Warum gibt es den Gender Pay Gap?

7 Antworten

Nein. 
- Frauen wählen mehr als Männer bestimmte Branchen, wie z. B. die pflegenden Berufe, in denen das Lohnniveau allgemein, also für Männer und Frauen, geringer ist. Sogar im Schuldienst sieht man: Die meisten Lehrerinnen werden Grundschullehrerinnen, Männer fast nie. Beim Gymnasiallehrer ist das Verhältnis ausgewogen. Also verdienen weibliche Lehrer insgesamt weniger, obwohl keine einzige Frau benachteiligt wird. 

- Bestimmte Branchen mit hohen Einkommen meiden Frauen bei der Berufswahl, z. B. das Investmentbanking. Frauen können einem Beruf im Schnitt weniger abgewinnen als Männer, wenn der ganze Beruf stark auf Ego, Kampf und Geld ausgerichtet ist und wenn Teilzeit (für Kinder!) nicht möglich ist wie beim Investmentbanking. Viele Frauen lächeln über die Jungs mit den Eurozeichen in den Augen. Sie setzen für sich andere Prioritäten. 

- Frauen pausieren wegen der Kinder viel öfter als Männer. Also entgehen ihnen Beförderungen etc.

Die völlige Gehaltsgleichheit hieße, entweder alle Berufe vom Altenpfleger bis zum Banker gleich zu bezahlen oder aus Frauen Männer machen zu wollen. 

Das ist natürlich Quatsch. Der Interschied wird nicht branchenübergreifend, sondern natürlich im jeweiligen Beruf und bei derselben Tätigkeit gemessen. Also bei zwei Kollegen, die sich gegenüber sitzen und dieselbe Tätigkeit ausüben.

Und das Argument der Schwangerschaft ist natürlich auch Unsinn, weil es ja wohl kaum sein kann, dass man eine Frau schlechter bezahlt, nur weil sie schwanger werden kann. Zumal die Elternzeit Männern genauso zusteht, wie Frauen.

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@archibaldesel

Nein. Gerade bei diesen hohen Prozentzahlen >20, wie sie auch die SPD im Wahlkampf verwendet hat, wird noch nicht einmal berücksichtigt, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und einfach nur für weniger geleistete Arbeitszeit weniger Lohn bekommen.

Wenn man solche Effekte herausrechnet, löst sich der Gender Pay Gap fast vollständig in Luft auf.

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Frauen wählen mehr als Männer bestimmte Branchen, wie z. B. die pflegenden Berufe, in denen das Lohnniveau allgemein, also für Männer und Frauen, geringer ist.

Ja. Und nun? Was hat das mit dem GENDER Pay Gap, also der Lohn-Lücke zwischen Mann und Frau, zu tun?

Sogar im Schuldienst sieht man: Die meisten Lehrerinnen werden Grundschullehrerinnen, Männer fast nie. Beim Gymnasiallehrer ist das Verhältnis ausgewogen. Also verdienen weibliche Lehrer insgesamt weniger, obwohl keine einzige Frau benachteiligt wird.

Blödsinn. Der Pay Gap wird gruppenspezifisch ermittelt. Es wird also Grundschullehrer mit Grundschullehrer verglichen. Nicht Lehrer mit Grundschullehrer.

Bestimmte Branchen mit hohen Einkommen meiden Frauen bei der Berufswahl, z. B. das Investmentbanking.

Ja. Und nun? Was hat das mit dem GENDER PAY Gap zu tun? Beim GENDER PAY Gap geht es um geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bezahlung; nicht um geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Jobwahl.

Frauen pausieren wegen der Kinder viel öfter als Männer. Also entgehen ihnen Beförderungen etc.

Chauvinismus als Entschuldigung? Abgesehen vom Austragen des Kindes und den damit verbundenen Schutz- und Ausfallzeiten gibt es keinen Grund, warum nicht auch Männer ihre Brut pflegen können.

