Warum geht es in den Religionen hauptsächlich um Regeln auswendig lernen, Sünde und Verbote?

10 Antworten

Das ist nicht in allen Religionen so, sondern speziell in den monotheistischen. Der Buddhismus kennt zum Beispiel nicht so einen umfangreichen Verbots- und Sündenkatalog.

Der Monotheismus an sich ist eine Religion der Mächtigen. Egal ob in Ägypten von Pharao Echnaton, im Judentum von Mose, im Christentum von der katholischen Kirche oder im Islam von Mohammed und seinen Nachfolgern, immer wurde der Monotheismus von Oben verordnet und mit Gewalt, Folter und Mord durchgesetzt. Die Vielgötterei im Volk wurde massiv bekämpft.

Diejenigen, die den Monotheismus verordnet haben, waren immer Machtmenschen und es ging ihnen immer darum, durch die Religion Macht über das einfache Volk zu erlangen und diese zu festigen. Eines der eingesetzten Machtmittel im Rahmen der Religion besteht darin, Regeln aufzustellen, die sowieso niemand einhalten kann oder will. Damit kann man alle Menschen zu Sündern stempeln, um ihnen dann ordentlich Angst vor der weltlichen oder göttlichen Macht einzujagen. Denn eines wussten die Machtmenschen schon vor ein paar Tausend Jahren: wer Angst hat, lässt sich leichter manipulieren und unterdrücken. Der Sex ist dafür wunderbar geeignet, denn so gut wie niemand schafft es, diesen natürlichen Trieb, mit dem uns Gott (angeblich) geschaffen hat, zu unterdrücken. Das schaffen ja noch nicht einmal diejenigen, die diese Verbote erlassen haben oder propagieren.

In dem Moment aber, wo das einfache Volk sich nicht mehr diesen Regeln unterwirft, verliert die Religion automatisch an Macht. Diesen Zusammenhang zwischen religiöser Macht und Sexualfeindlichkeit kann man überall in den betreffenden Gebieten leicht erkennen, das Gegenteil ebenfalls. Dort, wo die Menschen nicht mehr bereit sind, sich ihre Sexualität von der Religion vorschreiben zu lassen, haben es Religionen sehr schwer. Mir ist z.B. aufgefallen, dass Katholiken, die sich nicht mehr der restriktiven Sexualmoral der Kirche unterwerfen, fast alle auch nicht mehr den Papst als alleinige Autorität akzeptieren, von dem sie sich vorschreiben lassen, was sie zu glauben haben und was nicht.
..falls sie nicht gleich ganz aus der Kirche austreten.

Das stimmt schlicht nicht, es geht primär darum, für die Wahrheit zu leben und nach dem Guten zu streben.

Regeln müssen nicht "auswendig" gelernt werden, statt dessen beherzigen wir das Wort Gottes, indem wir Gott in unser Leben mit aufnehmen.

Es geht auch nicht hauptsächlich um die Sünde und um Verbote, sondern um Gott, Ihn und die Nächsten zu lieben, gemeinsam den Glauben zu leben und hoffen zu dürfen, dass wir mit Gott ewig vereint sein werden. Sünde ist schlicht das Gegenteil davon, wir denken aber nicht vom Negativen, sondern vom Guten, von Gott, von der Wahrheit.

Die Frage war allerdings nicht nur auf eine, sondern auf alle Religionen bezogen ;)

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Weil die meisten Religionen dazu gedacht sind, die Menschen zu einem bestimmten Verhalten zu animieren, das die Religionsstifter für Wünschenswert hielten.

Wenn Du das Christentum in Deutschland ansiehst, wirst Du wenig Anhaltspunkte dafür finden.

Sicher nicht mit Regeln auswendig lernen.

Die Mehrheit, so mein Eindruck, achtet auch nicht gross auf die Verhinderung von Sünden oder auf religiöse Verbote.

Du wirst in evangelischen Kirchen auch in Predigten wenig in Richtung Sünden und Verboten hören.

Es geht nicht in allen Religionen nur darum.

