Warum genau kann man in Gewerbeflächen nicht wohnen?

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5 Antworten

Weil das Gesetz ist.

In Deutschland ist dies in § 8 Baunutzungsverordnung geregelt. Danach dürfen in Gewerbegebieten ohne besondere weitere planungsrechtliche Voraussetzungen Gewerbebetriebe aller Art, Lagerhäuser, Lagerplätze, öffentliche Betriebe, Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude, Tankstellen und Anlagen für sportliche Zwecke errichtet werden.

Nur in Ausnahmefällen sind in Gewerbegebieten auch Wohnungen (für Personen, die dem Gewerbebetrieb zugeordnet werden) sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke und Vergnügungsstätten zulässig.

Gewerbliche Mieter kann man viel leichter kündigen, als "private" Mieter. Wenn du aber privat in einer Gewerbeeinheit wohnst, dann gilt für dich auch der ganz normale Kündigungsschutz wie für andere private Mieter. Daran hat der Vermieter kein Interesse.

Für als gewerblich ausgewiesene Flächen kann kein Wohnungsmietvertrag erteilt werden.

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Man kann in Gewerbeflächen wohnen, nur bekommt man die Miete nicht von der ARGE weil dort in den jeweiligen Flächen keine Wohnungen bekannt sind. und auch kein Wohngeld. Etwas anderes sind Mischgebiete. Dort sind unten Gewerbe und darüber Wohnungen. Das muß aber so im Bauantrag stehen und so von de Behörde genehmigt sein. Und dann kann es auch nicht mehr verändert werden. Jedenfalls nicht ohne einen Umnutzungsantrag, welcher wieder von der Behörde zu genehmigen, und dann auch zu bezahlen ist. Denkst du etwa es geht irgendwas ohne Antrag?

Es soll sogar Leute geben, die Ihre Miete selbst bezahlen...

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@WetWilly

Ja diese können natürlich. aber wie gesagt, kann für als gewerblich ausgewiesene Flächen normaler weise kein Wohnungsmietvertrag ausgestellt werden.

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@WetWilly

Das mit dem Wohngeld ist eine interessante Info nebenbei, danke. Aber so wie ich das verstanden habe, darf dort niemand wohnen, nicht mal der Eigentümer, oder?

Das heißt dann auch das Heimarbeit/Home Office nur erlaubt ist, solange ich keine Kunden empfange, oder?

Und wie ist das mit Hotels, die sind ja auch ein Gewerbe, stehen aber im Widerspruch mit dem höheren Schutzanspruch, richtig?

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@wirdbereitsver

Naja der Eigenthümer hat ja Zutritt zu seiner Immobilie, und wenn er mal dort übernachtet, und sich selbst keinen Mietvertrag austellt, will damit sagen: wo kein Kläger, dort ist auch kein Richter. Zum Homeoffice kann ich nicht so viel sagen, bei Hotels, bei denen ja die gewerbliche Beherbergung im Mittelpunkt steht jedoch nicht die Vermietung, würd ich so sehen. Ein Bekannter hat übrigens grad das Problem. Er kann keinen Mietvertrag erhalten weil er in einer Pension wohnt, und daher auch kein Wohngeld erhalten.

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@stern311

Sucht er eine Wohnung oder welchen Mietvertrag meinst du? Kann er kurzfristig zu seinen Eltern ziehen und von dort aus eine neue Bewerbung starten? Wieso spielt das überhaupt eine Rolle ob man einen festen Wohnsitz hat? Oh mann.

Also kann ich theoretisch eine Pension in einem Gewerbegebiet eröffnen? Kann ich das falls ja, auch dann, wenn ich die Räume nur gemietet habe? Kann ich dann auch einfach mein eigener Kunde sein? lol

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Weil wir in Deutschland, zum Glück, ein Bauplanungsrecht haben.

Man verhindert so, dass Städte und Dörfer "zersiedelt" werden, sprich: eine starke unschöne Durchmischung von Gewerbe und Wohnen auftritt. Klingt nicht schlimm? Dann schaue Dir mal viele Orte in Spanien und Portugal an...

Außerdem wäre das für die Gewerbetreibenden extrem unvorteilhaft, was z.B. Lärm- und Geruchsemissionen angeht - denn ein "Wohnender" hat einen höheren Schutzanspruch (und damit niedrigere Grenzwerte) als ein Gewerbetreibender. Dann dürfte abends kein Stapler mehr draussen fahren usw...

Ziel des Planungsrechtes ist halt, störende Betriebe vom Wohnen zu trennen.

Des weiteren sind die Brandschutzanforderungen für Gewerbe anders als für das Wohnen...

Da es vom Land nicht als allg. Wohngebiet gilt. ...Es gibt auch 24 Std. Betriebe...

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