Warum genießt Sport so ein hohes Ansehen und eine solche Präsenz gesellschaftlich und medial, während die Wissenschaften so verschwindend daneben untergehen?

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7 Antworten

Sport ist schon mindestens seit der Antike eine beliebte Unterhaltung, es sich anzuschauen bedarf im Prinzip keinerlei Bildung und so ist es für jeden Zugänglich, zusätzlich gibt es, anders als in der Wissenschaft, einen Wettkampf. Daher eignet sich Wissenschaft einfach nicht als Mittel zur Massenunterhaltung.

Das es in Nachrichten und Medien allgemein kaum zur Sprache kommt liegt zum einen darin, dass die Fortschritte meist nur recht klein sind und für Außenstehende damit relativ uninteressant, ebenfalls ist es oft nicht leicht Ergebnisse gut verständlich für die Masse zu machen, da sie häufig sehr spezifisch sind und eine gewisse Grundbildung in der Thematik voraussetzen, die man nicht für jeden annehmen kann.

Ich würde es aber auch begrüßen, wenn der Wissenschaft ein höheres gesellschaftliches Ansehen entgegengebracht würde, denn besonders in letzter Zeit hat dies stark gelitten, zumindest aus meiner subjektiven Wahrnehmung heraus.

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Spontan und kurz gesagt glaube ich, dass die sich auch nur dem anpassen, was in der Gesellschaft am gefragtesten ist. Folgendes ist jetzt nur ein anschauliches Beispiel: wenn nun mal in Deutschland 10 Millionen mal am Tag nach "superfood frühstück einfach zubereiten für arbeit" oder "15 min workout" oder "po trainieren wie ich will abnehmen" gegoogelt wird, dann gibt es nunmal eben genau zu DIESEN Themen Berichte. Zumal man mit Sport, Diatzeug und so weiter auch eine Menge Geld verdienen kann. Wenn aber nur eine Person in der Woche nach den neusten Studien der stationären Psychiatrie googelt, findet man diese Infos nunmal nur in Fachzeitschriften.
Das wäre jetzt meine Vermutung.

Das mit dem Fußball wird wahrscheinlich für immer so sein. Ich hasse es, wenn WM ist. Diese Massen sehen dann immer so aus, als würden Nazis vor dem Führer applaudieren ahahahaha ohne Sinn und Verstand meine ich damit.

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Kommentar von CaryllRunes
11.03.2016, 22:25

Ja, das mit dem Fußball finde ich auch grässlich. Man spricht von der "Fußballnation Deutschland", mich schaudert es dabei immer leicht. Woher kommt das nur? :(
Allerdings glaube ich gar nicht, dass die Zielgruppe so vernichtend klein sein soll - es fehlen nur Ansatzpunkte, um Leute abzuholen...
Aber auch dir wie allen danke für die Antwort! Ich finde das recht inspirierend. :)

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Ich denke es liegt daran, das Sport jeder Depp versteht und nicht eben nur Menschen die sich mit einem bestimmten Fachgebiet beschäftigen. Dadurch lässt sich der Sport viel besser vermarkten. Außerdem versuche mal mit Wissenschaften Werbung zu machen, das wird schwierig. Also wirst du auch keine großen Unternehmen finden die das ganze Sponsoren und an dem Punkt muss man das ganze eigentlich schon nicht mehr weiter spinnen.

Zudem gibt es noch Aspekte, wie das Gefühl der Zusammengehörigkeit, wenn man z.B. für den gleichen Verein steht. Dadurch ist es natürlich viel einfacher, schnell viele Leute dafür zu begeistern, da sich die meisten schnell mitziehen lassen, wenn es wie du erwähnt hattest, um eine Fußball WM geht.

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Kommentar von CaryllRunes
11.03.2016, 22:18

Hm, das ist natürlich ein valider Punkt mit dem Sponsoring/der Werbung - schade eigentlich. :(
Ich glaube nur, dass man auch wissenschaftlich komplexe Sachverhalte durchaus anschaulich darstellen kann, wie Sportanalyse auch eben sehr tief gehen kann. Es dauert mich da echt etwas, dass man so wenig Grundlage in den Medien erhält - wie soll man sich sonst mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinander setzten, wenn die Wissensgrundlage fehlt? Das fehlt mir irgendwie ...
Aber danke für die Antwort! :)

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Meine spontane Antwort darauf wäre jetzt, dass die Sportliche-Zielgruppe aus viel mehr Leuten besteht, als aus dem Wissenschaftlichen Bereich.