Berücksichtigt man hier überdies, dass pro Frau lediglich 1,47 Kinder geboren werden, liegt die Ausfallzeit der Frau also bei durchschnittlich 20 Wochen ... pro 45 Jahre; durchschnittlich also 2 Tage pro Jahr.

Das ist ein Grund, bei Beförderungen ausgelassen zu werden?

Die völlige Gehaltsgleichheit hieße, entweder alle Berufe vom Altenpfleger bis zum Banker gleich zu bezahlen ...

Unfug. Das hieße lediglich, dass alle Altenpfleger in der gleichen Firma und mit dem gleichen Job das gleiche Geld bekommen; ganz egal, ob sie männlich oder weiblich sind. Und das hieße auch, dass alle Banker in der gleichen Firma und mit dem gleichen Job das gleiche Geld bekommen; ganz egal, ob sie männlich oder weiblich sind.

... oder aus Frauen Männer machen zu wollen. 

"Gleichberechtigung" ist für dich also dann, wenn alle so sind, wie du, hutten52? Wie wäre es, wenn man erst mal einfach nur das gleiche Geld für die gleiche Arbeit bezahlt und nicht irgendwelche Schein-Argumente als Ausrede benutzt?

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@Unsinkable2

Das ist so nicht richtig, siehe dazu auch den Wikipedia Artikel über den Gander Pay Gap.

Es gibt zwei Arten der Berechnung zum einen den bereinigten Gander Pay Gap zum anderen den un-bereinigten. 

Der Bereinigte liegt bei etwa 2% bis 7%. Dieser wird wirklich in der gleichen Branche, bei der gleichen Tätigkeit ermittelt. Jedoch spielen auch hier diskriminierende Faktoren eine Rolle.

Der un-bereinigte Wert liegt bei c.a. 20%. Dieser wird über alle Branchen ermittelt und beinhaltet sowohl die Ungleiche Verteilung besonders bei sozialen Berufen, den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen als auch höherer Teilzeit und weitere Faktoren.

Beide Faktoren beruhen auf diskriminierende Strukturen, haben jedoch unterschiedliche Gründe.

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@Unsinkable2


Chauvinismus als Entschuldigung? Abgesehen vom Austragen des Kindes und den damit verbundenen Schutz- und Ausfallzeiten gibt es keinen Grund, warum nicht auch Männer ihre Brut pflegen können.

Wohl wahr, aber genauso wahr: Nur weil ich faktisch ein geringeres Unfallrisiko habe als statistisch angenommen, ist das meiner Unfallversicherung dennoch egal und die lässt mich schön die FahrerInnen mit mehr Risiko quersubventionieren. :/

Wie wäre es, wenn man erst mal einfach nur das gleiche Geld für die gleiche Arbeit bezahlt und nicht irgendwelche Schein-Argumente als Ausrede benutzt?

Finde ich gut, habe aber irgendwie das Gefühl, dass du bei der Deklarierung "gleicher Arbeit" sehr freimütig sein würdest. Um es mal im Informatikerjargon zu sagen: "Java und JavaScript? Ist doch quasi das gleiche, lasst sie uns gleich bezahlen!" :P

