Warum gibt es bei der Politik immer noch diese unsägliche Einteilung in links und rechts?

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8 Antworten

Diese Einteilung in "rechts - links" hat nur noch insofern eine Bedeutung, als sie das traditionelle, historische Herkommen der Parteien andeuten soll. In der heutigen realen Politik sind diese Begriffe in der Tat obsolet, wenn man glaubt, daraus ganz bestimmte, selbstverständliche und beständige Eigenheiten von Parteien ableiten zu können.


Eine ideale Politik würde meiner Meinung nach das Beste von beiden Seiten miteinander vereinen.

Genau das geschieht ja heute - und nennt man üblicherweise "die Mitte". Und in dieser "Mitte" tummeln sich alle Parteien, die sowohl traditionell-konservative wie fortschrittlich-innovative Zielsetzungen verfolgen. Und welche Partei will das nicht?

Flexibilität und Vernunft scheinen Fremdwörter zu sein.


Für wen?

MfG

Arnold


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In der Politik geht es um Machtfragen und um Vor- oder Nachteile, weil man mit Macht eher an der Quelle sitzt. Allein schaft das keiner. Darum sucht man sich Verbündete, Gleichgesinnte. Dann geht im Spiel um die Macht das Tarnen und Täuschen los. Der schwierigere Weg ist die argumentative Auseinandersetzung. Der einfachere, man verschafft sich mediale Macht und belegt die Gegner mit stigmatisierenden Kategorien wie rechtsradikal, undemokratisch, unsozial, Nazi, Aber-Natzi, so heute. Früher - vor 1968 - war es umgekehrt, da waren links, linksradikal, Krawallmacher, Kommunisten die diffanierenden Bezeichnungen. Womit man gerade verbal drauflos prügelt, lässt erkennen, wer sich gerade die Definitionsmacht angeeignet hat. Ich fürchte, die Erwartung eines neutralen, problemorientierten Diskures wird wie eine ewiger Friede immer ein Wunschtraum bleiben. Es wird immer Menschen mit unterschiedlichen Interessen geben und jeder sucht sich seine Armee und reitet in den Kampf. Das Problem ist, wenn man mittendrin steht und zu vermitteln versucht, wird man von beiden geprügelt. Schon in der angeblich für Frieden votierenden Bibel steht der Satz: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Eine vermittelnde Mitte ist nicht gelitten.

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Oder warum werden Arbeitnehmer nicht Arbeitgeber genannt?

Politik ist der Kampf um die Macht etwas verändern oder durchsetzen zu können. Das kann man mit roher Gewalt oder mit Überzeugungskraft, mit Tricksen und Lügen, oder mit Anstand und Geradlinigkeit versuchen zu erreichen. Letztlich bedarf es aber der Macht um Dinge zu verändern. Und da wir alle keine gleichgeschalteten Roboter sind, gibt es nunmal unterschiedliche Auffassungen und Interessen.

Eine davon ist, den derzeitigen Zustand zu bewahren. Eine Gegenteilige ist, Diesen zu ändern. Die Bewahrer (auch Konservative genannt), saßen nun einmal rechts und die Veränderer (Progressiven) auf der linken Seite. Daher ist es nicht so absonderlich, wenn man Parteien mit konservativen Programmen als rechte Parteien bezeichnet oder rückwärtsgewandte Parteien als Rechtsextrem. Umgekehrt kann man ja reformfreudige Parteien durchaus als linke Parteien bezeichnen und revolutionäre Parteien als Linksextreme.

Nur eines gibt es nicht, eine ideale Partei oder Gesinnung. Dafür ist der Mensch von Natur aus zu widersprüchlich.

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Natürlich erklärt eine Einteilung nicht einfach die Welt. Sie soll sie aber ein bisschen übersichtlicher machen.

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Kommentar von HantelbankXL
16.03.2016, 19:30

Das Problem ist meiner Meinung nach aber eben genau das, dass viele Menschen diese Einteilung nicht nur als Überblickshilfe sehen, sondern sich penibel daran halten. Und in diesen vielen Fällen wird die Welt (fälschlicherweise wie du richtig schreibst) nur dadurch erklärt. 

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Kommentar von Eselspur
16.03.2016, 19:34

stimmt. - und es gibt auch einen Haufen Beispieke bei denen eigentlich nicht klar ist, was denn hier "links" oder "rechts" sein soll.

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Unsinn, es ist doch alles eine Interessensfrage und dann stellt sich die Frage für Wen genau werden diese Bedürfnisse eingelöst. Wer sezt sich für Wen ein! Da unsere Gesellschaft keine klassenlsoe ist, werden stets nur ganz bestimmte Schichten und Klassen "bedient". Was dir hingegen vorschwebt wäre eine Art Kannengießerei, also so, dass alle was abbekommen. Wäre das so, gäbe es kein spezielles Lientel, bräuchte es demnach nur eine Partei und spezielle Wählerinteressen bloße Makulatur. Wie du siehst, ist so was völlig weltfremd. 

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Weil sie sehr praktisch ist. Die Linken sind die Bösen und die Rechten die Guten - oder auch umgekehrt.


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Merkwürdig !!! Den wahren URSPRUNG von "links" und "rechts" hat offenbar niemand erläutert - oder habe ich etwas überlesen ?!

Links aus Sicht des Parlamentspräsidenten hatten sich vor einem knappen Jahrhundert sozialistische Parteien "einsortieren" müssen, dann so genannte "neutrale" Parteien (Liberale u.a.), denen - Richtung rechts - konservative Gruppierungen folgten.

Vermutlich ist diese Aussage aber nicht Antwort auf die Frage...

pk

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Schwierig zu verwirklichen. 

Was ist denn das Beste an der AfD? Da müsste man lange suchen ...

Gruß, earnest

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Kommentar von HantelbankXL
17.03.2016, 21:08

Keine Frage, so eine Art von Politik wäre tatsächlich schwierig zu verwirklichen. Es muss ja nicht sein, dass ausgerechnet etwas von der AfD in meine hypothetische ideale Politik mit einfließt. Als ich "das Beste von beiden Seiten" schrieb, hatte ich nicht die jeweiligen Extrema im Sinn.

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