Warum gibt es bei Lohnnebenkosten einen Arbeitgeberpflichtteil?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Der Gesetzgeber hat eben den abhängig Beschäftigten gegenüber ein gesundes Misstrauen, dass sie tatsächlich ihrer Versicherungspflicht nachkommen. Daher werden die Gelder (genau so wie die Steuern) bereits an der Quelle abgeschöpft.

Diese Aussagen haben mit der Beitragsaufteilung bei der Sozialversicherung leider nicht das Geringste zu tun und beantworten die Frage leider ebenso wenig. Ich würde sagen: Thema verfehlt...! :((

1

Hallo,

seit Beginn der Sozialversicherung werden die Beiträge zur Sozialversicherung von Arbeitgeber und -nehmer je zur Hälfte getragen (Ausnahme: Unfallversicherung; heute gibt es leichte Abweichungen in der Kranken- und Pflegeversicherung).

Da der Arbeitgeberanteil zusätzlich zum Bruttoverdienst gezahlt wird, ist er steuer- und beitragsfrei (das ist gesetzlich so geregelt).

Gruß

RHW

Die Aufteilung des Beitragsaufkommens zu den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung haben wir unseren guten Kaiser Wilhelm zu verdanken ==> siehe auch nachstehenden Auszug aus der Geschichte. Hier könnte man außerdem den allbekannten Gesang anstimmen: "Wir wollen unser´n Kaiser Wilhelm wiederhaben...!" :))

Wäre das nicht so, so würde letztendlich bei der Berechung des Bruttolohns zum Nettolohn kaum noch etwas übrig bleiben...

Auszug aus: http://www.deutsche-sozialversicherung.de/de/wegweiser/einfuehrung.html

"Die Anfänge der gesetzlichen Sozialversicherung

Mit seiner Kaiserlichen Botschaft vom 17.11.1881 leitete Kaiser Wilhelm I auf Initiative des damaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck den Aufbau einer Arbeitnehmerversicherung in Deutschland offiziell ein. Fortan sollte der Staat die Existenzsicherung seiner Bürger verantworten, die auf folgenden Grundsätzen basiert:

Finanzierung der Rente durch vorherige Beitragszahlung der Versicherten, Beaufsichtigung und Beteiligung des Staates an der Sozialversicherung, Grundlage des Selbstverwaltungsprinzips: Arbeitgeber und Versicherte haben volles Mitspracherecht über eine von ihnen gewählte Vertreterversammlung, Beteiligung der Arbeitgeber am Beitragsaufkommen zur Sozialversicherung.

Im Jahre 1883 führte Bismarck die Krankenversicherung ein, 1884 die Unfallversicherung und ab 1889 konnten die Arbeitnehmer sich erstmals gesetzlich gegen die Folgen von Alter und Invalidität absichern. In den folgenden Jahren baute man das Sozialsystem kontinuierlich aus: 1912 gab es eine Sozialversicherung für Angestellte, 1927 trat die Arbeitslosenversicherung in Kraft. Als jüngster Zweig der deutschen Sozialversicherung wurde die soziale Pflegeversicherung ab 1994 stufenweise eingeführt..."

Auszug Ende.

Zitat aus der Fragstellung: "Denn der Arbeitgeberanteil ist Teil des Bruttolohns..." ==> das ist der Fehler! Der AG-Anteil ist Teil der Lohnnebenkosten, nicht des Bruttolohns!

Ich hoffe, nun ist die Sache etwas klarer! Gruß Nightstick

Hallo Rubashow,

Sie schreiben:

Warum gibt es bei Lohnnebenkosten einen Arbeitgeberpflichtteil? Mich interessiert, ob mir jemand sagen kann, was der Gedanke dabei war, den Arbeitgeber zu verpflichten, sich an z.B. Krankenversicherung und Rentenversicherung zu beteiligen.<

Antwort:

Vereinfacht ausgedrückt gibt es diesen Arbeitgeberpflichtteil, weil dies gesetzlich so beschlossen und bereits seit Gründung der Deutschen Sozialversicherung eingeführt worden ist!

"Prinzip der paritätischen Finanzierung!"

Hier kommt nicht zuletzt die gesetzlich begründete "Fürsorgepflicht" des Arbeitgebers mit ins Spiel!

Ich stelle diese Frage, weil ich das Gefühl habe, in meinem Gedankengang etwas übersehen zu haben.<

Antwort:

Unter folgendem Link werden diese Dinge allgemein verständlich dargestellt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitgeberbeitrag#Allgemein

Auszug:

Der Arbeitgeberbeitrag wurde bereits bei der Gründung des deutschen Sozialversicherung eingeführt.

Seither werden aus verschiedenen Beweggründen immer wieder Stimmen laut, die die Abschaffung, zumindest aber ein Einfrieren des Arbeitgeberbeitrags zugunsten einer entsprechenden Erhöhung des Bruttolohns fordern (z.B. die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und bestimmte Parteien (Bsp: FDP) oder Parteigruppierungen (Bsp: Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung und Mittelstands-Union der CDU/CSU).

Durch die Reduzierung der Lohnnebenkosten sollen die Arbeitskosten gesenkt und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Andere Stimmen weisen dagegen darauf hin, dass die paritätische Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Grundprinzip der Sozialversicherung sei.

Fazit:

Es kommt in der Praxis wie immer nicht zuletzt darauf an, von welcher Warte aus die Dinge betrachtet werden!

Verfolgt man die Vorgänge in der Deutschen Wirtschaft in den letzten Jahren, so stellt man leider fest, daß sich die Arbeitgeber (insbesondere Großkonzerne) allerhand Tricks einfallen lassen, sich aus Ihrer solidarischen Verantwortung zu stehlen!

Stichwort:

"Amerikanisches System - Jobs!"

"Hire and Fire!"

google>>wikipedia.org/wiki/Hire_and_Fire

Im Endeffekt laufen diese negativen Entwicklungen auf die einseitige Ausbeutung der Arbeitnehmer hinaus und nicht umsonst landen die Leute dann früher oder später in der Psychiatrie!

Nicht zuletzt auch aus diesen Gründen ist es mehr als wünschenswert und angebracht, daß sich die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wie ursprünglich vom Gesetzgeber beabsichtigt, zu gleichen Teilen an diesen Lohnnebenkosten beteiligen!

"Einer für Alle, Alle für Einen!"

Beste Grüße, viel erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

ab der 28 Min . Da wird es richtig gut erklährt, der ist sowieso klasse !

Du wirst ja auch bei der Arbeit verschlissen und der Abeitgeber provitiert von dir !

Was möchtest Du wissen?