Warum gibt es heutzutage häufiger Überschwemmungen?

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8 Antworten

Es ist wissenschaftlich praktisch nicht möglich, einzelne Wetterereignisse wie ein Hochwasser direkt dem Klimawandel zuzuordnen - er erhöht insgesamt „nur“ die Wahrscheinlichkeit und die Stärke von Extremwetterereignissen.

Die globale Erwärmung und der daraus folgende zusätzliche und beschleunigte Klimawandel erwärmen ja die Luft - und in wärmerer Luft kann sich einfach mehr Wasserdampf halten. Dadurch ist die Menge an Wasserdampf, die sich in der Atmosphäre befindet, bisher um rund 4 % gestiegen. Dadurch fällt in Gegenden, in denen es regelmäßig regnet, dann noch mehr Regen. http://www.scilogs.de/klimalounge/hochwasser-und-klima/

Durch höhere Temperaturen und mehr Wasserdampf ist auch mehr "Energie" in der Atmosphäre - Extremwetterereignisse wie Gewitter und Wolkenbrüche werden häufiger und stärker Bereits jetzt müssen Städte und Gemeinden z.B. die Kanalisationen vergrößern; eine direkte Folge des Klimawandels. http://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimawandel/_functions/aktuellemeldungen/121106_behoerdenallianz.htmll

Des weiteren verringert die globale Erwärmung die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Arktis - und damit verändern sich die Jetstreams, schnelle Windsysteme in großer Höhe, die unsere Großwetterlagen beeinflussen. Bleiben die Mäander dieser Jestreams länger über einer Stelle "hängen", spricht man von einer Blockadewetterlage - und diese scheinen sich zu häufen. Mit diesen Wetterlagen einher gehen oft entweder Hitzewellen oder Starkregen mit Überschwemmungen.

Bei den letzten großen Überschwemmungen in Deutschland gab es jeweils ein vergleichbare „Blockadewetterlage“.

http://www.scilogs.de/klimalounge/extremwetter-durch-planetare-wellen/

http://www.scilogs.de/klimalounge/rossby-wellen-und-wetterextreme/

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Dazu kommen natürlich noch andere Eingriffe des Menschen:

- die zunehmende Versiegelung von Flächen und Böden. https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chenversiegelung

- unsachgemäße Wasserverbauungen. In einer Nachbargemeinde von uns wurden vor gerade mal 2 Jahren klassisch Bäche begradigt, um in genau dieser Gemeinde Hochwasser abzuleiten - was natürlich dann die nächste, unterhalb liegende Gemeinde gefährdet. Aus 1000 Jahren Wasserbau nix gelernt, St Floriansprinzip für Anfänger.

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Einfache Frage - schwierig zu beantworten:

Zitat aus dem aktuellen kostenlos verfügbaren Buch Seite 445/446:

Auszug aus: Guy Brasseur, Daniela Jacob and Susanne Schuck-Zöller. „Klimawandel in Deutschland.“ Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg. iBooks.