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Wie kommst du auf 6%? Es sind im Schnitt wohl eher 24%.
Männer sind was Arbeit betrifft viel selbstbewusster ja - sie fragen eher um Gehaltserhöhung und bekommen sie auch eher. Bei Frauen steht immer dieses "Damoklesschwert" KÖNNTE JA KINDER BEKOMMEN im Raum und das veranlasst viele Arbeitgeber dazu Frauen als weniger wertvoll anzusehen weil KÖNNTE ja sein. Ausbildung hin oder her - mit selber Ausbildung und gleichem Wissen, ist man als Frau am Arbeitsmarkt - sofern man keinen absoluten Lückenjob hat - weniger wert.
Die gesetzliche Regelung ist zwar schön - aber wo kein Kläger da kein Richter und wer weiß schon, was der im Nachbarbüro verdient und wer kann schon nachweisen, dass der eine Job GENAU dasselbe ist wie der Andere. Jobs die exakt dasselbe Wissen/Können/Engagement verlangen sind üblicherweise eher die am Fließband und das wird so oder so immer zu schlecht bezahlt. Also auch wenn du klagen würdest - wer weiß schon was dem Arbeitgeber einfällt diesen Mehrwert des Mannes im Nebenbüro zu erklären.
Fakt ist, dass Frauen ein wesentlich geringeres Einstiegsgehalt haben als Männer - weil sie sich vielleicht schlechter verkaufen können oder man ihnen per se weniger zugesteht. Es macht wenig Unterschied. Aber am Einstiegsgehalt wird Alles danach festgelegt und dementsprechend landet man nach ein paar Jahren auch einem wesentlich geringeren Lohn trotz regelmäßiger Lohnstufen. Dann vllt doch Kinder und Karenz und danach darf man oft wieder von vorne anfangen.
Nichtsdestotrotz ist die Wirtschaft wohl selbst schuld an den aktuellen angeblichen Nachwuchsschwierigkeiten. Wenn keine Kinder zur Welt kommen und sich fast keiner mehr eine gute Ausbildung leisten kann - gibt's eben keine gut gebildeten Fachkräfte mehr - die wenigen die es noch gibt nehmen halt die sehr gut bezahlten Job's weil sie es sich aussuchen können. Alles hängt zusammen.
Der Gender Pay Day ist übrigens nicht um den 15. Dezember sondern einige Monate vorher - also nix 6%.

Die 24% vergleichen Äpfel mit Kürbissen. Und stellen dann überrascht fest: Kürbisse sind statistisch gesehen größer. Wenn du das für einen sinnvollen Vergleich hältst, dann bitte sehr, aber ich sehe das anders. 

Und solltest du hier quasi für die Rechte der Frauen kämpfen, solltest du sowieso von den 24% abrücken, weil diese Zahl nur zum Eigentor wird. Kommt man(n) nämlich erst mal dahinter, das sie Quatsch ist, baut das nur Antipathie auf und schadet deiner Sache mehr als sie nützt.

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@fluffiknuffi2

Also 24% weniger Verdienst in Summe interessiert nicht WEIL Frauen ja so oft Frauenberufe nehmen die ohnehin schlechter bezahlt sind? Geht es darum?

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@Kitharea

Es geht um verschiedene Faktoren. Ich hatte dazu mal einen Artikel gelesen der das beschreibt, aber ich finde den leider nicht mehr. Aber die Essenz ist halt, das bei den 24% (und ähnlich hohen Werten) die Vergleichbarkeit mindestens mal fragwürdig ist. 

Z. B. wird dann einfach das durchschnittliche Jahreseinkommen von Frauen mit Männern verglichen ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit, was nichts über den Stundenlohn aussagt.

Wenn der Gender Pay Gap geschlossen werden soll, wird man wohl was revolutionäres anerkennen müssen: Mann ungleich Frau. Gleichbehandlung funktioniert nicht, die Grundidee hinter diversity management ist tatsächlich korrekt. Im Endeffekt werden Frauen immer schlechter bezahlt werden, sofern man die Besonderheit, die mit ihrem Geschlecht einhergehen, nicht berücksichtigt und irgendwie auszugleichen versucht. Keine Ahnung wie das gehen soll, aber hey, davon sind wir wohl eh noch ein paar Jahrzehnte entfernt weil vorher müsste ja die breite Masse verstehen: Mann ungleich Frau. Da diese Behauptung zu äußern aber bei nicht wenigen eine Art Moralverbrechen zu sein scheint, wird es wohl noch länger dauern, bis wir da wirklich weiter kommen.