Beim Christentum muss man nicht auswendig lernen - jedenfalls nicht, um vor Gott besser dazustehen. Wenn das für den Konfirmandenunterricht o.ä. gefordert wird, dann nicht weil Gott das fordert, sondern der Pfarrer.

Es geht auch nicht in der Hauptsache um Verbote. Klar, man soll nicht morden etc. Im Wesentlichen geht es aber um die Beziehung zu Gott. Sünde ist in dem Zusammenhang einfach die Trennung von Gott. Es ist also alles Sünde, was einen von Gott wegführt.

Gott möchte eine Beziehung zu den Menschen, die von Liebe bestimmt und geprägt ist. Ebenso möchte er es für die Beziehungen der Menschen untereinander.

Gott möchte eine Beziehung zu den Menschen, die von Liebe bestimmt und geprägt ist. Ebenso möchte er es für die Beziehungen der Menschen untereinander.

Davon merkt man aber nicht viel.

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@wiele

Ich merke nur das im Namen Gottes:

  • Kriege geführt werden
  • Menschen verfolgt, gefoltert und getötet werden
  • Kinder gezüchtigt, indoktriniert, misshandelt und unterdrückt werden
  • Konversionstherapien, exorzismus durchgeführt wird
  • Homophobie gefördert wird
  • Frauen herabgesetzt und unterdrückt werden
  • Menschen und vor allem Kinder mit Hölle, ewiger Verdammnis, Dämonen usw. in Angst und Schrecken versetzt werden
  • In seinem "Lehrbuch" der Bibel zu Gewalt aufgerufen wird
  • usw. usw.
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@willione2811
Ich merke nur das im Namen Gottes: Kriege geführt werden...

Wenn ich jemanden umbringe und sage, ich habe es in Deinem Namen getan, dann hast Du Schuld, richtig?

In seinem "Lehrbuch" der Bibel zu Gewalt aufgerufen wird

Worauf beziehst Du Dich da? Du wirst da nicht zu Gewalt aufgerufen!

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@wiele

„Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?"

(4. Mose 31,14-15)

"So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben."

(4. Mose 31,17-18)

"Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, ..."

(5. Mose 21,18-21)

 “Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ..."

(5. Mose 22,23-24)

 "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..."

(3.Mose 20,13)

 "Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen."

(2. Mose 22,17)

 „Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert!"

(Psalm 137,9)

 "Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! ..."

(Psalm 139,19)

 „So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel."

(1. Samuel 15,3)

"Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden."

(Jesaja 13,16)

"Da nahmen wir zu der Zeit alle seine Städte ein und vollstreckten den Bann an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und ließen niemand übrig bleiben. Nur das Vieh raubten wir für uns und die Beute aus den Städten, die wir eingenommen hatten."

(5. Mose 2, 34-35)

"Und die ganze Beute dieser Städte und das Vieh teilten die Israeliten unter sich; aber alle Menschen erschlugen sie mit der Schärfe des Schwerts, bis sie vertilgt waren, und ließen nichts übrig, was Odem hatte."

(Josua 11,14)

"Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, …"

(5. Mose 20,16-17)

„Du wirst alle Völker vertilgen, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. ..."

(5. Mose 7,16)

 "Dazu wird der HERR, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden, bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verbirgt vor dir. Lass dir nicht grauen vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, der große und schreckliche Gott."

(5. Mose 7,20-21)

"Er, der HERR, dein Gott, wird diese Leute ausrotten vor dir, einzeln nacheinander. …"

(5. Mose 7,22)

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@willione2811

Von welchen dieser Verse fühlst Du Dich zum Krieg, Mord, Kinderschändung etc aufgerufen?

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@willione2811

Oh, interessant! Wieso fühlst Du Dich zur Gewalt aufgerufen? Die Verse richteten sich doch an das Volk Israel!

Fühlst Du Dich auch zur Gewalt aufgerufen, wenn jemand mich zur Gewalt aufruft?

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@wiele

Von den christlichen Religionen und von den Kirchen wird die Bibel immer noch als Leitfaden für die Jugend und auch für die Gläubigen propagiert.

Mit dem Koran und anderen Büchern ist es ebenso.

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@willione2811

Ja und? Es wird aber nicht propagiert, dass Gewalt ausgeübt werden soll.

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