Warum gibt es für Mord nur 15 Jahre Haft?

7 Antworten

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  1. Die Strafe für Mord sind nicht 15 Jahre sondern lebenslänglich.
  2. Frühestens nach 15 Jahren kann ein Antrag auf Entlassung und der Umwandlung in eine Bewährungsstrafe gestellt werden.
  3. Die weitaus meisten Mörder sitzen deutlich länger als 15 Jahre in Haft.
  4. Stellt das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest ist eine Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Ja, sie sitzen im Schnitt 22 Jahre, aber nicht bis zu ihrem Tod. Das ist ja das Problem hier. Die meisten denken, dass lebenslängliche Haft tatsächlich bis zum Ende des Lebens ist, und das stimmt einfach nicht.

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@Yentl51

Ja und? Wo ist die frage? Man kann in Deutschland auch bis zum Tode oder zumindest nahe davor im Knast bleiben.

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@Reiswaffel87

Eben nicht. Nur wenn die Gefahr besteht, dass man sich draußen nichtmehr zurecht findet und auf eigenen Wunsch, oder die Haft erst als nicht mehr junger Mensch angetreten hat.

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@Yentl51

Wenn bei jemandem die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird und bei den Haftprüfungen bzw. Bewährungsanträgen eine andauernde Gefahr für die Allgemeinheit angenommen wird wird man nicht entlassen. Tatsache.

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@Reiswaffel87

Lies doch bitte mal die hier am Ende dieser Antworten eingestellten Wikipedia-Auszüge und auch den Link zum Pommerenke-Fall, bevor ich mich hier ständig wiederhole und gegen Beton angehe. Das sind die Tatsachen !!!

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@Yentl51

Keine Ahnung was du willst. Es besteht grundsätzlich selbstverständlich die Chance bis zu seinem Tode im Gefängnis zu bleiben. Egal ob du das leugnest oder nicht. Ende. Dass das die Ausnahme ist - was richtig ist und da stimme ich dir zu - hat mit der möglichen Ausgestaltung der Freiheitsstrafe nichts zu tun.

Und jetzt hör bitte auf jemandem, der das Thema studiert hat, ans Bein pinkeln zu wollen.

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Wahrscheinlich ist der Hintergrund, dass sich die Mörder verändern. Wenn die Tat mit Absicht geplant wurde, dann auf alle Fälle Lebenslänglich. Bei einem Unfall, keine Frage. Wenn es nicht gewollt war, dann Freispruch. Das Problem ist, dass man oftmals gar nicht genau einschätzen kann, ob es ein versehen war oder ob es Absicht war. Vielleicht ist das der Haken.

Bei einem Unfall gibt es doch kein lebenslänglich für Mord ! Mord ist immer geplant, sonst war es Totschlag oder Verletzung mit Todesfolge. Wenn es nicht gewollt war, dann Freispruch ? Ich glaub, ich spinne !

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@Yentl51

Der einzige Unterschied zwischen Mord und Totschlag ist, das beim Mord mind. ein Mordmerkmal verwirklicht sein muss.
Einige Mordmerkmale wären z. b. Habgier, Mordlust, Heimtücke u. a.
Vorsätzlich ist beides.

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@75justice75

Mord ist vorsätzlich, Totschlag gibt es auch im Affekt. Totschlag ist nicht grundstäzlich geplant, also auch nicht vorsätzlich.

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@Yentl51

Definition Mord:
Mörder ist wer einen Menschen vorsätzlich tötet und dabei mind. ein Mordmerkmal verwirklicht.

Definition Totschlag:
Totschläger ist wer einen Menschen vorsätzlich tötet, ohne dabei ein Mordmerkmal zu verwirklichen

Beide Delikte können nur Vorsätzlich begangen werden, ansonsten ggf. Fahrlässige Tötung.

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@75justice75

So weit ich weiß, gibt es hier einen Unterschied in der "Planungszeit". Bei Totschlag entsteht der Plan unmittelbar vor der Tat, bei Mord länger vorher. Wenn jemand bis aufs Blut provoziert wird, kommt weder fahrlässige Tötung noch vorsätzlicher Mord in Frage, dann handelt es sich um Totschlag im Affekt, richtig ?

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@Yentl51

Nicht ganz, die Planungszeit spielt keine Rolle.
Bei beiden Tötungsdelikte können nur vorsätzlich begangen werden, auch wenn oft von juristischen Laien behauptet wird, das der Totschlag nicht vorsätzlich geschieht.

Was du als "Totschlag im Affekt" bezeichnest, nennt man im Strafrecht "Minder schwerer Fall des Totschlags".
Ich hab dir diesen mal aus dem StGB kopiert:

§ 213
Minder schwerer Fall des Totschlags.
War der Totschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem getöteten Menschen zum Zorn gereizt und hierdurch auf der Stelle zur Tat hingerissen worden oder liegt sonst ein minder schwerer Fall vor, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren. .

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Weil es auch die Möglichkeit der Resozialisierung gibt. Weil nicht jeder Mord gleich ist und und und.... ein Urteil sollte man nicht für die Ewigkeit sprechen können. Außerdem gibt es noch andere Möglichkeiten, die eine Freilassung ausschließen. Menschen können sich auch ändern - willst Du die auch alle bis zum St. Nimmerleinstag wegschließen ?

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