Warum gibt es gelbe bzw rote und blaue Sterne im Himmel?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo venkundo!

Die Farbe mit der wir Sterne am Nachthimmel wahrnehmen, hängt einzig und allein von deren Temperatur ab. Diese wiederum ist Funktion des gegenwärtigen Entwicklungsstadiums, der Masse und dem Strahlungsleitvermögen in der Photosphäre (Atmosphäre) des Sterns.

Diese Unterschiede in den Farben können oft ziemlich krass ausfallen, aber eben nicht zu krass! Im Sternbild Orion ist das besonders eindrucksvoll zu erkennen. Die sehr hellen und blau bis weiß strahlenden Gürtelsterne, heben den weiter oben stehenden Schulterstern des Orions nämlich Beteigeuze beeindruckend hervor. Beteigeuze strahlt sehr orange bis rötlich, weil seine Oberflächentemperatur bei etwa 4 100 °C liegt. Verhältnismäßig wenig, anfassen würde ich den Stern der übrigens ganze 662 Sonnenradien aufweist trotzdem nicht ;)

Absolut genial sind natürlich die sogenannten Kohlenstoffsterne! Ich glaube selbst der astronomische Laie wird staunen, wenn er das erste mal einen Kohlenstoffstern im Teleskop sieht. Die Dinger sind ja sowas von rot, derartige Sterne scheinen schon übernatürlich zu sein. Die Beobachtung von O-Sternen (sehr massereiche und leuchtkräftige Sterne) ist allerdings auch wärmstens zu empfehlen. Leider trifft man sie aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften nicht besonders oft am Nachthimmel.

LG Pflanzengott! :)

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Danke für den Stern!

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Stimmt so leider nicht. Das abgestrahlte Spektrum ist bereits bei unterschiedlicher Zusammensetzung der "Atmosphäre" des Sterns unterschiedlich. Jede Substanz hat "charakteristische Kennlinien" im Spektrum, auf der sie abstrahlt. Wasserstoff gibt bei der gleichen Temperatur ein (leicht) anderes Spektrum ab, als Helium oder Argon.

Selbst WENN das gleiche Spektrum abgetrahlt würde, wäre das Spektrum, das bei einem Beobachter ankommt, zudem sowohl aufgrund klassischer (Strahlungsbrechung/-beugung in der Erdatmosphäre, ...), als auch aufgrund relativistischer (Gravitation, Doppler-Effekt, Ausdehnung des Raums, ...) physikalischer Effekte höchstwahrscheinlich schon nicht gleich.

Physiologische Gegebenheiten verzerren den subjektiven Eindruck zusätzlich. Das gleiche "Verhältnis" von Wellenlängen in einem Spektrum wird allein aufgrund unterschiedlicher Intensität bereits als unterschiedliche Farbe wahrgenommen, da das Ansprechverhalten der Rezeptoren nichtlinear ist und jeder Rezeptortyp eine andere nichtlineare Kennlinie aufweist.

Zwischen "gleiches Spektrum abstrahlen" und "gleiche Farbe empfinden" liegen somit noch viele viele Variablen. "Ein himmelweiter Unterschied", wenn man bildlich sprechen möchte. ;-)

Würdest Du den Stern "aus der Nähe betrachten", würde (bis auf die unterschiedlichen Spektrallinien der Gase) Deine Erklärung näherungsweise stimmen, aber nicht für einen entfernt sitzenden (und sich relativ zum Stern bewegenden) Beobachter.

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@NoHumanBeing

Hallo NoHumanBeing!

Das abgestrahlte Spektrum ist bereits bei unterschiedlicher Zusammensetzung der "Atmosphäre" des Sterns unterschiedlich.

Ich gebe dir in diesem Punkt auf jeden Fall recht, trotzdem hat dieser Effekt so gut wie keinen Einfluss auf die für uns sichtbare Farbe des Sterns! Der von dir angesprochene Aspekt, spiegelt sich vor allem im Spektrum der Sterne wieder.

Selbst WENN das gleiche Spektrum abgetrahlt würde, wäre das Spektrum, das bei einem Beobachter ankommt, zudem sowohl aufgrund klassischer (Strahlungsbrechung/-beugung in der Erdatmosphäre, ...), als auch aufgrund relativistischer (Gravitation, Doppler-Effekt, Ausdehnung des Raums, ...) physikalischer Effekte höchstwahrscheinlich schon nicht gleich.

Entschuldige, aber reden wir aneinander vorbei? Ich habe mich in meiner Antwort nicht auf das Spektrum eines Sterns bezogen, sondern bin darauf eingegangen welche Effekte entscheidend für die Farbwahrnehmung sind. Dieser Kommentar hat nichts mit meiner Antwort zu tun!

Würdest Du den Stern "aus der Nähe betrachten", würde (bis auf die unterschiedlichen Spektrallinien der Gase) Deine Erklärung näherungsweise stimmen, aber nicht für einen entfernt sitzenden (und sich relativ zum Stern bewegenden) Beobachter.

Wie gesagt, deine Aspekte sind relevant wenn man sich mit dem Spektrum von Sternen beschäftigen will. Für den visuellen Farbeindruck am Nachthimmel sind Rotverschiebung, sonstige Bewegungen oder die Ausdehnung des Raums überhaupt nicht nennenswert.

LG!

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@pflanzengott

Ok, dann betrachtest Du den Stern als schwarzen Körper und je höher dessen Temperatur, desto weiter wandert das Maximum der abgegebenen Strahlung in Richtung kürzerer Wellenlängen.

Relativistische Effekte sind in der Tat kaum relevant, da die Sterne, die mit bloßem Auge sichtbar sind, unserem Sonnensystem natürlich verhältnismäßig nah sind, sich insbesondere innerhalb der selben Galaxie befinden und die Relativgeschwindigkeiten zu unserem Sonnensystem verhältnismäßig gering sind.

Vor allem andere Galaxien bewegen sich natürlich verhältnismäßig schnell relativ zu unserer und dort werden dann relativistische Effekte bedeutsam. Die nächste dürfte die Andromedagalaxie sein. Da wird es schon eher nichts mehr mit Sichtbarkeit für das bloße Auge.

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Auf die "Farbe" eines Himmelskörpers haben zahlreiche Effekte Einfluss.

  1. Das abgestrahlte Spektrum der Sterne ist durch ihre Temperatur und Zusammensetzung der Gase tatsächlich unterschiedlich.

  2. Manche Sterne bewegen sich relativ auf uns zu und andere entfernen sich relativ von uns. Durch den Doppler-Effekt wird dann das Spektrum in Richtung längerer (Rot) oder kürzerer (Blau) Wellen verschoben.

  3. Zusätzlich zum Doppler-Effekt gibt es auch noch relativistische Effekte (Ausdehnung des Raumes zwischen Lichtquelle und Beobachter, während das Licht den Raum durchläuft --> Wellenlänge des Lichtes wird "mitgedehnt" --> je mehr Raum durchlaufen wurde, desto stärker wurde die Welle "gedehnt").

  4. Die verschiedenen Rezeptoren auf der Netzhaut verfügen über unterschiedliche Empfindlichkeiten. Daher werden unterschiedliche Intensitäten teilweise bereits als unterschiedliche Farben wahrgenommen.

  5. Die optischen Eigenschaften der Erdatmosphäre sind abhängig von der Wellenlänge.

... und vermutlich ein Haufen weiterer Effekte, die ich hier vergessen habe. ;-)

Wäre sicher sehr schön..in einer sommernacht..und verschiedene Farben an Sternen am Himmel.

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