Warum gibt es eigentlich so viele schlechte Lehrer an unseren Schulen?

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9 Antworten

Zwei Leitsätze aus der Erwachsenenbildung erklären schon mal einen großen Teil deiner Frage. 1.Den sie wissen nicht, was sie tun. 2.Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden. Bildung ist nicht im gleichen Maße weiterentwickelt worden, wie die Leistungsfähigkeit der Schüler. Wir haben alle (auch Schüler) durch Medien einen anderen Blickwinkel erhalten und andere Strategien entwickelt, um uns Dinge zu erklären und zu verstehen. Medien bringen einen schnelleren Informationsfluß, den es zu verarbeiten gilt (ich meine damit nicht die Ballerspiele am PC). Kinder können (wenn sie geleitet werden) diesen Informationsfluß regulieren und ausfiltern. Hier kommt nun der Handlungsansatz des Lehrers, der in der Lage sein muß Methodenkompetenz zu vermitteln, aber leider wissen viele nicht, was das ist. Mein Kind geht in eine ganz kleine Grundschule (max.12 Kinder pro Klasse, klasse 1-4), auch dort zeigt sich diese Problematik, es scheint also egal zu sein, wie groß die Klasse ist. Selbst in diesen kleinen Klassenverbänden herrscht noch die Unterrichtsmethode-Frontalunterricht- vor. Also an Klassenstärke liegt es scheinbar nicht. Lehrer haben es scheinbar nicht gelernt Stärken und Schwächen von Kindern zu erkennen. So haben die Lehrer in der ersten Klasse bei meiner Tochter ein halbes Jahr gebraucht, bis sie merkten, dass sie schon lesen kann. Jetzt ist meine Tochter in der dritten Klasse und langweilt sich, wundert sich aber z.B. auch warum Lupengläser ungenutzt im Schrank stehen (also Ausstattung ist auch da). Es liegt einfach an der Ausbildung der Lehrer, aber da muß der Lehrer sich auch selber drum kümmern und sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. MFG Bernd

Ich bin Schulsozialarbeiter und ich glaube, es gibt nur verschwindend wenige "schlechte" Lehrer, aber eine unglaublich grosse Zahl von unmotivierten Lehrkräften. In Gesprächen wird immer wieder eine Begründung genannt: Die Lehrkräfte fühlen sich von Politik und Verwaltung im Stich gelassen. Sie sollen immer mehr Aufgaben erfüllen und immer mehr Verantwortung übernehmen, ohne das die materiellen und strukturellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Kaum eine Lehrkraft macht Schülerinnen und Schüler für die teilweise unhaltbaren Zustände verantwortlich, was ich als positiv empfinde. Bei unserem Schulsystem liegt ein solch unglaubliches Potential brach, dass es nicht mehr zu verantworten ist. Wer sich dafür interessiert, wie engagiert Lehrkräfte unter den entsprechenden Bedingungen sein können, dem empfehle ich das Buch "Schule kann gelingen! von Enja Riegel aus dem Fischer-Verlag, ISBN 3-596-16168-1" sowie die Filme von Reinhard Kahl, z.b. "Treibhäuser der Zukunft - Wie Schule gelingt". Liebe Grüße von Palun1

begleite mal einen lehrer einen tag lang oder besser eine woche. dann verstehst du es und dann sind dir auch andere vorurteile klar, wie die langen ferien und die freien nachmittage, die beide im normalfall nicht existieren. das system hinkt enorm, was in Kürze zu einem akuten lehrermangel führen wird. Der markt wirds dann hoffentlich richten und die arbeitsbedingungen von lehrern und hoffentlich auch die miserable führungsqualität vieler rektoren verbessern.

Weil ein Lehrer immer mehr Pflichten und Aufgaben bekommt und immer weniger Rechte hat. Es gibt keine Mittel, um sinnvoll pädagogisch zu strafen, wiel ein Lehrer IMMER schuld sein soll, wenn ein Kind nicht 'funktioniert', d.h. schlecht lernt oder auffällig wird. Lehrer und Erzieher sollen das nachholen, was im Elternhaus versäumt wird und wenn sie dann einmal wirklich erzieherisch tätig werden, ist es den Eltern auch nicht recht! Ich finde es traurig, dass es immer und überall heisst, Lehrer und Erzieher müssen 'besser' werden - weder Medien noch Politik lassen sich dazu nieder, in gleicher Manier einmal das naheliegendste zu fordern: "Eltern, Ihr seid für die Erziehung Eurer Kinder verantwortlich - Lehrer und Erzieher sollen Euch dabei nur helfen!"

In dieser Frage steckt eine unbewiesene Behauptung! In jedem Beruf gibt es Leute unterschiedlicher "Qualität"; dass es unter Lehrpersonen signifikant größere Mengen von "schlechten" gibt, wäre nachzuweisen. Ich behaupte: Die Lehrer(innen)sind qualifiziert und tun ihre Arbeit sehr gut!

Die Aussage, dass es viele schlechte Lehrer gibt, ist eine Hypothese, deren Beweiskraft nur durch entsprechende Kontrollmechanismen erhärtet werden könnte. Es gibt sicher viel unmotivierte Lehrer und das liegt an den unmotivierten Schülern, für die das Elternhaus zuständig ist. Nun ist es so, dass jede Generation die Jugend hat, die sie verdient.

Gute Antwort DH

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Das Lehrer unmotiviert sind, wundert mich nicht weiter. Wem macht das unterrichten schon spaß, wenn Schüler heute machen was sie wollen, nur weil sie von Haus aus den Respekt vor Anderen nicht mehr gelernt haben. Jeder, der Lehrer wurde, hatte mal die Vorstellung, jungen Menschen etwas beizubringen, und sie auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten. Das geht aber nur, wenn die Schüler auch mitmachen. Schlechter sind die Lehrer nicht unbedingt.(Ausnahmen bestätigen heute wie früher die Regel) Es ist nur schwieriger geworden, Kinder heute ohne moderne Medien zu motivieren. Dafür sind aber oft keine Gelder da. Dazu kommt, dass ja viele Jugendliche keine Zukunft mehr für sich sehen, egal wie gut oder schlecht die Noten sind. Dadurch geben sie sich früh auf und später wird es auf die Lehrer geschoben. Ich denke, wir brauchen ein anderes Schulsystem, mit kleineren Klassen, wo man den Unterricht besser unter Kontrolle hat und jeder Schüler eine Chance bekommt.

Was heißt für dich "Schlechter Lehrer"?

weil der Lehrrad keine guten Lehrer findet.

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