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Kommentar von SchakKlusoh
11.03.2016, 23:14

Wie definierst Du "Sportliche-Zielgruppe"?

Und wie vergleichst Du sie mit der "Wissenschaftlichen Zielgruppe"?

Theoretisch sind alle 7,4 Mrd Menschen die wissenschaftliche Zielgruppe. Kleidung, Nahrung, Wasserversorgung, Häuser, Straßen, alles von Wissenschaftlern gemacht.

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Sport (Spiel- und Casting-Shows und andere Ereignisse) faszinieren wegen der Emotionen. Innerhalb von kurzer Zeit passiert eine Menge. Kampf, Konzentration, Sieg, Niederlage, verpaßte Chancen. Es gibt eine Polarisation für eine Mannschaft, einen der Spieler. Man kann mitleiden, mitfiebern usw.

Obwohl alle diese Aktivitäten völlig bedeutungslos und ´überflüssig´ sind, bezahlt man für die Teilnahme/das Zuschauen.

In der Wissenschaft begeistert das Problem, das Ringen mit dem Weg. Natürlich ist das auch ein Riesending, wenn man die Lösung hat - HEUREKA! Oder wenn etwas klappt, was man lange erarbeitet hat. Die Mondlandung, die Entdeckung des Higgs-Teilchens, die Lösung des Vierfarbenproblems, die Konstruktion von Fullerenen ...

In der öffentlichen Meinung spielt auch stark mit, wie Wissenschaftler in den Medien dargestellt werden. da muß man sagen, entweder gar nicht, oder als wahlweise dämlich, weltfremd, böse, kindisch, geistesgestört, neurotisch usw.

Eine Studie des VDI (Verband Deutscher Ingenieure) hat ergeben, daß in Vorabend- und Tagesserien in allen Fernsehsendern so gut wie keine Ingenieure vorkommen, dafür aber haufenweise Medien-, Mode-, Gastronomie-Menschen, Rechtsanwälte, medizinisches Personal etc.

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Kommentar von RefaUlm
11.03.2016, 22:56

Gastronomen?! Wo?!

The big bang theory fällt mir da ein, schon ein wenig Klischee überlastet aber trotzdem sehr unterhaltsam 😂😂😂

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Vom sport sieht man gut aus, vom forschen nicht

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Kommentar von CaryllRunes
11.03.2016, 22:20

Aber man macht sich interessant! ;)
Das kann doch nicht der Grund sein, oder? Damit wäre die Gesellschaft ja schon frevelhaft oberflächlich. Da spielt gewiss was rein, aber derart gewichtig scheint mir der Punkt nicht. :)

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Kommentar von sgn18blk
12.03.2016, 08:49

Vom forschen kann man auch gut aussehen

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Kommentar von user023948
12.03.2016, 10:40

Aber man kriegt vom Forschen keinen Sixpack😏

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Das liegt daran, dass Sportler überbezahlt sind und Wissenschaftler unterbezahlt - und wer interessiert sich schon für das Proletariat?

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Kommentar von CaryllRunes
11.03.2016, 22:21

Ohje, das klingt bitter und leider etwas wahr... :(

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Kommentar von Agronom
11.03.2016, 22:42

Falsch, du verdrehst hier die Zusammenhänge. Das Profisportler so viel verdienen liegt allein darin, dass sich Sport so einer breiten Beliebtheit in der Bevölkerung erfreut. Daher geben Sponsoren ordentlich Geld her und den Vereinen ist es möglich ihren Spielern hohe Summen zu zahlen.

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Kommentar von SchakKlusoh
11.03.2016, 23:28

Die meisten Profi-Sportler können nicht von ihrem Sport leben, sondern jobben nebenher. Man sieht nur die Spitzenverdiener.

Geh mal zu einem kleinen (25.000$) WTA-Tennisturnier. Die Spielerinnen leben von Krediten oder dem Ersparten ihrer Eltern und hoffen ins Geld zu laufen, bevor sie zuviele Verletzungen haben und Aufhören müssen.

Noch ein Beispiel: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/arbeitsrecht-im-profifussball-der-fall-heinz-mueller-a-1074129.html

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