Warum gibt es eine Elo Inflation beim Schach?

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7 Antworten

die erste Elozahl eines Spielers ist häufig das Ergebnis eines Ausreissers.wenn er 10 Turniere unterhalb der Elogrenze spielt werden diese nicht gewertet.Dann spielt er ein Turnier ungewöhnlich gut und erhält seine erste Elo,die aber höher ist als es seiner tatsächlichen Spielstärke entspricht.Seine Gegner in diesem Turnier verlieren keine Elo,weil sie gegen einen Elolosen Spieler gespielt haben.

Die ELO-Inflation wird allgemein behauptet und gilt als belegt durch die steigende Zahl von Großmeister und Supergroßmeister (über 2700). Doch schaut man sich die Vorgaben aus den 50-er Jahren an, so galt damals:

2800 Weltmeister, Weltmeisterkandidaten;
2600 Starke Großmeister;
2400 Internationale Meister;
2200 Regionale Meister, Meister-Anwärter (2300 FIDE-Meister);
2000 Starke Vereinsspieler (Amateure, Klasse A, Obergrenze);
1800 Gute Vereinsspieler (Amateure, Klasse B, Obergrenze);
1600 Mittelmäßige Vereinsspieler (Amateure, Klasse C, Obergrenze);
1400 Schwache Vereinsspieler (Amateure, Klasse D, Obergrenze);
1200 Schwelle zum Vereinsspieler;

Ursprünglich wurde ELO jedoch nur oberhalb von 2200 ausgewertet aber mittlerweile bis 1200. Die Einschätzung der Spielerstärke nach obiger Vorgabe ist aber gleichgeblieben. Es gibt auch keine Spieler mit beispielsweise ELO 3000. Man kann also sagen, dass es gar keine ELO-Inflation gibt, sondern lediglich eine größere Anzahl von Spielern auf Großmeisterniveau und auf Super-Großmeisterniveau. Übrigens ist im Niveau unterhalb ca. 2000 eine ELO-Deflation eingetreten. Dies liegt daran, dass die Untergrenze für ELO-Auswertungen immer weiter abgesenkt wurde (von 2200 auf 2000, auf 1800, 1600, 1400 und jetzt 1200).

Tigrillo 03.11.2012, 08:09

"Übrigens ist im Niveau unterhalb ca. 2000 eine ELO-Deflation eingetreten. Dies liegt daran, dass die Untergrenze für ELO-Auswertungen immer weiter abgesenkt wurde "

Widersprüchlich und falsch. Wie kann es eine Aenderung gegeben haben im unteren Bereich, wenn der doch gar nicht gemessen worden war?

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wolfgang1956 03.11.2012, 10:16

Das ist viel Blabla aber keine Begründung!!!!!

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Tigrillo 03.11.2012, 21:28
@wolfgang1956

Nur nicht übertreiben! Das ist schon mehr als Blabla. Wenigstens hat er sich Mühe gemacht, das ist weit mehr als die Mehrheit beiträgt. Es besteht noch gute Hoffnung auf Besserung.

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Loris64 03.11.2012, 20:26

ich sehe das wie Wolfgang, viel Blabla, kaum Inhalt

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TheFC 01.12.2015, 17:39

2800 gab es damals noch gar nicht. (höchstens historisch)

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Das lässt sich einfach begründen.

Die Elozahlen sind Wertungszahlen, welche die Schachspieler sich durch die Teilnahme und ihre Ergebnisse bei Turnieren erspielen. Bei einem Turnier nehmen Spieler teil, die bereits Elozahlen besitzen können und solche, die keine Elozahl besitzen. Aber die Spieler, die keine Elozahl besitzen, sind das Problem. Wenn bei einem Open-Turnier 200 Spieler teilnehmen, können z.B. 180 Teilnehmer eine Elozahl besitzen und die restlichen Teilnehmer haben keine Elozahl. Für die Elo-Besitzer ergibt sich ein tatsächlich ein „Nullsummenspiel“, d.h. wenn nur die Elobesitzer gegeneinander spielen, verschieben sich deren Elozahlen, aber in der Summe bleiben die Wertungen gleich!

Die „wertlosen“ Spieler müssen natürlich ebenfalls eingeordnet werden. Man sieht deren Gegnerschnitt, ordnet ihnen eine „Hausnummer“ zu und berechnet dann deren Elozahl mit deren Ergebnissen. 20 Elo-Einsteiger * 1500 Elopunkte (durchschnittlicher Annahmewert) sind 30.000 zusätzliche Elopunkte für den Elopool des Beispielturniers. Irgendwo machen sich diese Zusatzpunkte dann schon bemerkbar!! Es kommt wegen dieser neuen Punkte zur „Elo-Inflation“. Schließlich muß ja auch die Spielstärke der neuen Spieler bewertet werden …

Sinngemäß kommt es auch bei der deutschen Wertungszahl oder anderen nationalen Wertungszahlen zur Inflation …

Sie sollen mir die Inflation erklären:

http://chessmetrics.com/cm/CM2/Summary.asp?Params=

Ausserdem habe ich letzthin im Schachklub gehört, die durchschnittliche Spielstärke im Amateurbereich sei in den Jahrzehnten gestiegen, weil die Spieler besser ausgebildet seien (auch Internet) und die soziale Klasse sich von Arbeitern zu mittlere Oberschicht verschoben habe. Tatsächlich, in meinem Klub sind alle Alten 'ungebildet' und die jungen Anwalt, Physiker, Ingenieur, Forscher, Politiker.

wolfgang1956 03.11.2012, 10:18

Die Spielstärke hat nichts mit persönlicher Bildung zu tun. Dann müßte jeder Professor ein Großmeister sein und jeder Maurer nur ein C-Klasse-Spieler!

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Tigrillo 03.11.2012, 21:30
@wolfgang1956

"Dann müßte jeder Professor ein Großmeister sein und jeder Maurer nur ein C-Klasse-Spieler!"

Falsche Folgerung. Die Spielstärken sind immer statistisch zu betrachten, deshalb können keine Einzelwertungen gemachte werden. Im übrigen besteht eine deutlich positive Korrelation zwischen IQ und ELO. Muss auch sein, denn es handelt sich immer um kognitive Fähigkeiten.

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Na wenn immer neue Spieler in die Wertung stoßen, ihre Punkte verlieren und sie nicht mehr zurückgewinnen/aufhören/rausfallen sammeln die Spitzen immer weiter Punkte an. Die größte Elozahl steigt dadurch stetig an und ein einzelner Elopunkt ist immer weniger Wert. Inflation.

Weil das Verfahren mathematische Haken hat. Besser sind neuere Verfahren wie z.B. "True Skill".

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