn man sich das mal genauer anschaut, findet man eine Korrelation zwischen der Verbreitung von Religion und Intoleranz.

Wir haben in Europa die wohl am weitesten säkulare Grundhaltung und die am fundiertesten etablierten Grundrechte. Auch das ist eine klare Korrelation.

deswegen bist du auch gegen die Religionen.

Homophobie ist nur eine kleine Facette der Gründe, aus denen ich gegen Religionen bin.

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Grundsätzlich habe ich den Eindruck, daß es noch niemals so wenig Ablehnung gegenüber Homosexualität gegeben hat wie in unserer westlichen Welt seit einigen Jahrzehnten, beginnend mit den 1970er Jahren.

Wir nehmen an einem ganz neuen, einzigartigen Experiment teil, organisieren uns neuerdings stark heterosozial, Männer und Frauen arbeiten zusammen, verbringen zusammen große Teile der Freizeit gemeinsam. Alle früheren Gesellschaftsformen waren homosoziale, mit ausgeprägten Männer- und Frauenwelten, wie es in vielen Teilen der Welt immer noch ist.

Es ergäbe unter den heutigen technischen Bedingungen auch keinen Sinn, wenn nur Frauen oder nur Männer die Büroarbeiten erledigten.

Ich vermute, daß diese Annäherung von Mann und Frau ein Grund ist, daß die Ablehnung von Homosexualität nicht mehr so stark ausgeprägt ist, was nicht heißt, daß es diese in scheußlichen Formen nun überhaupt nicht mehr gibt.

Eine Theorie (nicht meine, nur mal so in den Raum gestellt) sieht so aus: Die Frau definiert sich positiv, übernimmt ihre Frauenrolle von der Mutter.

Der Junge bekommt seinen Vater viel weniger zu sehen als das Mädchen seine Mutter, er definiert sich negativ. Ein richtiger Junge ist einer, der kein Mädchen ist, dem auch keine weiblicheren Züge anhaften wie manchen Homosexuellen.

Weil der Mensch im 21. Jahrhundert immer noch der gleiche Mensch ist - mit allen seinen Macken - wie in den Jahrhunderten zuvor :-)

Wenn man sein eigenes Leben nicht lebt, lebt man das Leben anderer.

 

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