Warum gibt es eigentlich den Geburtsschmerz?

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9 Antworten

Der Mensch hat seine besondere Gehirnentwicklung zu seinem speziellen Erfolgsprinzip in der Evolution

gemacht. Sein relativ schwerer Kopf mit dem großen Gehirn muss mit dem feinen Hals auf einer aufrechten Wirbelsäule getragen werden. Der aufrechte Gang ist die Voraussetzung zur Freisetzung der Hände, ohne die

die Intelligenzentwicklung und die kulturelle Evolution so nicht stattgefunden hätte.

Der aufrechte Gang wiederrum erfordert die besondere Beckenform, wobei die Durchtrittsöffnung für den Babykopf im Becken klein genug sein muss, damit die Eingeweide von den Beckenschaufeln gehalten werden können. Wenn die Größe der Beckenöffnung nicht ausreicht, um ein Baby

durchkommen zu lassen, stirbt es unter der Geburt und die Erbanlage wird nicht weitergegeben. (Heute macht man einen Kaiserschnitt.)

Überleben Mutter und Kind die Geburt, geben sie die Gene für die knappe Beckenkonstruktion an ihre Töchter weiter. Da die Geburtsöffnung wegen des aufrechten Ganges unten ist und nicht hinten wie bei den anderen Säugetierweibchen, muss der Gebärmutterhals nicht nur eng sondern auch fest und kräftig sein, um das Baby bis zur Geburtsreife im Bauch zu halten. So muss in der Eröffnungsphase der Geburt ein großer Gegensatz überwunden werden: Der enge und feste Gebärmutterhals und Muttermund müssen sich auf eine ungewöhnliche Weite ausdehen. Es ist ein Wunder, dass das überhaupt geht und dass sich das danach alles wieder auf seine ursprünglichen Maße zusammen zieht.

Die Menschenfrauen müssen sich einfach klar machen, dass dabei nichts kaputt gehen kann, auch wenn es

sich ziemlich unnormal anfühlt.

Gute und ausführliche Antwort, wie immer! Aber: "Die Menschenfrauen müssen sich einfach klarmachen...". Erzähl das mal der werdenden Mutter während des Geburtsvorgangs:-)

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@frank1968

Im Geburtsvorbereitungskurs werden Übungen gemacht, wie man sich am entspanntesten dem Geschehen überlassen kann. Es ist wichtig, keine Angst zu haben. Durch das andere muss man eben durch. Wenn man keine Angst wegen der Schmerzen hat, kann man viel besser damit umgehen. Man wird dafür ja auch reich belohnt.

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ja, die geburtsschmerzen sind die folge des aufrechten ganges...allerdings ist der satz: menschen frauen muessen...ist etwas bloede...es tut halt weh!

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@inicio

Mal abgesehen von allem anderen: Die Geburtsschmerzen sind ganz sicher keine Folge des aufrechten Ganges!

Soweit ich das sehe, sind meine Schafe noch nie im Leben aufrecht gegangen, und trotzdem haben sie Schmerzen bei der Geburt, und nicht zu wenig - das selbe gilt zB für Rinder (die auch sehr selten aufrecht gehen) und Pferde.

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@pecudis

Selbst bei Milchvieh, dessen Becken "extrabreit" gezüchtet worden ist (weil dann ein extrabreites Euter dranhängen kann) gibt es Geburtsschmerz!

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Wie meinst du denn ".., dass dabei nichts kaputt gehen kann"? - und vorher schreibst du: Überleben Mutter und Kind die Geburt..."

Da gibt es doch mindestens einen Widerspruch!

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evaness, sehr gute Antwort! DH

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Die Natur richtet gar nichts ein. Entweder eine Sache funktioniert, dann überlebt die Tierart, oder es funktioniert nicht, dann überlebt sie halt nicht.

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Der Mensch ist ja die einzige Spezies, die bewusst darüber nachdenken kann, dass es (in Falle der Menschen 9 Monate) nach dem "erfolgreichen" Geschlechtsakt zu einem Ereignis kommt, dass ziemlich schmerzhaft sein wird. Alle anderen Tierarten handeln nur nach Trieb und Instinkt. Wobei auch beim Menschen ein Sexualtrieb vorhanden ist. Wäre das nicht so, dann gäbe es keine ungewollten Schwangerschaften, weil man, wie man landläufig sagt, so von der Lust überwältigt wurde, dass man nicht an Verhütung gedacht hat.

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Des weiteren wird der "Nachteil" der Schmerzen (an die wie oben ausgeführt kein Tier bei der Zeugung nachdenkt) dadurch ausgeglichen, dass es bei Säugetieren nicht dazu kommen kann, dass der Nachwuchs gefressen wird, weil ein Ei nicht beaufsichtigt wurde. Ein Kind, dass im Leib heranwächst ist nie unbeaufsichtigt.