„"10.1 Hochwasser in Flussgebieten der Mesoskala
10.1.1 Ergebnisse für Deutschland insgesamt
(Daten-)Analyse der Vergangenheit (bis heute)
Untersucht man langjährige Veränderungen in den hydrologischen Prozessen einer Region oder eines Einzugsgebiets, wird normalerweise unterschieden zwischen der Detektion eines Trends durch Verfahren der statistischen Zeitreihenanalyse und der Attribution des Trends, also der Zuschreibung der Ursachen (Merz et al. 2012). Schwierig ist es, wenn mehrere Einflussgrößen als Ursache für einen beobachteten Trend infrage kommen, wie es beim Hochwasser der Fall ist. Neben dem Klima als wichtiger Einflussgröße können auch Änderungen in der Landschaft, die in den letzten 100 Jahren besonders intensiv waren, ursächlich für Trends im „Hochwassergeschehen sein – z. B. Flussbegradigungen, Versiegelung und Landschaftswandel. Zusätzlich werden Aussagen zu Veränderungen des Hochwassergeschehens dadurch erschwert, dass in der Regel nur ein Hochwassermerkmal betrachtet wird. Bei diesem Merkmal handelt es sich um den Hochwasserscheitel, der sowohl ereignisabhängig als auch infolge seiner Sensitivität gegenüber anthropogenen Einflussfaktoren sehr stark schwankt. Statistisch spricht man von einem ungünstigen Trend-Rausch-Verhältnis; dies bedingt eine hohe Unsicherheit bereits bei der Detektion eines Trends. Außerdem treten große Hochwasser oft gehäuft auf. Je nachdem, ob eine derartige Häufung am Beginn oder Ende des analysierten Zeitraums auftritt, ergibt sich ein (durchaus statistisch signifikanter) fallender oder steigender Trend. Hochwassertrendanalysen sind deshalb vorsichtig zu interpretieren (s. a. grundsätzliche Diskussion in Merz et al. 2012).“

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Weil im Einzugsgebiet der Flüsse Bäche begradigt wurden und Flussauen eingedeicht wurden. Dadurch kann das Wasser schneller in die Flüsse fließen und die wegen fehlender natürlicher Überflutungsflächen steigt der Hochwasserscheitel höher als früher. Diesem Problem kann man nur entgegen wirken, indem natürliche Gewässer renaturiert werden und den Flüssen wieder Überflutungspolder geboten werden.

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es liegt vor allem daran daß Flüsse begradigt werden und natürliche Überschwemmungsgebiete abgetrennt oder bebaut werden.  Wenn es dann man heftig regnet sucht sich das Wasser den Weg den es schon immer genommen hat. Menschen bauen in Gebieten die eigentlich dem Fuß gehören.  Alles wird zubetoniert und begradigt. Jahre in denen es viel regnete gab es schon im Mittelalter und noch früher. Heute aber sind viele natürliche Überschwemmungsgebiete abgetrennt oder bebaut. Aber der Fluß hält sich nicht an die von Menschen gezogenen Grenzen. Das Wasser nimmt einfach den Weg den es bei heftigen und langen Regen schon immer genommen hat. 

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Weil die Kondensstreifen und Wolken des Flugverkehrs mehr geworden sind. Sie haben 2 Effekte:

a) Sie behindern die Wärmeabstrahlung der Erde und

b) sie verstärken durch Reflexion die direkt einwirkende Sonnenstrahlung

Erklärung zu b): In den Zeitspannen und Räumen, in denen die Sonne - eindimensional gesehen - im blauen Feld steht, scheint sie einmal voll direkt und zusätzlich noch als Reflexion von den Kondensstreifen und hohen dünnen Wolken, was an deren diffusem, mäßigem und strahlendem Weiß erkennbar ist.

Selbst wenn sich laut a) oder a) und b) die Durchschnittstemperatur nicht erhöht, verdunstet laut b) mehr Wasser, weil das Maß an Verdunstung zur Temperaturerhöhung unverhältnismäßig ansteigt.

Das führt einerseits zu Dürren und andererseits zu massiveren Niederschlägen. 

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Wieso denkst du dass es mehr geworden sind?

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Es gibt nicht mehr Überschwemmungen als früher, sondern eher weniger, wenn man sich z.B. mal die historischen Hochwassermarken anschaut.

http://real-planet.eu/hochwasser.htm

Natürlich spielen auch die Flächenversiegelung, Flussbegradigungen oder das abschneiden von Auegebieten (Stauraum) eine Rolle, das es heute zu Hochwässern kommt. Mehr als früher sind es aber nicht. Durch die mediale Präsenz kommt es Dir vielleicht als mehr vor.

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Vielleicht weil es mehr Starkregenereignisse gibt, könnte zumindest ein Zusammenhang bestehen

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