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@fluffiknuffi2

Naja sollte es stimmen dass es bereinigt nur ein paar % sind ist das doch eine gute Sache. Wenn man bedenkt wie viele Jahre das bis jetzt gedauert hat, dass Frauen überhaupt Rechte haben in der Beziehung.
Mann ungleich Frau ist schon klar - aber trotz Allem ist es nach wie vor die Frau die nach der Geburt von Kindern eher am Existenzminimum kratzt als der Mann. Eher die Frau die danach Teilzeit arbeiten gehen MUSS weil die Betreuung zu teuer ist - und und und. Letztendlich gibt es im Moment noch nicht wirklich diese Gleichstellung "bei uns". Wenn einer auf Geld / Arbeitszeit verzichtet ist es hierzulande noch immer meistens die Frau. Dann sollte man das Thema vielleicht mal angehen als nächstes wenn das Gehalt ja jetzt scheinbar angeglichen ist.
"Bereinigt" heißt halt noch lange nicht, dass man eine Wahl hat.

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@Kitharea
Mann ungleich Frau ist schon klar - aber trotz Allem ist es nach wie vor die Frau die nach der Geburt von Kindern eher am Existenzminimum kratzt als der Mann. Eher die Frau die danach Teilzeit arbeiten gehen MUSS weil die Betreuung zu teuer ist - und und und

Ja genau, weshalb ich mich inzwischen davon habe überzeugen lassen, dass es nicht reicht, nur einfach "gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit" zu fordern. Das nützt der Frau mit vier Schwangerschaften herzlich wenig, sie wird statistisch gesehen in ihrem Leben viel weniger verdienen als ein "vergleichbarer" Mann. 

Dann sollte man das Thema vielleicht mal angehen als nächstes wenn das Gehalt ja jetzt scheinbar angeglichen ist.

Ja, genau. :)

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Meine These: Den gibt es auch gar nicht.

Liegt die gleiche Arbeitstätigkeitbeim gleichen Arbeitgeber vor, dürften solche Lücken eigentlich nicht auftreten...

Insofern sind das eher Effekte des statistischen Untersuchungsdesigns und individuell hätten betroffene Frauen heutzutage eine Menge juristische Möglichkeiten, gezielt gegen eine derartige Diskriminierung vorzugehen.

individuell hätten betroffene Frauen heutzutage eine Menge juristische Möglichkeiten, gezielt gegen eine derartige Diskriminierung vorzugehen.

Der war gut. In der Theorie mag das ja so sein, aber ich lebe in der Realität und ich denke doch, du auch. :D

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@fluffiknuffi2

In der Realität sehe ich diese Zahlungslücke nicht. Ich habe auch noch nicht erlebt, dass irgendjemand sie konkret anhand praktischer Beispiele beweisen konnte.

Wo bitteschön ist der Busfahrer, der mehr Geld als die Busfahrerin verdient?

Wo die Filialleiterin von Aldi, die geringer entlohnt wird als der Kollege in einer vergleichbaren Filiale? 

Der Polizist und seine Kollegin im Streifenwagen bekommen das gleiche Geld, wenn man Faktoren wie Alter, Dienstjahre und Familienstand außer acht lässt.

Auch du bietest mir als "Beweis" lediglich "Lachen" an...

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Warum studieren in Deutschland so wenige Frauen im MINT Bereich? MIttlerweile gibt es zahlreiche Förderprogramme und auch Diskussionen über Gender pay gap usw. Warum haben Frauen so wenig Interesse daran neue technologien zu erforschen, neues zu entdecken, unsere Umwelt besser zu verstehen, etwas nachhaltig zu verändern?

Frauen sind mittlerweile bei den Bachelorstudenten in der Mehrheit, dennoch bei den MINT Fächern deutlich in der Minderheit. Sind diese Fächer zu schwer? Es gibt durchaus Frauen die diese Fächer meistern - und auch in anderen Ländern sieht es besser aus. Ist die Deutsche Gesellschaft nach wie vor so konservativ? -Mann als Hauptverdiener und Frau als Hausfrau/Teilzeitkraft ohne Karriere? Technologie umgibt uns überall - dennoch scheinen Frauen keine große Lust zu haben sich damit auseinanderzusetzen.

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