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Dazu kommt, das die Öffnung, aus der das Kind dann kommt eng sein muß, denn ansonsten könnten zum einen zu leicht Keime eindringen, die das Kind töten könnten und zum anderen könnte der Fötus ansonsten einfach herausrutschen, bevor er so weit gewachsen ist, dass er geboren werden kann ohne zu sterben.

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...aber wie gesagt ist das keine Frage, ob das dem einzelnen Lebewesen genehm ist, sondern ob es auf die Gesammtheit einer Spezies zu einer Überlebensrate des Nachwuchses führt, die ein fortbestehen der Spezies gewährleistet. Tut es das nicht stirbt diese Art halt aus.

Aus einem Artikel des Spiegel Wissenschaft:

...Doch während viele Mediziner Schmerzen und Ängste (beim Geburtsvorgang)

als unerwünschte Probleme sehen und mit Medikamenten abstellen wollen, hält Anthropologin Trevathan, die auch ausgebildete Hebamme ist, diese Gefühle für ein wichtiges Erbe der Evolution: "Schmerz und Angst waren früher womöglich vorteilhaft, weil die Frauen deswegen die Unterstützung anderer gesucht haben." Umso wichtiger sei es deshalb, Frauen im Kreißsaal zu umsorgen und emotional zu unterstützen....

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,620134,00.html

Die Geburt ist auch ein Selektionsfaktor. Je nach Tierart gebären die Tiere mit einer sehr hohen Vermehrungsrate (zB Schweine, Kaninchen, Mäuse, Ratten) eher sehr leicht; sie müssen viele Nachkommen produzieren, damit das natürliche Gleichgewicht zwischen Fressen und gefressen werden erhalten bleibt.

Tiere, die nur einzelne / wenige Nachkommen zur Welt bringen sind überwiegend Raubtiere oder solche, die erhebliche Mengen an Lebensraum benötigen (große Pflanzenfresser wie Rind, Elefant etc) . Deren Junge werden sozusagen "pro Geburtsakt seltener gefressen" - es muß also mehr Parasiten, oder eben auch Schwergeburten geben, um ihre Zahl zu begrenzen.

Außerdem begrenzt die Geburt die Mutationen in Richtung "zu groß werden" (Menschen zB werden - unter anderem - auch deshalb immer größer, weil diejenigen Kinder überleben, die heute per Kaiserschnitt geholt werden, in der Natur aber bei der Geburt gestorben wären).

Ich habe den Eindruck, in der Hauptsache haben Frauen in der zivilisierten Gesellschaft Probleme damit. Die sind ängstlicher, unsicherer, verspannter usw. als die Frauen in gesünderen Kulturen. Letztere haben übrigens auch - wie ich kürzlich las - viel weniger Probleme mit den "Wechseljahren".

Siehe meinen TIPP "Kollektive Zivilisations-Neurose / Krankheit der Gesellschaft".

Ich halte es für einen Irrtum, dass Frauen in "unzivilisierten" Kulturen ihre Kinder quasi mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen zur Welt bringen.

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@Benjamin

Stimmt auch nicht, de Müttersterblichkeit ist immer noch eins der größren Probleme gerade bei den "Naturvölkern" und in den EL - und das liegt nicht an der "fehlenden Entspannung" oder "mangelnden Geburtsvorbereitung", das ist schlichte Biologie / natürliche Selektion. Und definitiv nicht schmerzfrei!!

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@pecudis

@ pecudis:

Wen meinst du?

Von "Sterblichkeit" war nicht die Rede, sondern von der subjektiven Wahrnehmung von "Geburtsschmerz".

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@Benjamin

@ Benjamin:

Wieder voll daneben!

Denn das hatte hier niemand geschrieben!

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Der Muttermund bei Frauen kann sich zwar enorm dehnen, aber dennoch ist es nicht gerade die größte Öffnung... logisch tut das dann weh

Man sagt, dass hierdurch die Bindung zwischen Mutter und Kind größer wird. Ob was dran ist, entzieht sich meiner Kenntnis ...

Ist bei Tieren genau umgekehrt: nach einer langen , problematischen oder einer Schwergeburt ist das Risiko größer, daß die Mutter das Jungtier nicht annimmt.

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Wie kommst du drauf, daß sich die Geburtsschmerzen mit der Bibel erklären lassen?

Gibt es nicht die biblische Aussage "unter Schmerzen sollst Du gebähren"? Ich meine, mich vage daran zu erinnern.

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Weil Babys einen dicken Kopf haben.

immerhin mal eine praktische Antwort grins

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